Posts by vpo-organist

    Nee, für die Neuankömmlinge improvisieren wir bekannte Melodien am himmlischen Eingangsportal. Da wid es einen rotierenden Einsatzplan geben, weil wir - oder zumindest ich - uns bei Bach, Reger und Co weiterbilden müssen :saint: Dank des nicht mehr vorhandenen babylonischen Sprachgewirrs kann ich auch mit Widor, Guillmant, Durufle etc. plaudern.

    Ostertun - Das Harmonisieren im romantischen Stil. Wunderschön! Ich habe jetzt viele Videos runtergeladen und vermute mal, dass die mich ein paar Jahre beschäftigen können. Halleluja... und wenn ich es dann kann wie sie, dann ist mein Leben rum und improvisiere dann in den himmlischen Spähren auf einer Harfe :D

    Aber Impulse darf und sollte es geben, insbesondere von denen, die schon längere Zeit an dem Thema dran sind, oder bereits Kurse hinter sich haben.

    Mir haben die Videos zum Choräle harmonisieren wieder einen Schub(s) gegeben. Jetzt braucht man nur noch die Zeit dafür...

    Von daher noch mal ein dickes Dankeschön an Abstrakte für den Video-Link :thumbup:

    Das geschriebene ist auch noch komprimierter. Meistens ein fast leeres Notenblatt und dann "mach mal".


    Quote

    und das in allen Tonarten

    Langsam kommt mir der Verdacht, dass ich es mit meiner wenigen Zeit gar nicht schaffen kann. Gut, ich müsste die Zeit am PC auf null setzen und in jeder freien Minute mir eine neue Tonart vorknöpfen. Hinter dem Zitat steckt ja ein Sinn, keine Schikane, da gehe ich mal von aus ;-)

    Hmm, müssen wir ja nicht drauf rumreiten. Ich denke schon, dass das Takt für Takt möglich ist.

    Ich habe die Noten zu einer Air von Samuel Wesley, die ich vor vielen Jahren von CD abgehört und in Noten gefasst habe, weil ich damals keine Noten dazu gefunden habe. Das hört sich ziemlich identisch an (ich weiß es nicht mehr so genau). Die Noten gab es irgendwann bei imslp.org. Meine Fassung ist die Schönere ;-) Ist aber von der Komplexität nicht vergleichbar. Da macht es mehr Sinn, die Noten zu lernen.

    Wenn man jung und motiviert ist, viel Zeit hat, dann ist BWV 565 kein unüberwindliches Hindernis. Ich nehme das mal zum Anlass, das Werk in diesem Jahr mal wieder aufzufrischen. Vor über 40 Jahren konnte ich das Werk mal ziemlich gut ;-)

    Aufgrund eurer Äußerungen ist jedenfalls klar, das ihr euch wesentlich besser in der Thematik auskennt, als ich.

    Rico hat mir schon zum Thema Generalbaß Tipps mitgegeben (das ernsthafte Befassen damit habe ich noch vor mir).


    Ich habe vor vielen Jahren mal einen Einführungskurs Improvisation auf dem Klavier besucht. Dort hat man die Gruppe über Kadenzen, Umkehrungen und eigene Melodien in die Thematik eingeführt. Seitdem habe ich das Thema aber nicht konsequent weitergeführt.


    Einige Bücher habe ich in der Zwischenzeit gelesen und feststellen müssen, ohne viel Üben geht nichts ;-)

    Es gibt immer wieder kleine Ideen, was man für Möglichkeiten hat, aber von einem großen Schritt weiter ist nichts zu spüren. Irgendwann hatte ich mal ein Programm geschrieben, dass mir gemeinsame Terzen o.ä. in den verschiedenen Tonarten ausgibt, um damit ggf. einen Tonartwechsel zu ermöglichen. Das kleine Büchlein von Max Reger fand ich sehr spannend, aber in der praktischen (eigenen) Umsetzung schon anspruchsvoll.


    Habt ihr ein paar Tipps, wie ich in dem Thema weiterkomme?

    Der Kopf ist mehr oder weniger rund, die Gedanken "kreisen" im Kopf herum. Darum ist jeder Mensch in irgendeiner Form in seinem gedanklichen Gefängnis, wo man ohne neue Impulse nicht so einfach heraus kommt. Das geht nicht nur Komponisten so, sondern bspw. auch Schriftstellern, die andere Bücher lesen (müssen).


    Ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, dass mir aus einer Diskussion heraus neue Ideen kamen, selbst wenn es im Kern nicht um das Thema ging, an dem ich gerade arbeitete. JSBach hat einige Orgelkonzerte von Vivaldi auf die Orgel übertragen, um den italienischen Stil zu verstehen. Sebst so ein genialer Komponist musste zu diesem "Hilfsmittel" greifen, um neue Ideen zu bekommen.


    Musiker bekommen durch Musik hören neue Ideen für eigene Projekte. Es ist immer ein Impuls von "außen", der den eigenen Horizont erweitert.

    Aber auch solche Dinge wie Quintparallele oder ähnliches muss man ja nicht so streng sehen.

    Ich mag Quintparallelen und spiele sie gerne. Verbote interessieren mich nicht, wenn's meinem Ohr gefällt.

    Quote from intergeek

    Wem es nicht gefällt, der weiß wo die Tür ist.

    Wenn man es nicht beherrscht, dann gibt es nur einen Ort, wo man es tun sollte: Zuhause. Oder dort, wo keine Zuhörer gequält werden.

    Normalerweise erkennt man es recht schnell, ob einer sein Handwerk beherrscht. Selbst wenn es recht schräg ist und einem nicht gefällt, kann man feststellen, ob das einem bestimmten Muster folgt bzw. eine bestimmte Struktur hat. Andernfalls liegt der Verdacht nahe, dass der Spieler nicht genau weiß, was er tut...

    Vielen Dank, dass du das Thema wieder aufgreifst :-)


    Ich spiele gerne mal Literatur, würde aber noch lieber Choräle improvisieren können, d.h., im ersten Schritt Choralmelodien zu harmonisieren und später entsprechende Varianten zu spielen.


    Ich glaube, mittlerweile ist uns im Forum durch die Disskussion klar geworden, das es zum Improvisieren-Können keine Abkürzung gibt. Man muss in einem gewissen Maß die Musiktheorie beherrschen, damit man das Handwerkszeug hat, auf das man aufbauen kann.


    Kadenzen, dessen Umkehrungen, Generalbaß und der weitere "Kram". Ich mache immer Zeitweise was und dann bleibt es wieder liegen, weil immer was Anderes zu tun ist.


    Ich finde es trotzdem schön, wenn jemand das Thema wieder aufgreift und vielleicht neue Ideen einbringt. Was du als "Idee und eine Art Storyboard" bezeichnest - das sind genau die Schnipsel, die man sich mit der Zeit u.U. erarbeitet und ggf. zu was Neuem zusammensetzt/verarbeitet.


    Bei mir sind es manchmal die Zufälle, die mir ein Schnipsel liefern, wenn ich z.B. von Ton 1 nach Ton 2 will und ich die Zwischenschritte harmonisieren will. Vor einigen Tagen habe ich einen interessanten vierstimmigen Übergang gefunden und festgestellt, dass wenn

    ich die zwei Stimmen in der linken Hand nach oben oktaviere, dann erhalte ich einen Dominantseptakkord in einer anderen Tonart, was ich so nicht wahrgenommen habe. Das sind immer so kleine Aha's im Alltag, die mir wieder so ein kleines Schnipselchen liefern.

    Die Bach-Orgelwerke werden allgemein eher als mittelschwer eingestuft. Im Vergleich dazu empfinde ich dann eher die Franzosen wie Guillmant oder Widor als schwer.

    Es gibt halt GD-Besucher, die mit Musik an sich nicht viel am Hut haben, aber in der Kirche mit den genannten Chorälen u.a. "aufgewachsen" sind. Die Melodien sind so stark verwurzelt, dass man diese Zuhörer mit den einfachen Melodien glücklich machen kann.