Posts by vpo-organist

    Die Luftversorgung lässt sich abschalten und dann ist es schön ruhig - zum Spielen, das geht. Ja es wird mit den Faltenbälgen so sein, wie du beschrieben hast. Das klingt beeindruckend gewaltig (zweimal ein Bumms), aber wenn es später nur nervt, ist auch nix.


    Ich teste gerade eine Demo. Ich bin generell nicht der Typ, der den Spuckeffekt jeder Pfeife extrem wahrnehmen will, aber diese Aufnahmeentfernung ist mir dann doch einen Tick zu weit weg. Die sanften Register müsste man lauter stellen. Da fängt man an rumzuschrauben und verändert den Gesamtklang der Orgel. Ob das auf Dauer zufrieden stellend zu lösen ist? Dann möchte man doch mal ein bisschen mehr Dynamik und hat alles verstellt.


    Den Klang empfinde ich wie eine spielbare CD. Aber nach meinen beschriebenen Eindrücken werde ich das noch ein paar mal testen. Tendenziell würde ich das Set momentan wegen der fehlenden Nähe eher nicht kaufen.


    Vergleichsweise mit der PAB - da gibt es auch ein paar Register, die sind derart laut, dass sie eher als Effekt- oder Solo-Register im Einzelfall was taugen, aber nicht für einen Registermix geeignet sind. Da ist es allerdings etwas einfacher, das zu korrigieren, weil nur einige Zungen brutal laut sind. Ohne Direktvergleich würde ich mal behaupten, das der Dynamikumfang bei der Dudelange etwas größer ist, als bei der PAB. Ein selbstprogrammiertes Tutti bekommt man generell hin, indem man möglichst viel weglässt. Das ist dann wie bei großen Orgeln - alle Register rein klingt nicht immer schön. Wohldosiert vermeidet man die Überlastung der CPU (meine ist ein Sechkerner: 3930K - die spielt die PAB mit 92 Registern, 24 Bit und allen Koppeln im Tutti, allerdings wenig Akustik). Bei der Dudelange verursacht die große Akustik ein Performance-Problem.


    Um beim PAB-Vergleich zu bleiben - im I. Manual der PAB fehlen definitiv ein paar schöne Register und ein Tremulant. Die Tremulanten der Dudelange in I./II. und III. sind zauberhaft, da geht einem echt das Herz auf. Wenn ich so positive Sachen beschreibe, dann steht das im Gegensatz zu meinem Kaufwillen. Es ist schon ne Menge Holz. Wenn Geld keine große Rolle spielt, dann gibts nur eins: Kaufen.


    Hast Du schon mal was zur Doesburg geschrieben?

    Sehr gut - Corona Bells <lach>. Die Midi-Files sind wirklich toll, man kann sich schön anschauen, wie die eingespielten Werke registriert wurden. Da kommt man alleine nicht so schnell drauf. Aber dann war es soweit: Der Organist registrierte immer mehr dazu und weil ich die Polyphonie nicht begrenzt habe, endete das in einem unschönen Ausfall-Knister-Knatter-Gewitter.


    Eins ist mir noch negativ aufgefallen: Da gibt es zwei unnötige Buttons, die was mit der Luftversorgung zu tun haben. Die Buttons aktivieren sich selbständig. Die Luftgeräusche beinhalten ultratiefe Frequenzen, die sich bei höheren Pegeln als sehr tiefes, unangenehmes Brummen bemerkbar machen.

    Ok, Preset abgerufen und die zwei Schalter schnell manuell ausgestellt. Danach kommen mit mehreren Sekunden Abstand zwei tiefe Schläge, die sich so anhören, als würde jemand eine wuchtige Schlosskellertüre zudonnern. Bumm! Einige Sekunden Pause, Bumm! Für eine Aufnahme muss man - ich habe es nicht gemessen -gefühlt min. 15 Sekunden warten. Das nervt. Der Schlüssel neben den Buttons half auch nicht, diese Sache zu deaktivieren. Echt störend!


    Das ist jammern auf hohem Niveau. Ein Hauptwerk-Einteiger würde vor Freude in Ohnmacht fallen, was da für Klänge rauskommen. Selbst im ersten Manual kann man die wunderschönsten Solo-Register ziehen. Tremulanten auf den ersten drei Manualen. Ein Prinzipal mit Tremulant im I. klingt wirklich außergewöhnlich schön.


    Aber wenn man einige große Sets hat, dann muss bei so Preisen schon was ganz Besonderes abgeliefert werden.


    Ach, noch was, es gibt keine Seite mit der Orgelansicht (Manuale, Pedal). Da habe ich aber blöd aus der Wäsche geschaut. Wie setze ich die Midi-Kanäle? Ich schaue immer noch blöd auf den Bildschirm. Hmm. Anleitung von Voxus gelesen. Aha, über Organ Settings kann man das auch machen. Funktioniert ^^


    Wegen den Corona-Bells - einen Tag später höre ich in der Ferne leises Geläut (ich sitze NICHT an der Orgel!). Spinne ich jetzt total???? Hats mich erwischt?

    Ich renne zur Orgel, Ohr an Lautsprecher.... das Geläut kam wirklich aus der Stadt (Balkontüre war offen 8|:D;(

    Voxus hat bei mir einen fragwürdigen Eindruck hinterlassen - als würden die das Geschäft noch auf "Ach und Krach" nebenher betreiben und haben keine Zeit, das Sample-Geschäft auszubauen.


    Bei Voxus-Dudelange hat sich der Klangeindruck der Demos zu Hause bestätigt. Ist identisch. Aber beim Demo hören schwante mir schon, dass es nicht direkt genug ist.

    Das hätte gepasst :) Nein, das war heute morgen. Das Geläut war sehr leise und ließ sich mit dem Volume-Regler nicht laut stellen. Oder ich fange langsam an zu spinnen vor lauter "zu Hause bleiben" ...

    Mitte 2014 hatte ich nachgefragt, ob die Dudelange released wird. Da haben sie gesagt, sie hoffen es.

    Dann hat es doch noch vier Jahre gedauert! Und dann nochmal sechs Jahre, bis ich das Set in die Finger bekomme :D

    Kurz gesagt, es ist ein schönes Set, hat einen hohen Dynamik-Umfang. Es werden ca. 30 Midi-Files der Stücke mitgeliefert, dessen Audio-Aufnahmen auf der Voxus-Seite existieren. Das ist super, weil die Registrierung einer solche großen Orgel auf Anhieb nicht einfach ist. Was ich beim Testen höre (der Hörabstand zur Orgel) entspricht den Voxus-Demos. Mir ist es etwas zu weit weg. Es entspricht dem Hören einer CD. Eine tolle Orgel mit wohl abgestimmten Registern. Die sanften Register sind wirklich leise, für meinen Geschmack zu leise. Dreht man den Volume-Regler auf und es kommen ein paar kräftige Register hinzu, dann wird es schnell zu laut.


    Ein witziges Feature hat Voxus eingebaut - nach dem Laden des Sets funktionierte erst mal kein Sound. Ich hörte (heute morgen) gant leise die Kirchenglocken läuten. Ich dachte, das kann doch wg. dem Corona-Versammlungsverbot nicht sein! Ich hielt meinen Ohren an die Boxen... hey da kommt Glockengeläut raus! Mit der Zeit wurden diese etwas lauter, sehr nett :-)

    Scheinbar gibt es nicht viele Anfragen für ein Demo-Set.


    Info von Voxus: MDA bittet die Händler, 100 Testlizenzen zu kaufen. Für 4 Kanäle bedeutet das, 200 Testlizenzen kaufen. Bei wenig Nachfrage sind sie natürlich nicht bereit, sich diese Lizenzen auf die Halde zu legen ("zu teuer").


    Bei Voxus ist Einiges nicht in Ordnung:

    • Account anlegen und Bestellung ist alles unverschlüsselt
    • Die Shops für die unterschiedlichen Sprachen funktionieren NICHT gleich! Ich habe einen Testcode für die Dudelange gekauft (2,46 EUR). Wenn ihr in den deutschen Webshop geht, werdet ihr Euch fragen, wie ich das angestellt habe - dort kann man keinen Testcode kaufen. Dazu muss man in den englischen Webshop...
    • Alle Mails bei einer englischen Bestellung sind in niederländisch verfasst. Die vier Mails musste ich erst durch einen Translator jagen.


    Bei Sonus Paradisi gabs die Testcodes kostenlos.

    Tja, das Kostenlos-Denken ist fatal. Die Leute haben null Ahnung, was in so mancher App an Arbeit und Zeitaufwand drin steckt. Allein schon die Zeit, sich das Wissen anzueigenen, interessiert niemand. Da geht es um viele Monate oder Jahre. Naja, das Jammern interessiert auch keinen ;-)

    Weiteres für mich trauriges Handicap, dass es (vermutlich wieder) keine Demo-Version geben wird. Bei dem zu erwartenden Preisniveau bei Voxus für mich dann schon von vornherein so ziemlich ein KO-Kriterium.

    Ich hatte diese Tage angefragt und gesagt, dass ich kein hochpreisiges Set kaufe, ohne es zu Hause getestet zu haben.

    Quote

    for Haarlem, you need 2 codes (front and rear), so it's expensive. We don't have trial codes for Haarlem at this moment.

    Our customer Vincent de Ridder have good demo's on YouTube, 50% front and 50% rear:

    Hmm, wenn ich mir das naheliegende Thema Kontrapunkt ansehe, dann scheint das auch ein Puzzlestück zu sein... und schon steckt man in der Kompositionslehre drin....


    1994-96 hatte ich das letzte mal (nach meinen Datumsangaben) so eine Hochphase, wo ich ein paar Choralvorspiele komponiert habe.

    Danke! Das ist ich mir schrittweise durchlesen :) Generalbaßübungen von Grabner und La Motte gibt es in der Stadtbibliothek, die leider bis auf Weiteres geschlossen hat. Gerade noch ausgeliehen: Reger Modulationslehre, Sedlak Modulationslehre, Gellner Modulationslehre, Acker Modulationslehre :D

    Vielleicht kann man die genannten Schnipselchen auch mit mehrstimmiges Modell beschreiben.


    Was auch zum Improvisieren motiviert - eine schöner Orgelklang. Ich erinnere mich an den unvergesslichen Moment, wo ich das erste mal eine Pfeifenorgel spielen durfte. Dort habe ich stundenlang gespielt und improvisiert. Das war wirklich aus dem Nichts heraus, keiner Melodie folgend, einfach die Tasten spielen lassen.


    Ich freue mich auf das Trial Sampleset der Dudelange! Oh ich höre gerade 006 SAINT SAENS Fantaisie.mp3. Eines meiner Lieblingsstücke.


    Sehr schöne Flöten: 026 MACDOWELL Fantasiestücke.mp3

    Lieber Rico, da hast Du mir jetzt wirklich viele Infos gegeben. Vielen Dank, dass du einem geistig am Boden liegendenden, hilflosen Impro-Möchte-Endlich-Können-Mensch wieder auf die Beine hilfst ;-)

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    Improvisieren über den Weg des Jazzpianos

    War der Weg steinig, wie alle anderen Wege auch, oder würdest du sagen, das ist der optimale (kürzeste) Weg das zu lernen?


    Jazz verstehe ich musikalisch nicht. Eine Welt, die sich mir trotz gutem Willen nicht erschließen will. Es gefällt mir nicht. So wie B. Dennerlein im einem Video sagt: Die Leute hören da "irgendein Gedudel" und können damit nichts anfangen. So geht's mir auch.

    Die Dennerlein fasziniert mit ihrem technischen Können. Aber wie kann man an so was Spaß haben? Ist mir ein Rätsel, ehrlich.

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    Was will ich denn eigentlich? Will ich auf Krampf so improvisieren, wie XY?

    Nein. Ich möchte einen Choral auf unterschiedliche Art und Weise spielen/interpretieren können:

    Eigener Choralsatz, c.f. in den verschiedeen Stimmen oder Trio o.ä. Soweit das Können / Wissen eben reicht. Wenn's nur auf eine Art gelingt - auch gut.


    Wie G. Krahforst hier schreibt, ist es optimal, wenn man über Literaturspiel verschiedene Stile verinnerlicht hat. Dazu reicht aber der Rest meines Lebens nicht mehr (Ü50).


    Mir ist schon in etwa klar, was ich für Handwerkszeug brauche. Viele kleine Schnipselchen, die man sich antrainiert hat, zu etwas Neuem zusammenfügen. Was sind nun diese kleinen Schnipselchen? Kleinste - ich nenne sieh mal - Spielwendungen, die zu einem barocken oder romantischen Stil führen bzw. daher stammen. dazu paaren sich auch Ideen von Profis, die einem beim "Starten" einfach fehlen.


    Ein früherer Bekannter war mit dem leider verstorbenen Franz Lehrndorfer befreundet. Lehrndorfer war einer dieser begnadeten Improvisateure (oder auch Prof. Seifen). Lehrndorfers Improvisationen von Kinderliedern haben mich damals (noch auf Langspielplatte/LP) schwer begeistert und beeindruckt. Dieser Bekannte hat von Lehrndorfer auch mal den Tipp bekommen, in seine Choralimpro. eine sich ausgedachte andere Melodie einzubauen.


    Aus dem Stehgreif bedeutet für mich nicht, "aus dem Nichts heraus" spielen, sondern das eingeübte aneinanderfügen dieser vielleicht Miko-Schnipselchen eines bestimmten Stils. Abgekupfert, oder sogar selbst erfunden / herausgefunden. Gepaart mit theoretischem Hintergrund, dessen antrainierte praktische Umsetzung tatsächlich zu etwas Ähnlichem wie "aus dem Nichts heraus" führen.


    Es ist das vermischte, aus der Theorie heraus umgesetzte praktische Können, was zu einer Impro führt. Jetzt stellt sich die Frage, wie ich zu diesen Schnipselchen komme, ohne das ich noch 10 Jahre Literatur studieren muss. Das ist der Knackpunkt der ganzen Geschichte.


    Wünsche an einen Profi - der es einfach drauf hat

    Die Profis, die es draufhaben, die verstehen nicht, das ich ein paar Schnipselchen brauche, um mit diesen Ideen weiterzukommen. Vielleicht sogar ohne hochgesetztes Ziel. Nur um das Thema am Leben zu halten und mich weiter trainieren lassen, nicht aufgeben lassen.


    Jedes Buch, jede Anleitung verfolgt den ähnlichen Ansatz - wie es eben klassisch gelehrt wird. Dazu habe ich aber KEINE ZEIT MEHR! Der Zug ist mit Ü50 abgefahren. Ich will nicht als Rentner soweit sein, das ich gut Choräle improvisieren kann. Ich will kleine Erfolge, die ich mit einigen Monaten Aufwand oder vielleicht auch in einem Jahr erlernen kann.


    So geht es doch Vielen! "WIR" wollen ein paar "TRICKS", ein paar Schnipselchen, die uns den Horizont erweitern, uns eine Idee für eine schnelle Umsetzung auf den Weg geben, bei dem was rauskommt, was "UNS" schon zufrieden stellt. Uns einfach das Gefühl gibt, wow, wieder einen kleinen Schritt weiter. Und das hört sich sogar gut an! Die Profis könnten uns wöchentlich mit neuen Schnipselchen/Ideen oder machbaren Aufgaben füttern, welche den Spaß am Neuen erhält und uns nicht aufgeben lässt, weiter zu forschen und zu üben.


    Ich bekomme immer das große Kotzen, wenn ich eine Anleitung sehe, wo fast leere Notensysteme mit ein paar Anfangsakkorden beginnen, die man dann fortführen soll. Oder eine Melodie, die ich vierstimmig vervollständigen soll. Damit bin ich zeitlich überfordert! Das macht keinen Spass und solche Hefte lege ich direkt wieder weg. Zu anstrengend. Zu aufwendig. Ich will keine Anleitungen, die für Studenten geeignet sind, die ihr ganzes Leben Zeit haben, ihr Können zu vervollständigen. Ich will möglichst viele, kleine handhabbare Ideen, mit denen ich nich beschäftigen kann. Und sag mir bloss nicht, übe das Schnipselchen vorwärts, rückwärts und in allen 24 Tonarten! So sechs gängige Tonarten kann man ja mal durchackern, 3 Moll, 3 Dur, aber wie gesagt, versaue mir bloß nicht den Spaß an der Sache!


    Versorge mich mit Schnipselchen, gib mir Ideen auf den Weg, für unterschiedlichste Anwendungen. wie ich von einer bestimmten Tonart in eine andere komme, erkläre mir was einen barocken Stil ausmacht - es gibt Software, die nach Bach oder Reger eine Melodie vierstimmig ergänzt. Was sind das für Regeln?

    Welche Theorie steckt dahinter? Sind das ein paar einfache "Geheimnisse", die mich weiterbringen können? Ohne dass ich hunderte Buchseiten studieren/lesen muss? Dann verrate sich mir bitte!


    Gruß mit Augenzwinkern vom

    vpo-organist(enzwirn).