Posts by Georgy

    Danke, Sylvia.

    Du hast diesen Hintergrund.

    Wir tauschen ja auch ausführlichere Aufnahmen aus.

    Schade, dass man die hier nicht reinstellen kann.

    (10 MB 😥. Selbst mit einer schnöden SMS kann man 100 MB als mp4 übermitteln. Das hier ist inzwischen Frühe Steinzeit. Lieber eine potentere Forensoftware mitzahlen - so als Vorschlag an dich, Michael Mikelectric 🙋)

    Bach richtet sich nicht nach meiner Stimmung.


    Das klingt erst mal ein bisschen schroff – aber Bach ist kein Wohlfühlkomponist. Einer Kantate ist es egal, in welcher Verfassung ich morgens den ersten Takt höre. Sie spiegelt mich nicht, sie widerspricht mir.


    Und genau darin liegt ihre Kraft: Sie bringt Struktur, wo innen vieles diffus ist – nicht, indem sie das Durcheinander wegschmeichelt, sondern indem sie etwas danebenstellt, das größer, klüger und stabiler ist als der Tag, an dem ich es höre.


    Ob es nun ein Weinen in verzweifelter Lage ist, das quälende Bewusstwerden von Schuld, ein Dank, der nichts beschönigt und doch das Schwere leichter trägt, ein wiegender Sechsachteltakt, der den Tod nicht beschwört, sondern in den Schlaf trägt, bis Sterben sich fast wie Einschlafen anfühlt – oder ein Jauchzen, das den Atem nach oben reißt: immer ist es eine Ordnung, die Schmerz und Trost nicht trennt, sondern beides aushält, ohne ins rein Gefühlige abzurutschen.


    So etwas passiert selten. Bei Bach regelmäßig. Und ja, das finde ich wunderbar.

    Im Eingangschor von BWV 127 legt Bach über den Hauptchoral noch andere Melodien: „Christe, du Lamm Gottes“ und wohl auch Anklänge an „O Haupt voll Blut und Wunden“. Mehrere Stimmen gleichzeitig – und keine drückt die andere weg. Die Tiefe entsteht genau durch dieses Übereinander.

    Spannend ist, wie das geht: Nicht indem alle gleich laut dasselbe brüllen, sondern jede Stimme hat ihren eigenen Platz und lässt die anderen trotzdem durchhören. Vielleicht wäre das auch in anderen Bereichen mal eine brauchbare Sache.


    39584_tonspur.mp3

    Ich notiere von hier in Greifswald aus mal ein paar Dinge, die im Programmheft nicht stehen:

    Jeden frühen Abend wird für den nächsten Tag die Bach-Kantate der Geistlichen Morgenmusik geprobt – und das ist offen zum Mitsingen. Die Vorsänger sind keine eingeflogenen Gäste, sondern kommen aus der Greifswalder Tradition, die sich über Jahre entwickelt hat.

    Und in den Reihen sitzen die Domgeistlichen und der Bischof – in kurzen Hosen – und singen einfach mit. Danach reden sie ganz normal mit den Leuten. Die Wortbeiträge bleiben kurz, eingängig und nicht zu geschraubt.

    Studierende und Schwerbehinderte können für 50 Euro ein Kombiticket für alle Veranstaltungen bekommen.

    Ich war in vielen Jahren an einigen der großen Bach-Orte und mag die auch. Aber mir fällt kein zweiter ein, wo so vieles so unkompliziert zusammenkommt.

    Dass so eine Bachwoche bei den heutigen Kulturhaushalten überhaupt noch existiert, ist übrigens nicht selbstverständlich. Ich komme nächstes Jahr wieder – und tue inzwischen das bisschen, was mir möglich ist.

    Pfingsten: das Fest der Bewegtheit.

    Es geht um diesen Moment, in dem plötzlich etwas in Gang kommt, das vorher festsaß wie Beton. Menschen, die den Mund nicht mehr aufkriegten, finden wieder Worte. Menschen, die sich verkrochen hatten, treten wieder heraus. Zwischen ihnen entsteht Resonanz – nicht geplant, nicht verabredet, sondern einfach so, wie ein Funke, der überspringt.

    Pfingsten steht für das Unverfügbare im Leben: für Kräfte, die man weder herstellen noch verwalten kann. Manchmal ist da plötzlich wieder frischer Wind. Eine Idee. Raum zwischen Menschen, die sich vorher zu nah oder zu fern waren. Innen wird etwas weit. Und zwischen Menschen löst sich, was klemmte.

    Ein Aufbruch, der sich nicht mit „weil es praktisch wäre“ erklären lässt – sondern eher dann kommt, wenn keiner ihn bestellt hat und man eigentlich nur noch die Decke über den Kopf ziehen wollte.


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    Wie erlebt ihr Pfingsten?

    Ich kaufe auch immer ein Auto für 8500 Euro und nach wenigen Jahren bleibt mir oft nur ein monatlich wechselnder Linglong-Reifen.

    Aber die Entsorgung im Stadtwald ist top – da wird aus deiner schönen Viscount bestimmt was überaus Wohlklingendes: ein, zwei richtig gute neu gewachsene Holzpfeifen. 😇

    Liebe Grüße

    Haralder:

    Solch ein Treffen hätte einen unschlagbar therapeutisch-mahnenden Wert: Gemeinsam 8500-Euro-Sweelinq-Abo-Gepiepse über den internen 150-Euro-Mini-PC und liebevoll zusammengestelltes Restaudio-Gerümpel zu hören.

    Und sobald man das Abo nicht mehr zahlt, kann man das edle Presspappen-Gehäuse wenigstens noch als günstigen Schuhschrank verwenden. 😇

    Die positive Haltung schätze ich echt.

    Gleichzeitig geht mir dieses „Alle sind meine Freunde“ ein bisschen zu flott. Ich habe im Sakralorgelforum, aber auch hier, Situationen miterlebt, die für die Beteiligten alles andere als harmlos waren.

    Nicht alles lässt sich im Rückblick einfach schön „befreunden“.

    Ich war im Sakralorgelforum kein einfacher User und bin dort am Ende klar rausgeflogen. Auch hier habe ich nicht wenige erfolgreich genervt.


    Im Rückblick war an meinem Ton einiges berechtigt zu kritisieren:

    Ich war oft sehr bestimmt und habe meine eigenen Maßstäbe mit einer Selbstverständlichkeit gesetzt, als hätte ich für Klangfragen mindestens das Gelbe vom Ei und für den Rest wenigstens die Hausordnung gleich mit erfunden.

    Daran lerne ich noch. Langsam. Sehr langsam.
    Hoffentlich noch bevor ich selbst zur Topfpflanze werde.

    Der offizielle Nachruf des Kirchenkreises, zur Erinnerung:

    Kantor Michael Klein bestattet

    Der langjährige Kantor Michael Klein ist im Alter von 69 Jahren am 23. Juni verstorben und in Hüttenberg-Rechtenbach bestattet worden. Superintendent Dr. Hartmut Sitzler würdigte in seiner Ansprache den Kirchenmusiker, der gerne bereit gewesen sei, Orgeldienste zu übernehmen. Seit April 2018 war Michael Klein fest angestellt, seit 1. Oktober 2020 alleiniger Organist in Leun und Tiefenbach.

    […]

    Nach Abitur und Militärzeit studierte er Kirchenmusik in Saarbrücken und München und schloss als A-Musiker ab. Dann widmete er sich dem Studium der Religionspädagogik in Mainz. Nach seinem Referendariat übernahm er Kantorenstellen in katholischen Gemeinden im Allgäu und in Franken. 1986 habe er sich seiner zweiten Begabung, dem Umgang mit dem Wort gewidmet, sagte Dr. Sitzler. Klein absolvierte ein Volontariat bei der Saale-Zeitung und war dort anschließend als Lokal- und Kulturredakteur tätig. Durch den dienstlichen Besuch beim Missio-Camp in Bischofsheim in der Rhön wandte er sich dem evangelischen Glauben zu. Ab 1999 war er als Chef vom Dienst bei der evangelischen Nachrichtenagentur idea in Wetzlar tätig, ab 2002 bis 2018 als Redakteur Aktuelles bei ERF Medien. Ehrenamtlich hat er sich zunächst in Lützellinden an der Orgel betätigt. Von 2005 bis zum Ruhestand 2018 arbeitete er als Kantor der evangelischen Wichernkirche in Gießen. Seine besondere Präferenz galt dem großen Komponisten Johann Sebastian Bach. Superintendent Sitzler wies darauf hin, dass Klein über seinem Leben die drei Buchstaben stellte, die auch Bach über seine Werke schrieb: S.D.G. – soli deo gloria, – Gott allein die Ehre.

    Quelle: Evangelischer Kirchenkreis an Lahn und Dill, evangelisch-an-lahn-und-dill.de, Juli 2025

    Ein einzelner Ton testet das Sample – viele gleichzeitig klingende Pfeifen testen die Engine.

    Das entspricht auch der Erfahrung mit realen Orgeln. Ein Instrument beurteilt man nicht nach einem einzelnen Ton, sondern danach, wie viele Pfeifen gemeinsam klingen und wie sich der Klang im Raum zu einem Ganzen verbindet.

    Deshalb sind auch viele Online-Vergleiche mit wenigen Tönen oder kleinen Registrierungen nur begrenzt aussagekräftig.

    Der entscheidende Unterschied liegt in der Engine, nicht im einzelnen Sample .

    Wenn man nur einen Ton eines Registers vergleicht, hört man im Grunde nur die Aufnahme selbst – also Mikrofonierung und Samplequalität. In diesem Moment spielen alle Programme im Prinzip einfach eine einzelne Audiodatei ab.

    Die Unterschiede zwischen den Systemen werden erst hörbar, wenn viele Pfeifen gleichzeitig sprechen. Dann greifen Dinge wie Voice-Management, Polyphonie, Release-Strukturen und die interne Summierung vieler gleichzeitig laufender Samples. Auch das Timing der Stimmen und teilweise Aspekte der Windmodellierung spielen dabei eine Rolle.


    Besonders deutlich wird das, wenn viele Pfeifen gleichzeitig ausklingen: Die Engine entscheidet dann, ob zahlreiche Release-Samples zu einem natürlichen Raum zusammenfinden oder eher wie ein mechanisches Überlagern vieler Einzelsamples wirken.


    Genau in solchen Situationen zeigt sich, ob sich der Klang zu einem Instrument im Raum verbindet oder eher wie viele gleichzeitig abgespielte Samples wirkt.

    PS: Vielleicht spielt auch noch etwas anderes hinein: In GrandOrgue begegnet man relativ häufig sehr großen Composite-Orgeln mit manchmal über hundert Registern. Das ist spannend zum Experimentieren – aber eine große Disposition ersetzt nicht automatisch die komplexe Wechselwirkung vieler Pfeifen in einem gemeinsamen Raum. Eine lange Registerliste wirkt auf dem Papier beeindruckend, sagt aber noch wenig darüber aus, ob ein Instrument klanglich wirklich zusammen „atmet“.


    Vielleicht reagiere ich auf diesen Punkt auch besonders sensibel – für mich gehört zur Orgel immer der Eindruck eines lebendigen Instruments im Raum, nicht nur das möglichst perfekte Abspielen einzelner Samples.

    Am Ende entscheidet für mich immer der Moment, in dem viele Pfeifen gleichzeitig sprechen – dann merkt man sofort, ob man vor einem Instrument im Raum sitzt oder vor einer sehr guten Wiedergabe einzelner Samples.

    Vielleicht hören andere das ganz anders – mich würde interessieren, ob euch dieser Unterschied auch auffällt, besonders bei größeren Registrierungen.