Posts by emsig

    Eine Frage, die hier auch reinpaßt, ist die, was denn im Todesfall mit den digitalen Gütern geschieht. Wenn der Papa oder die Mama in der jüngeren Vergangenheit viel Geld für ein herkömmliches Instrument ausgegeben hat, kann dieses im Fall der Fälle von den unmusikalischen Kindern verkauft werden. Was ist, wenn es statt dessen um eine Softwareorgel mit einer großen Zahl teurer Sets oder eine Sammlung von Apps geht? Es kann nicht sein, daß die zugehörigen Lizenzen personengebunden sind und dann vielleicht der Gegenwert von tausenden Euro plötzlich einfach weg ist (wenn man sich an die Lizenzbedingungen hält).


    Bei Apple scheint dies gerade ein Thema zu werden. In den Kontoeinstellungen kann man ab iOS 15 / macOS 12 unter "Passwort & Sicherheit" / "Kontaktperson zum Account-Erbe" eine Person festlegen, die das Konto mit u.a. den gekauften Apps erbt. Ich habe noch nicht verstanden, ob dabei das Konto als ganzes vererbt wird, oder ob die Lizenzen auf das Konto des Erben oder der Erbin übertragen werden. So eine Übertragung wäre dann auch genau das, was für einen Weiterverkauf gebraucht würde. Siehe auch hier:


    https://www.schimanke.com/arch…erstellung-in-iCloud.html

    Ist ja auch jedermanns freie Entscheidung! Was sagen denn die Lizenzbedingungen für Deine Orgel-Apps da? Hab sie auf die Schnelle auf Deiner Webseite leider nicht gefunden.

    Was Einschränkungen hinsichtlich der Verwendungsmöglichkeiten betrifft: Gibt es bei meinen Apps nicht, daher kannst Du diesbezüglich auch nichts finden.


    Was den Weiterverkauf von Apps betrifft: Das ist ein großes ungelöstes Problem, wie ich ja oben geschrieben habe, und mir ist nicht klar, wie Apple und Google es schaffen, das bisher unter dem Tisch zu halten. Als App-Entwickler habe ich darauf keinen Einfluß, und es ergibt auch wenig Sinn, diesbezüglich 'auf die Schnelle' auf meiner Website zu suchen. Die richtige Anlaufstelle wären offenkundig die Geschäftsbedingungen des App Stores. Aber sicher ist Dir das klar, und Du wolltest nur ein bißchen sticheln. You are welcome.


    Man muß natürlich auch sehen, daß selbst teurere Apps für Nischenbedürfnisse nur im Preisbereich zwischen einem Kinobesuch und mit Familie gut essen gehen liegen und in der einmaligen Zahlung unbegrenzte Updates(*) und Support inbegriffen sind, während man für manche Sample-Sets, die nach dem Erstellen für den Hersteller mehr oder weniger wartungsfrei sind, viele Hundert Euro ausgeben soll. Ich denke, das täte dann schon weh, wenn man ein Set nicht mehr mag, es aber auch nicht weiterverkaufen könnte. Mit Hauptwerk und iLok sollte das aber nicht mehr vorkommen. So eine Verbotsklausel in den Lizenzvereinbarungen wäre da kaum noch zu rechtfertigen.


    (*) Daß es bisher keine Möglichkeit für bezahlte Updates gibt, ist ein weiterer blöder Mangel des App Stores, ebenso wie das Fehlen einer Unterstützung für zeitbeschränkte Trial-Versionen. Das Rückgaberecht ist dafür kein brauchbarer Ersatz. Auf der anderen Seite ist es recht kundenfreundlich, daß man eine gekaufte App auf mehreren (10?) Geräten installieren und auch per "Familienfreigabe" mit Familienmitgliedern teilen darf. Wie ist das denn bei Hauptwerk / iLok?

    Ich denke schon, daß eine Unterscheidung zwischen Software und Daten möglich und sinnvoll ist, wenn beide getrennt vorliegen und die Software mit verschiedenen Datensätzen benutzt werden kann. Und wenn es Urteile gibt, daß ein Recht auf den Weiterverkauf von Softwarelizenzen besteht, kann man daraus nicht folgern, daß man Sample-Sets weiterverkaufen darf, obwohl die Lizenzbedingungen dies untersagen. Vielleicht gibt es solche Urteile auch für Daten, ich weiß es nicht. Was ich aber weiß: Ich würde so ein Sample-Set gar nicht erst kaufen, ebensowenig wie eins, wo die Lizenzbedingungen mir Einschränkungen auferlegen, zu welchen Zwecken ich es verwenden darf.

    Nun ist aber ein Sample-Set keine Software, sondern ein Datensatz, und man kann die Sache so lesen, daß man nicht eine Kopie der Daten kauft, sondern eine persönliche, nicht veräußerbare Lizenz, diese Daten zu nutzen. Ich kann auch meinen Führerschein (Gegenstand) verkaufen, wenn ich ihn nicht mehr brauche, aber der neue Eigentümer erwirbt damit keine Fahrerlaubnis (Lizenz) für sich.


    Ich sage nicht, daß das so ist, oder daß ich es gut fände, wenn es so wäre. Wenn jemand ein paar hundert Euro für ein Sample-Set ausgibt und nach ein paar Monaten kein Interesse mehr daran hat, warum auch immer, dann sollte er es weiterverkaufen können. Über das iLok-System bei Hauptwerk geht das ja auch.


    Aber selbst was Software angeht, sind wir größtenteils von einer umstandslosen Besitzübertragung weit entfernt, obwohl sie technisch machbar wäre. Wie verkaufst Du eine iPhone- oder Android-App weiter? Man muß sich auch klar darüber sein, was es für Softwareentwickler wie mich bedeuten würde, wenn sich etwa für Orgel-Apps so etwas wie Tauschringe bilden würden. Damit die Arbeit weiterhin einen Sinn ergäbe, müßten die Preise entsprechend deutlich höher angesetzt werden. Wer kann das wollen?


    Gruß,

    Markus

    Hallo Bosco,


    die Keyboards sind einfach aufeinandergestellt und die beiden oberen hinten von unten mit ein paar Brettern unterstützt. Auf der linken Seite wird die Angelegenheit dadurch stabilisiert, daß ich (wie oben beschrieben) bei den beiden unteren Keyboards die Lautstärkeregler abgezogen und die Achsen der Potis in Löcher gesteckt habe, die ich im Zentrum der (abgenommenen) Gummifüße der darüberliegenden Gehäuse gebohrt habe. Das kann man alles bestimmt schöner und stabiler machen oder auch die Manuale samt Elektronik in ein eigenes Gehäuse umziehen; sollte es mir mal langweilig sein (...), werde ich das vielleicht machen. Bis dahin aber ist der Zustand so in Ordnung, weil ich sowieso öfter mal umbaue und die Flexibilität mag. Das ganze Drumherum vergesse ich beim Spielen ohnehin, da kommt es nur auf die Musik an.


    Gruß,

    Markus

    Midi-OX ist Windows-Software. Würde es unter macOS oder iOS laufen, dann würde es vermutlich auch Core MIDI benutzen und nicht 1:1 anzeigen, was über die Leitung kommt.

    Außerdem habe ich vorhin festgestellt, daß, anders als ich dachte, meine Keyboards keinen running status verwenden, auch wenn ich mich sehr bemühe, die Tasten gleichzeitig zu drücken. Oder das Betriebssystem dröselt die Kommandos wieder auf, bevor es sie der App übermittelt.

    In Core MIDI gibt es auf Anwendungsebene tatsächlich keinen running status:

    Quote

    Running status is not allowed.

    https://developer.apple.com/do…ation/coremidi/midipacket


    Das ist auch vernünftig so. Besser, Core MIDI übernimmt die 'Dekomprimierung', als wenn jede App das für sich implementieren müßte.


    Es kann also doch sein, daß meine Keyboards Note-Befehle zusammenfassen und so über die Leitung schicken, nur bekommt ein Programm als Empfänger das nicht mit.

    Du hast natürlich recht, es wird nur das Status-Byte gespart, nicht das Velocity-Byte.


    Außerdem habe ich vorhin festgestellt, daß, anders als ich dachte, meine Keyboards keinen running status verwenden, auch wenn ich mich sehr bemühe, die Tasten gleichzeitig zu drücken. Oder das Betriebssystem dröselt die Kommandos wieder auf, bevor es sie der App übermittelt.


    Daß man bei einem zehnstimmigen Akkord keine störende Latenz wahrnimmt, könnte daran liegen, daß die erste durchgereichte Note auch schnell zu klingen beginnt. Auch wäre die Latenz eher ein Problem bei schnellen Läufen. Die macht man aber nicht mit Akkorden.

    Erstmal, schnell genug sind alle Varianten, in der Hinsicht gibt es keine signifikanten Unterschiede. Was die Latenz ausmacht, ist nicht die Elektronik, sondern die Midi-Übertragung. Da kommt man, über den Daumen gepeilt, bei einem 3-Byte Datensatz (also z.B. um einen einzigen Ton an- oder auszuschalten) auf ca. 1msec. Bei vielen Datensätzen läppert sich da ganz schön was zusammen.

    Ja, aber mit dem "running status"-Mechanismus braucht man für n Noten nicht 3n, sondern nur 2+n Bytes. Bei Akkorden kommt das auch tatsächlich zum Einsatz, wie ein MIDI-Monitor zeigt.

    Oder besser gesagt, ich habe versucht, einschließlich eines Adapters (weiblicher USB ein Mini-USB) in der Lage zu sein, verbundenes USB-Midi anzuschließen, was jedoch

    oder die App oder auf dem Android-System, sie haben es nie erkannt.

    Neben der Audio-Latenz von Android stellt die MIDI-Unterstützung ein Problem dar. Außerdem natürlich die Vielfalt an Geräten und Systemversionen. Ich möchte mich als Entwickler damit um keinen Preis herumärgern müssen, iOS ist schon anstrengend genug. Ich glaube auch nicht, daß in absehbarer Zeit noch mal jemand ernstzunehmende Orgel-Apps für Android entwickeln wird. Statt darauf zu warten, besorge Dir lieber ein billiges gebrauchtes iPad, mindestens ein iPad 4 oder iPad Air. Ein iPad 2 oder 3 tut es zum Ausprobieren zwar auch, ist aber nur sinnvoll, wenn Du eins geschenkt bekommst, denn früher oder später wird der App Store keine Apps für iOS 9 mehr annehmen.


    Vor ein paar Jahren habe ich mit Achims Apps experimentiert:


    https://www.youtube.com/watch?v=zUJdJDt-i-E


    Dazu war ein USB OTG-Adapter nötig. Hast Du das versucht?

    Es gab auf Android die Orgel-Apps von Achim Leubner. Achim hat die Entwicklung eingestellt, zum einen weil Google offenbar keinen Wert auf diese Nische legt und daher Android nicht dafür tauglich macht. Zum anderen geben Android-Anwender wohl eher kein Geld für solche Software aus, so daß sich die Arbeit überhaupt nicht gelohnt hat.

    StrandOrgan läuft nun ab Version 9.0 auch unter macOS:


    https://apps.apple.com/app/id488756266


    Das Portieren war teils ganz einfach, teils aber doch auch ziemlich knifflig. Da ich auch sonst viel am Code getan habe, gibt es sicher den einen oder anderen neuen Bug. Ich würde mich über Rückmeldungen freuen und gegebenenfalls bald ein weiteres Update rausgeben.


    Gruß,

    Markus

    Hallo Michael,


    welche Regelungen der DSGVO wären denn problematisch? Soweit ich es sehe, ist die MPS Orgelseite nicht gewerblich. Oder möchtest Du einfach lieber kein Risiko eingehen? Das wäre natürlich auch nachzuvollziehen.


    Gruß,
    Markus