Ist gezielte Tonverzögerung in Hauptwerk einstellbar?

  • Hallo in die Sommerpause,


    normalerweise möchte man ja, dass die Tonausgabe möglichst unverzögert geschieht.


    Neulich jedoch hatte ich das Problem, mich für ein Orgelspiel an einer Orgel mit pneumatischer Traktur vorbereiten zu müssen. In meinem Umkreis hatte ich auch schon eine Orgel ausfindig gemacht (nicht leicht in Ostwestfalen, aber machbar), und beim Probespiel darauf erkannt, dass ich unbedingt auch zu Hause (an der Hauptwerkorgel) mich an die Verzögerung gewöhnen muss (das größte Problem für mich sind nicht normale Tonfortschreitungen, bei denen es eben immer hinterherhinkt, sondern, was mich regelrecht fertig gemacht hat, sind Tonrepetitionen z.B. 2er Töne hin und her, und wenn die Tonfolge etwa so schnell ist, dass man den 2. Ton hört, wenn man den 1. Ton spielt und umgedreht. Das hat mir anfangs fast die Finger gebrochen! :-confused: ). Aber man kann sich daran gewöhnen, durch Übung.


    Mein einziges Sampleset mit pneumatischer Orgeltraktur ist die Sauer-Orgel Düsseldorf (OAM), hier kann man auch die Verzögerung zuschalten, die aber fix ist.


    Nun meine Frage: Kann man in Hauptwerk gezielt die Latenz einstellen, sodass man skalierbar eine Verzögerung für Übezwecke einstellen kann, und das für beliebige Samplesets?


    Zusatzfrage: Ist so ein Feature in Grand Orgue enthalten oder wenn nicht, vielleicht implementierbar? Wäre eine große Übehilfe für Leute wie mich, die mechanische Traktur gewöhnt sind, aber eben hin und wieder sich an einer pneumatischen Orgel präsentieren müssen.


    LG Olaf

  • Hallo Olaf,


    es war in früheren Hauptwerk-Diskussionen immer mal wieder Thema. Aber leider finde ich da im Moment keinen Link mehr dazu. Eine direkte Funktion dafür wurde aber m. W. n. nie in HW eingebaut. Lösungsansätze waren immer die Latenz eben künstlich zu verschlechtern, mit Hilfe der Sound-Einstellungen, wenn ich mich recht entsinne.


    Gruß Michael

  • Vielen Dank für die Antworten!


    Das heißt also, das wir hier ein Feature haben, was GO bietet, aber offenbar wohl nicht Hauptwerk.
    Die Latenz zu verzögern wäre schon eine Möglichkeit, die Frage ist, ob es sich dann um eine mehr oder weniger zufällige Verzögerung handelt (z.B. in Abhängigkeit der gespielten Töne oder Anzahl Register).


    Außerdem scheint es mir, dass bei pneumatischer Traktur der Toneinsatz schleichender einsetzt als bei mechanischer Traktur (also nicht nur später, sondern auch langsamer ansteigend), sodass eine simple Verzögerung auch nicht das ist, was in der Realität passiert. Jedenfalls kommt es mir beim Sample Set Sauer/OAM so vor, und auch bei den 2 oder 3 pneumatischen Orgeln, die ich bisher erlebt habe.


    LG Olaf

  • Das hängt auch stark vom Zustand der Pneumatik ab. Frisch überholt, ist die Verzögerung oft viel kleiner und gleichmäßiger. Das Spielventil öffnet sich natürlich auch mit endlicher Geschwindigkeit. Im Direktvergleich würde man das sicher deutlich hören.


    In einem kleinen Dorf in der Eifel hatte ich mal meine katastrophalste Pneumatik unter den Fingern. Abgesehen von sehr langen Verzögerungen, waren die auch noch jedesmal unterschiedlich lang. Praktisch unmöglich etwas Vernünftiges raus zu bekommen. Der Organist war aber 80+ und hat darauf eigentlich nur "improvisiert" oder so ähnlich... :/
    Ich fand alles fürchterlich, aber die Gemeinde kannte wohl weder einen anderen Organisten, noch eine andere Orgel. :-D

  • Hallo,


    Der Thread ist schon älter - aber wer die Lösung in HW noch braucht - Man kann unter |General settings|Audio Device and Channels...| den Audio Buffer vergrößern. Damit erhöht sich die Latenz und man erhält den gewünschten Effekt.