• Hallo,

    ich habe in den letzten Monaten eine komische Unternehmensentwicklung von einem Anbieter einer neuen preisgünstigen Software für Virtuelle Orgeln verfolgt, die unter dem Namen OrganWerx angeboten werdn sollte. Da hat es große Ankündigungen gegeben und dann wohl eine Menge unternehmensinterner Streitereien und nun hat der Betreiber aufgegeben und sein Projekt an jemand anderes gegeben. Eine etwas dubiose Angelegenheit. Inzwischen gibt es online nur noch die reste einer facebook-Seite zu finden. https://www.facebook.com/organwerxdigitalorgan/

    Weiß jemand, was es damit auf sich hat/hatte?

    Beste Grüße!

  • Hallo,
    bisher hatte ich davon noch nichts gehört. Es gibt aber von der original Webseite von OrganWerx noch Reste im Internet:

    https://web.archive.org/web/20…24/https://organwerx.com/

    Scheint eine Addon Software für die virtuelle Orgel zu sein wie es aussieht. Mit mehreren Zusatzfunktionen wie Auswahl der installierten Samplesets sowie Anzeige von Noten auf mehreren Bildschirmen usw.
    Ich weiß aber nicht, wer so ein Programm wirklich braucht. Scheinbar keiner. ;)

    Gruß Michael

  • Ich habe mal die Facebook-Posts durchgeschaut. Neben viel Frustration, "HW ist veraltet", "seine Lösung ist inovativ" und die Verweise auf seine Erfahrung in der Softwarebranche kann man ein paar Details rauslesen. Das folgende ist mein Verständnis - wenn jemand genaueres weiss, soll er es bitte korrigieren.


    Es ist eine VPO Software analog HW/GO mit anderen Konzepten und einen Notenviewer.


    In den Posts kann man die Entwicklung nachlesen. Angefangen hat es anscheinend mit einen jOrgan Clone in C#/C++ [ich benutze Clone, weil auch mit den altbekannten Soundfont basieren Synthesizern], der dann durch eine Eigenentwicklung ersetzt wurde. Die Soundengine spielt Samples 1:1 ab - der Raum wird über Reverb-Engine dazugefügt (also wie meiner Ansicht nach auch viele DOs funktionieren). Zielplattform ist nur 64 Bit Windows. Entgegen ersten Aussagen ist er von nur Stereo zu 5.1 bekehrt worden [offensichtlich werden die einzelnen Stereo Samples der Orgelteile vom User im 5.1 Raum plaziert] - stolz wird die Einführung von 6 Kanal Convolution Reverb verkündet. Im Laufe der Zeit steigen die Speicheranforderungen (8 -> 16 GB) und 24 Bit Samples werden wegen den besseren Sound eingeführt.


    Eines ist auf jeden Fall logisch: Durch das Weglassen der Filter pro Pfeife (1:1 abspielen) sind natürlich der CPU Bedarf im Vergleich mit HW.


    Weitere Details wären sicher interessant - wie auch eine nicht emmotionale Diskussion mit den Entwickler(n).

  • Oha - dann ist die Software ja viel weitreichender als ich vermutet hatte. Auf der Originalseite werden 21 Orgel-Plugins angeboten. Ich war davon ausgegangen, dass es sich um bekannte Hauptwerk Samplesets handelt. In dem Fall müssen ja 21 Orgeln speziell für OrganWerx gesamplet worden sein, bzw. Sampleset-Soundfonts irgendwoher übernommen worden sein.

    Grundsätzlich finde ich den Ansatz mit trockenen Samples und nachgeschaltetem Faltungshall zielführender als die nassen Samples von HW/GO. Man geht damit diversen Problemen von vornherein aus dem Weg, die bei größeren Orgeln im Tutti unweigerlich einen ziemlichen "Klangmatsch" hervorrufen. Außerdem ist der Benutzer wesentlich flexibler was die Akustik im Abhörraum und persönliche Vorlieben an die Nachhallzeit anbelangt. Allerdings wäre Voraussetzung, dass die Impulse Response Aufnahmen im Kirchenraum optimal durchgeführt werden und gut auf die Pfeifensamples abgestimmt sind. Da könnte man durch einige zukünftige Innovationen bestimmt die virtuelle Orgel noch ein gutes Quäntchen verbessern. Allerdings können die Sakralorgelhersteller da meiner Meinung nach bisher noch nicht so richtig punkten gegenüber HW/GO.

    ... mit anderen Konzepten und einen Notenviewer.

    Wann kommt der integrierte Notenviewer in GrandOrgue? 8)

    Zitat

    Weitere Details wären sicher interessant - wie auch eine nicht emmotionale Diskussion mit den Entwickler(n).

    Ja, wäre sicher wünschenswert, wenn der Entwicklungsaufwand nicht umsonst war und das Projekt in irgend einer Form weitergeführt werden kann. Vielleicht sogar von einer Community und unter freier Lizenz.

  • Zuerst ein herzliches Grüss Gott aus der Steiermark.

    Es scheint als ob Organwerx alias Digitalvpo eine Eintagsfliege gewesen wäre. Leider ist es mir nicht gelungen, dieses Programm erfolgreich zum Laufen zu bringen, da bei diesem durch automatisiert ablaufende Installationsroutinen nichts rückgängig gemacht werden kann, wenn man nachträglich etwas ändern möchte. Des Weiteren erscheinen mir einige Dinge etwas dubios. Es gibt weder einen Hinweis auf die Herkunft der Samplesets noch wer persönlich für das Programm verantwortlich zeichnet. Nachfragen sind nicht erlaubt. Die Spieltischlayouts sehen den von anderen Anbietern ( MDA, Lavender) zum Verwechseln ähnlich. Der Aussage den gleichen Klangeindruck wie bei der originalen Kirchenraumakustik mit nachträglich hinzugefügtem Faltungshall zu erreichen, kann ich nicht zustimmen. Beides probiert - kein Vergleich. Mein Wunsch wäre es daher, dass GrandOrgue weiter entwickelt wird und einige lästige Wehwehchen beseitigt werden. So kommt es immer wieder vor, dass GO ohne Vorwarnung verstummt und erst nach der Reanimation mittels der Panikfunktion wieder funktioniert. Da ich auf meinem 2. PC HW 4 gleichzeitig betreibe ist der Ausfall manchmal nicht so gravierend.

    Mit den Samplesets von Herrn Grabowski bin ich mehr als zufrieden und kann sie mit gutem Gewissen weiter empfehlen. Meine Konfiguration sieht folgend aus : PC-1 (HW 4 》Friesach expanded 57/ 3+P, PC 2 GO

    Cracov 40/ 3+P, Die Orgel selbst hat 4 Manuale + Pedal, M I und M II beide Orgeln, M III 》Friesach M III, M IV 》Cracov M I. Falls Interesse besteht, bin

    ich gerne bereit mein Projekt genauer zu erläutern.

    Liebe Grüsse an alle

    Organix