iCathedral

  • Ich sehe an dieser App sowohl Stärken (insbesondere einige Funktionalität, die in meinem Framework noch immer fehlt) als auch Schwächen.


    Der Klang kommt mir ziemlich künstlich und nicht lebendig vor, wie wenn es keine an einer Pfeifenorgel aufgenommenen Klänge wären, sondern eher bescheidene synthetische. Teils klingt es wie "Orgel"- oder Panflötenklänge aus einem 80er-Jahre-Synthesizer (Casio CZ-Reihe o.ä.) oder -General-MIDI-Expander oder wie eine noch ältere Dr. Böhm-Orgel. Man sollte aber eigentlich die Qualität der Register, auch im Zusammenspiel miteinander, anhand der paar bisher veröffentlichten Aufnahmen nicht beurteilen. Man müßte sich die Register sowohl einzeln als auch in Kombinationen anhören und auch mal ein paar richtige gespielte Stücke.


    Es scheint keine Werkszuordnung der Register zu geben. Man konfiguriert sich die Zuordnung von Registern zu Klaviaturen wohl über die MIDI-Einstellungen. Das kann man als Flexibilität sehen, die die Verwendung der App wie ein allgemeiner MIDI-Expander mit bis zu 16 verschiedenen Stimmen, die wiederum aus Instrumenten (Registern) zusammengesetzt sind, erlaubt und auf diese Weise auch das Entwerfen einer ganz eigenen Orgel mit selbstdefinierten Werken, andererseits aber auch als Last, wenn man eher nach einer fertigen guten Pfeifenorgelsimulation sucht, wo man einfach nur Registerschalter drücken muß.


    Die Bedienung finde ich zum Teil intelligent und pfiffig, das Design gefällt mir aber nicht. U.a. verschenkt es zu viel Bildschirmfläche.


    Gruß,
    Markus

  • Noch mal zum Klang. Meine erste Reaktion bei den Videos war "boah ey, meine Apps klingen ja viel echter". (Was nicht mir, sondern den Samplesets zu verdanken ist.) Aber im Forum (hier oder drüben bei Gemshorn) wurde die Tage wieder zurecht vermerkt, daß irgendeine Authentizität nicht das Maß der Dinge sein muß. Auch unecht kann gut und musikalisch und eigenständig klingen, egal ob analog oder digital. Die Register müssen für sich gut klingen, und sie müssen gut aufeinander abgestimmt sein, damit sie zusammenklingen. Daher sind unbedingt weitere Hörproben nötig oder besser eine Demoversion der App, damit man sich einen eigenen Eindruck verschaffen kann, sonst wird sich die App für den Preis nicht verkaufen.


    Gruß,
    Markus

  • Vielleicht sollte man es als neue Gattung betrachten - ein PO Simulator ist das nicht.


    Man möge mich korrigieren, wenn ich die Demo-Materialien falsch interpretiere, aber ein Teil der Klangfarben ("Register") scheinen Kombinationen zu sein und statt einen Register-Schalter hat man einen Lautstärke-Regler für jede Klangfarbe. MIDI seitig hängt man anscheinend ein Register auf einen MIDI Kanal (oder alle) - nichts mit Koppeln und einer PO Logik für mehrere Manuale. Als Kombinationssystem wird anscheinend die Lautstärke von allen Reglern unter einen Namen gespeichert.

    PS: Die grafischen Effekte sollte man mit je einen Hintergrundbild für die Ansicht Oben/Unten und einen vorausberechneten Video als Übergang einfach nachbauen können.