Posts by Dulzian

    Auf Seite 55 im Katalog von Heuss ist die Schenkelfeder in der doppelarmigen Taste zu sehen. Hier ca in der Mitte zwischen Drehpunkt und hinterem Tastenende. Zusammen mit einem Magneten zur Druckpunktsimulation scheint das gut zu funktionieren.

    Ja genau, eine richtig große Schenkelfeder in Drehpunktnähe ist das eben nicht (aber immerhin auch nicht am Ende der Tastatur). Aber wohlgemerkt, es ist die einfache Druckpunktsimulation von Heuss, nicht die Nobelvariante...


    Im übrigen finde ich es interessant, dass bei jeder mech. Orgeltraktur sowieso auch eine Schenkelfeder mit im Spiel ist, neben ggfs. vorhandenen Bleigewichten. Nämlich die, wo das Ventil geöffnet bzw. geschlossen wird. Die Nobelvariante von Heuss berücksichtigt dies, ebenso wie die geringfügige Krafterhöhung im Millimeterbereich, bevor der Druckpunkt simuliert wird (im Gegensatz zu den einfachen Magnet-Druckpunktsimulationen, bei denen der Druckpunkt prinzipiell beim Weg 0 anfängt).

    Ist sicher der Eigenwerbung der Firma geschuldet, aber:

    Vielleicht besser als gar kein Kraft-Wegdiagramm der verschiedenen Tastaturanbieter.


    Die Kraftzunahme durch die Spiralfeder bei einer Fatar-Tastatur ist zumindest deutlich spürbar.


    Weiterhin kenne ich keine Firma, die so starke Schenkelfedern verbaut, dass der Angriffspunkt nahe am Drehpunkt der Tastatur ist. Vielleicht liegt es da dran, dass dann die Schenkelfeder von der Abmessung so groß sein müsste, dass sie nicht mehr in den ohnehin sehr knappen Raum zwischen den Manualen verbaut werden könnte? Wenn dem so ist, dann wäre diese Möglichkeit dann wohl eher nur theoretischer Natur.


    Im Übrigen zeigt aber UHT, dass durchaus sehr lange Spiralfedern in einer Tastatur untergebracht werden können - so geschätzte 10cm sind es schon. Der Trick ist, dass diese Feder nicht senkrecht, sondern fast waagerecht angebracht ist, sodass - im Gegensatz zur starken Kraftzunahme kurzer Spiralfedern - dort prozentual die Kraftzunahme nur noch wenige Prozent sind. Insofern sehe ich o.g. Kraft-Wegdiagramm zumindest für die UHT-Tastatur als stark übertrieben an.

    Wie wird der Kontakt zum Spielen des Tones ausgelöst? Was ist technisch am einfachsten? Ich nenne die Möglichkeiten mal, ohne Ahnung davon zu haben: Näherungsschalter (Hall-Sensor), Reedschalter, Optisch



    Welche Technik bietet die einfachste Lösung, die auch präzise und schnell genug ist? Womit lässt sich das auswerten?

    Erstmal, schnell genug sind alle Varianten, in der Hinsicht gibt es keine signifikanten Unterschiede. Was die Latenz ausmacht, ist nicht die Elektronik, sondern die Midi-Übertragung. Da kommt man, über den Daumen gepeilt, bei einem 3-Byte Datensatz (also z.B. um einen einzigen Ton an- oder auszuschalten) auf ca. 1msec. Bei vielen Datensätzen läppert sich da ganz schön was zusammen. Das ist erstaunlich langsam, aber offenbar gerade noch so ausreichend für unsere Zwecke.


    Von der Kontaktauslösung bin ich ein Verfechter von Hall-Sensoren. Dafür brauchst du pro Taste einen Hall-Sensor (digital, nicht analog) und als Gegenstück einen Magneten. In den diversen Fäden hier wurde schon detaillierter erörtert, welche Bauelemente, und welche Magnetformen sich betriebsbewährt haben usw. Diese Hall-Sensoren haben auch eine eingebaute Hysterese - das ist etwas, was wir unbedingt brauchen. Denn du willst kein Prellen haben, wenn die Taste wieder hochkommt, verbunden mit einem Midischwall...


    Reedschalter sind auch möglich, aber sie sind mechanisch fragiler. Optokoppler gehen auch, brauchen vermutlich etwas mehr Strom insgesamt, und haben keine eingebaute Hysterese.


    In meinem Spieltischfaden habe ich gezeigt, wie man die Hall-Sensoren mit einer Schiene mit Streifenleiterplatten sehr präzise mit den Tastenmagneten justieren kann, ohne das individuelle Nachkalibrierungen nötig sind. Dieses Verfahren wurde auch von anderen schon so nachgenutzt. Hier der Link: https://mps-orgelseite.de/home/forum/index.php?thread/476-kirchenorgelmanuale-restaurierung-kopplung-druckpunktsimulation-midifizierung/&postID=3850#post3850


    Bei der Technik würde ich mit dem Bezug der Midielektronik anfangen, in den verschiedenen Fäden wurden ja Bezugsquellen zeitgemäßer Midielektronik genannt.

    Ich habe leichte Zweifel, dass eine Feder als alleinige Kraft ein schönes Spielgefühl ergibt bzw. das wird sich wie eine Fatar anfühlen. Ohne es getestet zu haben werde ich erst mit Bleigewichten experimentieren und als Ergänzung ggf. eine ganz leichte Federkraft als Ergänzung einsetzen.

    Aber ich sehe schon, dass man ums experimentieren nicht herum kommt.

    Neben der unterschiedlichen Massenträgheit ist es so, dass bei einer Feder die Kraft zunimmt, je mehr die Feder ihre Ursprungslage verlässt (gedehnt oder gestaucht - je nachdem). Bei einem Bleigewicht gibt es da jedoch keinen Unterschied, die Kraft bleibt immer gleich.


    Das bedeutet, bei einer einfachen Schenkelfeder nimmt die Kraft zu, je weiter man die Taste runterdrückt. Das ist bei einer mech. Orgeltraktur jedoch anders: dort gibt es am Anfang den Druckpunkt (bei einer hängenden Traktur), oder erst vielleicht nach 1-2mm (in dieser Phase straffen sich die oft aus hauchdünnem Holz bestehenden Trakturelemente). Nachdem der Druckpunkt überwunden ist, nimmt die Kraft nicht mehr linear mit dem Weg zu. Von daher gefällt mir eine reine Magnetsimulation (für Druckpunkt), verbunden mit einer einfachen Feder (z.B. Fatar oder die "Billig"-Variante von Heuss) nicht so gut. UHT hat das cleverer gelöst, weil die Feder ihre Spannung nur ein paar Prozent (aber immerhin) ändert mit zunehmender Tastentiefe. Die "Edel"-Variante von Heuss hat daher auch eine Massenträgheit mit verbaut, um eben dem Spielgefühl mech. Trakturen näher zu kommen.

    vpo-organist: du stellt viele grundsätzliche Basisfragen, die wirklich nur äußerst entfernt etwas mit meinem Spieltisch zu tun haben. Bist du einverstanden, dass wir alle letzten Einträge, spätestens ab #101 in einen neuen Faden verlagern, vielleicht so etwas wie "Grundlagen der Simulation einer mechanischen Traktur" o.ä.? Dann kann man ganz in Ruhe dezidiert auf jede deiner Fragen eingehen. Würde mir wirklich besser gefallen, als in diesem Faden. Ok?

    Mal davon abgesehen, habe ich in Kirchen überwiegend mit elektrischen Trakturen zu tun und erst seit wenigen Jahren nach einem Orgelumbau auch mit einer mechanischen Traktur. Allerdings kam bei mir nie das Gefühl auf, boah, toll. Das ist eher ein notwendiges Übel.

    Also wenn du überwiegend mit elektrischen Trakturen zu tun hast, und das Spielgefühl von Orgeln mit mechanischer Traktur sowieso nicht magst, warum überlegst du denn, dir sündhaft teure Manuale zuzulegen, die möglichst authentisch das Spielgefühl von Orgeln mit mechanischer Traktur simulieren? Stattdessen könntest du doch viel Geld sparen und auf diese Simulation verzichten.


    Bei mir ist es genau anders herum - je besser das Spielgefühl von Orgeln mit mechanischer Traktur simuliert werden kann, umso besser. Und am liebsten mit einstellbaren Niederdruckkräften, von Standard-"Wohlfühlkräften" 120g am besten bis zu mörderischen 1kg Niederdruckkräften. Von solchen Kräften reden wir z.B. bei Waltershausen mit durchgekoppelten Manualen, und viele thüringische historische Dorfkirchenorgeln sind auch nicht viel besser. Wohl dem, der sich auf sowas gut vorbereiten kann - ich weiß, wovon ich spreche.

    Ich hab mal bei Heuss reingeschaut. Das ist ein altbekannter Aufbau, hier mit einem Magneten ausgestattet und einer Feder zur Rückstellung.

    ...

    Einige ältere Tastaturen haben hinten Gewichte aufgebracht

    Beim Halten der Taste benötigt man weniger Kraft als zum Niederdrücken.

    Das ist m.W. weitgehend außer Mode gekommen.

    Nur zur Klarstellung: dass ist die "kostengünstige" Variante der Druckpunktsimulation von Heuss (ähnlich zu der von UHT), aber nicht die viel raffiniertere Variante.

    Und das man beim Halten der Taste weniger Kraft als zum Niederdrücken brauchen möchte, ist nicht aus der Mode gekommen, sondern eine Tatsache bei Orgeln mit mechanischer Traktur - welche man so gut wie es geht, haptisch nachempfinden möchte.

    Eine 2-armige Taste hat in der Mitte den Stift, wie du geschrieben hast (Taste mit Langloch) und auf beiden Seiten des Balkens sind die Tasten ungefähr gleich lang. Auf dem Bild von Heuss sieht man das. Der Stift im vorderen Teil der Taste ist abeflacht und man kann durch Drehen des Stiftes das seitliche Spiel der Taste justieren.Während Fatar, UHT und andere nur eine einarmige Taste haben, am Ende ist das Scharnier. Das spart Platz nach hinten.

    Ich will meine vier Manuale erneuern und hatte vor einger Zeit bei Hoffrichter nachgefragt. Der viermanualige Block MS-4 kostet 2225,00€. Da sind vermutlich nur die Fatar-Standard-Tataturen verbaut. Für ungefähr diesen Preis bekommt man ein(!) UHT-Manual. Die Qualität ist halt ne andere Liga. Braucht man nur zwei, dann ginge das noch, aber bei vier Manualen muss ich dann schon schlucken.

    Ja, UHT-Manuale sind schon eine andere Liga. Aber für etwa denselben Preis bekommt man auch ein Heuss-Manual mit ausgefeilterer Druckpunktsimulation. Und das sind Manuale, wie sie für abgesetzte Profi-Spieltische im Kirchenraum (wie es zunehmend Mode wird, damit die Leute den Organisten direkt sehen) gebaut werden, wo ein Super-Tastengefühl gefragt, auch wenn es keine mechanische Traktur ist. Oder wie sie beim Luxusspieltisch von Jörg Glebe verbaut wurden (dieser Spieltisch wurde auch von Heuss gebaut).

    Ich stand selber bei S.Luck/UHT und Vater&Söhnen Heuss auf der Matte und habe deren Tastaturen probiert. Wenn, würde ich gleich Heuss-Tastaturen incl. deren viel ausgefeilterer Druckpunktsimulation nehmen. Im übrigen - kannst ja mal bei UHT fragen, wer denn der Tastenzulieferer ist, das nur mal am Rande...


    Mir reicht zum Üben ein 3-manualiger Spieltisch, aber auch bei einem 4-manualigen Tisch könnte man unterscheiden, z.B. die unteren beiden Manuale mit der ausgefeilten Druckpunktsimulation zu nehmen, und die oberen beiden Manuale, die man vergleichsweise seltener benutzt, mit der einfacheren Druckpunktsimulation (bei gleicher Holztastenqualität).


    Zu deinen Fragen:

    zu 1) Ja, ich habe noch den Katalog als pdf-File, wo die einfache und die aufwändige Heuss-Druckpunktsimulation abgebildet ist. Schick mir ne PN, dann kann ich es dir zumailen.


    zu 2,3) Das mit den Führungsstiften habe ich nicht genau verstanden. Aber falls ich mir ein ähnliches Selbstbau-Projekt nochmal aufhalsen würde, würde ich als Ausgangspunkt wohl wieder versuchen, ausrangierte Orgelmanuale zu verwenden und aufzumöbeln. Zum einen ist der Charme benutzter Tasten da, und auch die Qualität echter Holztasten. Und das Spielgefühl mit 2-armigen Tasten und Bleigewichten, zusätzlich zu einer wie-auch-immer-gearteten Druckpunktsimulation kommt dazu.


    zu 5) Ich kann es für mich nicht sagen, wieviel 100 Stunden es waren. Nur, dass ich immer wieder neue Dinge dazugemacht habe und es mit der Zeit gewachsen ist. Die letzte Aktion war z.B. das austauschbare Pedal, sodass ich jetzt auch ein historisches Pedal habe, wie es z.B. für den Thüringer Raum so typisch ist (also ziemlich breite Tastenabstände und Flachbrett). Womit ich gerade jetzt viel übe, weil ich dieses Wochenende die nächste schöne historische Orgel im Weimarer Land vor ein paar Leuten präsentieren will - Bechstedtstraß, Orgelprospekt.


    Und das ich auch entscheidende Fehler gemacht habe: um irgendwas an den Manualen justieren zu wollen, muss ich alles komplett auseinanderbauen, die Elektronik abstöpseln, die Manuale auseinanderschrauben usw. Mittlerweile würde ich schon gerne die Tastenführungen nachjustieren wollen, im Laufe der Jahre nutzt sich eben alles schon ab und ist nicht mehr so straff.


    Über eine Sache hatten wir hier noch nicht gesprochen. Im Fadenthema steht ja auch "Kopplung". In diesem Kontext - Simulation der Kopplungskräfte - ist ein Patent entstanden, Michael (Mikelectric) und ich sind Inhaber. Ich werde mal mit Michael sprechen, ob wir es hier vielleicht präsentieren wollen.

    Also ich habe sowohl die "Grundlagen der Orgelimprovisation" von Chr. Michel-Ostertun als auch die Heftchen "Orgelimprovisation mit Pfiff" von Peter Wagner gekauft und reingeschaut. War auch in der glücklichen Lage, im Rahmen eines C-Kurses vor 14 Jahren sowohl von Chr. Michel-Ostertun als auch von Peter Wagner dafür Seminare bekommen zu haben. Das ist nochmal eine andere Sache, wenn so ein Improvisationscrack - wie es beide selber sind - dies selber demonstriert.

    Um es kurz zu machen - das Lehrwerk von Michel-Ostertun verlangt bei konsequenter Umsetzung sehr viel Zeit und Übung. Da wird schon erwartet, dass man die Harmoniewendungen der einzelnen Übungen durch viele Tonarten durchlernt und anwendet und in Musiktheorie ziemlich fit ist oder dadurch wird. Um mal ("nur") die eine oder andere Improvisationsvariante auszuprobieren, finde ich die "Orgelimprovisation mit Pfiff" geeigneter. Allerdings auch hier - viele Improvisationen sind m.E. nicht so sehr geeignet, sie als Liedintonationen zu verwenden. Mein hauptsächlicher "Usecase" für Orgelimprovisationen wären abwechslungsreiche Vorspiele für Gemeindelieder - weil ich für Vor- und Nachspiel und für das Abendmahl viel lieber Literaturstücke nehme. Besser gesagt, diese Stellen sind für mich das Salz in der Suppe eines Gottesdienstes, um meine Literaturstücke an den Mann/die Frau zu bekommen.

    Von daher - zumindest ich bin, ehrlich gesagt, zu faul, um die "Grundlagen der Orgelimprovisation" von M-Ostertun konsequent durchzuackern, ebenso was die Heftchen "Orgelimprovisationen mit Pfiff" angeht. Ein Buch, was verschiedene praxisrelevante Arten von Liedintonationen anwendet, auf gottesdienstbezogene Länge (also max. vielleicht Länge einer oder zweier Liedstrophen, aber besser eigentlich kürzer) erörtert, habe ich bisher noch nicht gefunden - vielleicht gibt es hier ja Tipps dafür.

    Hallo Bernd,


    das sieht ganz toll aus mit deinen Registerwippen-Replikaten!!!


    Ich bewundere deine Ausdauer und deinen Willen, den Spieltisch möglichst originalgetreu zu restaurieren!


    Unter den Registerwippen dann Mikroschalter, oder willst du die Kontaktierung mit Hallsensoren/Magneten oder mit Reedsensoren/Magneten machen? Ich würde nicht für mechanische Silberdrähte o.ä. als Kontakte plädieren - wegen Kontaktproblemen/Prellgefahr usw,


    Als jemand, der auch - allerdings viel primitiver (mit Marquardt-Kurzhubtastern incl. LED-Signalisierung) - lediglich 64 Registerschalter verbaut hat (davon 8 fest für die Standard-Koppeln eines 3-manualigen Spieltischs, und 56 verbleibenden für Register), warne ich aber: du kommst eben schon an einer mittelgroßen Orgel an die Kapazitätsgrenzen bgl. Registerzuweisung.

    Ich für mich kann mich aber damit arrangieren, selbst das (Begehrlichkeit weckende) neue Groningen-Set käme mit dieser Anzahl aus. Aber ich habe schon die eine oder andere Orgel, wo ich auf dies oder jenes Registerchen verzichten musste bei der Zuweisung.


    Wie machst du es mit der Registerbeschriftung? Ich habe für jedes Sample-Set ein magnetisches beschriftetes Band für alle Registerwippen. Für jedes Sampleset hängt ein Band neben der Orgel herunter an der Wand, ca. 1m lang. Wenn ich das Set wechsle, klicke ich ein anderes Band unterhalb der Registerwippen (dazu ist eine Magnetfolie festgeklebt an der Orgel), geht ganz fix. Hat sich eigentlich ganz gut bewährt. Das Band ist ca. 5cm breit, das reicht für Hochkant-Beschriftung der Registernamen.


    Gruß Olaf

    GrandOrgue benötigt 37 s zum Laden von Friesach in höchster Qualität.
    Hauptwerk 5 braucht nach dem Laden noch weitere 10 s um sein Audiosystem zu starten.
    Damit braucht HW5 also insgesamt 45 s gegenüber GO 37s, bis ich losspielen kann.

    Also ich schalte immer zuerst den Spieltisch ein, womit Hauptwerk + letztes Sampleset automatisch hochgefahren wird.

    Danach ziehe ich meine Orgelschuhe an. Zumindest ist dann alles fertig geladen, bevor ich mit Schuhanziehen, Hinsetzen am Spieltisch, Aufsetzen der Arbeitsplatz-Gleitsichtbrille und Notenaufschlagen fertig bin. Schneller muss es bei mir nicht gehen. :)

    Was anderes ist natürlich, wenn ich während der Übesession das Sampleset wechseln will (mache ich per MIDI-Buttons am Spieltisch). Dann brauche ich nur den Magnetfolienstreifen für die Registerbeschriftung auszutauschen und muss hierbei tatsächlich noch ein paar Sekündchen warten, bis das neue Sampleset geladen ist. Aber wechsele auch rel. selten während einer Übesession das Set.

    Hi Bernd,


    doch, also ich finde das sehr interessant!

    Entschuldigung dafür, dass ich oft nur mitlese und kein Feedback gebe.


    Habe mir gerade deinen alten Spieltisch angesehen und kann verstehen, dass du die schönen alten Wippen nicht durch neue Kurzhubtaster o.ä. ersetzen möchtest. Vielleicht ist es keine so schlechte Idee von dir, mittels 3D-Drucker diese Wippen zu vervielfältigen. Mach dann gleich 100 davon, das sollte dann wohl für die meisten Samplesets reichen. Müssen nartürlich auch irgendwie Platz haben unterhalb des Notenpults oder seitlich.

    Aber mir wäre es wichtig, dass die Schalterwippen sehr zuverlässig sind. Kann man nicht auf moderne Schalterwippen, wie z.B. von Reichelt beziehbar, dann Wippenblenden aus dem 3D-Drucker draufkleben? Vielleicht mal ausprobieren, welche Schalterwippen vom Schaltergefühl deinen alten am nächsten kommen.

    Ich hatte - leider völlig uncool - Kurzhubtaster von Marquardt verwendet mit eingebauter LED, sodass der Schaltzustand sichtbar ist. Aber wenn ich deinen schönen alten Spieltisch sehe, würde ich wohl auch an deiner Stelle kämpfen, das Look-and-Feel so weit es geht, zu erhalten.


    Gruß Olaf

    Das waren die Magnete an den Pedalen. Die Midifizierung der Klaviatur erfolgte mit Fatar-Platinen.

    Berichte ich demnächst. Hatte nämlich erst einen unbefriedigenden Versuch.......

    Gruß

    Bernd

    Sieht so aus, als ob sich die Magnete dann bei Tastenbetätigung von oben dem Reedrelais nähern?

    Das ist riskant, weil das untere Anschlagpolster flexibel ist und du bei starkem Tastendruck mglw. das Reedrelais berührst oder durchknackst.

    Viel entspannter ist, statt Rundmagnet Quadermagnete zu nehmen und diese an die Stirnseite der (Pedal-)tasten zu befestigen. Z.B. 20mmx4mm, 2mm dick.

    Diese lösen dann einen Kontakt aus, wenn das eine Ende der Magnetlangseite das Reedrelais-Sensorfeld erreicht. Dann hast du insgesamt ca. 30mm Pedalweg, wo der Kontakt da ist, da ist ausreichend Reserve, auch wenn nach Jahrzehnten der untere Pedalpuffer durchgetreten ist. Hat sich bei mir bei nunmehr insgesamt 3 Pedalmidifizierungen bewährt. Sinngemäß übrigens auch für Manualmidifizierungen, nur da sind die Quader wesentlich kleiner.

    Ja, unbedingt besteht Interesse. Ich lese sowas gerne!!

    Entschuldigung, nicht vorher geantwortet zu haben! Es ist immer interessant, die oftmals unterschiedlichen Midifizierungsvarianten mitgeteilt zu bekommen.


    Zu Bild IMG_6023.jpg: das habe ich nicht so ganz verstanden - sind das angeschraubte Magnete? Und an welcher Stelle der Taste ist das angebracht? Sieht so aus, als ob du die Midifizierung am vorderen Tastenarm machst, direkt unter den Tasten? Kann das nicht so genau erkennen.


    Gruß Olaf

    Ui, das ist ja ein ganz besonderes Schätzchen. Bestimmt nicht so einfach da mal dran spielen zu dürfen. Da würde mich natürlich ein kurzer Bericht freuen, wie Du die Orgel anschließend einschätzt und was Dir das Üben im Vorfeld mit Deinem neuen historischen Pedal zuhause gebracht hat.

    Ja, das ist wirklich eine schöne Orgel. Es hat vielleicht geholfen, dass ich den Organisten noch aus alten DDR-Zeiten kannte - aber bin mir rel. sicher, dass es auch ohne den Kontakt unbürokratisch gegangen wäre. Ich hatte den Kirchenschlüssel einen Tag vorher von der Küsterin abgeholt und nach dem internen Konzert einfach wieder abgegeben. Es sind auch einige Scheinchen in die Kollekte gewandert, aber das wäre auch so gegangen.

    Diese Peternell-Orgel ist trotz der lediglich 19 Registern und trotz "fehlender" Zungenregister dermaßen sonor und kräftig, dass da schon ordentlich Power herauskommt, und auch wunderschöne leise Register. Es ist eine reinrassige romantisch disponierte Orgel, und in gutem Zustand (was die Stimmung/Intonation angeht) - es werden da auch ab und zu Konzerte gespielt. GD ist nur noch einmal im Monat, wie in so vielen anderen Dörfern auch...

    Ansonsten ist das Pedal rel. schwergängig - das ist der Hauptunterschied in der Haptik zu meinem neuen Übepedal (die Tastenabstände waren vergleichbar). Als Konsequenz (weil ich das an einer anderen Orgel auch so erlebt habe), werde ich zusätzlich noch eine Druckpunktsimulation bei meinem historischen Übepedal einbauen, was gleichzeitig auch die Sache schwergängiger macht.

    Und das Pedal und die Tasten klappern ziemlich stark beim Loslassen. Das ganz leise Harmonica 8' im OW ist für sich alleine eigentlich nicht spielbar, die Klappergeräusche sind auch im Kirchenschiff lauter als der Pfeifenklang. Aber auch das habe ich schon bei mehreren hist. Orgeln genauso erlebt.


    Am nächsten Tag des Aufenthalts in Thüringen bin ich noch an der Orgel in Schlossvippach im Norden von Weimar, nahe Sömmerda, gewesen. Eine 2-manualige, aber unglaublich üppig disponierte historische Barockorgel - habe auf Organindex schonmal die Disposition und ein paar Bilder hochgeladen (es folgt noch eine Beschreibung der Wartungsarbeiten im 19./20.Jhd): Schlossvippach -St. Vitus.

    Wenn ich im Lotto gewonnen hätte, würde ich hier Geld reinstecken - so eine schöne Orgel in einer großen Kirche (da gibt es sogar noch eine weitere Chororgel). Habe da eine nähere Beziehung dazu, weil meine Eltern daneben begraben liegen. Die Orgel ist leider derzeit nur so gut wie unspielbar, wenige Register im HW gehen noch, Pedal so gut wie unbrauchbar, OW stillgelegt...


    Gruß Olaf

    An welcher Orgel im Weimarer Umland hast Du denn gerade zu tun, wenn ich fragen darf?

    Es wird die Peternell-Orgel in Denstedt sein, ich kann erst einen Tag vorher mit der Orgel Bekanntschaft schließen. Es ist kein offizielles Konzert, sondern nur für die Großfamilie und ein paar Freunde, ca. 20-25 Leute, aber ich freue mich schon drauf! Will Bach g-Moll Fantasie&Fuge g-Moll BWV542 und die 5.Mendelssohn-Sonate D-Dur und "ein bisschen was drumherum" dort spielen. Für Bach muss es da im Pedal bis d1 gehen, weil das schon beim 1. Fugeneinsatz verlangt wird. Daher wird es schon rel. eng, wenn es eine historische Orgel im Weimarer Land sein soll, viele gehen eben nur bis c1. Die Orgel hat leider keine Zungenregister. Aber dafür können auch keine Zungenregister verstimmt sein, das ist das Gute daran.:) Da die Orgel öfter für Konzerte genutzt wird, gehe ich mal davon aus und hoffe, dass sie ganz gut in Schuss ist.


    Gruß Olaf

    Hallo Bas,

    Quote

    Ich meinte ganz konkret die Möglichkeit das Schwelwerk sowohl in völlig offenem als auch in völlig geschlossenem Zustand zu Samplen. Eben das erfordert einen erheblichen Aufwand, wenn man das per Orgelpfeife machen will.

    Ok, ja das heißt eben eine Verdoppelung des Samplingaufwands pro Schwellwerk, und eine Verdopplung des Speicherbedarfs für dieses Schwellwerk. Das erscheint ja zumindest realisierbar.


    Quote

    Ich bin da anderer Meinung. Ich denke, dafür gibt es eine sehr einfache Lösung. Meine Idee war (und ist) um wenn das Schwellpedal zurückgenommen wird, die Lautstärke der "Open-Swell-Box-Samples" allmählich zu reduzieren ( von Maximum bis auf 0) und die Lautstärke der "Closed-Swell-Box-Samples" gleichzeitig zu erhöhen (von 0 bis auf Maximum), und Umgekehrt wenn dass Schwellpedal gedrückt wert. Alle Zwischenproportionen können dann mit dem Schwelpedal eingestellt werden. Um dies zu ermöglichen, ist meiner Meinung nach nur eine kleine Anpassung der GO-Software erforderlich. (Wenn nur die Option eines "Enclosure” s mit umgekehrter Lautstärkereglung zu GO hinzugefügt werden kann, wäre dies bereits möglich. Immerhin können zwei Enclosures über MIDI mit demselben physischen Schwellpedal verbunden werden.)

    Ah, jetzt habe ich deine Idee verstanden. Da z.B. bei Sonus Paradisi - mit Erfolg, wie ich finde - die Möglichkeit geschaffen ist, dass man für Surroundsamples das Ergebnis mixen kann (von Samples, weiter entfernt und weniger entfernt aufgenommen), sollte es auch prinzipiell funktionieren, dass man für solche Schwellpedalzwecke Samples mischen kann.

    Allerdings wäre es gut, wenn nicht unbedingt eine lineare Beziehung da ist, also nicht unbedingt sollte bei halb gedrücktem Schwellpedal auch 50% der Samples von geschlossenem/offenen Schwellwerkkasten genommen werden. Oft ändert es sich in Richtung Schließen erst am Schluss stark und am Anfang wenig. Also wenigstens die Mixerkurve sollte samplesetspezifisch mit abgegelegt werden können.


    Viele Grüße,

    Olaf