Manuale erneuern

  • Ja, aber mit dem "running status"-Mechanismus braucht man für n Noten nicht 3n, sondern nur 2+n Bytes. Bei Akkorden kommt das auch tatsächlich zum Einsatz, wie ein MIDI-Monitor zeigt.

    Der "running status" spart aber nur jeweils das Status Byte pro Note, dachte ich zumindest. Also für n Noten braucht man dann immerhin schon noch 1 + 2n Bytes, oder sehe ich da was falsch? Aber der Hinweis ist schon richtig, denn man spart immerhin etwas.

    Nur, dann komme ich bei einem Akkord von 10 Noten immer noch auf ca. 7ms. Ich nehme an, dass dann bei der Soundausgabe bei angenommenem gleichzeitigem Tastendruck die letzte Note fast 7ms später ertönt als die erste Note (ist nur eine Vermutung, ich weiß nicht, wie die Hauptwerk/GO-Software so einen Midistream interpretiert (sie könnte auch alternativ die ersten Noten verzögern, bis der Midistream zu Ende ist) - aber das ist schon etwas!).


    Erstaunlicherweise regen sich Leute ja schon darüber auf, wenn die Latenz 10ms oder mehr ist, für die Soundausgabe und Hauptwerk/GO-Software, mich selber eingeschlossen. Das aber die MIDI-Kommunikation selber auch schon eine erwähnenswerte Latenz hat, insbesondere bei Akkord-Notenflut, ist offenbar ansonsten kaum ein Thema...

  • Du hast natürlich recht, es wird nur das Status-Byte gespart, nicht das Velocity-Byte.


    Außerdem habe ich vorhin festgestellt, daß, anders als ich dachte, meine Keyboards keinen running status verwenden, auch wenn ich mich sehr bemühe, die Tasten gleichzeitig zu drücken. Oder das Betriebssystem dröselt die Kommandos wieder auf, bevor es sie der App übermittelt.


    Daß man bei einem zehnstimmigen Akkord keine störende Latenz wahrnimmt, könnte daran liegen, daß die erste durchgereichte Note auch schnell zu klingen beginnt. Auch wäre die Latenz eher ein Problem bei schnellen Läufen. Die macht man aber nicht mit Akkorden.

  • Ja, ich will auch mal nachsehen, ob meine schon etwas - besser gesagt ziemlich - angegraute MIDI-Elektronik (Wira-Electronic) das überhaupt unterstützt. Irgendwie störend ist mir da ja auch nix aufgefallen.

    Eher, dass ich doch hier und da Tastenpreller in der MIDI-Ausgabe sehe (diese aber akustisch nicht wahrnehme, weil die Note off / Note on Messages sehr schnell hintereinander kommen), weil ich die Auslösung wohl doch sehr dicht an den Tastenanfang gelegt habe. Und solche Tastenpreller gehen natürlich auch noch übel in die Performance mit ein...

  • Ihr haut hier ja euer Midi-Wissen raus, was einen separaten Faden wert wäre. Der Running Status ist mir bisher noch nicht begegnet. Wieder was dazugelernt.


    So naiv wie ich bin, würde ich die NoteOn/Off-Messages einfach so raushauen (TCPIP), wie ich die Signale vom Raspi (Taste mit Hall-Sensor am Raspi) einlesen kann. Da arbeite ich wahrscheinlich ähnlich wie MIDI2, wo eh alles übers Netzwerk abläuft. Über einen TCPIP-Socket läuft das so rasend schnell, wie kein Mensch spielen kann. Da mache ich mir keine Sorgen.


    Ich habe bisher übrigens ebenfalls Wira-Elektronik an den zwei zusätzlich eingebauten Fatar-Manualen (funktioniert seit Jahren tadellos).

  • Ich habe auch einen Teil Elektronik von WIRA.

    Das System funktioniert bei mir hervorragend. Schade, dass WIRA nicht mehr am Markt ist.

    Einige Ersatzplatinen habe ich herumliegen.

    Andere Baugruppen kann ich selbst herstellen. Ich hab von allen Baugruppen das einseitige Layout der Leiterplatten im PC erstellt.

    Ein Vorteil ist, dass man bis auf den Prozessor und EPROM alle ICs bei Conrad bekommen kann. Bin noch auf der Suche nach gebrauchten Baugruppen für den Fall der Fälle.

    Hörbare Tastenpreller habe ich nicht festgestellt.

  • Die WIRA-Elektronik funktioniert bei mir auch tadellos, incl. Setzer- und Registersteuerung. Mittlerweile gibt es eben nur kleinere und billigere Elektroniken, die mit deutlich weniger Verkabelungsaufwand auskommen. Kann man selber nicht billiger und besser bauen.


    Und ich habe mal die WIRA-Elektronik geprüft: es werden alle Befehle einzeln ausgegeben, auch bei Akkorden. Also keine Nutzung des "Running Status". Die WIRA-Elektronik hat ja auch das nette Feature, das man per MIDI Manuale koppeln kann. D.h. selbst wenn das SampleSet keine Kopplung z.B. Oberwerk an Pedal bietet, kann man das hier einschalten. Der Nachteil ist, dass dann eben die MIDI-Befehle doppelt kommen. Dann hat man schon bei einem einzigen Akkord von 10 Tönen insgesamt 20ms Datenschwall sowohl beim Drücken als auch Loslassen.


    Hörbare Tastenpreller habe ich auch nicht festgestellt, aber ich habe Tastenpreller festgestellt (ich nutze das Tool Midi-OX dafür)! Wenn man ganz, ganz genau hinhört, meint man schon einen Unterschied zu hören beim Loslassen einer Taste. Wenn ich so eine Taste ganz langsam loslasse, gibt es keinen Preller, lasse ich sie hochschnippen, entsteht ein Preller (d.h. ich sollte meine Sensorenleiste für dieses Manual nicht so dicht an der Taste justieren, sondern etwas tiefer - das ist kein Problem, ich hab Langlöcher an den Befestigungsstellen eingefräst dafür).

  • Außerdem habe ich vorhin festgestellt, daß, anders als ich dachte, meine Keyboards keinen running status verwenden, auch wenn ich mich sehr bemühe, die Tasten gleichzeitig zu drücken. Oder das Betriebssystem dröselt die Kommandos wieder auf, bevor es sie der App übermittelt.

    In Core MIDI gibt es auf Anwendungsebene tatsächlich keinen running status:

    Quote

    Running status is not allowed.

    https://developer.apple.com/do…ation/coremidi/midipacket


    Das ist auch vernünftig so. Besser, Core MIDI übernimmt die 'Dekomprimierung', als wenn jede App das für sich implementieren müßte.


    Es kann also doch sein, daß meine Keyboards Note-Befehle zusammenfassen und so über die Leitung schicken, nur bekommt ein Programm als Empfänger das nicht mit.

  • Also Midi-OX sollte eigentlich das ungefiltert ausgeben, was über die Leitung geschickt wird, nur eben die einzelnen Bits zu Bytes zusammenzufassen und deren Bedeutung interpretieren. Wenn es anzeigt, dass z.B. die Wira-Elektronik keinen RunningStatus verwendet, glaube ich dem. Ich könnte zwar spaßeshalber mein Digital-Oszilloskop dranklemmen, aber da vertraue ich schon drauf, das so ein Tool wie Midi-OX die Daten 1:1 ausgibt.

  • Die Internen Koppeln bei WIRA finde ich besonders bei der C. Coll Orgel aus St. Etienne schön.

    Die Orgel und somit auch das Set haben nur einige Manualkopeln und Pedalkoppeln.


    Alle Werke gekoppelt und zusätzlich noch die beiden Suboktavkoppeln für das Hauptwerk und Schwellwerk gezogen ergeben ein grandioses Tutti. (entspricht zwar nicht exakt dem Original, ist aber schön und gewaltig)

    Einzig, da es sich bei den Koppeln von WIRA um interne Koppeln handelt ist, dass man sie nicht ganz problemlos über "warte auf Ereignis" mit GO verknüpfen kann.

    Gleiches gilt für die internen Setzer, die dann auf zwei Betätigungen reagieren.

    Einen RunnigStatus bei WIRA kann ich nicht feststellen. Leider habe ich nur ein analoges Oszilloskop. Da sind solche Effekte nicht so einfach darstellbar. Anstelle mir ein digitales zu kaufen stecke ich das Geld lieber in ein neues Sampleset

  • emsig: ok, dann nehme ich alles zurück bzgl. MIDI-OX und ungefiltertes Weiterleiten. Wieder was dazugelernt! Vielleicht rufe ich mal Hr. Ramin an, falls es ihn noch gibt - der könnte das aus dem Stand beantworten, wie er das bei seiner WIRA-Elektronik programmiert hat.

    Einzig, da es sich bei den Koppeln von WIRA um interne Koppeln handelt ist, dass man sie nicht ganz problemlos über "warte auf Ereignis" mit GO verknüpfen kann.

    Gleiches gilt für die internen Setzer, die dann auf zwei Betätigungen reagieren.

    Ich habe nicht GO, nur Hauptwerk, aber trotzdem wundert mich das: bei mir bewirken die internen WIRA-Koppeln, wenn ich z.B. Oberwerk an Pedal kopple, lediglich, dass neben dem MIDI-Befehl für die Pedaltaste eben noch der MIDI-Befehl für die entsprechende Oberwerktaste drangehängt wird. D.h. egal ob GO oder Hauptwerk, das kriegt es doch damit überhaupt nicht mit, ob man die beiden Tasten per Hand/Fuß gleichzeitig gedrückt hat oder per interner WIRA-Koppel?

    Was meinst du mit den Setzern und auf 2 Betätigungen reagieren - musst du 2x drauf drücken, dass was passiert? Das wäre ja merkwürdig.

  • Die internen Koppeln bei WIRA bewirken, dass MIDI-Signale der beiden gekoppelten Manuale an GO oder HW gesendet werden. Nur der Koppeltaster auf dem Bildschirm ist nicht einfach über"warte auf Ereignis" zu definieren.

    Ist mir jedenfalls nicht gelungen.

    Ich habe eine Setzertaste zusätzlich mit einer Funktion in GO definiert . Beim ersten Betätigen wurde die interne (WIRA) Kombination geschaltet. Beim zweiten Betätigen die in GO definierte Funktion

  • Nur der Koppeltaster auf dem Bildschirm ist nicht einfach über"warte auf Ereignis" zu definieren.

    Ist mir jedenfalls nicht gelungen.

    Und an dieser Stelle wird mein Midi-Panel punkten, weil es vom "Orgelsystem" unabhängig agiert. Die Weiterentwicklung stockt gerade, weil mich das Thema "Neue Manuale" gerade beschäftigt. Macht aber auch Spass :-)

  • Mein MIDI-Paneel stockt auch etwas. Momentan bin ich viel mit dem Boot unterwegs.

    Mein Paneel soll nur die Crescendo-Programmierung erleichtern.

    Ansonsten steuere ich alle Funktionen über meinen Spieltisch mit Tastern. Viel Spaß bei deiner Arbeit. Hut ab. Ich hätte die Geduld nicht.

  • Bei mir ziehen sich Projekte manchmal über Jahre :D Solange ich nicht sehe, damit Geld verdienen zu können, lasse ich mir entsprechend Zeit. Gestern habe ich es auch vorgezogen, mit meinem Nachbarn ein Bierchen zu trinken - es war im Garten grad nochwarm genug.


    Manchmal braucht es auch einfach seine Zeit, auf geniale Ideen zu kommen. Eine Idee kam mir gestern - und du bestätigst das gerade mit deiner Aussage "steuere ich alle Funktionen über meinen Spieltisch mit Tastern". Das Midi-Panel will ich auch über Taster bedienbar machen. Drückst du "M", geht im Midi-Panel das Menü auf o.ä.

    Wow, das wird ein Feeling sein :saint: Vielleicht erfinde ich auch neuartige Bedienelemente für den Spieltisch...

  • Bei meinem Spieltisch steuere ich auch alle Funktionen mit Tastern, Kippschaltern oder Potis.

    Ich kann den Monitor also immer ausgeschaltet lassen.

    D.h. nicht nur das Ein- und Ausschalten der ganzen Anlage incl. runterfahren des Rechners, nicht nur die Register- und Setzersteuerung, ebenso das Umladen verschiedener Samplesets oder Spezialfunktionen wie z.B. Vertauschen von Manualen (das nutze ich, wenn ich mich auf eine Orgel mit Rückpositiv vorbereiten möchte, wo das Hauptwerk das 2. Manual darstellt) oder Analogfunktionen wie Lautstärkesteuerung usw.

  • Je nach dem, was man bedienen will, ist ein Touchmonitor die beste Wahl. Ich bin kein Monitor-Gegner, eher Befürworter. Ich habe meinen Monitorschwenkarm so montiert, dass dieser unmittelbar neben oder auf den Manualbacken positioniert werden kann. Er ist also direkt "am Mann". Auf Magnetstreifenwechsel beim Samplesetwechsel habe ich keine Lust. Wenn es eine Lcd/Led-Lösung gäbe, dann hätte ich nur noch das Problem, ca. 110 Register-Taster irgendwie unterzubringen.

    Meine Singlescreen-Lösung hat den Vorteil, der schnellen, effektiven Bedienmöglichkeit. Besser geht es mMn nicht. Aber wenn man möglichst wie an einer "normalen" Orgel sitzen möchte, dann sind diese neumodischen Möglichkeiten nicht geeignet.

  • Jeder kann sich sein eigenes Konzept aufbauen. Wenn es den Ansprüchen gerecht wird ist es gut. Neue Möglichkeiten zu erarbeiten macht auch Freude. Erst Recht wenn sie gut gelingen.

    Ich bin nicht so experimentierfreudig. Ich spiele lieber mein Instrument.

    Erweiterungen nehme ich natürlich auch vor


    Also, allen viel Spaß am Spielen, Tüfteln, Experimentieren und Bauen

    Es macht Spaß daran teilzuhaben und gibt neuen Forianern Anregungen zur Verwirklichung ihres Instrumentes