Kirchenorgelmanuale: Restaurierung, Kopplung?, Druckpunktsimulation, Midifizierung

  • Ich muss meine letzte Nachricht korrigieren!


    Habe gerade zu Hause nochmal nachgeschaut. Wenn das Schwellpedal durchgetreten wird, kann man doch nicht die Pedalklaviatur drunterschieben! Hatte das anders in Erinnerung, aber jetzt zu Hause nochmal überprüft.
    Es ist keine Frage von Millimetern, sondern einige Zentimeter.


    Sorry für die Fehlinformation!


    Ich kann nur vermuten, dass eben bei einer richtigen Orgel da nur die Abstrakten darunter sind, wozu noch Platz genug da ist. Und bei mir ist zwar auch ein Horizontalbrett dran, das liegt aber etwas tiefer als die Pedalklaviatur.

  • Vielen Dank für die Infos !
    Dann muss ich wohl doch nochmal überlegen was ich mache. Vom Preis her fände ich das gegenüber anderen Anbietern ja noch sehr im Rahmen. Und es sieht auf jeden Fall auch hochwertig aus. Das liebste wäre mir halt gewesen, ich könnte die Schweller und die Walze einfach auf mein ebenes, durchgehendes Vorsatzbrett schrauben und fertig. Sowohl bei meiner Eminent, als auch bei meiner Walcker PO sind übrigens die Bretter ebenfalls durchgehend über dem Pedal bis zur Spieltischrückwand durchgezogen. Beim Walcker-Spieltisch ist auch im Bereich des Schwellpedal am Vorsatzbrett nichts eingefräst, sondern nur das Pedal abgeschrägt. Allerdings war 1936 die BDO-Norm vielleicht noch anders. Es sitzt also trotzdem sehr niedrig und lässt sich mit meinen langen Beinen auch gut bedienen.
    Vielleicht baue ich das doch einfach in der Art für meinen virtuellen Spieltisch nach. Dabei handelt es sich beim Schwellpedal auch nur um ein ebenes Brett. Ich frage mich auch, wozu die Wölbung zur Fußspitze hin eigentlich nütze ist? Man sieht das ja öfter, aber meine Füße und meine Schuhe haben doch eigentlich keine solche Biegung zu den Zehen hin :/

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    Original geschrieben von Mikelectric
    Vom Preis her fände ich das gegenüber anderen Anbietern ja noch sehr im Rahmen. Und es sieht auf jeden Fall auch hochwertig aus.


    Also wenn ich nur mal mir das Angebot von e-Pausch bzgl. Walze und Schweller ansehe, um mal einen Vergleich zu haben (jeweils auf der Seite auf Walze bzw. Schweller klicken), stellt sich folgendes Bild dar:
    1) Die Walze ist ganz offenbar vom selben Hersteller wie die von mir verwendete von OrganParts . Nur mit dem Unterschied, dass diese Walze dort ca. 90€ kostet, während man bei e-Pausch dafür 160€ hinblättern muss (jeweils incl. MwSt. - unklar bleibt, ob die Walze für einen Schweller oder 2 Schweller bei e-Pausch gedacht ist, das spielt aber keine Rolle für die Größenordnung des Preisunterschieds...)
    2) Der Schweller von e-Pausch kostet 150€ ohne jegliche Mechanik für die Anbindung an das Poti. Es handelt sich ganz offenkundig um den Schwelltritt in Standardausführung wie von Organparts, der dort 80€ incl. MwSt kostet.
    Nur, das reicht nicht - wir brauchen ja die Potianbindung. Die ist sehr filigran und aufwändig gestaltet ist bei OrganParts - man sehe sich nur die liebevollen Stopper in beiden Richtungen an!). Und trotzdem will e-Pausch für dieses halbfertige Produkt 150€ haben, was bei OrganParts komplett (was viel Arbeitsaufwand ist!) 140€ kostet (ebenfalls jeweils incl. MwSt).


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    Original geschrieben von Mikelectric
    Das liebste wäre mir halt gewesen, ich könnte die Schweller und die Walze einfach auf mein ebenes, durchgehendes Vorsatzbrett schrauben und fertig.


    Hast du denn kein Vosrprung an deinem Vorsatzbrett, wo man den Fuß draufstellen kann? Oder geht hinter diesem Vorsprung dein Vorsatzbrett direkt durch, sodass hinter dem Vorsprung ein Hohlraum ist?


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    Original geschrieben von MikelectricAllerdings war 1936 die BDO-Norm vielleicht noch anders.


    Garantierit ist die Norm anders. Bereits die Norm von 1972 unterscheidet sich in einigen Punkten bei den Spieltischmaßen von der derzeit gültigen BDO-Norm von 2000.


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    Original geschrieben von Mikelectric
    Vielleicht baue ich das doch einfach in der Art für meinen virtuellen Spieltisch nach. Dabei handelt es sich beim Schwellpedal auch nur um ein ebenes Brett. Ich frage mich auch, wozu die Wölbung zur Fußspitze hin eigentlich nütze ist? Man sieht das ja öfter, aber meine Füße und meine Schuhe haben doch eigentlich keine solche Biegung zu den Zehen hin :/


    Diese Wölbung ist in der BDO-Norm genauso so vorgesehen. Ich gehe schon davon aus, dass dies ergonomische Gründe hat: sowohl wenn man etwas durchtritt als auch vor allem, wenn man mit der Ferse drückt, sind die Zehen dabei nicht gern gestreckt. Probier doch mal, das Bein beim Sitzen nach vorne zu bewegen und dann mit dem Ballen den Fuß noch weiter nach vorne zu drücken bzw. vor allem, mit der Ferse nach hinten/unten zu drücken. Ich denke schon, man möchte dabei die Zehen nicht gestreckt lassen. Ich zumindest finde es so komfortabler, und ohne Grund wird man sich diese Normänderung wohl schon nicht ausgedacht haben.


    Aber wenn du sowieso keine Normanbindung anstrebst, kannst du das doch alles so platzieren, wie es für deinen Spieltisch gerade passt.


    Norm hin oder her: für mich selber ist eigentlich nicht so sehr die BDO-Norm entscheidend, sondern die Situation der realen Orgeln, an denen ich bin. Wenn ich da nur Schweller vorfinden würde an anderer Position und/oder nur gerade Bretter, würde ich da auch wohl lieber was Gerades anstreben für meine Übeorgel. Die Orgeln in meinem Einzugsgebiet sind aber doch mehr oder weniger BDO-Norm angenähert, auch die wenigen Orgeln im Mindener Bereich, die mit Walze/Schweller ausgerüstet sind.

  • Falls jemand vorhat, die Schwellerpedale von OrganParts.info in seine Orgel einzubauen, kann ich vielleicht mit einer Maßzeichnung beitragen, da wie gesagt etwas aus dem Vorsatzbrett gesägt/gefräst werden muss.
    Ich hoffe, jeder kommt damit klar (warum die Grafik hier so verschwommen aussieht, weiss ich nicht, bitte draufklicken um sie scharf sehen zu können):

    Der schraffierte Bereich muss ausgeschnitten werden. Davor wird eine stabile Halteleiste hochkant montiert (am besten von unten angeschraubt). Bei mir ist das Vorsatzbrett 22mm und da wackelt absolut nix! Wenn es jedoch vielleicht 12 oder 15mm dick ist, könnte man die Halteleiste rechts und links zusätzlich stützen (gestrichelt gezeichnet).
    Die untere Kante ist die Vorderkante des Vorsatzbrettes.

  • So ganz verstehe ich nicht, was mit der 40 bzw. 80mm breiten schraffierten Fläche gemeint ist.


    Ich habe mal von meinem Spieltisch noch ein Foto gemacht, wo man neben der Ausfräsung für die Schwellerpedale auch noch die nötige Ausfräsung für die Walze sieht:



    Und noch eine Handskizze mit allen nötigen Maßen, wie es bei meinem Spieltisch realisiert ist (nicht maßstabsgetreu, und für was anderes als Handskizze habe ich auch keinen Bock):



    LG Olaf


    PS: bei mir erscheint die Handskizze nur richtig herum, wenn ich auf das Bild klicke.??


    Moderator-Edit: Bilder-Links von Dropbox auf anderen Server geändert

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    Original geschrieben von Dulzian


    Garantierit ist die Norm anders. Bereits die Norm von 1972 unterscheidet sich in einigen Punkten bei den Spieltischmaßen von der derzeit gültigen BDO-Norm von 2000.

    Genau. Ich habe beide Normen vorliegen. Die von 1972 und die aktuelle von 2000. Allerdings frage ich mich, ob es nicht sinnvoller wäre, mich eher an der Norm von 1972 zu orientieren. Die weitaus größte Zahl der Orgeln mit denen ich zu tun haben könnte, wurden lange vor 2000 gebaut - eher sogar noch vor 1972 - und ich rechne kaum damit, dass diese innerhalb der nächsten 20 Jahre gegen Orgeln mit aktuellen BDO-Abmessungen ausgetauscht werden. Abgesehen von den Orgeln außerhalb Deutschlands, die naturgemäß wohl überhaupt nicht BDO-Normen zugrunde liegen.
    Ich würde mich also an Maße gewöhnen, die ich in der Praxis dann kaum antreffe.


    Zur Wölbung des Schwellpedals:

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    Original geschrieben von Dulzian


    Diese Wölbung ist in der BDO-Norm genauso so vorgesehen. Ich gehe schon davon aus, dass dies ergonomische Gründe hat: sowohl wenn man etwas durchtritt als auch vor allem, wenn man mit der Ferse drückt, sind die Zehen dabei nicht gern gestreckt. Probier doch mal, das Bein beim Sitzen nach vorne zu bewegen und dann mit dem Ballen den Fuß noch weiter nach vorne zu drücken bzw. vor allem, mit der Ferse nach hinten/unten zu drücken. Ich denke schon, man möchte dabei die Zehen nicht gestreckt lassen. Ich zumindest finde es so komfortabler, und ohne Grund wird man sich diese Normänderung wohl schon nicht ausgedacht haben.

    Wenn ich die Wölbung in der Skizze der BDO Norm von 2000 ansehe, dann ist diese ziemlich lang und flach ansteigend und vorne keineswegs so weit hoch gezogen. In den Fotos hier sieht das dagegen eher aus, als wenn die Zehen ziemlich steil hochgeknickt werden müssen.
    Leider finde ich in meinem Exemplar der Norm aber keine genauere Angabe darüber wie genau der Radius dieser Wölbung aussehen soll?!


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    Aber wenn du sowieso keine Normanbindung anstrebst, kannst du das doch alles so platzieren, wie es für deinen Spieltisch gerade passt.

    Nein, ich möchte schon zur Mehrzahl der Orgeln kompatibel sein, da ich ja auch an verschiedenen Originalen das spielen will, was ich zuhause geübt habe. Aber es muss nicht alles ganz akribisch der aktuellen BDO-Norm von 2000 entsprechen.


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    Norm hin oder her: für mich selber ist eigentlich nicht so sehr die BDO-Norm entscheidend, sondern die Situation der realen Orgeln, an denen ich bin. Wenn ich da nur Schweller vorfinden würde an anderer Position und/oder nur gerade Bretter, würde ich da auch wohl lieber was Gerades anstreben für meine Übeorgel. Die Orgeln in meinem Einzugsgebiet sind aber doch mehr oder weniger BDO-Norm angenähert, auch die wenigen Orgeln im Mindener Bereich, die mit Walze/Schweller ausgerüstet sind.

    Gibt es bei Dir so viele Orgeln die bereits nach 2000 gebaut wurden?


    In der BDO Norm von 1972 sehe ich nur gerade Bretter als Schwelltritte und keine Aussparungen im Vorsatzbrett. Auch in der Norm von 2000 heißt es ja als primäres Kriterium:
    "Vertikaler Abstand vom Belag des Schwelltritts zur Oberkante des Pedalklaviatur-Vorderstücks beim geschlossenem Schweller: maximal 30 mm"
    und nur in Klammern:
    "(der Schwelltritt ragt mit seiner Unterseite in einen Ausschnitt des Fußbretts hinein)"
    Das bedeutet für mich dann, dass diese 30 Millimeter relevant sind und diese Aussparung nur dann notwendig sein sollte, wenn eben die Dicke des Schwelltritts und die Dicke des Vorsatzbretts gewisse Maße übersteigen (also zusammen mehr als 30 mm).


    Bei mir ist das Vorsatzbrett 20 mm dick und liegt direkt auf der Oberkante des Pedalklaviatur-Vorderstücks (Normhöhe 180 mm) auf. D.h. Ist mein Schwellpedal unten nur 10 mm dick, dann entspreche ich sogar schon der aktuellen Norm. Nehme ich ein 20 mm Brett als Pedal, dann reicht es doch wenn ich es unten bis auf 10 mm Dicke anschräge.- oder sehe ich das falsch?


    Das soll jetzt keine Kritik an der schönen Arbeit von Dir Olaf sein. Aber ich bin bestrebt mir möglichst unnötigen Aufwand wie Einfräsungen zu ersparen und den Aufbau eher pragmatisch zu gestalten. Da es sich im Moment wieder mal um meinen "Laborspieltisch" aus Fichtenholz handelt, muss ich davon ausgehen, dass ich den irgendwann auch nochmal aus schönerem Holz nachbauen will, wenn die Endlösung gefunden ist. Und dann müsste ich nochmals aufwändig herumfräsen.


    Bei all dem Aufwand stell ich mir dann auch schon die Frage, ob ich dann nicht gleich Drei Schwellpedale und eine Walze einbauen sollte, denn z.B. das Doesburg Set alleine hat ja schon drei Schwellwerke. damit sieht auch die Kostenseite schon wieder anders aus, trotz der Preiswertigkeit von OrganParts. Und wahrscheinlich geht das damit dann gar nicht, weil es keine Walze mit Achse für 3 Pedale gibt?
    Warum braucht es überhaupt so eine lange Achse? sind die Pedale etwa auch auf dieser Achse montiert? Kann ja laut BDO Normen eigentlich kaum sein :/



    Quote

    PS: bei mir erscheint die Handskizze nur richtig herum, wenn ich auf das Bild klicke.??


    Bei mir erscheint die Skizze immer auf dem Kopf, auch wenn ich sie anklicke.


    Abgesehen davon habe ich mit beiden Skizzen so meine Probleme zu erkennen wo genau das Vorsatzbrett sein soll. :L

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    Original geschrieben von Mikelectric... Ich würde mich also an Maße gewöhnen, die ich in der Praxis dann kaum antreffe.


    Ja, dann nimm doch besser die Maße, die du in der Praxis am meisten antriffst. So sehe ich das ja auch, wie bereits geschrieben.


    Zur Wölbung des Schwellpedals:


    Und ich habe, fürchte ich, ein Problem zu erkennen, was du unter Vorsatzbrett verstehst. :/
    Es gibt ein senkrechtes Brett überhalb der Pedalklaviatur bei mir (ca. 7cm hoch), dann ein waagerechtes Brett, wo man die Füße draufstellen kann (ca. 7cm tief). Dann kommt ein senkrechtes Brett, was ausgeschnitten werden muß für Walze/Schweller (ca. 18cm hoch). Dann kommt ein Brett, was schräg nach vorne zur Orgelbank geneigt ist. Das muss ebenfalls für Walze/Schweller ausgesägt werden.


    Auf der linken Seite meiner Handskizze ist der Spieltisch im Querschnitt, auf der rechten Seite von vorne darstellt. Was ist an meiner Handskizze (die jetzt hoffentlich richtig herum gedreht ist) denn nicht richtig zu erkennen?

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    Original geschrieben von Dulzian
    So ganz verstehe ich nicht, was mit der 40 bzw. 80mm breiten schraffierten Fläche gemeint ist.


    Die schraffierte Fläche ist die Mindestgröße des Ausschnitts, das für die Mechanik des Schwellers notwendig ist. Ich möchte halt aus statischen Gründen möglichst wenig am Vorsatzbrett entfernen.
    Hier nochmal ein paar Fotos (allerdings ohne Walze).



  • Ah super. Anhand der neuen Fotos von Stephan wird mir jetzt auch einiges an den Erläuterungen von Olaf klarer.
    Genau so wie bei Stephan sieht es bei mir auch aus, nur dass mein "Vorsatzbrett" eben noch ganz bis zur Rückwand durch geht. Mir war nicht klar, dass es unter dem Vorsatzbrett (damit meine ich wo man die Füße "vor"ne ab"setzt") noch ein senkrechtes Brett bis zum eigentlichen Pedalrahmen geben könnte. Darum war mir nicht klar, dass der eine Teil von Olafs Skizze einen Querschnitt darstellen soll. Das kann dann wohl sein, wenn der Pedalrahmen nicht 180 mm hoch ist sondern niedriger. Genau genommen sind das bei mir auch nur 160 mm und 20 mm werde ich ggf. noch mit einer Leiste verschließen. Das könnte dann auch meine Chance sein die Pedalklaviatur doch noch einschieben zu können, vorausgesetzt der Haltewinkel des Schwellpedals ist insgesamt nicht höher als die 40 mm.


    Und die neuen Fotos zeigen mir auch, dass ich in meinem Fall eben gar nichts am Vorsatzbrett für die Schwellpedale einfräsen muss, da die Schräge an den Pedalen in Verbindung mit meinem 20 mm dicken Brett schon genau die Bedingung einhält und zusammen weniger als die geforderten 30 mm beträgt. Jede unnötige Kante sehe ich nur als zusätzlichen "Staubsammler" an - und bei mir staubt es immer gewaltig :o


    Ich resümiere also:
    - Es sind im Grunde nur drei Durchbrüche im "verlängerten Vorsatzbrett" notwendig: Einer für die Walze und je einer für die Mechanik des Pedals.
    - Mir leuchtet zwar kaum ein, warum man die Mechanik für das Poti so ungeschickt konstruieren musste, dass sie nach unten ausfährt, aber damit könnte ich dann wohl leben, sofern ich die Pedalklaviatur eben nur bei "geschlossenen" Schwellpedalen einschiebe :-afraid:
    - Die Walze wird leider nicht mit einer kurzen Achse und entsprechendem Haltewinkel unten am Vorsatzbrett gelagert sondern mit einer langen Achse quer über die gesamte Aussparung - naja - eigentlich auch keine besonders intelligente Konstruktion, aber funktioniert, solange man eben eine entsprechend lange Achse hat.
    - Da ich kein virtuoser Orgelmeister bin (schon gar nicht was Romantik betrifft) werde ich wohl auch in Zukunft mit "nur" zwei Schwellpedalen wohl schon genug zu tun haben und werde auch bei Doesburg sicher auf ein drittes verzichten können. Damit muss ich dann die Achse der Walze nicht verlängern und es schont außerdem den Geldbeutel.


    Also schon mal vielen Dank für die detaillierten Ausführungen zum Thema Pedal und Walze hier im Thread, in dem es ja eigentlich um Olafs Orgel geht. Vielleicht schaffe ich ja mal irgendwann einen eigenen Thread über meinen Spieltischbau zu eröffnen :-wow:

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    Original geschrieben von Mikelectric.
    - Mir leuchtet zwar kaum ein, warum man die Mechanik für das Poti so ungeschickt konstruieren musste, dass sie nach unten ausfährt, aber damit könnte ich dann wohl leben, sofern ich die Pedalklaviatur eben nur bei "geschlossenen" Schwellpedalen einschiebe :-afraid:


    Ich befürchte, auch das kann knapp werden. Habe soeben bei mir nachgemessen. Der Abstand von der Holzkante, wo das Pedal mit dem EIsenwinkel angeschraubt wird, bis zur Unterkante von der Schwellerkonstruktion beträgt auch bei "geschlossenem" Schwellpedal knapp 13 cm.
    Bei mir ist der Abstand von Oberkante Pedalklaviatur bis zur Holzkante mit dem Eisenwinkel etwa 14 cm. Würde also bei mir theoretisch geradeso reichen, aber mess bei dir lieber nochmal nach.

  • Im Spieltischfaden von Reinhard kam die Frage auf bzgl. Tastern für Spieltischbedienung und deren Beschriftung.
    An meinem Spieltisch habe ich Marquardt-Kurzhubtaster genommen (Bezugsquelle z.B. Reichelt), deren Tastenkappen von der Farbe her austauschbar sind und die es mit oder ohne LED gibt (allerdings nicht ganz billig,aber gute Qualität). Für die Beschriftung der Register eines Samplesets mutze ich ein Magnetgummiband, ca. 1m lang, 4cm breit, was auf eine Eisenfolie geklackt wird (die Eisenfolie ist auf den Spieltisch geklebt). Wenn auf ein anderes Sampleset umgeschaltet wird, tausche ich einfach das Magnetgummiband gegen ein anderes aus - habe also pro Sampleset so ein Band. Manche Beschriftungen z.B. für Setzer, Samplesetauswahl usw. brauchen nicht ausgetauscht werden, habe sie aber genauso gemacht.
    Für die Beschriftung der Register drucke ich ein Worddokument auf Karton aus, schneide die Streifen aus und klebe sie auf das entsprechende Magnetgummiband. Darüber noch ein Tesafilm in 5cm Breite (damit sind auch die Kanten geschützt und das ganze wischfest).
    Hier ein paar Bilder. Es ist alles...rustikal... :/ , aber auch robust und bisher bei fast täglichem Gebrauch, störungsfrei:


    Umschaltung der Samplesets, Manual- und Pedalkopplungen und einige Zusatzschalter, z.B. um 1. und 2. Manual umzuschalten zwecks Eingewöhnung falls Spiel an Kirchenorgeln mit Rückpositiv anliegt:

    Anmerkung: Meine Bilder, hochkant fotografiert mit einem iPhone, werden nie richtig dargetellt in diesem Forum ( :-8 ), daher hier nochmal als Link:
    Orgelspieltisch_Links


    Registerbeschriftung mit auswechselbaren Magnetgummibändern, in der Mitte sieht man eine in das Notenpult integrierte LCD-Anzeige (war nötig für Anzeige der Walzenposition bei Spiel mit Walze, ansonsten ein paar Zusatzinfos, kann ja von HW aus angesteuert werden per Midi-Out):


    Unterhalb der Manuale habe ich links den zentralen Power-Ein/Ausschalter, daneben den PC-Resettaster (1xdrücken: Windows wird gebootet und HW gestartet mit dem zuletzt benutzten Sampleset, zum Schluss: wieder drücken fährt Windows runter und der PC wird ausgeschaltet), rechts die Setzersteuerung. Das Bild verzerrt etwas...ich versichere, das Manual ist gerade und nicht gebogen: :)


    Hier noch ein Bild von der Seite, habe ein Magnetgummiband für die Registerbeschriftung an eine Gewindestange der Monitoraufhängung geklackt. Im Hintergrund rechts sieht man den Saba Telewatt-Röhrenverstärker, ein ziemlich aufwändig restauriertes sehr klangschönes Hi-End-Schätzchen (allerdings sehr leistungshungrig und wärmeproduzierend... 100W im Standby... :-pipe: ), welcher die Monitorlautsprecher antreibt:

    Da das Bild wieder hochkant ist, und nicht richtig dargestellt wird, hier nochmal als Link:
    Orgelspieltisch_Seite


    LG Olaf


    Moderator-Edit: Bilder-Links von Dropbox auf anderen Server geändert

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    Original geschrieben von Dulzian



    Anmerkung: Meine Bilder, hochkant fotografiert mit einem iPhone, werden nie richtig dargetellt in diesem Forum ( :-8 ), daher hier nochmal als Link:
    Orgelspieltisch_Links

    Bilder fürs Forum sollten die Maximalbreite von 600 Pixeln nicht überschreiten. Bilder im Querformat die breiter sind, kann die Forensoftware automatisch bei der Ansicht verkleinern. Bilder im Hochkantformat die breiter als 600 Pixel sind, kann die Forensoftware scheinbar nicht vertragen. Wahrscheinlich befürchtet sie, dass sie zu hoch werden könnten und macht dann damit lieber gar nichts, was sicher suboptimal ist.
    Im Interesse von Einsparung von Serverspeicherplatz ist aber sowieso ratsam, die Bilder auf die max. 600 Pixel Breite zu reduzieren. Das klappt dann auch mit der Ansicht trotzdem, selbt wenn sie in der Höhe wesentlich mehr als die 600 Pixel haben.


    Gruß Michael

  • Hallo Michael,


    ja, vielen Dank, nach Resizen hat es funktioniert! :K


    Allerdings ist es so, dass Bilder im Hochkantformat nicht 600 Pixel breit sein dürfen (habe es eben ausprobiert, 600Pixel breit x 800 Pixel hochkant wird auch nicht angezeigt).
    Aber 600 Pixel hoch x 450 Pixel breit geht, wie man sieht!!


    Gruß Olaf

  • Habe eben nochmal in den Foreneinstellungen nachgesehen.
    Stimmt - die Höhe der Grafiken hatte ich auf 600 Pixel begrenzt - genauso wie die Breite.
    Mehr als 600 Pixel Höhe geht doch nur in den Artikeltexten der Orgelseite.


    Allerdings sollte die Forensoftware bei höheren Bildern auch selbständig auf 600 reduzieren - tut sie aber nicht - muss wohl ein Bug drin sein.


    Ich habe jetzt aber mal die maximale Höhe auf 1100 Pixel erweitert. In der Höhe ist ja eigentlich genug Platz durch scrollen vorhanden. Vielleicht hilft das ein wenig für 16:9 Hochformat-Bilder.

  • Der Faden ist schon ziemlich alt, aber ich wollte ihn nochmal hervorholen.


    Es ist zwar ein schönes neues BDO-Normpedal von Laukhuff midifiziert und bei mir im Einsatz. Aber da ich ab und zu auch an historischen Orgeln spiele, wollte ich mir ein 2. Pedal zurechtmachen, welches die typischen breiteren Tastenabstände historischer Pedale hat, und natürlich auch nicht doppelt geschweift ist. Ich konnte ein marodes Pedal erworben, welches buchstäblich bereits auf dem Holzstapel zum Verbrennen lag. Davon habe ich lediglich die Tasten und das Hinterbrett behalten, der Rest ist neugemacht.

    Dazu habe ich an dem Hinterbrett sowie an den Tastenwangen die praktisch nicht mehr vorhandene Belederung erneuert, ebenso die üblichen oberen und unteren Tastenfilzscheiben von Laukhuff bezogen, sowie die Pedalfedern.

    Hier ein paar Bilder:

    AltesOrgelpedal_Rahmen.JPG

    Hier ein Bild von der Midifizierung:

    AltesOrgelpedal_Midi.JPG

    Gesamtansicht des historischen Orgelpedals:

    AltesOrgelpedal_Gesamt.JPG

    Und hier ein Größenvergleich zum anderen BDO-Normpedal. Man erkennt, dass das historische Pedal vor allem signifikant breitere Tastenabstände hat, und natürlich auch nicht doppelt geschweift ist. Schlecht oder gar nicht zu erkennen ist aus der Perspektive, dass es auch erheblich kürzere Tasten hat, nur ca. 50cm lang:

    AltesOrgelpedalVersusBDO.JPG

  • Hallo Olaf,


    da hast Du ja mal wieder solide Arbeit geleistet. Wie klappt das denn nun mit dem Wechsel zwischen diesen beiden völlig unterschiedlichen Pedalen? Das stelle ich mir schwierig vor sich immer wieder umzugewöhnen, wenn man mal einen bestimmten Pedaltyp verinnerlicht hat.

    Gruß Michael

  • Hallo Michael,


    irgendwie habe ich durch Urlaub deine Rückmeldung und die von Waltharius aus den Augen verloren gehabt...


    Zu deiner Frage: Ja, das ist es gerade, diese Umgewöhnung, weshalb ich mir das zusätzliche Pedal angeschafft habe... VIele Profiorganisten lächeln mglw. darüber, weil sie u.U. jeden Sonntag es mal mit einem historischen Orgelpedal oder einem Normpedal zu tun haben, und dadurch die Umstellung erlernt haben.

    Es ist schon eine ziemliche Umgewöhnung, wenn man es sonst nur mit BDO-Normpedalen zu tun hatte, finde ich.


    Was mir hilft, ist die Orgelbank beim historischen Pedal mindestens 2cm tiefer zu stellen (oder besser gesagt, um diesen Betrag weniger "aufzubocken"). Weil ich dann besser an die jetzt weiter unten liegenden Außentasten komme. Aber vor allem die Umstellung auf breitere Tastenabstände ist schon gewöhnungsbedürftig. Ich werde wohl bis Mitte August an diesem historischen Pedal üben, um mich auf das Spiel an einer hist. Orgel in der Nähe von Weimar vorzubereiten. Danach geht es dann erstmal wieder ans BDO-Normpedal.


    Weiterhin fand ich bei der Beschäftigung mit hist. Orgelpedalen interessant, dass sich diese oft gar nicht so sehr voneinander unterscheiden. Ich habe einige hist. Pedale auf Rügen verglichen mit dem, was ich aus Thüringen in Erinnerung habe. Sie sind erstaunlich ähnlich, eigentlich auch genormt, nur eben "alte Norm". Mich würde eine Schrift dazu interessieren; habe nur eine einzige gefunden, wo das Weissenau-Pedal abgebildet ist und Maße von noch viel älteren Pedalen.

    Es gibt natürlich ein paar Ausnahmen, wo die Tastenabstände noch weiter auseinander sind, z.B. die Trostorgel in Waltershausen (die in Altenburg kam nicht sooo weit auseinander vor). Aber das mir vorliegende ist ziemlich typisch für alle hist. Orgeln, die ich auf Rügen oder Weimarer Gegend bisher erlebte (für Orgeln so von 1720 ... 1900), die allermeisten haben auf Rügen allerdings nur C-c1.


    Gruß

    Olaf

  • Bei meinem Orgelunterricht vor Jahren, stand beim Lehrer nur ein zweimanualiges Pedalharmonium zur Verfügung. An sich ein sehr schönes Instrument mit warmem Klang. Allerdings waren da auch die Abmessungen der Pedaltasten und auch die Anordnung zu Manualen und Bank total unterschiedlich gegenüber den BDO-konformen Orgeln auf denen ich ansonsten meine Hausaufgaben machte. Das Vorspielen beim Lehrer war für mich immer ein Graus, denn ich saß letztlich auf dem Bock wie der Affe auf dem Schleifstein und habe kaum was Vernünftiges darbieten können.


    Insofern halte ich das für fast unabdingbar, dass man auf einem so unterschiedlichen Pedal auch ausreichend üben kann. Natürlich ideal, das dann zuhause zu haben. Interessant, dass es offenbar bei den historischen Pedalen auch eine Art "Norm" gab, wie Du berichtest. Da hat dann sicher einer beim anderen abgeschaut. Eine andere historische Spezialität sind dann noch die Knopfpedale an alten spanischen Orgeln. Allerdings ist die zugehörige Literatur auch in der Regel nicht sonderlich virtuos im Pedalbereich, soweit ich das überblicken kann.

    An welcher Orgel im Weimarer Umland hast Du denn gerade zu tun, wenn ich fragen darf?

  • An welcher Orgel im Weimarer Umland hast Du denn gerade zu tun, wenn ich fragen darf?

    Es wird die Peternell-Orgel in Denstedt sein, ich kann erst einen Tag vorher mit der Orgel Bekanntschaft schließen. Es ist kein offizielles Konzert, sondern nur für die Großfamilie und ein paar Freunde, ca. 20-25 Leute, aber ich freue mich schon drauf! Will Bach g-Moll Fantasie&Fuge g-Moll BWV542 und die 5.Mendelssohn-Sonate D-Dur und "ein bisschen was drumherum" dort spielen. Für Bach muss es da im Pedal bis d1 gehen, weil das schon beim 1. Fugeneinsatz verlangt wird. Daher wird es schon rel. eng, wenn es eine historische Orgel im Weimarer Land sein soll, viele gehen eben nur bis c1. Die Orgel hat leider keine Zungenregister. Aber dafür können auch keine Zungenregister verstimmt sein, das ist das Gute daran.:) Da die Orgel öfter für Konzerte genutzt wird, gehe ich mal davon aus und hoffe, dass sie ganz gut in Schuss ist.


    Gruß Olaf