Crescendo-Pedal bzw. Rollschweller

  • ein paar Fragen an die GO-Experten:
    1. Beim Erstellen von eigenen ODF-Dateien kann ich ja Generals und Divisionals vorbelegen. Für das Crescendo-Pedal habe ich nichts vergleichbares gefunden. Gibt's da doch was?
    2. In Beschreibungen von HW-Sample Sets habe ich gesehen, dass dort das Crescendo-Pedal wohl so reagiert (oder einstellbar ist), das die zuvor fix eingestellten Register nicht angerührt werden. In GO haut mir das Betätigen des Schwellpedals diese aber immer weg und stellt die zuvor eingestellten Register um.
    Danke vorab für die Antworten,
    Gruß ins Forum,
    Oliver

  • Hallo Martin,
    danke für die schnelle Antwort. Habe mich durch die Beiträge durchgewühlt und das so verstanden, dass Crofelix in sein ODF eine eigene Crescendo-Steuerung eingebaut hat. Schade, dass man in das ODF-Code nicht reinsehen kann, würde ich wohl noch einiges lernen können. Aber es scheint ähnlich zu sein, wie ich bisher die Generals in der Programmierung genutzt habe, die ich statt des Fußschwellers verwendet habe. Ist aber nicht so feinstufig, wer will da schon die Schaltungslogik für 32 Einzelstufen programmieren.
    Nächstes Projekt ist ohnehin wieder ein Barock-Örgelchen, das braucht kein Crescendo-Pedal ;-)
    Gruß, Oliver

  • GO kannst du am ehesten mit einer mechanische Register-Traktur vergleiche, wo nachträglich ein Setzer ergänzt wurde.


    Ist (je nach Land/Orgellandschaft) Ungewöhnlich/Merkwürdig oder Normal. Für Wien tritt meist eine Walze mit einer elektrischen Traktur auf, also nicht das GO Model. Das GO Model gibt es aber auch, zB:
    http://organindex.de/index.php…%A4ngnis_%28Lazaristen%29


    GO hat einige Arten von Kombinationen parallel - das war das am einfachsten zu realisierende Modell. Zur Flexibilisierung kann man bei allen Kombinationen durch Anpassung des Scopes gewisse Register aus jeder Kombination ausnehmen.


    Für nicht destruktive Kombinationen müsste man sich erst mal überlegen, wie wirklich ALLE Kombinationen sinnvoll zusammenspielen sollen/können und was aus den Scope wird.


    -

  • Quote

    Schade, dass man in das ODF-Code nicht reinsehen kann, würde ich wohl noch einiges lernen können.


    Du meinst, das du das ODF von crofelix nicht einsehen kannst? Eventuell hilft nachfragen.


    Was ich verstand habe, ist das er für jedes Register 2 Register-Schalter mit OR verbunden hat. Eines sind die Hand-Register, das Crescendo ist auf das Zweite per Scope eingeschränkt.

  • Hallo, liebe Orgelfans


    Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit dem Crescendo in GO und habe darüber mit crofelix einige Mails ausgetauscht. Herzlichen Dank Felix für deine Ausführungen und detaillierten Infos. Sehr innovativ und clever, deine Idee. Funzt prima.


    Ich stelle nun eine andere Möglichkeit für ein nicht destruktiv arbeitendes Crescendo/Decrescendo vor


    Für die MIDI-Steuerung der Walze habe ich eine Impulsschaltung für "auf und ab", entwickelt. Diese steuert die Auf- und Abtasten des Crescendopanels, sowie die Setzertaste und einen General.


    Wirkweise:
    * Bei Betätigen der Walze werden die bereits gezogenen Register im ersten Schritt in ein General abgespeichert.
    * Bei allen weiteren Schritten werden nach und nach die über das Crescendopanel gespeicherten Register zu- oder abgeschaltet. (Dabei würden bei GO gezogene Register beeinflusst)
    * Nach jedem Crescendo-Decrescendoschritt wird der General mit den gespeicherten Registern im Millisekundenbereich der aktuellen Crescendo/Decrescendostufe hinterhergesetzt und addiert. (Die gespeicherten Register sind wieder präsent)


    Die Folge:
    zuvor eingestellte Register bleiben im Crescendo/Decrescendo stehen.


    Vorteil aus meiner Sicht:
    * Keine Programmierung in einer cmb und Anpassung an Samples
    * Einmalige Hardware-Elektronik der Walzensteuerung. Eine Elektronik zum Ansteuern von MIDI ist ohnehin erforderlich.
    * Anschließend für jede Orgel nur eine Crescendo-Programmierung über das Crescendopanel nötig


    Vielleicht kann mir ein GO versiertes Mitglied Auskunft über die Schaltzeiten von Setzern im Programm von GO etwas sagen, damit ich elektronisch die Pulssteuerung der Walze darauf einstellen kann.


    Dann baue ich die Elektronik in meine Walze ein und teste sie. Theoretisch und am Computer funktioniert es gut. Das Hinterhersetzen des Generals muss sehr schnell erfolgen, damit man den Doppelvorgang nicht hört. Da aber jede Crescendo Stufe ohnehin klangliche Veränderungen zur Folge hat, ist der Vorgang evtl. auch bei etwas längeren Impulszeiten nicht im Einzelnen wahrnehmbar.


    Vom praktischen Ergebnis an meiner Orgel berichte ich im Forum



    Schönes Restwochenende und Gruß an alle
    Rainer

  • Deine Lösung funktioniert nur mit einer (hohen) Wahrscheinlichkeit. Es kann aber auch mal passieren, das GO einmal einen Zwischenzustand "übernimmt". Die Wahrscheinlichkeit steigt, wenn der Schaltvorgang Samples Per Buffer / Sample-Rate Sekunden übersteigt.

  • Die Elektronik für das Crescendo (Beitrag vom 18. März 2018) ohne destruktives Verhalten ist fertig, getestet und funktioniert.

    Zum Einrichten der Zeit, in der der General der jeweiligen Crescendo/Decrescendo-Stufe hinterher geschaltet wird, habe ich die Taktfrequenz der Schaltimpulsfolge zunächst so hoch eingestellt, bis sie von GO nicht mehr angenommen wird.

    Als nächstes die Frequenz so weit herabgesetzt, dass man das Hinzuschalten des Generals hört.

    Dann die mittlere Taktfrequenz zwischen den beiden Grenzwerten gewählt.

    Das System arbeitet seither fehlerfrei.


    Gruß aus Berlin

    Rainer