Audio Interface: USB vs. PCIe

  • Liebe Forengemeinschaft,


    mein neuer HW-PC schluckt meine alte PCI-soundkarte nicht mehr (zudem gibts keine Treiber mehr), sodass eine Neuanschaffung unausweichlich scheint. Hier würde ich mich freuen, die Erfahrungen anderer teilen zu können, insbesondere was Latenz und Klangqualität anbelangt. Ich bin mir beispielweise unschlüssig bzw weiß nicht, ob PCIe oder USB 3 die bessere Wahl ist. Zudem muss die Karte natürlich einen MIDI-Anschluss haben.
    Interessante Karten sind:


    RME HDSPe AIO (+ gute Besprechnungen, - teuer, - nur ein Ausgang)
    Steinberg UR44 (+ incl. Hall / dsp + rel. günstig -USB2)
    ZOOM UAC 2 (+ USB3 + günstig - ??)


    NB: Die karten erscheinen mir alle wahnsinnig überdimensioniert, was die alles können. Ich bräuchte nur eine gute Wandlung und eine verzögerungsfreie Ansprache (des Tons, versteht sich :-teacher: )
    Wäre schön, wenn mir hier jemand weiterhelfen könnte!
    LG Stephan

  • Hallo Stephan,


    meine bisherigen Erfahrungen habe ich mit einer M-Audio Delta 1010lt-PCI Karte und zwei USB-Interfaces gesammelt. Nachdem ich vor dem gleichen Problem stand (mein alter HW-PC, der mit WIn 7 lief, kam an seine Leistungsgrenze und im neuen PC ließ sich die M-Audio-Karte nicht mehr verwenden), habe ich mir in der Bucht eine Motu Ultralite MK3 gekauft. Hintergrund meiner Entscheidung war vor allem die Anzahl der Ausgänge. Mit der bin ich - auch unter dem aktuellen Win 10 - sehr zufrieden. An meiner kleinen Einmanualigen für außerhäusliche Spontaneinsätze verwende ich eine Steinberg UR22, die bisher ebenfall problemlos unter WIn 10 läuft. Mit den Latenzen habe ich bei beiden Soundkarten keine Problem.


    Audio-Interfaces mit USB 3 gibt es im Augenblick wohl auch noch nicht so viele, da dürftest Du bei den USB 2.0-Modellen mehr Erfolg haben - vor allem, wenn es um das Preis-Leistungsverhältnis geht. Ein wichtiger Punkt bei Deinen Überlegungen wird vermutlich auch die Frage sein, wieviele Lautsprecher Du anschließen möchtest - was ja vom Klang her sowohl bei Hauptwerk als auch bei Grand Orgue nicht unwichtig ist.


    Ich denke mal, dass Du mit dem Steinberg UR44 nichts verkehrt machen kannst - wenn Dir die Zahl der Ausgänge genügen. Im englischsprachigen Hauptwerkforum wird immer wieder mal das Cymatic LP-16 empfohlen, das über
    16 unsymmetrische 6,3 mm Klinkenausgänge verfügt - was schon einiges an klanglichen Möglichkeiten bietet, wenn Du mit verschieden Audio-Gruppen arbeiten möchtest.


    Klanglich dürfte die RME-Karte über alle Zweifel erhaben sein - aber ersten hast Du nur die Anschlussmöglichkeit für ein Boxenpaar und zweitens ist der Preis nicht von schlechten Eltern ;-).


    Wie sieht Dein Abstrahlungskonzept aus? Mit wieviel Lautsprecherpaaren arbeitest Du? Und auch nicht unwichtig: über welche Anschlüsse verfügen Deine Lautsprecher?


    Herzliche Grüße


    Orgelfex

  • Hallo Stephan,


    von den ganzen teuren Soundkarten mit viel Schnickschnack benötigt Hauptwerk oder GrandOrgue lediglich den D/A-Wandler, weiter nichts. Dieser wandelt die digitalen Samples in das analoge Ausgangssignal für den Lautsprecher um.
    Hochwertige D/A-Wandler sind, selbst mit hervorragender Qualität, heute sehr billig, sodass diese bereits auf allen aktuellen Mainboards serienmäßig eingesetzt werden. Es genügt also völlig, die Ausgänge des Mainboards zu nutzen. In der Regel lassen sich da mindestens 6 bis 10 Stereo-Lautsprecherpaare, bzw. Verstärker anschließen.


    Es geistert halt immer noch die Mär in den Köpfen herum, dass Onboard-Sound nicht zu gebrauchen sei und nur eine möglichst teure Soundkarte glücklich macht. Das ist aber schon seit Jahren nicht mehr so. Der Handel freut sich natürlich über Einnahmen. Und so passiert es häufig, dass immer wieder Leute Geld in Soundkarten bzw. Module investieren die mitunter schlechtere D/A-Wandler haben, als sie bereits auf dem Mainboard verfügbar wären.


    Aber gut - es muss jeder selbst wissen. Wer klangliche Unterschiede zwischen heutigen D/A Wandlern heraushören kann, der kann sicherlich auch Gras wachsen hören. :-wow:
    Gegenüber den üblichen dramatischen Klangunterschieden verschiedener Lautsprecher, selbst im High End Bereich, sind die Abweichungen zwischen D/A Wandlern allenfalls eher messbar als hörbar.


    Die Geschwindigkeit der USB 2 Schnittstelle ist für diese Audio-Anwendungen vollkommen ausreichend. USB 3 bietet da keinerlei Vorteil.


    Ich selbst habe u. a. auch ein Steinberg UR22 in Verwendung, was problemlos funktioniert. Dies habe ich aber nur, weil ich gelegentlich auch Aufnahmen mit Kondensatormikrophonen mache und somit Phantomspeisung brauche. Die A/D Wandler für Aufnahmen sind dort schon recht gut. Wo es eher noch spürbare Unterschiede in Qualität und Preis gibt, sind eben die A/D-Wandler. Aber diese braucht man für die Orgel überhaupt nicht.


    Was die Verzögerung der Töne betrifft (Latenz), so liegt das nicht etwa an den D/A-Wandlern, sondern einzig und alleine an den verfügbaren Software-Treibern. GrandOrgue hat von Haus aus sehr latenzarme Treiber mit dabei und für Hauptwerk kann man den kostenlosen ASIO-for-All Treiber verwenden, der mit allen üblichen OnBoard-Chips funktioniert.


    Funktionierende Midi-Anschlüsse kann man schon für deutlich unter 10,- € bekommen. Deswegen muss man also auch kein Sound-Modul kaufen.


    Gruß Michael

  • Ich muss meine Delta 1010 auch ersetzen wegen neuem PC und ich überlege mich einen Denon PMA-50 Digitalverstärker. Ich habe schon verschiedene positive Berichten dazu gelesen im Niederländische Hauptwerkforum. Es ist eine kompakte Verstärker und hochwertige D/A Umwandler welche sich via USB direkt aus Hauptwerk betreiben lässt.


    Auch "nur" als Kopfhörer Verstärker eine ganz interessante Option.



    Gruss
    Erik

  • Hallo,


    auch ich stehe vor dem Problem Grand Orgue mit Win10 64 sauber zum funktionieren zu bringen.


    Ich habe es zwar mit ein paar Tricks hinbekommen meinen Edirol UA 25 zum Laufen zu bekommen und auch das Midi-Interface funktioniert, aber mit Latenzen habe ich auch so meine Probleme.


    Leider haben alle Versuche den Asio for all ans Funktionieren zu bringen auch nichts erbracht. Einen Choral in gemessenem Tempo spielen ist ok, aber sobald 16-tel, Triolen etc. kommen ist der Spaß rum. Da ist es auch egal, welches Sampleset ich nehme.
    Das C-Dur Präludium aus den kleinen Präludien und Fugen ist z.B. nicht spielbar.


    Ich verwende einen Laptop mit Core i5 und 2,4 GHz, der sich mit max. 27% Auslastung eher noch zu langweilen scheint. Auch in den 8GB RAM ist beim GO Demo Sampleset reichlich Platz über.
    Mit der on-Board Soundkarte ist die Klangqualität leider sehr mies, aber ich denke da hat man bei einem Buissness-Lappi einfach nicht soweit gedacht und eben nicht einen guten Chip mit guten D/A-Wandlern investiert.


    Meine Erfahrungen mit Midi-Kabel sind die, dass man so gut wie keine Vorhersage treffen kann, welches unter Win10 funktioniert und welches nicht, es sei denn der Anbieter schreibt explizit, dass Win10 unterstützt wird.


    Ein nicht funktionierendes Chinakabel habe ich mal aus Neugier geknackt, und siehe da, es stellte sich heraus, dass Opa Wu nix vom Midi-Standard hält, denn Optokoppler und Diode suchte man vergeblich. Die Lötstellen waren zwar im Layout geätzt und auch gebohrt, aber überbrückt.
    Wahrscheinlich hat man einfach nur ein funktionierendes Kabel eines anderen Herstellers 1:1 kopiert und dann die vermeintlich entbehrlichen Komponenten weggelassen.


    So, nun aber zu meiner Frage: hat jemand hier eine Empfehlung für ein gescheites USB-Audio-Interface mit MIDI Funktion, welches brav unter Win 10 arbeitet und vielleicht auch ASIO unterstützt? Wie gesagt, beim Lappi ist mit dem onBoard Sound wirklich nix zu reissen.


    VG


    Toothbrush