Kirchenorgelmanuale: Restaurierung, Kopplung?, Druckpunktsimulation, Midifizierung

  • Hallo Jürgen,


    du solltest abklären, ob deine Midi-Elektronik beide Varianten, "normally open", also Schließerfunktion wie ich sie genommen habe und "normally closed" , also Öffnerfunktion, wie du sie anpeilst, bedienen kann. Ich fände es lästig, wenn stattdessen dies in der Bedienung der Sample-Sets (weiß nicht, ob und wie komfortabel das bei GrandOrgue geht) eingestellt wird.


    Vom Stromverbrauch her ist es egal, die Hall-Schalter TLE4905 ziehen in jedem Fall Strom von 3-4mA. Achtung: bei 3 Manualen sind das auch schon immerhin ca. 0.5A, bei der Netzteildimensionierung beachten!


    Ich habe eine (mittlerweile wohl old-fashioned, aber sehr zuverlässige) Midi-Elektronik von W. Ramin (Wira) im Einsatz, die ist für beide Varianten geeignet. Herr Ramin riet mir dazu, bei Wahlfreiheit lieber Schließerfunktion zu nehmen. Grund: wenn irgendein Schalter zufällig geschlossen ist, würde man ansonsten einen Dauerton hören. Im anderen Fall würde "nur" diese Taste nicht gehen. Ich weiß nicht, ob dieses Problem relevant ist, kann ich mir auch nicht so recht vorstellen.


    Jedoch für den Fall, dass die Steuersoftware stattdessen die "Umpolung" machen muss, hieße das ja, dass zu Beginn Midi-Befehle für geschlossene Schalter für alle Tasten abgehen müssten. Bei so einem Schwall an Midi-Befehlen könnte ja auch was verschlabbert werden. In diesem Fall hättest du ebenfalls einen Dauerton. Es kann auch das sein, weshalb Herr Ramin Bedenken hatten. Gebe einfach nur weiter, was er mir zu diesem Thema sagte. Und das war der Grund, warum ich Schließerfunktion genommen habe.


    Ansonsten, rein mechanisch ist es sicherlich auch eine gut machbare Idee, einen kleinen Magneten incl. Justierschraube zu nehmen auf der Unterseite der Tasten

  • Hallo Dulzian,danke für die ausführliche Antwort.Ich habe die Hardware bei Hr.Goes (Gino-Midiinterface) bestellt..Dann werde ich die Fragestellung weiterreichen.Es ist ja noch nichts verbaut.Deine Version macht ja durchaus mehr Sinn.
    LG Jürgen

  • Seit September ist nun dieses Spieltischprojekt fertiggestellt und hat sich im täglichen Einsatz bewährt.
    Ich will der Vollständigkeit halber ein paar Bilder liefern, wie es sich jetzt darstellt:



    Der Spieltisch ist dermaßen schwer, das ich darauf verzichten konnte, ihn irgendwie unten anzuschrauben. Man kann dranstoßen wie man will, es handelt sich um einen "Immobilie".
    Der Vorteil ist, dass ich den Spieltisch sowohl in der Höhe ändern kann (dazu habe ich unter dem Spieltisch direkt unterhalb der Spieltischplatte die schwarz zu sehenden Klötze, die ich entweder hochkant oder quer drunter tun kann. Im Moment sind sie quer, für 76.5cm Normabstand zum Manual). Darüber hinaus kann ich den Spieltisch seitlich verschieben, um z.B. das mittlere C über dem Pedal-C zu haben oder die in meiner Region mehr übliche Variante, da mittlere Es über dem Pedal-Es zu haben. Ich kann auch den Spieltisch weiter vor oder zurück schieben:


    Dasselbe habe ich mit dem Notenpult gemacht, durch diese Konstruktion kann ich es seitlich oder nach vorn/hinten verschieben:


    Hier die Verdrahtung von der Rückseite, ich kann die Rückwand jetzt anschrauben, um das Elend nicht mehr zu sehen:


    Der Spieltisch selber (habe auf dem Foto leider keine Register eingeschaltet, sonst würde man die LEDs sehen der 64 verfügbaren Register/Koppeltaster oberhalb des 3. Manuals und links neben den Manuals). Die Registerbeschriftungen sind auf einem Magnetgummistreifen. Ich habe einen Streifen für mein Zöblitz- bzw. Großhartmannsdorf-Set (da beide Orgeln nahezu identische Register haben, reicht ein Streifen dafür) und eines für mein Trost-Sample-Set. Ich brauche dann nur den Streifen anzuklicken. Unterhalb der Manuale ist links der Hauptschalter- und PC-Ein/Aus-Taster, und die Sequenzertasten:


    Ich bin soweit sehr zufrieden mit dem Umbau, die Kirchenorgelmanuale bewähren sich im täglichen Einsatz.


    Die Frage ist, was würde ich anders machen, wenn ich nochmal loslegen würde?
    Vielleicht würde ich die vorhanden gewesenen 60-gr-Bleigewichte, die ich um weitere 50-80 gr Druckpunktsimulation erhöht hatte (bei den 3 Manualen unterschiedlich, Brustwerk am leichtesten gewichtet), gewichtsmäßig noch weiter ausbleien, vielleicht auf 80-90gr. Und dann entsprechend geringere Druckpunktkomponente (dies würde dann eher der BDO-Norm entsprechen). Jetzt habe ich ein ausgeprägtes Druckpunktgefühl, was man aber auch an einigen Orgeln so antrifft. Vielleicht ist das aber auch zum Üben gar nicht schlecht, so wie es jetzt ist.


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  • Gratuliere! Toll gemacht.
    So ein Projekt anzufangen ist eins. Es dann auch fertig zu stellen... :/
    Es kostet wirklich wahnsinnig viel Zeit. Ich bin leider noch (immer) nicht fertig.


    Viel spass beim spielen wünscht
    Erik

  • Gestern habe ich endlich meine Probleme mit Aufnehmen unter Hauptwerk in den Griff bekommen und ein paar Videos gemacht. Es handelt sich um Stücke, die ich letzte Woche zum Buß- und Bettag in der St. Simeoniskirche in Minden bei einer Orgelvesper gespielt habe.
    Ich hatte für diese Orgelvesper bewusst die 6. Sonate von Mendelssohn ausgewählt (auch "Vater unser-Sonate" genannt) weil die Melodie nicht nur auf "Vater unser im Himmelreich" passt, sondern auch auf "Nimm von uns Herr, du treuer Gott", was ein Buß-und Bettaglied ist und was vor der Sonate mit der Gemeinde gesungen wurde.


    Silbermannorgel-Sample-Set Zöblitz:


    Bach Präludium f dorisch BWV 534:


    Bach Fuge f dorisch BWV 534:


    Trostorgel Sample-Set Waltershausen:


    Hierzu habe ich die Erlaubnis von Prof. Maier von OrganArt Media eingeholt, weil sich die Lizenzbestimmungen für mich so lesen, als das man nicht einen öffentlichen Link platzieren darf. Prof. Maier hat mit einer netten Mail geantwortet und die Erlaubnis erteilt.


    Mendelssohn Orgelsonate op. 65/6:


    Über gern auch kritische Kommentare (will mich ja weiterentwickeln) würde ich mich freuen. Die Verspieler vor allem bei Bach, aber auch Mendelssohn kenne ich allerdings schon selber... :-pipe:


    Gruß
    Olaf

  • Herzlichen Dank, Wolfram!


    Hatte zum Glück die Registrierungen noch nicht im Sequenzer gelöscht gehabt (der hat nur 24 Speicherplätze, das reicht nicht weit, aber für Bach/Mendelssohn ausreichend).
    Bei den Registrierungen für Mendelssohn hat unser ehemaliger Kantor mitgewirkt, weil er mal zu Besuch war und bei der Gelegenheit auf meiner Hauptwerkorgel gespielt hat. Seine Registrieränderungsvorschläge hatte ich gleich eingespeichert. Er hatte selber auf der Trost-Orgel Waltershausen schon mal konzertiert, und war auch von dem Sample-Set begeistert.


    Hier also die Registrierungen:


    Zöblitz Premiumversion:
    Präludium f-dorisch BWV534
    HW: Princ8, Rohrfl8, Quintad8, Octav4, Octav2, Mixt, Cornett, OW/HW
    OW: Ged8, Rohrfl4, Octav2, Sufflet, Cimbel
    P: Sub16, Octavb8, Posaun16, HW/P, OW/P


    Fuge f-dorisch BWV534
    HW: Princ8, Rohrfl8, Quintad8, Octav4, Quint3
    OW: Ged8, Rohrfl4
    P: Sub16, Octavb8, HW/P, OW/P


    Trost Waltershausen:
    Mendelssohn Orgelsonate 65/6:
    Choral (Hände HW, und OW vorbereitet für 1. Variation):
    HW: ViolGamb8, Quintad8, Octav4, BW/HW
    BW: Flötdouce4
    OW: Flötdupl8, Spitzfl4
    P: Subb16, Violonb16, Gambenb8, HW/P


    1. Variation (Hände OW und BW, c.f. BW, HW belassen wegen Übergang Choral->1. Variation):
    HW: ViolGamb8, Quintad8, Octav4
    BW: Ged8, Nachth8, Gemsh4
    OW: Flötdupl8, Spitzfl4
    P: Gambenb8, Portunb8


    2. Variation (Hände HW, OW belassen wegen Übergang 1.Var->2.Var):
    HW: Princ8, Salic4
    BW: Princ4
    OW: Flötdupl8, Spitzfl4
    P: Großprinc16, Octavb8, Superoct4, BW/P


    3. Variation (Hände HW und BW, c.f. HW):
    HW: Gemsh8, ViolGamb8, Portun8, Quintad8, Undamar8
    BW: Ged8, Nachth8
    OW: -/-
    P: Subb16, Violonb16, Octavb8


    4. Variation (Hände HW):
    HW: Princ8, Gemsh8, ViolGamb8, Portun8, Quintad8, Undamar8, Octav4, SuperOct2, Sesqu, Mixt, Tromp8, BW/HW
    BW: Ged8, Princ4, Octav2, Sesqu, Mixt
    OW: -/-
    P: Großprinc16, Subb16, Violonb16, Quintb16, Octavb8, Celind-Quint6, SuperOct4, Mixt, Posaun16, Tromp8


    Choralschluss (Hände HW):
    HW: +OW/HW
    BW: -Sesqu
    OW: -/-
    P: +Posaun32, +HW/P, +BW/P


    Fuge (Hände HW):
    HW: Princ8, Undamar8, Octav4, SuperOct2, BW/HW
    BW: Princ4
    OW: Waldfl2, Geigenprinc4
    P: Großprinc16, Violonb16, Octavb8, Gambenb8, SuperOct4, OW/P


    Andante (Hände HW):
    HW: ViolGamb8, Rohrfl4, BW/HW
    BW: Nachth8, Flötdouc4
    OW: -/-
    P: Subb16, Quintb16, Gambenb8, Rohrfl4

  • Hallo Olaf,


    ich gratuliere Dir natürlich auch zum sehr gelungenen Spieltischbau. Deine Klaviaturen sind einzigartig und laufen absolut außer Konkurrenz.


    Riesig gefreut habe ich mich über die sehr schönen Einspielungen von Dir. Naja - große Ratschläge zum Spiel kann ich Dir leider nicht geben - ich glaube Du kannst das eh besser als ich. Die kleinen Patzer die Du selbst gemerkt hast sind eigentlich kaum störend. Dem normalen Publikum wird es wohl eher nicht auffallen. Für einen Nicht-Profi finde ich das ausgezeichnet.


    Würde mich freuen, wenn ab und zu noch mehr von Dir zu sehen und zu hören ist.


    Gruß Michael

  • Vielen Dank, Michael, für die nette Rückmeldung!
    Mit der Bach P&F-Aufnahme bin ich selber nicht so zufrieden (zu hektisch usw.), vielleicht lösche ich wieder diese Bach-Videos. Was Fehler und Patzer angeht (jedenfalls solche, die nicht immer an den selben Stellen sind, sondern eher zufällig), ist es bei mir eine Frage der Wahrscheinlichkeit... rein statistische Angelegenheit, je nach Stücklänge kommen sie eben. Und bei Aufregung, wenn ich vor Leuten spiele, wird es meist schlechter. :-8


    Aber nun zum Spieltisch:
    Leider hat sich peut a peut die Kalibrierung der Druckpunktstärke der Magnetdruckpunktsimulation geändert, und zwar ist der Druckpunkt (ziemlich gleichmäßig über alle Tasten aller Manuale) immer stärker geworden, und zwar sehr drastisch. Waren zu Beginn die Verhältnisse des 1. Manuals so: Haltekraft 65g, Niederdruckkraft 130g (also Magnetdruckpunktkomponente auch 65g), hat sich die Niederdruckkraft immer weiter erhöht bis auf ca. 180-190g.
    Es hat sich herausgestellt, dass es daran liegt, dass sich die Tasten starker in das Filz gedrückt haben in der Auflagefläche. Dadurch ist der Abstand zwischen Magnet und Justierschraube kleiner geworden. Und da sich die Druckpunktstärke bereits bei 0.1mm Unterschied ziemlich ändert, hatte das diese dramatische Folgen.


    Kurzentschlossen habe ich daher die letzten Tage den kompletten Spieltisch nochmal zerlegt, und dies zum Anlass genommen, die Kräfteverhältnisse enger an die BDO-Norm anzugleichen.


    Die BDO-Norm sieht vor:
    Haltekraft: 80 - 150g
    Niederdruckkraft: 120 - 200g
    Daraus schließe ich, dass die Druckpunktkomponente zwischen 40-50g liegen sollte.


    Die Kirchenmanuale hatten Bleigewichte von Haus aus, die eine Haltekraft zwischen 65g (1. Manual) und 55g (2.+3.Manual) bewirkten, also weniger als die Norm, was ich durch stärkere Druckpunktkomponente ausgleichen wollte. Das Ergebnis war aber nicht nur ein sehr stark ausgeprägtes Druckpunktgefühl, sondern auch eine sehr starke Abhängigkeit von Änderungen durch Eindrücken in Filz etc.


    Daher habe ich bei Laukhuff zusätzliche Bleigewichte geordert (50g pro Taste). Beim 1. Manual habe ich das vor die vorhandenen Bleigewichte geschraubt:


    Damit hat sich die Haltekraft von 65g auf 90g erhöht für das 1. Manual.
    Die Niederdruckkraft habe ich auf 140g eingestellt (also Druckpunktkomponente 50g). Wenn ich die Taste ein paar mal kräftig in die Filze drücke und dann nachmesse, habe ich keine Änderung mehr festgestellt. Von daher hoffe ich, dass es sich nunmehr nur noch geringfügig über die Zeit ändern wird.


    Für das 2. und 3. Manual habe ich die Bleigewichte geteilt. Für das 3. Manual nur noch eine Niederdruckkraft von 110g eingestellt (Haltekraft nunmehr 70g statt vorher 55g), weil ich festgestellt habe, dass die Orgeln, wo ich sonst dran bin, auf dem Oberwerk allesamt ziemlich leichtgängig sind.


    Jetzt ist wieder alles zusammengeschraubt und ich finde das Ergebnis viel ausgewogenenr. Es spielt sich wirklich klasse darauf, finde ich - dank der zusätzlichen Bleigewichte.


    Was das 2. Manual angeht, ist noch eine Besonderheit dran, die ich aus bestimmten Gründen erst später mitteilen kann, wovon ich aber ausgehe, dass es Interesse finden wird.


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  • Da ja nächstes Jahr wohl allerorten Reger angesagt ist (1916 gestorben), wollte ich als Einstieg schon mal meinen Spieltisch entsprechend vorbereiten mit den romantischen Spielhilfen Walze und Schweller.


    Die Walze und 2 Schweller habe ich bezogen von OrganParts .
    Ich bin wirklich voll des Lobes - sehr solide, wohl Eichenholz. Selbst die Ausfräsungen für die Schieberegler an den Schwellpedalen - sehr liebevoll gemacht. Und dazu noch ziemlich preiswert. Obwohl der Kram aus Ungarn kommt, innerhalb weniger Tage eingetroffen. Ich habe Schwellerpedale gesehen von deutllich schlechterer Qualität und dazu noch teurer. Man kann sehr schön sowohl bei der Walze als auch bei den Schwellern den Widerstand einstellen und leicht später nachjustieren, falls es sich bei häufigem Gebrauch ausleiern sollte.


    Hier ein paar Bilder, wie es jetzt aussieht.


    Die Position der Walze und der Schwellerpedale habe ich streng nach BDO-Norm gemacht (so gut man eben aus den Zeichnungen alle Maße abnehmen kann):






    So, nun kann mein erstes romantisches Sample-Set kommen. Es wird vermutlich OAM - Sauer/Dortmund werden (obwohl es nur ein Schwellerpedal unterstützt). Grund: die Demoeinspielungen, insbesondere auch die beiden verlinkten Videos von Sebastian Küchler-Blessing mit Reger, überzeugen mich. Weiterhin zieht es mich mehr zu nicht so riesigen Samplesets und vor allem nicht zu riesigen Kirchen mit entsprechendem Hall. Weil mein Spieltisch als Übeorgel genutzt wird für den Einsatz in Kirchen, und das sind eben in meinem Fall keine riesigen Domkirchen.


    Was mir noch fehlt, ist eine Anzeige für die Walzenposition, wie sie wahrscheinlich jede Orgel mit Walze hat.
    Werde mir wohl eine LCD-Anzeige zulegen, die kann ja wunderbar von Hauptwerk angesteuert werden bzgl. Walzen- und/oder Schwellerposition. Ich kriege nur langsam Probleme, die noch irgendwo am Spieltisch unterzubringen. Wahrscheinlich bleibt mir nix weiter übrig, als an der Oberkante des Notenpults ein oder zwei LCD-Anzeigen mit je 2x16 Zeichen anzubringen, sonst kein Platz mehr da...


    Gruß
    Olaf


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  • Toll geworden Olaf, so hätte ich das auch gerne. Was muss ich dafür alles bei OrganParts bestellen, bzw. was noch anderweitig besorgen?
    Hattest Du hier nicht irgendwo zuerst davon geschrieben, dass Du die Walze mit der Achse für ein Pedal bestellt hast? Ich denke auch, zwei Schwellpedale können bestimmt nicht schaden.


    Die Anzeige der Position der Creszendowalze kann doch grundsätzlich auf dem Bildschirm erfolgen?! Das Doesburg-Set hat eine "Uhr" die sich mit der Walzenstellung mit bewegt. Ist da beim Sauer-Set nichts enthalten?


    Was das Foto betrifft, so glaube ich, dass es in irgendeiner Richtung eine zu hohe Auflösung hat. Die Seitensoftware schrumpft eigentlich selbständig größere Bilder auf max. 600 x 600 Pixel zusammen. Kann aber sein, dass da beim Hochkantformat je nach Auflösung ein Bug drin ist.

  • Quote

    Original geschrieben von Mikelectric Was muss ich dafür alles bei OrganParts bestellen, bzw. was noch anderweitig besorgen?
    Hattest Du hier nicht irgendwo zuerst davon geschrieben, dass Du die Walze mit der Achse für ein Pedal bestellt hast? Ich denke auch, zwei Schwellpedale können bestimmt nicht schaden.


    Ja, ich hatte zuerst ein Schwellpedal bestellt, weil ich dachte, das reicht für meine Ausflüge in romantische Gefielde und dafür wollte ich lediglich ein größeres Loch in die bestehende alte Knieplatte des Orgeltisches sägen.
    Aber die Qualität des Pedals hat mir so gut gefallen, dass ich dann den Entschluss gefasst habe, gleich das Komplettprogramm zu machen, und doch noch ein weiteres Schwellpedal und passende Walze zu bestellen, und einen neuen ordentlichen Orgeltischunterbau zu.
    Man braucht von OrganParts:
    Schwelltritt für elektrische Steuerung - der Schieberegler (10k linear) ist bereits enthalten
    Walze (in meinem Fall mit Achse für 2 Schwelltritte daneben)
    Dann noch die Aufnahmehalterung für das Walzenpoti:
    Aufnahmehalterung für Walzenpoti


    Das Walzenpoti ist nicht mit enthalten. Zu beachten ist bei der Walze, das sie voreingestellt ist für einen fast vollständigen Vollkreis, so ca. 340 Grad oder so. Alle gängigen Potis (wenn es nicht gerade Mehrgangpotis sind, die m.E. nicht gut geeignet sind, weil die A/D-Auflösung drunter leidet) haben aber entweder nur 280 Grad oder 300 Grad. Ich habe mich für ein staubdichtes Poti mit 300 Grad entschieden. Es ist eigentlich ein High-End-Audio-Tandempoti- wehr weiß, wozu das gut ist; falls ein Kanal kaputt gehen sollte, könnte man den 2. nehmen. Ich habe folgendes Poti genommen:
    Reichelt - 10klin High End Poti


    Nun muß man noch den Anschlag der Walze ändern, damit es weniger als 300 Grad drehen kann. Ich gehe davon aus, dass das Poti ansonsten sofort kaputt geht, wenn man die Walze mit Schwung an einen Anschlag dreht. Dazu habe ich in die Walze ein Holzstückchen eingesetzt, was den Drehbereich entsprechend eingrenzt. Auf dem Walzenbild sieht man den Holzdübel in der Anschlagsnut und den Anschlag.


    Bzgl. Anzeige habe ich eben von Anfang an die Philosophie gehabt, dass ich alles an der Orgel einstellen kann und keine Touchscreens habe. Das fängt an vom Einschalter über PC-Ein/Austaster bis zu allen anderen Bedienelementen, Registern, Setzer, Hilfstaster (z.B. um andere Samplesets zu laden, oder um 1. und 2. Manual zu wechseln (Floating Divisions), um mich besser darauf vorbereiten zu können, wenn ich an einer Orgel mit Rückpositiv spiele, wo das HW das 2.Manual ist usw).
    Von daher ist es aus meiner Sicht nur konsequent, eben zum Schluss auch noch eine LCD anzubringen für die Walzenposition, statt extra dafür einen Bildschirm neben die Orgel stellen zu müssen (Bildschirm der Marke Uralt und Maus und Tastatur habe ich seitlich zu stehen, damit es nicht stört, brauche ich für mein normales Spiel nie!).


    Daher habe ich gerade eine LCD-Anzeige, per Midi steuerbar (2x16 Zeichen) bestellt:
    LCD-Anzeige Midi


    Ich werde wohl an meinem Notenpult, wo unten ein Holzrand ist, diesen in der Mitte ausfräsen und die LCD-Anzeige reinsetzen. Vielleicht lasse ich beim Hochlaufen des Samplesets den Ladezustand anzeigen, und/oder beim Spiel ohne Walze den Namen des Sample-Sets. Und beim Spiel mit Walze eben die Walzenebene und Setterposition, und evtl. als Prozentanzeige, mal sehen. Bei Hauptwerk kann man da eine ganze Menge einstellen, was man anzeigen lassen möchte.

  • Hallo Olaf.


    Eine hübsche Idee mit den Schwellern.
    Kannst du den zweiten Kanal des Potis nicht per Fremdspannung mit einem Schleppzeigerinstrument verbinden?


    Gruß
    Martin

  • Quote

    Original geschrieben von Offenbass 32'
    Kannst du den zweiten Kanal des Potis nicht per Fremdspannung mit einem Schleppzeigerinstrument verbinden?


    Ja, genau daran hatte ich auch schon gedacht, hatte daher auch schon den 2. Kanal mit verkabelt. Auf der anderen Seite fand ich die Idee mit einer MIDI-LCD auch nicht schlecht, da für verschiedene Zwecke einsetzbar. In der Marienkirche in Minden (3-manualige rel. neue Orgel mit Walze/2 Schwellpedalen) ist es auch so gemacht, dass in der Mitte unterhalb des Notenpults eine LDC-Anzeige ist für die Walzenposition.


    Wahrscheinlich hätte ich, falls ich nicht die MIDI-LCD-Anzeige gesehen hätte, den 2. Kanal des Potis an einen kleine uController angeschlossen, und daran eine LCD (sowas ist mein Metier, und habe auch Bauelemente und Tools für sowas da). Aber MIDI-LCD ist natürlich viel flexibler. War auch schon fast dran, mehrere MIDI-LCDs zu spendieren. Aber da fiel mir nicht ein, was man sonst noch darstellen kann. Also nur eine LCD; in Hauptwerk lassen sich ja beide Zeilen getrennt ansteuern für verschiedene Dinge, die man anzeigen möchte. Dazu kommt übrigens noch eine 3-Farben-LED, die also in Kombination 8 verschiedene Farben annehmen kann, um irgendwelche Zustandsmeldungen anzuzeigen, was auch von Hauptwerk unterstützt wird. Da weiß ich auch noch, was man da Sinnvolles anzeigen kann.

  • Hallo Olaf,


    besten Dank für Deine Erläuterungen. Falls ich mal einen Ausflug Richtung Walze und Pedale unternehme, werde ich Deine Lösung zum Vorbild nehmen (wie auch schon bei der Hallschiene :-) )


    LG, Ulrich

  • Danke, Olaf für Deine Ausführungen!


    Was ich jetzt bei genauerer Betrachtung nicht ganz so toll finde, ist die konstruktionsbedingte Art der Montage dieser Schwellpedale. Sie werden ja quasi nur vorne am Vorsatzbrett angeschraubt und hängen dann nach unten hin durch mit der Mechanik. Sehe ich das auf den Fotos richtig?
    Bei mir ist das Vorsatzbrett aber gleichzeitig auch der Boden des Spieltischs und damit bis ganz hinten durchgezogen. Ich hatte jetzt nicht vor da ein größeres Loch rein zu sägen. Unter Umständen will ich auch noch die Pedalklaviatur bei Nichtgebrauch unter dem Spieltischgehäuse einschieben können um Platz im Raum zu sparen. Mir scheint das wäre dann nicht mehr möglich? Kann das zutreffen?


    Auch eine Ausfräsung im Vorsatzbrett für das untere Ende der Schwellpedale ist doch üblicherweise gar nicht notwendig? oder?

  • Quote

    Original geschrieben von Mikelectric
    Was ich jetzt bei genauerer Betrachtung nicht ganz so toll finde, ist die konstruktionsbedingte Art der Montage dieser Schwellpedale. Sie werden ja quasi nur vorne am Vorsatzbrett angeschraubt und hängen dann nach unten hin durch mit der Mechanik. Sehe ich das auf den Fotos richtig?


    Es ist ein sehr massiver Eisenwinkel, der sowohl von oben als auch von der Seite mit mehreren Schrauben (insgesamt 10 Schraublöcher!) an das Vorsatzbrett geschraubt wird. Das Schwellpedal ist da bombenfest befestigt - vorausgesetzt, das Vorsatzbrett ist stabil genug. Da "hängt nix durch" im Sinne, dass da irgendwas wackeln sollte. Ich habe 28mm Holzdicke genommen für das Vorsatzbrett, erscheint mir mehr als ausreichend.


    Quote

    Original geschrieben von Mikelectric
    Bei mir ist das Vorsatzbrett aber gleichzeitig auch der Boden des Spieltischs und damit bis ganz hinten durchgezogen. Ich hatte jetzt nicht vor da ein größeres Loch rein zu sägen. Unter Umständen will ich auch noch die Pedalklaviatur bei Nichtgebrauch unter dem Spieltischgehäuse einschieben können um Platz im Raum zu sparen. Mir scheint das wäre dann nicht mehr möglich? Kann das zutreffen?


    Der Winkel geht soweit herunter, dass man geradeso die Pedalklaviatur einschieben könnte. Aber ich befürchte, wenn über der Pedalklaviatur noch ein Spalt ist und dann noch die Holzdicke des nach hinten durchgezogenen Brettes bei dir dazukommt, ist das Eisenteil zu lang. Bei mir ragt es nach unten hin auch drüber (aber immer noch geradeso über Oberkante Pedalklaviatur). Also entweder etwas abflexen oder doch ein kleines Loch in dein horizontales Brett fräsen. Aber ich denke, die Pedalklaviatur sollte dann schon reingeschoben werden können. Bei mir würde es zumindest gerade so gehen, unter dem Eisenwinkel und dem hinteren Teil des Schwellpedals (dieses hintere Teil müsste bei dir auch kontrolliert werden, ob es unten über deinem Brett liegt.


    Sowohl die Walze als auch die Schwellpedale sind von den Abmaßen und Befestigungen so gemacht, dass sie m.E. genau der BDO-Norm entsprechen als auch an Spieltischen nach BDO-Norm ohne Pfriemelei genau passen (also der Winkel des Schwellpedals z.B. genau an der Stelle, dass er von hinten an die Oberkante des Ausschnitts im Vorsatzbrett angeschraubt werden kann (von deiner Besonderheit des durchgezogenen Brettes abgesehen).


    Quote

    Original geschrieben von Mikelectric
    Auch eine Ausfräsung im Vorsatzbrett für das untere Ende der Schwellpedale ist doch üblicherweise gar nicht notwendig? oder?


    Diese Ausfräsung ist bei der BDO-Norm 2000 so vorgesehen (siehe Zeichnungen dort S. 27 und 33), und Spieltische, die sich genau danach richten, haben das auch. Der Vorteil ist, dass die Schweller damit maximal niedrig angebracht sind, das ist ergononisch gerade für große Leute wie du und ich gut (sonst Knieprobleme oben....).
    Sehen kann man es z.B. beim Spieltisch von Jörg Glebe , der garantiert nach BDO-Norm gearbeitet wurde.



    LG Olaf

  • Quote

    Original geschrieben von Dulzian



    Es ist ein sehr massiver Eisenwinkel, der sowohl von oben als auch von der Seite mit mehreren Schrauben (insgesamt 10 Schraublöcher!) an das Vorsatzbrett geschraubt wird. Das Schwellpedal ist da bombenfest befestigt - vorausgesetzt, das Vorsatzbrett ist stabil genug. Da "hängt nix durch" im Sinne, dass da irgendwas wackeln sollte. Ich habe 28mm Holzdicke genommen für das Vorsatzbrett, erscheint mir mehr als ausreichend.

    Mit Durchhängen meinte ich nicht, dass sich da evtl. was verbiegen würde, sondern es sieht auf dem Foto so aus, als ob die "Holzgestänge" an denen vermutlich die Linearpotis befestigt sind, doch deutlich nach unten heraus ragen. Also nochmal deutlich tiefer als die Eisenwinkel mit denen die Schwellpedale festgeschraubt werden. Umso mehr, je weiter das Pedal getreten wird. Behindern diese also nicht das Einschieben der Pedalklaviatur? Ist das dann evtl. nur eine optische Täuschung durch die Fotoperspektive?

  • Nein, auch bei durchgedrücktem Schwellpedal ist das Holzteil noch überhalb der Ebene der Pedalklaviatur, wenn auch sehr knapp. Es bleibt in etwa auf der Ebene, bis wohin die Eisenwinkel nach unten gehen.


    Wenn du allerdings ein horizontales Brett hast, was ja über der Pedalklaviatur sein muss (sonst könntest du ja das Pedal schon wegen des Brettes nicht reinschieben bei Bedarf), und dann noch einen Luftspalt zwischen Pedalklaviatur und Brett, dann wirst du wahrscheinlich schon Probleme bekommen wegen des Brettes.
    Vielleicht musst du in deinem Fall in das horizontale Brett eben für das Holzteil ein Rundloch reinschneiden, ebenso für den Eisenwinkel.


    Deine Pedalklaviatur solltest du aber trotzdem einschieben können.


    Aber wenn du sowieso nicht dein Stirnbrett ausfräsen möchtest (so hatte ich dich verstanden), kämen ja die Schwellerpedale bei dir entsprechend höher und die Situation würde sich etwas entspannen.


    Hängt natürlich auch davon ab, wie hoch deine Pedalklaviatur ist und auf welcher Höhe das horizontale Fussbrett ist, wo man mit dem Fuß sich draufstellen kann, und wo bei mir die Schwellerpedale eingfräst sind. Die unbemaßten Dinge dafür habe ich so gut es geht aus den BDO-Normzeichnungen entnommen, können aber auch etwas differieren.