Nachdem jetzt schon einige Male Organteq als neue Orgelgenration mit physical modeling Technik erwähnt wurde, habe ich die Trial zum Testen heruntergeladen.
Installation und Konfigurieren sind sehr intuitiv und einfach zu bewerkstelligen. Die Bedienoberfläche ist aufgeräumt ohne verschachtelte Menüs und schnell zu verstehen, ein Pluspunkt an die Entwickler.
Ich habe Organteq mit 6-Kanal Wiedergabe getestet an den gleichen Audiointerfaces, die mit HW und GO verwendet werden.
Die Echtzeitsynthese der Tonerzeugung ist für mein Empfinden allerdings weit, weit weg von einer gesampelten Orgel.
Die einzelnen Register gehen im Zusammenspiel komplett unter. Einem Principal 8 fehlt z.B. einfach das Fundament und nach oben werden die Stimmen dünn und quäkig. Zieht man zum Principal 8 eine Principal 4 und Superoktave 2 hinzu, hört man kaum einen Unterschied und das setzt sich auch im Schwellwerk und Rückpositiv fort. Die Pedalstimmen enttäuschen auf ganzer Linie. Principalbass, Mixtur, Zungenstimmen, nichts davon setzt sich durch oder bietet ansatzweise ein kräftiges Fundament.
Die Orgelstimmen insgesamt klingen ein wenig wie eine Theaterorgel zumindest im unteren Tonbereich und im oberen Bereich sehr nach Harmonium. Auch mit Nachjustieren der Register in den Einstellungen wird es nicht unbedingt besser. Wenn man den Nachhall wegdreht klingen die Stimmen noch dünner.
Die ständigen Unterbrechungen und fehlenden Töne der Trial sind zudem sehr lästig und geben wenig Raum für intensiveres Probieren und Testen sodass man nach kurzer Zeit genug hat. Ich jedenfalls habe die Trial schnell wieder von meinem Rechner deinstalliert.
Wenn man GO und oder HW auf dem Rechner hat kann man sich Organteq getrost sparen, da lohnt sich der Aufwand nicht, zumal zumindest GO komplett kostenlos mit sehr guten und freien Samples verfügbar ist.