Posts by Dulzian

    Hallo Zusammen,


    ich bin neu im Forum und ebenfalls neu, was das Orgel spielen angeht. Habe vor 5 Jahren mit einigen Vorkenntnissen auf Klavier und Keyboard kurz vor meiner Pensionierung dann den Schritt auf eine Sakralorgel (gebrauchte Domus Vivace) gewagt. Durch Zufall hatte ich dann die Gelegenheit einem Konzert auf der wohl größten Hauptwerkorgel (auf youtube gibt es reichlich Beispiele) beizuwohnen und war sofort infiziert. Eine Zeitlang habe ich dann die Domus als Spieltisch genutzt, habe aber immer den Plan gehabt, einmal einen "richtigen" mechanischen Orgelspieltisch zu midifizieren. Die Gelegenheit ergab sich vor zwei Jahren, als der 5-manualige Spieltisch einer großen Orgel in Altötting ausgetauscht wurde. Den alten Spieltisch aus den 70er Jahren habe ich dann erworben und bin seitdem mit dem Umbau auf Hauptwerk zu Gange. Keine Frage, meine spielerischen Fähigkeiten entsprechen derzeit wohl eher 2 Manualen als 5. Aber wenn die Gelegenheit schon einmal da ist.....


    Trakturen, Wellenbretter etc. wurden entfernt, so dass lediglich der Korpus mit den 5 Manualen, dem Pedal und 10 Fuß-Koppeltastern und den Fusstritten übrig blieben. Daumenpistons und der separate Kasten mit den vermutlich elektrisch angesteuerten Registern waren zuvor schon ausgebaut worden.


    Die Tasten haben eine Länge von 35 bis 65 cm von unten aufsteigend und sind alle mit Blei gewichtet. Trotzdem war noch eine zusätzliche Befederung notwendig. Nach dem Durchforsten einiger Orgelforen und Fachliteratur bin ich dann auf Ratschlag des Spieltisch-Spezialisten bei der Firma Laukhuf auf Schenkelfedern (30 mm Schenkellänge) gekommen. Zur Orientierung, wie die Federn einzubauen sind, habe ich mich an die technische Zeichnung eines Manualblocks auf der Laukhuff-Webside gehalten. Allerdings war es mir nicht möglich, diese Federn halbwegs stabil in einer Weichholzleiste zu fixieren. Bei der vorderen Eichenleiste des Manualrahmens war das schon gar nicht möglich. Nachdem ich die Federenden dann zwischen zwei Fichtenholzleisten eingeleimt hatte, war zumindest diese Seite der Feder gefixt, allerdings ergab sich nach dem Einbau ins Manual ein Tastendruck von mehr als 200 gr. Ist mir ein Rätsel, wie diese Federn eingebaut werden sollen und einen Zieldruck von ca. 100 gr. erzeugen.


    Sei's drum. Ich habe dann die Lösung im Einbau von 4 mm starken Zugfedern gefunden. Es war immer noch eine Menge Tüftelei nötig, bis ich den richtigen Abstand zwischen Tastenunterseite und dem gegenüberliegenden Fixpunkt am hinteren Ende des Manualrahmens gefunden hatte. An der Tastenunterseite habe ich Ringkopfschrauben verwendet, so dass ich die Feder auf Mindestspannung in der Ruhestellung einstellen konnte. Jetzt habe ich zumindest im untersten Manual einen Tastendruck von etwas über 100 gr. Die anderen Manuale werden jetzt folgen.


    Zwischenzeitlich habe ich bei Pausch-e fertige Hall-Schienen für zunächst 4 Manuale anfertigen lassen, wovon ich eine Schiene bereits eingebaut und getestet habe. Die Scan-Platinen stammen ebenfalls von Pausch-e. Funktioniert, wobei mir erst zu diesem Zeitpunkt klar wurde, wie
    genau die Schaltköpfe der Hall-Sensoren auf die Magnete am Tastenende eingestellt werden müssen.
    Aber dazu schreibe ich gern noch meine Erfahrung in einem zweiten Bericht, sonst wird es ein wenig lang zu lesen.


    Sollte jemand das Geheimnis lüften, wie man diese Schenkelfedern vernünftig einbauen kann (ich habe immer noch 250 Stück auf Lager), bin ich für einen Kommentar sehr empfänglich. Versuche demnächst einmal ein Foto vom Spieltisch hochzuladen.


    Bis dahin


    Gruß vom Orgelber


    Edit von Dulzian: vom Faden "Darf ich meine HW-Lösung vorstellen?" verschoben und diesen Faden aufgemacht

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    Original geschrieben von mike


    Die Ahlborn verwende ich heute noch gelegentlich als Zweitorgel und hatte mit beiden Orgeln nie irgendwelche Kontaktprobleme. Die Silberdrahtkontakte reinigen sich bei jedem Spielen selbst durch Bewegung gegeneinander. Solange die Orgel halbwegs trocken steht ist da kaum etwas zu befürchten. Lieber die Drähte in Ruhe lassen und nicht "vorsorglich" daran herumschleifen oder kratzen, dadurch fangen am ehesten erst Probleme an.


    Also zumindest die Silberdrahtkontakte an meiner Wersiorgel, mit deren Tastaturen ich meine ersten Midifizierungs-Erfahrungen gemacht habe, waren wirklich kaum zu gebrauchen. Nach Reinigung mit einem Glasfaserpinsel ging es schon besser (die Orgel war zugegebenermaßen schon lange nicht genutzt worden). Aber das Ergebnis blieb, dass kein ordentliches Midieinzelereignis beim Tastendrücken kam, sondern bedingt durch das Reiben der Kontakte beim Tastenrunterdrücken oft mehrere Midiereignisse hintereinander. Wenn das Ohr dadrauf sensibilisiert ist, sind die veränderten Toneinsatz-Sounds deutlich zu hören. Und bei wenig benutzten Tasten, z.B. im Außenbereich der Tastatur ist dann offenbar die Gefahr größer, Kontaktprobleme zu kriegen.


    Mag sein, dass es bei sich einer Ahlborn-Orgel oder mit anderen Elektroniken als von WIRA viel besser verhält, meine Erfahrungen beziehen sich ausschließlich auf o.g. Wersiorgel im Zusammenspiel mit WIRA-Midielektronik.

    Hallo Manfred,


    mit "Erdung" ist hier der auch als Ground oder Masseleitung gemeinte Anschluss. Jeder Kontakt bei dir hat ja 2 Anschlüsse, die durch Tastendruck eben verbunden werden, und ansonsten getrennt sind. Entweder sind bei deinen Tastaturen die eine Seite aller Kontakte bereits miteinander verbunden, dann brauchst du diesen gemeinsamen Anschluss nur an deinen Stecker anzuschließen. Falls diese Seite der Kontakte noch nicht miteinander verbunden sind, musst du es eben noch selber tun.
    Den anderen freien Kontaktanschluss einer jeden Taste kommt an den entsprechenden Steckeranschluss. Wenn dieser Stecker 16 Tasten verarbeiten kann, muss er also mindestens 17 Steckerpins haben - Masseanschluss + 16 Eingänge für die Tastenkontakte.


    Falls du nicht weiterkommst, kannst du vielleicht Fotos schicken, wo man die Kontakte sieht? Das Problem ist garantiert lösbar!


    LG
    Olaf


    Nachtrag:
    Von einfachen Kontakten, wahrscheinlich aus Silberdraht, wie du sie mglw. an deiner Orgel hast, halte ich nicht viel. Weil sie schnell prellen können und Kontaktprobleme kriegen können. Wenigstens solltest du die Kontakte z.B. mit einem Glasfaserpinsel reinigen. Aber früher oder später können immer wieder Kontaktprobleme auftreten.


    Weitaus besser ist die berührungslose Kontaktgebung mit Hallsensoren und Magneten. Da gibt es kein Prellen und keine Kontaktprobleme, die sind unkaputtbar. Hier gibt es einige Fäden, wo das genau erklärt wird. Alternativ (aus meiner Sicht 2. Wahl, aber mglw. bei deiner Elektronik die einfachere Lösung, weil sie die Silberdrahtkontaktlösung direkt ersetzen kann) stattdessen mit Reedrelais und Magneten, hält auch so gut wie ewig.

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    Original geschrieben von rizos
    mit RME und Totalmix ist das kein Problem, da kann man alle Kanäle auf alle Ausgänge beliebig routen, auch mit verschiedenen Lautstärken... und dann abspeichern, so daß verschiedene Konfigurationen mit einem Klick abrufbar sind.
    vielleicht haben Eure Soundkarten da auch Möglichkeiten? (@Olaf: du hast doch RME, oder?)


    Hallo Ulrich,
    stimmt, könnte das mit dem Mixer von RME machen.
    Aber an meinem Spieltisch brauche ich normalerweise nie den PC. Ich schalte alles mit einem Eintaster ein, der Rechner bootet selber mit dem zuletzt benutzten Sampleset. Selbst Samplesets wähle ich über Taster an der Orgel aus. Will daher die Notwendigkeit, den PC zu bedienen, auf ein Minimum begrenzen.
    Hier müsste ich dann ja bei jedem Samplesetwechsel, wo von Stereo auf 4-Kanal gewechselt wird, am Mixer von RME herumfummeln. Das wollte ich vermeiden, daher hatte ich gehofft, dass es eine Sampleset-spezifische Einstellung in Hauptwerk geht, sodass das beim Samplesetwechsel automatisch mit angepasst wird. Gibt es dann offenbar hier nicht.


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    Original geschrieben von rizos
    Probiert habe ich das nicht, aber ich könnte mir gut vorstellen, daß die Klangqualität einfach nur deutlich schlechter wird.
    Stereo wird auch nicht besser, sondern eher diffuser, wenn Ihr vier Lautsprecher vor Euch aufstellt, statt zwei.
    Zwei vorne und zwei hinten mit nur einem Stereosignal wird bestimmt lauter, aber nicht besser klingen.
    Mir scheint es sinnvoller, die Rückkanäle auszuschalten bei Stereo-Sets...


    Auch ein gutes Argument. Habe es bisher nicht ausprobiert, Waltershausen auch über die Rearkanäle dudeln zu lassen, vielleicht hast du Recht, dass man damit nur verschlimmbessert.... Ist aber auch kein großes Problem - nutze sowieso allermeistens Surroundsets mitllerweise.


    /LG
    Olaf

    Hallo V.S.,


    erstmal danke für deine Infos.


    Zumindest indirekt entnehme ich, dass du zweiarmige Tasten hast und nicht einarmige in deinem Spieltisch. Denn es gibt keinen Hersteller, der für übereinandergestapelte Tastaturen unterschiedliche Tastenarmlängen verwendet bei einarmigen Tasten.
    Weiterhin hattest du geschrieben, dass du vor dem Druckpunkteinsatz ein Tastenspiel hast, wo die Taste also erstmal ganz leichtgängig ist, bevor der Druckpunkt einsetzt.
    Aus diesen beiden Angaben bleibt eigentlich nur eine Variante übrig, die Fa. Heuss in ihrem Produktkatalog anbietet. Interessant, dass diese Variante auch sehr geräuschlos ist. Bin in ein paar Wochen selber bei dieser Firma, vielleicht kann ich dort die Tastaturen auch mal antesten.
    Ich nutze übrigens genauso wie du zweiarmige Tasten unterschiedlicher Tastenarmlängen; in meinem Fall sind die Tastaturen einem ursprünglich 4-manualigen Spieltisch einer Pfeifenorgel entnommen worden, also gebrauchte (aber schöne) Tastaturen, die ich um Bleigewichtung und Druckpunktsimulation selber ergänzt habe.


    Also weiterhin viel Freude mit deinem Spieltisch,
    LG Olaf.

    Hallo V.S.,


    Entschuldige meine Neugierde bzgl. der Manuale, aber bisher kenne ich niemanden, der Erfahrungsberichte mit Manualen direkt von Heuss liefern kann (im Gegensatz z.B. von Manualen, die von UHT geliefert wurden und nicht direkt von Heuss selber).
    So, wenn du das mitteilen magst, interessant wäre z.B., ob deine Manuale zweiarmige oder einarmige Tasten haben? Laut Katalog bietet Heuss zwei verschiedene Druckpunktsimualtionen an, eine aufwändigere und eine einfachere.
    Man kann es im Katalog von Heuss sehen, dort ist auf Seite 54 (Kapitel 1.34) die aufwändigere und auf der nächsten Seite die einfachere Variante dargestellt.
    Hattest du die Manuale gesehen, bevor sie eingebaut wurden - ist es eine der dargestellten Varianten?
    Falls es die aufwändigere Variante ist, gibt es da stärkere Trakturgeräusche, oder ist das ziemlich lautlos?


    Entschuldige die vielen Fragen, aber bisher habe ich hier noch niemanden erlebt, der Erfahrungsberichte mit Druckpunktsimulations-Tastaturen hat, die direkt von Heuss geliefert wurden. Von daher sicherlich auch für viele andere hier interessant.


    LG
    Olaf

    Hallo Wolfgang,


    ich kann dir da auch nicht weiterhelfen, nur als kleinen Trost (weiss auch nicht, warum mir dieses Wort bei Waltershausen einfällt... ;) )sagen, dass ich genau das gleiche Problem habe.
    Die neueren Sets haben Surround, und die "angegrauten" von OAM sind nur Stereo - da kommt aus meinen Rearlautsprechern auch kein Getöse raus unter Hauptwerk ...


    D.h., wenn jeman da einen Tip hat, wie man wenigstens die Frontkanäle bei Stereosets auch auf die Rearkanäle routen kann (Luxus wäre, wenn man dabei auch noch die Lautstärke reduzieren kann für Rear, aber nur für das spezielle Sampleset), würde man neben Wolfgang auch Olaf glücklich machen...


    LG
    Olaf

    Hallo V.S.,


    ja, der Spieltisch sieht sehr schön und grundsolide aus, Glückwunsch!


    Haben die Heuss-Tasten eine Druckpunktsimulation mit Leergang, oder setzt der Druckpunkt ganz oben ein? Konntest du dir den Druckpunkt und Niederdruckgewicht nach deinen Wünschen einstellen lassen, separat für jedes Manual?


    Und mich würde interessieren, wie du die Registerbeschriftungen änderst, wenn du das Sampleset wechselst?
    Da ich auch eine Aversion habe, am Spieltisch mit PC oder Touchscreen zu arbeiten, habe ich genauso wie du die Register per Kurzhubtaster wählbar gemacht. Unterhalb der Register ist eine Magnetfolie festgeklebt, um beim Wechsel des Samplesets einfach einen kompletten Magnetbandstreifen mit den entsprechenden Beschriftungen auszutauschen und "anzuklacken" (bei mir sind alle Register in einer Reihe überhalb der Manuale). Bei Bedarf kann ich gerne ein Bild machen von der Magnetbandlösung, hat sich bewährt.


    Und ja, Intonation bei Surround ist mühselig, jeder Kanal (Direct, Front, Rear) muss separat intoniert werden :-(
    Bei mir betrifft das vor allem den Bereich, den der Subwoofer abdeckt, also vorwiegend alle letzten 16'-Oktaven.


    LG
    Olaf

    Sehe es genauso wie Michael.
    Es gibt zwar bei Orgelbauzulieferern sogenannte Tastenwaagen, habe selber auch eine - finde nur das Bild gerade nicht. Die sind aber längst nicht so genau wie mit dem Schraubenverfahren und Briefwaage.


    Ich nehme eine große Schraube (z.B. M16) und stapel dadrauf Unterlegscheiben, solange, bis das Gewicht passt.


    Zum Messen des Tastenniederdruckgewichts schiebe ich die Schraube auf der Taste vorsichtig von innen bis zur Tastenspitze. Ich nehme dann das Gewicht, wenn die Taste heruntergeht, gerade wenn man die Tastenspitze erreicht hat (Schraube mitsamt Muttern dabei auffangen).
    Bei einer Pfeifenorgel mit mech. Spieltraktur kann man folgendes messen:
    a) ohne Orgelwind, mit ausgeschaltetem Motor, ohne mech. Koppeln: welches Niederdruckgewicht hat man?
    b) mit Orgelwind und nur einem Register - wie erhöht sich das Niederdruckgewicht? Die Differenz zu a) wäre dann die Druckpunktkomponente
    c) mit Orgelwind, alle Register des Manuals: der Druckpunkt wird stärker
    d) Manuale gekoppelt: noch stärker


    Noch genauer kann man die Druckpunktkomponente ermitteln (statt Differenzbildung b-a oder c-a), indem man nicht nur das Gewicht ermittelt, wo die Taste heruntergeht, sondern auch das niedrigere Gewicht, bei dem die Taste wieder hochkommt.


    Werde demnächst auch mal in meinem Spieltischfaden (also dem von Mike erwähnten) Ergebnisse reinstellen, wie es sich mit Niederdruckgewichten und Druckpunkt bei Pedalen bei Pfeifenorgeln verhält - weil ich dabei bin, mir ein neues schnuckeliges Pedal zuzulegen (das alte ist nicht genau BDO-konform). Und dann vielleicht auch noch eine Druckpunktsimulation im Pedal einbaue, mal sehen.


    Gruß
    Olaf

    Hallo Reiner,


    vielen Dank für die Info!
    Ja, ich denke, es ist gut, das irgendwo anzugeben. Vielleicht bin ich ein "gebranntes Kind", weil ich mal von OrganArtMedia ein Sampleset kaufte, was bis jetzt noch mit "Multikanaltechnik" angepriesen wird. Nun, die "Multikanaltechnik" entpuppt sich als Stereo... Also, 2 Kanäle als Multikanal zu bezeichnen, empfinde ich dann schon als irreführend. Daher besser klare Angabe, und dieses Sampleset hier von Riddagshausen findet auch so bestimmt viele Abnehmer, habe gerne in die Demos reingehört!


    LG
    Olaf

    Habe gerade versucht, auf der Herstellerseite herauszufinden, ob es sich nun um ein Surroundset mit 6 Kanälen oder 4 Kanälen oder nur um ein Stereoset handelt. Hatte alles hin- und hergelesen, aber weder auf der Linkseite mit dem Booklet von dem Sampleset noch sonstwo auf der Herstellerseite eine explizite Angabe gefunden, wieviel Kanäle denn dieses Set bietet. Entweder ich habe etwas überlesen, was gut sein kann, oder man hat sich geflissentlich darüber ausgeschwiegen.
    Wieviel Kanäle bietet denn dieses Set, oder kann man da wählen?


    Adventliche Grüße,
    Olaf


    PS: wo bleiben den die Adventsmützen bei den Smileys - bin ich da 2 Tage zu früh?

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    Jetzt ist wohl die Frage wie komm ich an die Kontakte ran und hat es Sinn bzw. geht es überhaupt
    sie so einzustellen das ohne Prellen gespielt werden kann.


    Hallo Eberhard,
    das kannst du dir wohl nur selber beantworten, indem du mal die Kiste autschraubst, fürchte ich. :/


    Allerdings, wenn das Prellen nicht nur kurzzeitig ist, sondern auch bleibt, wenn du die Taste runtergedrückt hast, fürchte ich, dass es sich um primitive mechanische Kontakte handelt - versilberte Stäbe, die aneinander gedrückt werden. Du könntest die Stäbe reinigen, aber m.E. sind solche Kontakte ungeeignet für Midifizierung. Wenn es sowas ist, plädiere ich für Ersetzung durch Magnete/Hallsensoren oder neue Manuale.


    Also, bitte mal aufschrauben und rückmelden, was du denn da vor dir hast...


    LG Olaf

    Ich freue mich auch auf deine Geschichte, Gert!


    Vielleicht kriegst du ein paar Anregungen aus den 3 längeren Spieltischfäden hier, von rizos, rr01 und meinem Faden - auch bzgl. deiner Variante Hall-Sensoren, Druckpunktsimulation, Midifizierung.


    LG Olaf

    Hallo Eberhard,


    anhand deines letzten Anhangs sehe ich auch Prellen als Ursache an.


    Ich weiß nicht, mit welchen Sensoren (oder Kontakten?) bei deiner Orgel die Midifizierung gemacht wurde. Das wirkungsvollste wäre, wenn du es schaffen könntest, dass der Tonanfang (Note On) etwas tiefer in die Taste gelegt werden könnte. Denn Prellen kann ja entstehen, wenn die Taste, wenn sie losgelassen wird, oben federt und nach Note Off dadurch wieder den Einschaltpunkt erreicht wird. Ich glaube nicht, dass es in der anderen Richtung - wenn man die Taste drückt - auch prellt. Aber das könntest du auch kontrollieren: Tasten drücken (ganz langsam als worst-case Fall) und gedrückt lassen und deine Midi-Events dafür ansehen. Dasselbe dann beim Tastenloslassen (das dann ganz schnell als worst-case Fall). Dann weißt du, ob das Prellen beim Drücken und/oder Loslassen entsteht (vermutlich loslassen).
    Also, kann man mechanisch die Sensoren/Kontakte etwas weiter weg vom oberen Punkt bewegen, sodass die Tonauslösung erst nach vielleicht 2mm kommt statt nach 1mm oder so? Das müsste das Problem eliminieren.


    LG Olaf

    Das Samples bearbeitet werden müssen zur Verwendung in einem Sampleset, ist klar.
    Es ging um das Herumfummeln an Samples, um Orgelverstimmungen zu kaschieren!
    Wie man am Holzhey-Set sehr "schön" (besser gesagt - nicht schön) belegen kann, funktioniert das offenbar spätestens bei Registern nicht mehr richtig, wo mehrere Pfeifen gleichzeitig ertönen, wie bei allen Mixturen.
    Und spätestens wenn man die Samples bzgl. Verstimmungen und Intonation heftig frisieren muss, bleibt von "authentischem Original" nicht mehr viel übrig...
    Die Alternative ist, das ein Samplesethersteller zigtausend Euro ausgibt, um vorher die Orgel stimmen und intonieren zu lassen.


    Was Samplesetgrößen angeht, bin ich sowieso der Meinung, dass die virtuelle Orgelabbildung am allerbesten mit kleineren Orgeln und Registergrößen klarkommt, nicht nur wegen des immensen Speicherbedarfs ansonsten, sondern, weil der Klang immer mulmiger, diffuser und unechter wird.
    Und für die kleineren Orgeln von Sonus Paradisi reichen 32GB als Speicher aus, auch für 6-Kanal und 24bit. Ich habe das Silbermann-Petrikirchen-Sampleset, welches ich im Gegensatz zu anderen konträren Meinungen sehr schätze, welches mit 32GB auskommt bei 6 Kanälen (sogar noch gerade so, wenn man sich den Luxus unkomprimierten Ladens gönnt - was m.E. bei schnellen Rechnern unnötig ist). Und die Möglichkeit, stufenlos von knochentrocken bis verhallt "a la Holzhey" verstellen zu können, schätze und nutze ich sehr. Mir ist da nichts bzgl. Soundverschlechterung aufgefallen, wenn ich in den Frontkanälen mische. Halte ich immer noch für "authentischer" als wenn man künstlichen Hall verwendet.
    Und das Laden der 32GB von einer schnellen SSD geht bei mir schneller als ich meine Orgelschuhe anziehen kann und die Noten aufgeschlagen habe am Spieltisch.
    Als Abstrahlung verwende ich in sehr nahem Nahfeldmonitorbereich (alles unter 1m Ohrabstand, den Raumhall halte ich für vernachlässigbar gegenüber Kopfhörern) 4x Genelecs, dazu sehr guter Subwoofer und Körperschallwandler unter der Orgelbank für die "Bauchregion"-Frequenzen.


    LG Olaf

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    Original geschrieben von mike
    Sicherlich war die Orgel bei der Aufnahme nicht gestimmt. Das haben wir in diesem Thread ja auch schon ausgiebig durchgekaut. So sind Orgeln in der Praxis eben oft. Das Set fällt bei mir in die Kategorie "authentische Originale" und ich muss sagen, dabei habe ich sehr große Freude an dem Set.


    Wenn eine Orgel vor der Sampleset-Aufnahme nicht eingermaßen gestimmt und intoniert wurde, fällt es bei mir erstmal unter die Kategorie "ungestimmt". Und wenn zu allem Überfluss noch nachträglich an den Samples herumgefummelt wurde, um die Orgelverstimmung zu kaschieren (was zumindest hier vermutet wurde, mit der Vermutung kann man auch falsch liegen), kann von "authentischen Originalen" schon mal ganz und gar nicht die Rede sein.


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    Original geschrieben von mike
    Was die neueren Sets von Sonus Paradisi angeht, bin ich nun kein Freund dieser auf den Frontkanälen vermischten Akustik. Es leidet die Reproduktion der natürlichen Akustik für mich zu sehr darunter.


    Da man die Frontkanäle zwischen 100% Direktaufnahme ("knochentrocken") und 100% Aufnahme im vorderen Kirchenschiff (stärker verhallt, ähnliches Hallergebnis wie bei Weißenau) lückenlos verstellen kann, hat man auch die Varianten von ungemischten Samples beider Mikropositionen und damit unverfälschtem Klang - wie gesagt, wenn man das überhaupt will.
    Von daher ist es eben nicht so, dass man es bei den neueren Samplesets von Sonus Paradisi generell mit vermischten Samles und entsprechender Akustik zu tun hat. Man hat stattdessen die Wahl zwischen völlig unvermischt und völlig vermischt und allem dazwischen - eine Flexibilität, die zumindest ich sehr schätze.


    Weiterhin, zumindest meine Erwartungshaltung ist, dass vor Samplesetabnahme die Orgel in einen erstklassigen konzertfähigen Zustand gebracht wird, sprich, frisch gestimmt und intoniert wird.
    Ich weiss aus erster Hand, welchen Aufwand z.B. Sonus Paradisi getrieben hat, um die (wunderschön klingende!) Orgel in der Stadtkirche Bückeburg zu samplen. Die Nutzungsgebühr für die 2-3 Wochen dauernde Samplesetabnahme zusammen mit der Orgelstimmung und Intonierung gingen in den 5-stelligen Eurobereich! Nur, um mal zu vergegenwärtigen, welcher auch finanzieller Aufwand dahinter steckt, um erstklassige Samplesets, eben keine Billigsets, zu erstellen. Ganz ehrlich, dafür zahle ich auch gerne etwas mehr. Was nützt ein billiges Sampleset, wenn man es letzlich kaum nutzt? Dann wird aus billig schnell zu teuer, weil zuwenig verwendet.


    Ausdrücklich möchte ich aber sagen, dass nach wie vor für mich das Sampleset "Zöblitz" zu den am meisten verwendeten Sets gehört (das war eigentlich der Hauptgrund, dass ich ohne vorher zu testen, mir das Weißenau-Set zugelegt habe, weil es vom selben Hersteller kommt).


    LG Olaf

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    Original geschrieben von mike
    an und für sich ist das Sampleset sehr gut gelungen. Es klingt wie eine sehr gute Aufnahme dieser Orgel auch klingen würde - eher noch besser. Es gehört, mit kleinen Abstrichen, mit zu den Besten die ich kenne - zumal es dafür auch noch relativ günstig ist.


    Mein Eindruck ist auch, dass es ziemlich verhallt ist, egal wie man an den Front/Rearkanälen dreht.
    Es kann sein, dass eine Aufnahme dieser Orgel, aufgenommen in der Kirchenmitte, auch ziemlich verhallt ist. Aber hilft einem das weiter?


    Es ist jedenfalls kein Vergleich mit solchen modernen Samplesets wie die neueren 6-kanaligen Samplesets von SonusParadisi, bei denen man wirklich lückenlos von knochentrocken bis voller Kirchenhall alle Einstellungen haben kann.


    Es gehört jedenfalls für mich keineswegs zu den besten Samplesets, die ich kenne. Vielleicht gehört es zu den besseren Samplesets, die auch mit GO nutzbar sind, das mag sein. Aber keineswegs zu den besseren Samplesets, die(leider) nur für Hauptwerk möglich sind.
    Es stimmt, dass es relativ billig ist. Aber für mich im Nachhinein nicht preisgünstig, weil ich eben doch meist andere Sets diesem hier vorziehe und es daher zu selten nutze.


    Aus Insiderkreisen weiss ich, dass z.B. bei Sonus Paradisi viel Geld ausgegeben wird, um die Orgeln erstmal in den Zustand für erstklassige Samplesets zu versetzen. Sowas kostet natürlich Geld, was umgeschlagen werden muss auf die Samplesetkäufer. Ich bezweifle, dass dieses Sampleset von einer perfekt gestimmten und intonierten Orgel gemacht wurde, habe stattdessen den Verdacht, dass versucht wurde, die Samples nachträglich zu verbessern. Wenn ich da einen falschen Verdacht geäußert habe, bitte ich um Verzeihung - es ist nur eine vage Vermutung.


    LG Olaf

    Ich glaube, Hr. Ramin hat seinen Laden dicht gemacht, macht nur noch Reparaturen.So hatte ich ihn vor einiger Zeit verstanden, als ich mit ihm in Kontakt war.


    Bin selber mit der WIRA-Elektronik sehr zufrieden, aber sie ist eben mitllerweile angegraut und nicht mehr Stand der Technik. Zuviele und zu große Baugruppen für die Funktion. Selbst wenn es sie noch gäbe, würde ich mich nach anderer Elektronik umschauen.