aktuelle Smartphones - Orgel-App

  • Hallo an alle,


    kann mir jemand einen Tipp geben, welche aktuellen Smarties besonders gut dastehen, was Latenzen für Orgel-Apps angeht? Demnächst brauch ich ein Neues :-)
    Und mit welcher Art von midi-Interfaces habt Ihr mit Euren Telefonen gute Erfahrungen gemacht?
    Danke und liebe Grüße

  • Fürs iPhone gibt es nach wie vor nur die Orgel-Apps, die auf meinem Mist gewachsen sind, siehe http://polaron.de/Napo/. Richtig Freude hat man damit erst ab einem iPhone 5, wenngleich ich im Prinzip so lange wie möglich auch die älteren Modelle bis hin zum iPhone 3GS unterstützen werde. Die Verbindung zu MIDI geht (für iPhones mit Lightning-Anschluß) am einfachsten mit einem "Lightning auf USB Kamera-Adapter" und dann mit einem USB-Kabel zum Keyboard, falls es einen USB-Anschluß hat, oder mit einem billigen USB-MIDI-Interface, falls das Keyboard den alten fünfpoligen MIDI-Anschluß hat. (Getestet habe ich das allerdings nur mit einem iPhone 5c, weil ich bisher meistens ein iRig MIDI oder einen MIDI Mobilizer II benutzt habe). Beschwerden über zu hohe Latenzen sind bisher nicht gekommen.


    Auch für Android sind alle bisherigen ernstzunehmenden Organ-Apps "Made in Germany": http://www.refined-apps.de Die Latenzen sind unter Android eine Schwachstelle und sehr vom Gerät abhängig, im Zweifelsfall frag lieber erst beim Entwickler nach, ehe Du ein Android-Telefon kaufst.


    Gruß,
    Markus

  • Ich habe die refined-apps-Orgeln bisher auf einem Samsung Galaxy Nexus (siehe https://www.youtube.com/watch?v=zUJdJDt-i-E) und einem Motorola Nexus 6 ausprobiert und bei beiden keine Latenzprobleme gehabt. Auch der Anschluß über einen USB-OTG-Adapter hat auf Anhieb geklappt. Entwicklungsfähigkeit sehe ich noch hinsichtlich der Polyphonie und der Klang- und Hallqualität. Eine Mitschneidemöglichkeit wäre auch nett. Da Achim hier bestimmt irgendwann mitliest, setze ich auch gleich noch freie Kombinationen auf die Wunschliste.


    Gruß,
    Markus

  • Ja, mein letzter Eintrag hier ist immer noch Stand der Dinge.


    Was die Superpowered-Seite angeht, würde ich die Einträge mit "Professional Audio SDK" ignorieren. Ich plane derzeit keine Unterstützung für "Samsung Professional Audio". Die meisten anderen Entwickler von Audio-Apps tun das auch nicht...


    Ansonsten hat Markus ja die wichtigsten Dinge bereits gesagt:
    - Checken, dass USB-OTG unterstützt wird
    - Latenz bei Superpowered überprüfen (Achtung: Rountrip-Zeiten, also halbieren)


    Die Anzahl an Prozessorkernen ist derzeit nicht wirklich wichtig, kann aber in Zukunft mit neuen App-Versionen wichtiger werden.


    Testversionen mit 1 Woche Laufzeit kann man übrigens auf meiner Site refined-apps.com herunterladen. Sie sind 100% identisch mit den "größten" App-Versionen. Man muss allerdings evtl. die Testversion deinstallieren, bevor man die Vollversion auf dem Gerät selbst kaufen kann (der Play-Store denkt sonst, sie wären bereits woanders gekauft worden).


    Grüße,
    Achim

  • besten Dank, hatte damals den Link nicht verfolgt, ist ja sehr ernüchternd...
    "Professional Audio SDK" wird also nicht unterstützt? Seh ich das richtig, daß das "beste" android-Modell dann mit knapp 15msec Latenz ins Rennen geht: samsung SM-T700?


    das merkt man ja schon deutlich... schade...

  • Einerseits finde ich es auch verlockend eine Orgel im Smartphone zu haben. Andererseits braucht man selbst zum minimalistisch Orgel spielen immer noch zumindest ein kleines Keyboard. Also muss man doch schon etwas zusätzlich mit sich herumschleppen. Ich habe dann aus der Not eine Tugend gemacht und GrandOrgue auf einem Raspberry Pi installiert. Das nimmt auch kaum Platz weg und irgendwann will ich es noch direkt ins Keyboard einpflanzen. Hat den Vorteil, dass man auch gleichzeitig Orgelspielen und Telefonieren kann.


    Die Smartphone-Lösungen haben auch durchaus den Nachteil, dass man letztlich ein Gebammel von dünnsten Käbelchen und Steckerchen herumhängen hat, denn man sollte das schon eher ständig mit Netzteil betreiben und um Lautsprecher und Verstärker oder zumindest eingestöpselte Kopfhörer kommt man auch kaum herum.

  • Quote

    Original geschrieben von rizos
    Seh ich das richtig, daß das "beste" android-Modell dann mit knapp 15msec Latenz ins Rennen geht: samsung SM-T700?


    das merkt man ja schon deutlich... schade...


    Ich spiele gewöhnlich mit 23msec Pufferlänge (und zur Latenz kommt noch einiges mehr vom Drücken einer Taste bis zum Hören) und nehme keine Probleme wahr, auch nicht bei Trillern oder schnellen Passagen. Nehmen wir mal eine Latenz von 30msec an, dann entspräche das etwa 10 Metern Abstand zu den Pfeifen, ist also gar nicht so verschieden von einer Pfeifenorgel. Und dabei sind noch etwaige Verzögerungen durch eine elektrische oder pneumatische Traktur außer Acht gelassen.


    Gruß,
    Markus

  • Das Samsung SM-T700 ist meines Wissens ein 8.4 Zoll Tablet (eine Suche auf GSMArena liefert http://www.gsmarena.com/samsung_galaxy_tab_s_8_4-6439.php).


    Samsungs "Professional Audio SDK" ist eine Sonderlocke, die Samsung auf ein paar wenigen Geräten unterstützt, mittlerweile wohl so an die 10 Geräte. Zum Vergleich: Laut Google Entwickler Console läuft Opus #1 Ultimate auf ca. 7500 verschiedenen Kombinationen von Geräten und Android-Versionen. Technisch sind die Voraussetzungen für Professional Audio auch deutlich anders. Die Architektur der App müsste wohl grundlegend umgebaut werden. Die unterstützten Geräte sind auch eher high-end und teuer. Nur zum Testen lohnt sich die Anschaffung für mich nicht (ich würde mich da aber gerne sponsern lassen :) Obwohl, die Zeit, die ich bräuchte um die Apps darauf anzupassen, wäre wohl deutlich mehr wert als das Gerät...).


    15ms Latenz sind fast immer ziemlich gut (außer vielleicht für Schlagzeuger). Zum Vergleich ein paar Messungen, die ich gemacht habe (http://www.refined-apps.com/music/latency-nexus-7-2013). Dabei habe ich die Zeit zwischen dem Geräusch, das beim Berühren einer Taste entsteht und dem Start des Tons gemessen. Das kann man übrigens mit jedem einfachen Audio-Programm (z.B. Audacity) auch selbst machen.


    Macbook Pro Retina 15-inch, Early 2013, OS X 10.8.5:


    Hauptwerk 4.0.0/St. Annes' Moseley, Midi, internal audio out
    default configuration ~65-70ms
    configured for non-default “6ms” lower latency ~35-40ms


    Hauptwerk 4.0.0/St. Annes' Moseley, Midi, cheap usb speakers
    default configuration ~80ms
    configured for non-default “6ms” lower latency ~55-60ms


    SimpleSynth 1.1, Midi, internal audio out, ~30-35ms
    SimpleSynth 1.1, Midi, cheap usb speakers, ~40-45ms


    Kontakt5Player 5.2.1/The Giant, Midi, internal audio out, buffer configured to "1.6ms", ~40-45ms
    Kontakt5Player 5.2.1/The Giant, Midi, cheap usb speakers, buffer configured to "2.2ms", ~20-25ms


    Real concert piano: 20-30ms due to mechanics (see http://www.speech.kth.se/music…res/askenflt/measure.html).


    Meiner Erfahrung nach liegen iOS-Apps auch oft bei 50-80ms wenn das genauso gemessen wird.


    Grüße,
    Achim