Posts by Dulzian

    Also ich habe sowohl die "Grundlagen der Orgelimprovisation" von Chr. Michel-Ostertun als auch die Heftchen "Orgelimprovisation mit Pfiff" von Peter Wagner gekauft und reingeschaut. War auch in der glücklichen Lage, im Rahmen eines C-Kurses vor 14 Jahren sowohl von Chr. Michel-Ostertun als auch von Peter Wagner dafür Seminare bekommen zu haben. Das ist nochmal eine andere Sache, wenn so ein Improvisationscrack - wie es beide selber sind - dies selber demonstriert.

    Um es kurz zu machen - das Lehrwerk von Michel-Ostertun verlangt bei konsequenter Umsetzung sehr viel Zeit und Übung. Da wird schon erwartet, dass man die Harmoniewendungen der einzelnen Übungen durch viele Tonarten durchlernt und anwendet und in Musiktheorie ziemlich fit ist oder dadurch wird. Um mal ("nur") die eine oder andere Improvisationsvariante auszuprobieren, finde ich die "Orgelimprovisation mit Pfiff" geeigneter. Allerdings auch hier - viele Improvisationen sind m.E. nicht so sehr geeignet, sie als Liedintonationen zu verwenden. Mein hauptsächlicher "Usecase" für Orgelimprovisationen wären abwechslungsreiche Vorspiele für Gemeindelieder - weil ich für Vor- und Nachspiel und für das Abendmahl viel lieber Literaturstücke nehme. Besser gesagt, diese Stellen sind für mich das Salz in der Suppe eines Gottesdienstes, um meine Literaturstücke an den Mann/die Frau zu bekommen.

    Von daher - zumindest ich bin, ehrlich gesagt, zu faul, um die "Grundlagen der Orgelimprovisation" von M-Ostertun konsequent durchzuackern, ebenso was die Heftchen "Orgelimprovisationen mit Pfiff" angeht. Ein Buch, was verschiedene praxisrelevante Arten von Liedintonationen anwendet, auf gottesdienstbezogene Länge (also max. vielleicht Länge einer oder zweier Liedstrophen, aber besser eigentlich kürzer) erörtert, habe ich bisher noch nicht gefunden - vielleicht gibt es hier ja Tipps dafür.

    Hallo Bernd,


    das sieht ganz toll aus mit deinen Registerwippen-Replikaten!!!


    Ich bewundere deine Ausdauer und deinen Willen, den Spieltisch möglichst originalgetreu zu restaurieren!


    Unter den Registerwippen dann Mikroschalter, oder willst du die Kontaktierung mit Hallsensoren/Magneten oder mit Reedsensoren/Magneten machen? Ich würde nicht für mechanische Silberdrähte o.ä. als Kontakte plädieren - wegen Kontaktproblemen/Prellgefahr usw,


    Als jemand, der auch - allerdings viel primitiver (mit Marquardt-Kurzhubtastern incl. LED-Signalisierung) - lediglich 64 Registerschalter verbaut hat (davon 8 fest für die Standard-Koppeln eines 3-manualigen Spieltischs, und 56 verbleibenden für Register), warne ich aber: du kommst eben schon an einer mittelgroßen Orgel an die Kapazitätsgrenzen bgl. Registerzuweisung.

    Ich für mich kann mich aber damit arrangieren, selbst das (Begehrlichkeit weckende) neue Groningen-Set käme mit dieser Anzahl aus. Aber ich habe schon die eine oder andere Orgel, wo ich auf dies oder jenes Registerchen verzichten musste bei der Zuweisung.


    Wie machst du es mit der Registerbeschriftung? Ich habe für jedes Sample-Set ein magnetisches beschriftetes Band für alle Registerwippen. Für jedes Sampleset hängt ein Band neben der Orgel herunter an der Wand, ca. 1m lang. Wenn ich das Set wechsle, klicke ich ein anderes Band unterhalb der Registerwippen (dazu ist eine Magnetfolie festgeklebt an der Orgel), geht ganz fix. Hat sich eigentlich ganz gut bewährt. Das Band ist ca. 5cm breit, das reicht für Hochkant-Beschriftung der Registernamen.


    Gruß Olaf

    GrandOrgue benötigt 37 s zum Laden von Friesach in höchster Qualität.
    Hauptwerk 5 braucht nach dem Laden noch weitere 10 s um sein Audiosystem zu starten.
    Damit braucht HW5 also insgesamt 45 s gegenüber GO 37s, bis ich losspielen kann.

    Also ich schalte immer zuerst den Spieltisch ein, womit Hauptwerk + letztes Sampleset automatisch hochgefahren wird.

    Danach ziehe ich meine Orgelschuhe an. Zumindest ist dann alles fertig geladen, bevor ich mit Schuhanziehen, Hinsetzen am Spieltisch, Aufsetzen der Arbeitsplatz-Gleitsichtbrille und Notenaufschlagen fertig bin. Schneller muss es bei mir nicht gehen. :)

    Was anderes ist natürlich, wenn ich während der Übesession das Sampleset wechseln will (mache ich per MIDI-Buttons am Spieltisch). Dann brauche ich nur den Magnetfolienstreifen für die Registerbeschriftung auszutauschen und muss hierbei tatsächlich noch ein paar Sekündchen warten, bis das neue Sampleset geladen ist. Aber wechsele auch rel. selten während einer Übesession das Set.

    Hi Bernd,


    doch, also ich finde das sehr interessant!

    Entschuldigung dafür, dass ich oft nur mitlese und kein Feedback gebe.


    Habe mir gerade deinen alten Spieltisch angesehen und kann verstehen, dass du die schönen alten Wippen nicht durch neue Kurzhubtaster o.ä. ersetzen möchtest. Vielleicht ist es keine so schlechte Idee von dir, mittels 3D-Drucker diese Wippen zu vervielfältigen. Mach dann gleich 100 davon, das sollte dann wohl für die meisten Samplesets reichen. Müssen nartürlich auch irgendwie Platz haben unterhalb des Notenpults oder seitlich.

    Aber mir wäre es wichtig, dass die Schalterwippen sehr zuverlässig sind. Kann man nicht auf moderne Schalterwippen, wie z.B. von Reichelt beziehbar, dann Wippenblenden aus dem 3D-Drucker draufkleben? Vielleicht mal ausprobieren, welche Schalterwippen vom Schaltergefühl deinen alten am nächsten kommen.

    Ich hatte - leider völlig uncool - Kurzhubtaster von Marquardt verwendet mit eingebauter LED, sodass der Schaltzustand sichtbar ist. Aber wenn ich deinen schönen alten Spieltisch sehe, würde ich wohl auch an deiner Stelle kämpfen, das Look-and-Feel so weit es geht, zu erhalten.


    Gruß Olaf

    Das waren die Magnete an den Pedalen. Die Midifizierung der Klaviatur erfolgte mit Fatar-Platinen.

    Berichte ich demnächst. Hatte nämlich erst einen unbefriedigenden Versuch.......

    Gruß

    Bernd

    Sieht so aus, als ob sich die Magnete dann bei Tastenbetätigung von oben dem Reedrelais nähern?

    Das ist riskant, weil das untere Anschlagpolster flexibel ist und du bei starkem Tastendruck mglw. das Reedrelais berührst oder durchknackst.

    Viel entspannter ist, statt Rundmagnet Quadermagnete zu nehmen und diese an die Stirnseite der (Pedal-)tasten zu befestigen. Z.B. 20mmx4mm, 2mm dick.

    Diese lösen dann einen Kontakt aus, wenn das eine Ende der Magnetlangseite das Reedrelais-Sensorfeld erreicht. Dann hast du insgesamt ca. 30mm Pedalweg, wo der Kontakt da ist, da ist ausreichend Reserve, auch wenn nach Jahrzehnten der untere Pedalpuffer durchgetreten ist. Hat sich bei mir bei nunmehr insgesamt 3 Pedalmidifizierungen bewährt. Sinngemäß übrigens auch für Manualmidifizierungen, nur da sind die Quader wesentlich kleiner.

    Ja, unbedingt besteht Interesse. Ich lese sowas gerne!!

    Entschuldigung, nicht vorher geantwortet zu haben! Es ist immer interessant, die oftmals unterschiedlichen Midifizierungsvarianten mitgeteilt zu bekommen.


    Zu Bild IMG_6023.jpg: das habe ich nicht so ganz verstanden - sind das angeschraubte Magnete? Und an welcher Stelle der Taste ist das angebracht? Sieht so aus, als ob du die Midifizierung am vorderen Tastenarm machst, direkt unter den Tasten? Kann das nicht so genau erkennen.


    Gruß Olaf

    Ui, das ist ja ein ganz besonderes Schätzchen. Bestimmt nicht so einfach da mal dran spielen zu dürfen. Da würde mich natürlich ein kurzer Bericht freuen, wie Du die Orgel anschließend einschätzt und was Dir das Üben im Vorfeld mit Deinem neuen historischen Pedal zuhause gebracht hat.

    Ja, das ist wirklich eine schöne Orgel. Es hat vielleicht geholfen, dass ich den Organisten noch aus alten DDR-Zeiten kannte - aber bin mir rel. sicher, dass es auch ohne den Kontakt unbürokratisch gegangen wäre. Ich hatte den Kirchenschlüssel einen Tag vorher von der Küsterin abgeholt und nach dem internen Konzert einfach wieder abgegeben. Es sind auch einige Scheinchen in die Kollekte gewandert, aber das wäre auch so gegangen.

    Diese Peternell-Orgel ist trotz der lediglich 19 Registern und trotz "fehlender" Zungenregister dermaßen sonor und kräftig, dass da schon ordentlich Power herauskommt, und auch wunderschöne leise Register. Es ist eine reinrassige romantisch disponierte Orgel, und in gutem Zustand (was die Stimmung/Intonation angeht) - es werden da auch ab und zu Konzerte gespielt. GD ist nur noch einmal im Monat, wie in so vielen anderen Dörfern auch...

    Ansonsten ist das Pedal rel. schwergängig - das ist der Hauptunterschied in der Haptik zu meinem neuen Übepedal (die Tastenabstände waren vergleichbar). Als Konsequenz (weil ich das an einer anderen Orgel auch so erlebt habe), werde ich zusätzlich noch eine Druckpunktsimulation bei meinem historischen Übepedal einbauen, was gleichzeitig auch die Sache schwergängiger macht.

    Und das Pedal und die Tasten klappern ziemlich stark beim Loslassen. Das ganz leise Harmonica 8' im OW ist für sich alleine eigentlich nicht spielbar, die Klappergeräusche sind auch im Kirchenschiff lauter als der Pfeifenklang. Aber auch das habe ich schon bei mehreren hist. Orgeln genauso erlebt.


    Am nächsten Tag des Aufenthalts in Thüringen bin ich noch an der Orgel in Schlossvippach im Norden von Weimar, nahe Sömmerda, gewesen. Eine 2-manualige, aber unglaublich üppig disponierte historische Barockorgel - habe auf Organindex schonmal die Disposition und ein paar Bilder hochgeladen (es folgt noch eine Beschreibung der Wartungsarbeiten im 19./20.Jhd): Schlossvippach -St. Vitus.

    Wenn ich im Lotto gewonnen hätte, würde ich hier Geld reinstecken - so eine schöne Orgel in einer großen Kirche (da gibt es sogar noch eine weitere Chororgel). Habe da eine nähere Beziehung dazu, weil meine Eltern daneben begraben liegen. Die Orgel ist leider derzeit nur so gut wie unspielbar, wenige Register im HW gehen noch, Pedal so gut wie unbrauchbar, OW stillgelegt...


    Gruß Olaf

    An welcher Orgel im Weimarer Umland hast Du denn gerade zu tun, wenn ich fragen darf?

    Es wird die Peternell-Orgel in Denstedt sein, ich kann erst einen Tag vorher mit der Orgel Bekanntschaft schließen. Es ist kein offizielles Konzert, sondern nur für die Großfamilie und ein paar Freunde, ca. 20-25 Leute, aber ich freue mich schon drauf! Will Bach g-Moll Fantasie&Fuge g-Moll BWV542 und die 5.Mendelssohn-Sonate D-Dur und "ein bisschen was drumherum" dort spielen. Für Bach muss es da im Pedal bis d1 gehen, weil das schon beim 1. Fugeneinsatz verlangt wird. Daher wird es schon rel. eng, wenn es eine historische Orgel im Weimarer Land sein soll, viele gehen eben nur bis c1. Die Orgel hat leider keine Zungenregister. Aber dafür können auch keine Zungenregister verstimmt sein, das ist das Gute daran.:) Da die Orgel öfter für Konzerte genutzt wird, gehe ich mal davon aus und hoffe, dass sie ganz gut in Schuss ist.


    Gruß Olaf

    Hallo Bas,

    Quote

    Ich meinte ganz konkret die Möglichkeit das Schwelwerk sowohl in völlig offenem als auch in völlig geschlossenem Zustand zu Samplen. Eben das erfordert einen erheblichen Aufwand, wenn man das per Orgelpfeife machen will.

    Ok, ja das heißt eben eine Verdoppelung des Samplingaufwands pro Schwellwerk, und eine Verdopplung des Speicherbedarfs für dieses Schwellwerk. Das erscheint ja zumindest realisierbar.


    Quote

    Ich bin da anderer Meinung. Ich denke, dafür gibt es eine sehr einfache Lösung. Meine Idee war (und ist) um wenn das Schwellpedal zurückgenommen wird, die Lautstärke der "Open-Swell-Box-Samples" allmählich zu reduzieren ( von Maximum bis auf 0) und die Lautstärke der "Closed-Swell-Box-Samples" gleichzeitig zu erhöhen (von 0 bis auf Maximum), und Umgekehrt wenn dass Schwellpedal gedrückt wert. Alle Zwischenproportionen können dann mit dem Schwelpedal eingestellt werden. Um dies zu ermöglichen, ist meiner Meinung nach nur eine kleine Anpassung der GO-Software erforderlich. (Wenn nur die Option eines "Enclosure” s mit umgekehrter Lautstärkereglung zu GO hinzugefügt werden kann, wäre dies bereits möglich. Immerhin können zwei Enclosures über MIDI mit demselben physischen Schwellpedal verbunden werden.)

    Ah, jetzt habe ich deine Idee verstanden. Da z.B. bei Sonus Paradisi - mit Erfolg, wie ich finde - die Möglichkeit geschaffen ist, dass man für Surroundsamples das Ergebnis mixen kann (von Samples, weiter entfernt und weniger entfernt aufgenommen), sollte es auch prinzipiell funktionieren, dass man für solche Schwellpedalzwecke Samples mischen kann.

    Allerdings wäre es gut, wenn nicht unbedingt eine lineare Beziehung da ist, also nicht unbedingt sollte bei halb gedrücktem Schwellpedal auch 50% der Samples von geschlossenem/offenen Schwellwerkkasten genommen werden. Oft ändert es sich in Richtung Schließen erst am Schluss stark und am Anfang wenig. Also wenigstens die Mixerkurve sollte samplesetspezifisch mit abgegelegt werden können.


    Viele Grüße,

    Olaf

    Also erstmal glaube ich, dass es einen wahnsinnigen Aufwand bedeuten würde, die Schwellpedalfunktion lückenlos zu samplen. Weil man dies nicht nur für jeden Ton und dabei auch noch jedes Register tun müsste, sondern vor allem, weil es ja nicht nur Schwellkasten "voll auf" und Schwellkasten "völlig geschlossen" gibt. Wenn man also z.B. 64 Zwischenstufen haben müsste, bedeutet dies, dass sich der komplette Speicherbedarf für das Schwellmanual um 64 multiplizieren würde. Das ist derzeit völlig unrealistisch, sowohl vom Samplesethersteller als auch vor allem von der RAM-Verfügbarkeit der Spieltische.

    Oder als Alternative irgendeinen Approximationsalgorithmus, um vom "offenen" Sampleset stufenlos zum "geschlossenen" übergehen zu können. Erscheint mir auch etwas utopisch.


    Weiterhin zu deiner Frage, wie der Hauptwerk-Samplesetproduzent eine akzeptable Filterung bestimmen kann: Ich habe mit keinem gesprochen, aber der Ingenieur in mir würde in erster Linie den Spektralverlauf einzelner Register bei Veränderung des Schwellpedals analysieren. Daraus lässt sich schon eine - meiner Meinung nach ausreichend gute - Digitalfilterfunktion approximieren.


    Allerdings, die Schwellerpedalfunktion auf eine reine Lautstärkefunktion zu reduzieren, wäre dann doch etwas zu dürftig. In Wirklichkeit wird zwar die Lautstärke auch geringer, wenn man den Schwellkasten zumacht. Aber erst wird vor allem erstmal dumpfer, die Obertöne gehen nach und nach weg oder werden weniger. Die vorhandenen Digitalfilterfunktionen von Hauptwerk sind da m.E. ausreichend gut. Vielleicht lässt sich da noch was optimieren, gut möglich.


    Wer einen Hauptwerkspieltisch mit Schwellerpedal nutzt, um sich auf das Spiel auf einer echten Orgel vorzubereiten, sollte allerdings die sehr unterschiedliche Haptik nicht unterschätzen. Viele Jalousieschweller haben eine ziemliche Massenträgheit. D.h. man kann sie nicht schnell ändern, und nach Änderung schwingen sie noch etwas weiter. Ich persönlich halte diesen Unterschied für viel gravierender als ein bisschen Klangunterschied.


    Viele Grüße,

    Olaf

    Hallo Michael,


    irgendwie habe ich durch Urlaub deine Rückmeldung und die von Waltharius aus den Augen verloren gehabt...


    Zu deiner Frage: Ja, das ist es gerade, diese Umgewöhnung, weshalb ich mir das zusätzliche Pedal angeschafft habe... VIele Profiorganisten lächeln mglw. darüber, weil sie u.U. jeden Sonntag es mal mit einem historischen Orgelpedal oder einem Normpedal zu tun haben, und dadurch die Umstellung erlernt haben.

    Es ist schon eine ziemliche Umgewöhnung, wenn man es sonst nur mit BDO-Normpedalen zu tun hatte, finde ich.


    Was mir hilft, ist die Orgelbank beim historischen Pedal mindestens 2cm tiefer zu stellen (oder besser gesagt, um diesen Betrag weniger "aufzubocken"). Weil ich dann besser an die jetzt weiter unten liegenden Außentasten komme. Aber vor allem die Umstellung auf breitere Tastenabstände ist schon gewöhnungsbedürftig. Ich werde wohl bis Mitte August an diesem historischen Pedal üben, um mich auf das Spiel an einer hist. Orgel in der Nähe von Weimar vorzubereiten. Danach geht es dann erstmal wieder ans BDO-Normpedal.


    Weiterhin fand ich bei der Beschäftigung mit hist. Orgelpedalen interessant, dass sich diese oft gar nicht so sehr voneinander unterscheiden. Ich habe einige hist. Pedale auf Rügen verglichen mit dem, was ich aus Thüringen in Erinnerung habe. Sie sind erstaunlich ähnlich, eigentlich auch genormt, nur eben "alte Norm". Mich würde eine Schrift dazu interessieren; habe nur eine einzige gefunden, wo das Weissenau-Pedal abgebildet ist und Maße von noch viel älteren Pedalen.

    Es gibt natürlich ein paar Ausnahmen, wo die Tastenabstände noch weiter auseinander sind, z.B. die Trostorgel in Waltershausen (die in Altenburg kam nicht sooo weit auseinander vor). Aber das mir vorliegende ist ziemlich typisch für alle hist. Orgeln, die ich auf Rügen oder Weimarer Gegend bisher erlebte (für Orgeln so von 1720 ... 1900), die allermeisten haben auf Rügen allerdings nur C-c1.


    Gruß

    Olaf

    Der Faden ist schon ziemlich alt, aber ich wollte ihn nochmal hervorholen.


    Es ist zwar ein schönes neues BDO-Normpedal von Laukhuff midifiziert und bei mir im Einsatz. Aber da ich ab und zu auch an historischen Orgeln spiele, wollte ich mir ein 2. Pedal zurechtmachen, welches die typischen breiteren Tastenabstände historischer Pedale hat, und natürlich auch nicht doppelt geschweift ist. Ich konnte ein marodes Pedal erworben, welches buchstäblich bereits auf dem Holzstapel zum Verbrennen lag. Davon habe ich lediglich die Tasten und das Hinterbrett behalten, der Rest ist neugemacht.

    Dazu habe ich an dem Hinterbrett sowie an den Tastenwangen die praktisch nicht mehr vorhandene Belederung erneuert, ebenso die üblichen oberen und unteren Tastenfilzscheiben von Laukhuff bezogen, sowie die Pedalfedern.

    Hier ein paar Bilder:

    AltesOrgelpedal_Rahmen.JPG

    Hier ein Bild von der Midifizierung:

    AltesOrgelpedal_Midi.JPG

    Gesamtansicht des historischen Orgelpedals:

    AltesOrgelpedal_Gesamt.JPG

    Und hier ein Größenvergleich zum anderen BDO-Normpedal. Man erkennt, dass das historische Pedal vor allem signifikant breitere Tastenabstände hat, und natürlich auch nicht doppelt geschweift ist. Schlecht oder gar nicht zu erkennen ist aus der Perspektive, dass es auch erheblich kürzere Tasten hat, nur ca. 50cm lang:

    AltesOrgelpedalVersusBDO.JPG

    Ohne sehr große Ahnung davon zu haben, schätze ich mal, wenn du eine Samplerate von z.B. 44100 hast, sind das dann 44100 Samples pro Sekunde. Wenn du einen Buffer von 512 Samples pro Buffer hast, dauert die Übertragung des Buffers dann 512/44100 Sekunden, also rund 12msec. Damit kann es bei einer Samplerate von z.B. 44100 und 512 Samples/Buffer nie auf 10msec kommen. Also lieber kleinere Buffergröße nehmen, vielleicht 125 Samples/Bufferm, oder Samplerate hochdrehen (ist das eine Sampleseteigenschaft? Ist es sinnvoller, über 48000 hinauszugehen? Keine Ahnung...).
    LG Olaf

    Interessant! Das ist ja so transportabel, dass man damit in Urlaub fahren könnte, Pedal und vielleicht 2 Manuale ins Auto hinten rein, bisschen Kabelgedöns und iPad reicht?
    Und die Manuale sind ja mit gut 100€ pro Stück auch erschwinglich.
    Ich habe bisher noch nie was von der "MarcMoerd" App gehört, vielleicht habe ich es hier im Forum nur überlesen.
    Falls es da noch nix gibt, willst du noch ein paar Details dazu schreiben (und auch, bitte, zu dem Manual - Tastengefühl, Niederdruckgewicht, usw...)?
    Ist die App kostenlos? Gibt es sie nur für Eierpad oder auch für Android, oder Windows? Ist das Sampleset dafür kostenlos? Gibt es nur ein Sampleset dafür?
    Entschuldigung, falls die vielen Fragen nerven.


    Ach ja, das wichtigste zum Schluss:
    Sehr schön gespielt, dafür gab es auch einen Daumen nach oben im Video! :-up:


    LG
    Olaf

    Quote

    Original geschrieben von Orgelber
    Wie ich Michael schon geschrieben habe, sind die Tasten bereits mit Bleigewichten versehen. Müsste ich allerdings abschrauben, um das exakte Gewicht zu ermitteln.
    Orgelber


    Bloß das nicht! Das Bleigewicht selber ist unwichtig, nur der Einfluss ist wichtig! Will sagen, am besten das Niederdruckgewicht einer Taste messen, wo keine Zugmagneten oder Federn dran sind, nur das Bleigewicht.
    Dann misst du das Niederdruckgewicht. Also Schraube mit soviel Muttern/Unterlegscheiben vorsichtig von hinten zur Tastenspitze rutschen, bis genau an der Tastenspitze angekommen, die Taste runtergeht. Und dann mit Haushaltswaage nachmessen, z.B. so 40-70g sind da zu erwarten.


    Quote

    Original geschrieben von Orgelber
    Das unterste Manual habe ja bereits mit Zugfedern versehen. Es spielt sich schon deutlich anders, als die Domus mit Druckpunkt.


    Fühlt es sich besser oder schlechter an?


    Quote

    Original geschrieben von Orgelber
    Aber wie schon gesagt, den Druckpunkt mittels Magneten zu installieren birgt schon einige Schwierigkeiten. Das Problem mit den schrumpfenden Tasten habe ich nicht erfunden sondern tatsächlich bei einem Konzert so erlebt. Der Konzertorganist hatte echt damit zu kämpfen, dass bei einigen Tasten plötzlich kein Druckpunkt mehr da war.


    Ach was, Druckpunktsimulation mit Magneten an Holztasten hat sich -zigtausendfach bewährt. Da hat man offenbar irgendwas falsch gemacht beim Einkleben


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    Original geschrieben von Orgelber
    Außer Magneten fallen dann nur noch diese Gummi-Näpfchen ein. Weiß aber nicht, ob das bei den zweiteiligen Holztasten so funktioniert. Und, vor Allem wohin damit? Muß ich den Filzanschlag dann wieder abnehmen? Den Tastentiefgang wieder neu justieren?


    Neodynrundmagnete, vielleicht 6mm Durchmesser, 2mm dick, haben sich bewährt. In ein 6mm eingesenktes Loch mit Sekundenkleber einkleben, halte nix von Gummimatten oder Gummi-Näpfchen wie Fatar als Druckpunktsimulation. Die verschleißen viel zu schnell, irgendwann spielt es sich wie ein durchgesessenes Sofa, weil du die Tasten in der Mitte mehr brauchst als am Rand.



    Quote

    Original geschrieben von Orgelber
    Das Thema Schenkelfeder habe ich jetzt ad acta gelegt. Ich hatte ja zuerst versucht, sie ganz vorn an der Taste zu platzieren. Aber der Druck war einfach zu groß und die Federn waren nicht gleichmäßig zu verbauen und hatten die Tendenz, die ganze Taste aus der Führung zu hebeln. Hatte auch darüber nachgedacht, die Federn in der Nähe des Kipp-Punktes zu verbauen. Aber irgendwie hatte ich das Gefühl, dass der Druck dann eher noch größer wird.


    Schenkelfedern oder Bleigewichte näher am Kipp-Punkt reduziert die Kraft, der Druck wird natürlich kleiner!
    Natürlich darfst du den Schenkelfedern keine größere Vorspannung geben!


    Vielleicht hilft es, ein bisschen in den Fäden hier zu schmöckern, wo exemplarische Druckpunktsimulation und Ertüchtigung für Hauptwerk genau und mit Bildern beschrieben wurde?


    LG
    Olaf

    Sehe es auch so wie Michael.


    Für den Fall, dass optimale Spieltischbeschallung erwünscht ist, ist für mich (neben Kopfhörern) die bestmögliche Variante:
    Gute Nahfeldmonitore max. 1m von den Ohren entfernt, in Ohrhöhe, und zwar 2 vorne neben dem Notenpult und seitlich hinten, für 4-Kanal Surround (die von Genelec sind nicht schlecht), dazu einen Subwoofer der richtig tief geht, und noch einen Körperschallwandler unter der Orgelbank als so ziemlich das Beste, was machbar ist.
    Für den Fall, dass zusätzlich noch gute Zuhörerbeschallung erwünscht ist, ggfs. die Frontkanäle zusätzlich auf eine Stereoanlage routen. Der Subwoofer hat seine Wirkung sowieso im ganzen Haus. ;)


    LG
    Olaf

    Bzgl. Schenkelfeder-Gewicht noch der Nachtrag, dass man doch den Einfluss der Federstärke dadurch verringern kann, indem man die Schenkelfeder weiter innen, näher am Tastendrehpunkt montiert, statt weiter außen.


    Aber die Frage, ob nicht evtl. eine Druckpunktsimulation gewünscht ist, bleibt.


    Oder geht es darum, die Haptik einer pneumatischen Spieltraktur zu simulieren, statt einer mechanischen Spieltraktur?
    Die gewünschten 100g wären für mechanische Spieltraktur schon sehr leichtgängig, zumindest für ein Hauptmanual.


    LG
    Olaf

    Hallo Orgelber,


    liest sich spannend, was du da vorhast, und erstmal herzlich willkommen hier!


    Wenn es ok für dich ist, hätte ich den Vorschlag, dass für dein Projekt ein neuer Faden aufgemacht wird, um dein Projekt separat handhaben zu können - hast du einen Vorschlag, wie du den Faden nennen möchtest?


    @Mike - soll ich das machen, die Beiträge für Orgelber in einen separaten Faden zu hieven, oder willst du das machen?


    Aber erstmal zu deinem Vorhaben die generelle Frage, ob du denn auch eine Druckpunktsimulation haben möchtest?
    Denn, falls ja, stellt sich die Frage nach zusätzlichen Schenkelfedern eigentlich gar nicht so richtig, weil durch die Druckpunktsimulation die bisherige Bleigewichtskomponente (um die 60gr?) um z.B. 60gr Druckpunkt erweitert werden könnte, und schon hättest du deine 120gr.


    Ich freue mich auf eine schöne Diskussion, endlich mal wieder ein Eigenbau-Spieltischprojekt, und mit neuen Ideen!


    LG
    Olaf


    Edit Dulzian: eigener Faden schon aufgemacht