Bachtage in Göttingen und Greifswald
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Die Seele weitet sich. Sie richtet sich auf - geht über sich hinaus.
(Ob das mit mehr Registern erreichbar ist?))
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Ich notiere von hier in Greifswald aus mal ein paar Dinge, die im Programmheft nicht stehen:
Jeden frühen Abend wird für den nächsten Tag die Bach-Kantate der Geistlichen Morgenmusik geprobt – und das ist offen zum Mitsingen. Die Vorsänger sind keine eingeflogenen Gäste, sondern kommen aus der Greifswalder Tradition, die sich über Jahre entwickelt hat.
Und in den Reihen sitzen die Domgeistlichen und der Bischof – in kurzen Hosen – und singen einfach mit. Danach reden sie ganz normal mit den Leuten. Die Wortbeiträge bleiben kurz, eingängig und nicht zu geschraubt.
Studierende und Schwerbehinderte können für 50 Euro ein Kombiticket für alle Veranstaltungen bekommen.
Ich war in vielen Jahren an einigen der großen Bach-Orte und mag die auch. Aber mir fällt kein zweiter ein, wo so vieles so unkompliziert zusammenkommt.
Dass so eine Bachwoche bei den heutigen Kulturhaushalten überhaupt noch existiert, ist übrigens nicht selbstverständlich. Ich komme nächstes Jahr wieder – und tue inzwischen das bisschen, was mir möglich ist.
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Im Eingangschor von BWV 127 legt Bach über den Hauptchoral noch andere Melodien: „Christe, du Lamm Gottes“ und wohl auch Anklänge an „O Haupt voll Blut und Wunden“. Mehrere Stimmen gleichzeitig – und keine drückt die andere weg. Die Tiefe entsteht genau durch dieses Übereinander.
Spannend ist, wie das geht: Nicht indem alle gleich laut dasselbe brüllen, sondern jede Stimme hat ihren eigenen Platz und lässt die anderen trotzdem durchhören. Vielleicht wäre das auch in anderen Bereichen mal eine brauchbare Sache.
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Bach richtet sich nicht nach meiner Stimmung.
Das klingt erst mal ein bisschen schroff – aber Bach ist kein Wohlfühlkomponist. Einer Kantate ist es egal, in welcher Verfassung ich morgens den ersten Takt höre. Sie spiegelt mich nicht, sie widerspricht mir.
Und genau darin liegt ihre Kraft: Sie bringt Struktur, wo innen vieles diffus ist – nicht, indem sie das Durcheinander wegschmeichelt, sondern indem sie etwas danebenstellt, das größer, klüger und stabiler ist als der Tag, an dem ich es höre.
Ob es nun ein Weinen in verzweifelter Lage ist, das quälende Bewusstwerden von Schuld, ein Dank, der nichts beschönigt und doch das Schwere leichter trägt, ein wiegender Sechsachteltakt, der den Tod nicht beschwört, sondern in den Schlaf trägt, bis Sterben sich fast wie Einschlafen anfühlt – oder ein Jauchzen, das den Atem nach oben reißt: immer ist es eine Ordnung, die Schmerz und Trost nicht trennt, sondern beides aushält, ohne ins rein Gefühlige abzurutschen.
So etwas passiert selten. Bei Bach regelmäßig. Und ja, das finde ich wunderbar. -
Kann nicht sagen, wie sehr es mich ergreift.
Ich kann Deine Begeisterung für die Bachtage in Göttingen und auch in Greifswald gut nachvollziehen.
Auch wenn die Aufnahmen nur einen kleinen Einblick in die Aufführungen der herrlichen Bachkantaten geben, spürt man die emotionale Tiefe von Bachs Musik und auch die akustische Atmosphäre der historischen Kirchenräume. Das macht Lust das auch mal life zu erleben.
Ich kann mich an die Göttinger Orgeltage erinnern, die es seit Ende der 60ger gibt, nachdem die große Ott Orgel in der St. Jakobi Kirche fertiggestellt war. Dort hatte ich in den 70gern das Glück mal ein unvergessliches Orgelkonzert mit Gaston Litaize zu erleben. Die Kirche war bis auf den letzten Platz voll besetzt und die Zuhörer wollten mit dem Applaus am Ende gar nicht aufhören. Zum Abschluss gab Litaize noch drei virtuose Improvisationen nach Zuruf von Kirchenliedern aus dem Publikum zum Besten, einfach unvergesslich. Schade, dass es zu der Zeit noch keine Smartphones gab.
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Danke, Sylvia.
Du hast diesen Hintergrund.
Wir tauschen ja auch ausführlichere Aufnahmen aus.
Schade, dass man die hier nicht reinstellen kann.
(10 MB 😥. Selbst mit einer schnöden SMS kann man 100 MB als mp4 übermitteln. Das hier ist inzwischen Frühe Steinzeit. Lieber eine potentere Forensoftware mitzahlen - so als Vorschlag an dich, Michael Mikelectric 🙋)
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- Official Post
Schade, dass man die hier nicht reinstellen kann.
(10 MB 😥. Selbst mit einer schnöden SMS kann man 100 MB als mp4 übermitteln. Das hier ist inzwischen Frühe Steinzeit. Lieber eine potentere Forensoftware mitzahlen - so als Vorschlag an dich, Michael Mikelectric 🙋)
Reinstellen und Übermitteln ist ja auch ein großer Unterschied.
Wenn hier was reingestellt wird, belegt es möglicherweise 30 Jahre lang Speicherplatz, auch wenn es längst keinen mehr interessiert. Abgesehen davon ist die WoltLab Forensoftware, auf der das hier läuft, mit Abstand die beste deutschsprachige Forensoftware. Ich könnte mit einem Mausklick auch 1000 MB erlauben statt nur 10 MB pro Upload. Aber wer zahlt mir dann den notwendigen Serverspeicher für die kommenden Jahre? Wenn bei 4000 Mitgliedern jeder nur einmal im Laufe der Jahre 1000 MB reinstellt, sind das immerhin schon 4000 GB an Daten.
Unser Server hat 160 GB Speicher und das kostet mich Monat für Monat 10 €. Eine Vergrößerung auf 720 GB würde monatlich schon 48 € kosten. Dazu kommen ja noch die Kosten der Updates der Forensoftware, der Domain und neuerdings auch noch laufende Kosten für die Server-Verwaltungssoftware PLESK. Das ganze ist überhaupt nur deshalb so günstig, weil ich den Server komplett selbst administrieren kann. Die meisten anderen Foren laufen ja durch einen Provider administriert und haben so viel weniger Möglichkeiten und sind wesentlich teurer. Da hört es oft schon auf, wenn die magische Grenze von 200 Benutzern erreicht wird.
Und wer kontrolliert, ob die hochgeladenen Sachen auch urheberrechtlich in Ordnung sind? -
Danke und sorry, Michael.
War mir so nicht bewusst.
Grüße