Stahlhuth Dudelange

  • Wie es aussieht, wird die große Stahlhuth-Orgel in Dudelange von Voxus Organs gesamplet.
    Allerdings wird ein Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht bekannt gegeben.
    Ich vermute, dass sie das aus dem Grund nicht machen, weil Tiel auch noch auf der Matte steht und wartet.


    Lieber keine Versprechung, als mehrere, durch die man immer wieder enttäuscht wird.


    PS: Die Infos stammen von hier

  • Mitte 2014 hatte ich nachgefragt, ob die Dudelange released wird. Da haben sie gesagt, sie hoffen es.

    Dann hat es doch noch vier Jahre gedauert! Und dann nochmal sechs Jahre, bis ich das Set in die Finger bekomme :D

    Kurz gesagt, es ist ein schönes Set, hat einen hohen Dynamik-Umfang. Es werden ca. 30 Midi-Files der Stücke mitgeliefert, dessen Audio-Aufnahmen auf der Voxus-Seite existieren. Das ist super, weil die Registrierung einer solche großen Orgel auf Anhieb nicht einfach ist. Was ich beim Testen höre (der Hörabstand zur Orgel) entspricht den Voxus-Demos. Mir ist es etwas zu weit weg. Es entspricht dem Hören einer CD. Eine tolle Orgel mit wohl abgestimmten Registern. Die sanften Register sind wirklich leise, für meinen Geschmack zu leise. Dreht man den Volume-Regler auf und es kommen ein paar kräftige Register hinzu, dann wird es schnell zu laut.


    Ein witziges Feature hat Voxus eingebaut - nach dem Laden des Sets funktionierte erst mal kein Sound. Ich hörte (heute morgen) gant leise die Kirchenglocken läuten. Ich dachte, das kann doch wg. dem Corona-Versammlungsverbot nicht sein! Ich hielt meinen Ohren an die Boxen... hey da kommt Glockengeläut raus! Mit der Zeit wurden diese etwas lauter, sehr nett :-)

  • Das waren sicher die berüchtigten "Corona Bells" :D
    Aber ist ja interessant, dass der Beitrag über die Dudelange nach nun 7 Jahren wieder hervor geholt wird. Das mit der etwas entrückten Akustik und dem fürs Wohnzimmer zu großen Dynamikumfang kenne ich auch von einigen Sets großer Orgeln. Meist sind die dann am ehesten über Kopfhörer zu ertragen. Du kannst natürlich die leisen Register auch etwas im Pegel hochregeln und die lauten etwas runter. Dass da Midi-Files mitgeliefert werden habe ich auch noch nirgends gehört, aber ist natürlich eine Super Sache und könnten sich andere Hersteller gerne ein Beispiel dran nehmen.

  • Sehr gut - Corona Bells <lach>. Die Midi-Files sind wirklich toll, man kann sich schön anschauen, wie die eingespielten Werke registriert wurden. Da kommt man alleine nicht so schnell drauf. Aber dann war es soweit: Der Organist registrierte immer mehr dazu und weil ich die Polyphonie nicht begrenzt habe, endete das in einem unschönen Ausfall-Knister-Knatter-Gewitter.


    Eins ist mir noch negativ aufgefallen: Da gibt es zwei unnötige Buttons, die was mit der Luftversorgung zu tun haben. Die Buttons aktivieren sich selbständig. Die Luftgeräusche beinhalten ultratiefe Frequenzen, die sich bei höheren Pegeln als sehr tiefes, unangenehmes Brummen bemerkbar machen.

    Ok, Preset abgerufen und die zwei Schalter schnell manuell ausgestellt. Danach kommen mit mehreren Sekunden Abstand zwei tiefe Schläge, die sich so anhören, als würde jemand eine wuchtige Schlosskellertüre zudonnern. Bumm! Einige Sekunden Pause, Bumm! Für eine Aufnahme muss man - ich habe es nicht gemessen -gefühlt min. 15 Sekunden warten. Das nervt. Der Schlüssel neben den Buttons half auch nicht, diese Sache zu deaktivieren. Echt störend!


    Das ist jammern auf hohem Niveau. Ein Hauptwerk-Einteiger würde vor Freude in Ohnmacht fallen, was da für Klänge rauskommen. Selbst im ersten Manual kann man die wunderschönsten Solo-Register ziehen. Tremulanten auf den ersten drei Manualen. Ein Prinzipal mit Tremulant im I. klingt wirklich außergewöhnlich schön.


    Aber wenn man einige große Sets hat, dann muss bei so Preisen schon was ganz Besonderes abgeliefert werden.


    Ach, noch was, es gibt keine Seite mit der Orgelansicht (Manuale, Pedal). Da habe ich aber blöd aus der Wäsche geschaut. Wie setze ich die Midi-Kanäle? Ich schaue immer noch blöd auf den Bildschirm. Hmm. Anleitung von Voxus gelesen. Aha, über Organ Settings kann man das auch machen. Funktioniert ^^


    Wegen den Corona-Bells - einen Tag später höre ich in der Ferne leises Geläut (ich sitze NICHT an der Orgel!). Spinne ich jetzt total???? Hats mich erwischt?

    Ich renne zur Orgel, Ohr an Lautsprecher.... das Geläut kam wirklich aus der Stadt (Balkontüre war offen 8|:D;(

  • Eins ist mir noch negativ aufgefallen: Da gibt es zwei unnötige Buttons, die was mit der Luftversorgung zu tun haben. Die Buttons aktivieren sich selbständig. Die Luftgeräusche beinhalten ultratiefe Frequenzen, die sich bei höheren Pegeln als sehr tiefes, unangenehmes Brummen bemerkbar machen.

    Ok, Preset abgerufen und die zwei Schalter schnell manuell ausgestellt. Danach kommen mit mehreren Sekunden Abstand zwei tiefe Schläge, die sich so anhören, als würde jemand eine wuchtige Schlosskellertüre zudonnern. Bumm! Einige Sekunden Pause, Bumm! Für eine Aufnahme muss man - ich habe es nicht gemessen -gefühlt min. 15 Sekunden warten. Das nervt. Der Schlüssel neben den Buttons half auch nicht, diese Sache zu deaktivieren. Echt störend!

    Das ist doch schön, wenn die Windversorgung so detailliert simuliert wurde. Es hört sich so an, wenn zwei große Faltenbälge langsam absacken und unten aufschlagen, weil die zugehörigen Gebläse abgeschaltet wurden. Anschließend dürften dann genau genommen nur noch Trakturgeräusche zu hören sein und keine Töne mehr.

    Du machst mich ja jetzt richtig heiß auf das Dudelange Set. ;-) Aber ich bleib erst mal standhaft. Als großes romantisches Set habe ich schon die Walcker Doesburg, die mich immer noch reichlich überfordert. Und mit 64 GB kann ich da auch noch nicht mithalten.

    Hast Du das Set gekauft, oder erst mal die Demo?

  • Die Luftversorgung lässt sich abschalten und dann ist es schön ruhig - zum Spielen, das geht. Ja es wird mit den Faltenbälgen so sein, wie du beschrieben hast. Das klingt beeindruckend gewaltig (zweimal ein Bumms), aber wenn es später nur nervt, ist auch nix.


    Ich teste gerade eine Demo. Ich bin generell nicht der Typ, der den Spuckeffekt jeder Pfeife extrem wahrnehmen will, aber diese Aufnahmeentfernung ist mir dann doch einen Tick zu weit weg. Die sanften Register müsste man lauter stellen. Da fängt man an rumzuschrauben und verändert den Gesamtklang der Orgel. Ob das auf Dauer zufrieden stellend zu lösen ist? Dann möchte man doch mal ein bisschen mehr Dynamik und hat alles verstellt.


    Den Klang empfinde ich wie eine spielbare CD. Aber nach meinen beschriebenen Eindrücken werde ich das noch ein paar mal testen. Tendenziell würde ich das Set momentan wegen der fehlenden Nähe eher nicht kaufen.


    Vergleichsweise mit der PAB - da gibt es auch ein paar Register, die sind derart laut, dass sie eher als Effekt- oder Solo-Register im Einzelfall was taugen, aber nicht für einen Registermix geeignet sind. Da ist es allerdings etwas einfacher, das zu korrigieren, weil nur einige Zungen brutal laut sind. Ohne Direktvergleich würde ich mal behaupten, das der Dynamikumfang bei der Dudelange etwas größer ist, als bei der PAB. Ein selbstprogrammiertes Tutti bekommt man generell hin, indem man möglichst viel weglässt. Das ist dann wie bei großen Orgeln - alle Register rein klingt nicht immer schön. Wohldosiert vermeidet man die Überlastung der CPU (meine ist ein Sechkerner: 3930K - die spielt die PAB mit 92 Registern, 24 Bit und allen Koppeln im Tutti, allerdings wenig Akustik). Bei der Dudelange verursacht die große Akustik ein Performance-Problem.


    Um beim PAB-Vergleich zu bleiben - im I. Manual der PAB fehlen definitiv ein paar schöne Register und ein Tremulant. Die Tremulanten der Dudelange in I./II. und III. sind zauberhaft, da geht einem echt das Herz auf. Wenn ich so positive Sachen beschreibe, dann steht das im Gegensatz zu meinem Kaufwillen. Es ist schon ne Menge Holz. Wenn Geld keine große Rolle spielt, dann gibts nur eins: Kaufen.


    Hast Du schon mal was zur Doesburg geschrieben?

  • Die Tremulanten der Dudelange in I./II. und III. sind zauberhaft, da geht einem echt das Herz auf. Wenn ich so positive Sachen beschreibe, dann steht das im Gegensatz zu meinem Kaufwillen. Es ist schon ne Menge Holz. Wenn Geld keine große Rolle spielt, dann gibts nur eins: Kaufen.


    Hast Du schon mal was zur Doesburg geschrieben?

    Bei mir spielt Geld leider auch eine Rolle, ansonsten würde ich mir vermutlich jedes Sampleset kaufen was herauskommt. Die Welt der Orgeln ist doch so unheimlich vielfältig und faszinierend.

    Was mir bei der Walcker Doesburg sofort gefallen hat ist, dass der Klang nicht so entrückt ist wie bei vielen anderen großen Sets, z. B. meiner Utrecht. Utrecht ist sogar ganz extrem aus einer Zuhörerposition (CD wie Du sagst) wahrzunehmen. Bei Hören von Demos finde ich das toll, aber wenn ich dann selbst am Spieltisch sitze, dann ist das ziemlich indirekt und somit unauthentisch. Da fühle ich mich irgendwie unwohl, als ob ich das gar nicht spiele. Und so hört sich das Ergebnis dann auch an.

    Doesburg hingegen klingt so, wie ich es von solch einer Orgel am Spieltisch erwarte. Ein unmittelbarer Klang, der dennoch weich und rund ist, verbunden mit einer Registerfülle, die sich fantastisch mischt. Das Set macht unheimlich Spaß. Allerdings sind meine Spielkünste weit davon entfernt, das nur annähernd ausnutzen zu können. Mein PC gibt auch nichtso arg viel her, sodass ich das Set nur mit Einschränkungen spielen kann. Abgesehen davon wären auch 4 Manuale schön und nicht nur 2 oder 3. Naja, Teile für einen neuen 5-manualigen Spieltisch habe ich schon lange rumliegen, aber es gibt halt immer wieder Hinderungsgründe mit dem Aufbau anzufangen. Ich sehe gerade, dass ich das Set nun auch schon wieder seit 2013 habe und 2020 der passende Spieltisch noch nicht gebaut ist. Insofern gab es noch keinen größeren Testbericht von mir.

    Es gibt einen Thread darüber und ich hatte mir mal die Mühe gemacht, sogar eine Umsetzung für GrandOrgue zu programmieren. Aber das war dann eben nicht ganz so einfach die vielen Hilfsregister und die Creszendo-Walze ordentlich umzusetzen. Liegt also auch auf Eis.


    Walcker, Doesburg

  • Wie im Doesburg-Thread angedeutet - du wirst die Dudelange lieben ;) Ich habe sie heute wieder gespielt und ich befürchte, dass ich anfange, das Set zu mögen <HiilllffeeeIchWillKeinGeldAusgeben> :P Der Klangreichtum begeistert.


    Nach einer Weile sagte ich mir SCHLUSS! "Unload organ" und die Hereford geladen. Damit war ich doch auch zufrieden, O D E R ? Der Tremulant fehlt mir im I. Manual. Den hat die Dudelange. Mit der Dudelange stehen viel mehr dezentere Register im I. zur Verfügung. Bei der Hereford ist es im I. eher etwas lauter.


    Gerade höre ich ein Klong und Gepuste (die Dudelange ist wieder geladen). Ich bin dann mal eben an der Orgel... ;)


    So, bin wieder da. Musste den Klangeindruck auffrischen und abspeichern.


    Im Pedal: Die Posaune 16'. Mächtig, mächtig! Was wars? Die Contrabombarde 32'. Die erschlägt alles. Beim mittleren C fängt das Beben schon an. Unglaublich. Das sind schon Frequenzen, wo ich mir tatsächlich Sorgen um die Nachbarn mache... Schnell wieder rausgenommen. Wenn man fülliger registriert, dann wird der Ton - wie bei der Doesburg gesagt - auch etwas dumpfer. Das liegt aber auch an der Art des Registrierens. Zuviel Pedalregister übertönen schnell den Rest. Da kann man auch mal den Subbas 16' und Majorbass 16' rausnehmen. Das klingt schon sachlicher. Aber immer noch mit genug Schmackes.


    Es gibt viel zu Entdecken. Sowas macht mir Spass.

  • Liebe Orgelfreunde,


    gerade mal wieder dieses Set gespielt. Ich finde es gut. Die Luftversorgung geht mir aber wirklich auf den Senkel. Ist nett gemeint, aber wenn man was aufnehmen will und ewig warten muss, bis sich lufttechnisch da alles beruhigt hat, das nervt ungemein. Da würde ich eine bitterböse Mail an den Hersteller schicken.


    Ich denke schon wehmütig an das Ende des Testzeitraumes. Bei aller Liebe - der Preis ist zu hoch.