Noten mit Fingersätzen BWV 538 und 582

  • Hallo, liebe Forianer,


    ich bin auf der Suche nach Noten mit Fingersätzen für:


    - BWV 582 Pasacaglia und
    - BWV 538 Tocata und Fuge D-dorisch


    da gibt es bestimmt bequeme Varianten für die Finger und solche, die die Melodie möglichst in einer Hand lassen?!
    Interessiert wäre ich an letzerem :-)


    Gerne würde ich die auch im Original kaufen.


    Danke für Tips und Hinweise, lG


    Ulrich

  • Habe zwar beide Stücke bereits unter den Fingern gehabt, notiere mir allerdings in meinen Noten nur konsequent die Händeverteilung und ggfs. Manualverteilung, gelegentlich Fußsätze, machmal Registrierungen und Artikulationsdinge, aber nur sehr selten Fingersätze. Bei der Passacaglia nur in Variation 8 die ersten beiden Takte, weil ich die als ziemlich knifflig empfinde, und bei BWV538 gar keine Fingersätze. Von daher, könnte gerne die Noten scannen und zumailen, wird aber wohl wenig bringen außer die oben angegebenen Dinge, die ich reingeschrieben habe. Da ich mit 5 Jahren mit Klavier begann, aber erst vor einigen Jahren mit Orgel, ist die Schreibfaulheit bzgl. Fingersätzen mglw. darin begründet. :/
    Wenn spezielle Fragen zu bestimmten Stellen sind, könnte ich aber schreiben, was ich da als Fingersatz genommen habe.

  • Gibt es denn tatsächlich so viel Orgelliteratur mit vorgegebenen Fingersätzen? Außer ein paar Orgelschulen ist mir nicht sehr viel bekannt. Zu den angegebenen Stücken konnte ich auch nichts mit Fingersatz ausmachen.


    Der ideale Fingersatz ist doch immer eine ziemlich persönliche Angelegenheit. Der eine hat große Hände und lange Finger und kann damit ganz anders greifen als jemand mit "kurzen, krummen Gichtknoten" :D Auch die verschiedenen möglichen Bewegungsabläufe liegen nicht jedem gleichermaßen.


    Was spricht denn dagegen den Fingersatz für diese Stücke selbst zu entwickeln? Mein Orgellehrer hat mal gemeint, erst wenn man alle Stufen der Bearbeitung eines Satzes durch hat, diesen flüssig spielen kann und seine eigene Interpretation dazu gefunden hat, dann ist es wirklich "sein eignes Stück" geworden.


    Aber solche Angebote von anderen Organisten mit Fingersätzen zu bestimmten Stellen schaue ich mir auch immer mit Interesse an.

  • michael : sehe ich genauso bzgl. individuellen Fingersätzen. Ich selber meide auch Noten, wo welche schon drinstehen, bzw. ignoriere sie sowieso.


    Andererseits, wenn Noten da sind, wo schon eine gute Handverteilung drin steht (z.B. Peters), statt mehr oder weniger konsequent Stimmenverteilung auf die Notensysteme (wie es z.B. bei NBA der Fall ist), nehme ich das dankbar an.


    Ich hatte mal ein paar Stunden bei einem guten Organisten Unterricht genommen. Dort hatte ich noch nicht mal angefangen, meinen Kram vorzuspielen, da kam schon der Kommentar, dass er für den Fall, dass ich nochmal bei ihm auf der Matte stehen will, dann eine gewisse nicht unerhebliche Anzahl Zahlen von 1-5 in den Noten gemalt sehen will. :-8 .. Beim nächsten Mal sahen die nächsten Noten dann zwar auch nicht anders aus, aber er hat dann nicht mehr gemeckert, aussichtsloser Fall eben. :D


    Allerdings bin ich auch dankbar, wenn ich Hinweise kriege, wie ich den Manualkram, aber vor allem auch den Pedalpart effizienter hinbekommen kann.

  • Wenn ich ein neues Stück beginne (im Augenblick Lübeck C-moll) dann nehme ich nach dem ersten Kennenlernen meinen Bleistift und den guten Radiergummi und setze die Finger- und Pedalsätze (FS/PS) Das dauert! Wichtig ist für mich, dass die repetierenden Passagen möglichst mit den identischen FS/PS versehen sind. Bei C-moll können Änderungen nötig werden, wenn man mit dem Daumen auf der schwarzen Taste landet anstatt mit dem Zeigefinger, da beim schnellen Tempo der Zeigefinger nun mal schneller auf der Taste ist. Wenn alle Eintragungen gemacht sind beginne ich taktweise zu üben mit dem Gedanken, was ich am FS/PS ändern kann. Im Violinschlüssel (rechte Hand) eine achtel Pause im Sopran, vielleicht kann die linke Hand die Note der rechten Hand (Alt) übernehmen und damit die Pause "automatisch" setzen, indem die rechte Hand komplett arbeitslos wird. Mit dem Fingersatz brenne ich das Stück in mein Gehirn und irgendwann ist es wie beim Autofahren: bremsen. Gas geben, schalten etc sind im Gehirn einprogrammiert. Wenn mein Orgelmaestro dann im Untericht sagt: das würde ich aber so machen!...dann schlucke ich einmal und beginne diesen Takt von vorne einzuprogrammieren.


    Klar spiele ich einen Choral aus dem Choralbuch vom Blatt und manches mehr. Aber Deine Bach Konzerte brauchen Fingersatz, am Besten selbst erarbeitet :p Sollte jemand ohne Fingersatz auskommen, dann bitte das Metronom auf 60/ viertel Note stellen und alles einwandfrei runterspielen. Probleme? Na, 60 ist Largo/ Adagio, Allegro so um die 140. _Dann viel Spaß beim Überlegen, welcher Finger von 10 Stück Finger gerade dran ist. :-help:


    Michael

  • Ich habe die Dorische Toccata BWV 538 im Advent 2014 erarbeitet..
    Fingersätze habe ich mir überhaupt keine eintragen müssen, da sich das eigentlich von selbst ergibt und es oft nur wenig Möglichkeiten gibt.
    Wenn es irgendwo in einzelnen Takten Probleme gibt, dann bitte melden - Ich schau nach, wie ich das gemacht hab.

  • Quote

    Original geschrieben von Positiv
    Mit dem Fingersatz brenne ich das Stück in mein Gehirn und irgendwann ist es wie beim Autofahren: bremsen. Gas geben, schalten etc sind im Gehirn einprogrammiert.


    Vielleicht gibt es da individuelle Unterschiede. Bei Bach-Orgelnoten habe ich oft nur Fingersätze bei schnellen Läufen und komplexeren Strukturen. Muss aber dazusagen, dass ich von meinen 53 Jahren insgesamt 48 Jahre Klaviertasten unter den Fingern hatte. Daher habe ich z.B. viel mehr Pedalsätze eingeschrieben, weil ich da eben erst seit 9 Jahren dabei bin mit Orgelspiel. Was anderes ist es bei einer Chopin-Etüde/Ballade/Scherzo o.ä. virtuosen Sachen für das Klavier, da knoble ich oft länger am Fingersatz und muss auch hier und da ändern, wenn es auf das Endtempo zugeht. Aber bei den angesprochenen Bachstücken Passacaglia und dorischer T&F gibt es keine wirklich virtuosen Stellen, finde ich. Vielleicht die Variationen mit den Triolen in der Passacaglia, das war es aber auch.


    @Michael/Positiv: was machst du denn, wenn du improvisierst auf der Orgel, überlegst du dir da auch Fingersätze vorher? :D


    Was ich sagen will: Jedenfalls für mich ist das Allerentscheidenste, dass primär die Noten in die Birne kommen, möglichst zuverlässig und effizient. Wenn ich die Stimmen im Kopf habe, durch Erlernen des Notentextes, oder aus dem Stegreif heraus beim Improvisieren, richten sich die Finger automatisch danach, wie sie es gewohnt sind.


    Vielleicht bildet sich im Laufe der Zeit ein individuelles Strickmuster heraus, wie man mit bestimmten Pattern fingersatzmäßig umgeht. Neue Pattern, insbesondere schnelle, muss man dann eben lernen, und da ist es sicher gut, Fingersätze reinzuschreiben.


    Aus meiner Erfahrung bringen mir Fingersätze gar nicht mal soviel, wenn ich ein Stück hintereinander einübe. Sondern vor allem, wenn ich dasselbe Stück nach langer Zeit wieder raushole. Weil es gut sein kann, dass ich dasselbe Pattern inzwischen mit anderen Fingersätzen spielen würde, und das sind dann Stellen, wo ich gerne durcheinanderkomme später mal. :-8 Dann ist/wäre es hilfreich, wenn man aufgeschrieben hat, wie man die Stelle vor 10 Jahren mal gespielt hat.