Vielleicht hören andere das ganz anders – mich würde interessieren, ob euch dieser Unterschied auch auffällt, besonders bei größeren Registrierungen.
Ohne jetzt weiter über das Klanggemisch natürlicher Pfeifen und dem Klanggemisch von Samples zu philosophieren kann ich die Erfahrung zu GO und HW von Georgy nur bestätigen.
Ich verwende nach wie vor beide VPOs. Wenn man das gleiche Sample auf beiden spielt und HW mit allen verfügbaren Klangoptionen der Audioengine einsetzt, verschmelzen die einzelnen Stimmen zu einem deutlich lebendigeren und authentischeren Orgelklang, der sich so mit GO nicht reproduzieren lässt. GO brilliert zwar auch mit hoher Klarheit und Transparenz der Stimmen aber eben mehr statisch und ohne die dynamischen Akzente.
Um bei HW mit der Einstellung höchster Audioverarbeitungsqualität auch saubere und verzerrungs- und aliasingfreie Audiosignale bei dynamischen Klangveränderungen durch diverse Filter sowie Windmodell, Pfeifenverstimmung und -beeinflussung, Tremulanten etc. zu erhalten setzt das allerdings einen deutlich leistungsfähigeren PC mit möglichst großem Arbeitsspeicher voraus als für GO.
Als ich HW gerade neu installiert hatte, hatte ich ja mal einen kleinen Klangvergleich mit gleichem Sample auf beiden Plattformen gestartet und war zu dem Schluss gekommen, dass sich klanglich keine so großen Unterschiede zeigen würden.
Dieser erste Vergleich fand allerdings auf einem auf PC mit einer intel I5 CPU 10. Gen. und nur 16GB RAM statt und erlaubte nur einen Teil der Samples zu laden geschweige denn zusätzliche noch klangverändernde Optionen in HW zu nutzen. Der Vergleich war also mehr ein Vergleich der Rohsamples.
Seitdem ich HW auf einem neuen PC mit AMD Ryzen7 CPU und 96GB RAM mit 6 Kanalwiedergabe betreibe hat sich das Bild komplett geändert.
Jetzt lässt sich HW mit den Einstellungen für höchste Audioqualität und klangverändernden Optionen zur Reproduktion eines lebendigen und dynamischen Orgelklangs voll ausreizen und die Unterschiede zwischen HW und GO zeigen sich deutlich. Zudem gibt es für HW deutlich aufwendigere und qualitativ sehr hochwertige Samples die die Klangqualitäten von HW voll zur Geltung bringen.
Das soll aber den Nutzen von GO nicht abwerten oder schmälern. Ganz im Gegenteil, ich bin auch nach wie vor mit GO unterwegs besonders auch um die Weiterentwicklung zu verfolgen.
GO hat den Vorteil eines mehr oder weniger offenen Systems ohne große Ressourcenanforderungen, was auch noch frei und kostenlos zur Verfügung steht. Mit der einfach strukturierten und verständlichen GO-ODF eröffnet sich zudem die Möglichkeit mit eigenen Orgelkonstrukten kreativ zu experimentieren, was man ja in der Filebase sehr gut nachverfolgen kann.