Preiswerter PC für virtuelle Orgeln

  • Wenn man nicht absolute Top-Leistung benötigt, sieht mein Rat derzeit wie folgt aus:


    PC auf Intel-Basis - sehr zuverlässig und Energiesparend, sehr gute Performance für virtuelle Orgeln:


    Gehäuse nach Geschmack
    - aber Netzteil von BeQuiet mit aktiver PFC, extrem Leise und sehr stromsparend!


    Mainboard mit Sockel 1155 von GigaByte oder ASUS (ca. 100€)
    - mit Grafik onboard reicht vollkommen für den Zweck und macht keinen Lärm, da Lüfterlos
    - mit 4 !! Speichersteckplätzen für DDR3


    CPU Intel Core i7 3770K (300€) oder alternativ Intel Core i5 3570K (200€, kaum langsamer bei HW4)
    - Ultraleiser CPU-Lüfter, z.B. SCYTHE BIG Shuriken (30€), je nach gewählter Gehäusebauform


    Speicher 2 x DDR3 1600 je 8GB = 16 GB (100€), bei Bedarf aufrüsten auf 32 GB.


    Der Einsatz von SSD für HW4 lohnt sich nur bedingt, wie ich festgestellt habe.
    Bei Verwendung mehrerer größerer Samplesets wie z.B. Rotterdam, Zwolle, PAB, Matyas braucht man bei deren Installation recht viel Platz, sodaß man mindestens eine 256GB SSD wählen sollte.
    Diese dann nur als Laufwerk für HW-Sample-Cache konfigurieren. Die Ladezeiten sind spürbar kürzer aber leider nicht so dramatisch wie man meinen könnte, da HW beim Laden eben parallel noch viel rechnen muß. Bei GrandOrgue kann das Verhältnis günstiger beim Laden ausfallen.


    Das Laden von Windows von der SSD machte bei mir auf mehreren Rechnern nur einen Unterschied von ca. 2 Sekunden aus. Das liegt daran, daß man beim HW/GO-PC sowieso nichts unnötiges mitlädt. Bei einem normalen Arbeits-PC bringt es dagegen deutlich mehr Gewinn.


    Außerdem kommt man um eine normale Festplatte kaum herum, da man ja doch zahlreiche Samplesets, Demo-Sets usw. installieren möchte und dann deutlich! mehr Platz braucht.
    Also eine 1-2 GB-Platte einbauen, z.B. Hitachi sind recht schnell und ruhig. Diese unbedingt in Schwingungsdämpfern montieren!! (viel leiser)


    Als Audio-Interface bietet sich das Delta 1010LT an, wenn man auch mit Mehrkanalabstrahlung arbeiten will, aber auch die Nutzung des Onboard-Sound kann ich hier guten Gewissens empfehlen!


    Eine CPU-Vergleichsliste: http://www.chip.de/bestenliste…oren--index/index/id/693/


    Die AMD Bulldozer CPU´s sind bei weitem doch nicht so schnell wie man vor deren Erscheinen gemeint hatte. Von den Eigenschaften her für HW4 mE auch nicht so interessant.



    Gruß Michael

  • Moin Moin !


    Wie würden diese Empfehlungen heute aussehen ?
    Die Empfehlung ist ja nun schon 2 Jahre alt 8-)



    DANKE :-organ:

  • Da hat sich seither kaum was geändert. Sogar die CPU-Preise sind weitgehend stabil geblieben. Beim Mainboard-Standard mit Sockel 1155 ist jetzt stattdessen der Sockel 1150 aktuell. Dementsprechend sind die Bezeichnungen für i5 und i7 CPUs auch etwas andere.


    Beim Audio-Interface ist zu überlegen ob man sich noch ein Delta 1010 zulegen möchte, da es in den aktuell größeren Sockel 2011 Mainboards meist nicht mehr verwendet werden kann. Ich würde auf den Onboard-Sound zurückgreifen und wenn unbedingt Geld dafür ausgegeben werden soll, dann ein externes kaufen. Bei Windows sind die Steinberg UR22 oder UR44 zu empfehlen und bei Linux ist es wichtig ein damit kompatibles Audio-Interface zu verwenden.
    RME ist sicher auch nicht schlecht aber eben sehr teuer, weil die meisten Funktionen die darin enthalten sind nicht gebraucht werden. HW/GO greift nur auf den D/A-Wandler der Karte zurück. Alle anderen teuren Bauteile der Karten sind dabei absolut unnütz. Es sei denn, man will darauf z.B. gleichzeitig auch ein kleines Tonstudio betreiben.


    Auf eine SSD würde ich heute nicht mehr verzichten wollen. Die aktuellen HW-Versionen laden jetzt auch deutlich schneller von einer SSD.

  • Das Problem bei der AMD "Bulldozer" Architektur ist, dass sie effektiv nur halb so viele CPU-Kerne haben wie angegeben. Also hat dieser Typ eigentlich keine 8 Kerne sondern nur 4 die für HW / GO wirklich von Nutzen sind.


    Die Leistung von HW / GO hängt ganz entscheidend von der "Floatingpoint-Unit" ab. Hier kann Intel eindeutig mehr glänzen und hat die schnellere Konstruktion. Mag sein, dass der besagte AMD diesen Nachteil zum Teil durch etwas höhere Taktfrequenzen wieder ausgleichen kann. Dadurch hat er aber einen deutlich höheren Strombedarf und muss intensiver ( und damit meist auch lauter ) gekühlt werden. Preislich spart man sich auch nichts, denn er liegt etwa zwischen einem i5 und einem i7 bei "vielleicht" vergleichbarer Leistung für HW / GO.


    Für andere Anwendungen kann er evtl. eher Vorteile gegenüber i5 / i7 ausspielen.