ODF Erweiterung mit zusätzlichen Perspektiven

  • Ich bin gerade dabei eine GO ODF um zusätzliche Perspektiven (Rückkanal) zu erweitern, eigentlich nicht sehr kompliziert, trotzdem stellt sich eine Frage zur Syntax (siehe weiter unten) auf die vielleicht jemand eine Antwort hat.

    Natürlich ließe sich das auch einfach mit einer zusätzlichen Audiogruppe lösen, die dann den Rückkanälen über das Audiodevice zugeordnet wird.

    Um allerdings individuelle Anpassung wie z.B. eine zusätzliche Verzögerung für die Rückkanäle vornehmen zu können, müssen die Ranks oder Windchestgruppen der zusätzlichen Kanäle in den Orgeleinstellungen als Objekte gelistet sein, was nur über die ODF definiert werden kann.

    Bei dem SET handelt es sich um die Kassel-Niederzwehren PO. Trotz der binauralen Aufnahme spiele ich das SET ausschließlich über Lautsprecher, vor allem auch um den Sound besser zu spüren. Eine Erweiterung auf 4 Kanäle könnte den räumlichen Eindruck vielleicht noch verbessern, ein Versuch ist es jedenfalls wert, da das SET sehr klare und differenzierte Orgelstimmen enthält.

    Folgende Test-Anpassungen funktionieren wenn auch mit etwas Aufwand:

    1. Jeweils zusätzliche Windchestgroups für die Rückkanäle definieren. Um die Reihenfolge mit den Manualen der Frontkanäle einzuhalten ist eine neue Durchnummerierung empfehlenswert.
    2. Alle Ranks für die Rückkanäle duplizieren, um die Windchestgroups der Rückkanäle in den Duplikaten eintragen zu können.
    3. In den Stop Abschnitten müssen ebenfalls die zusätzlichen Ranks der Rückkanäle eingetragen werden.

    Wenn es die Möglichkeit gäbe in den Rank Abschnitten mehr als einen Windchestgroup Eintrag einzufügen wären die Schritte 2 und 3 nicht notwendig und es würde sich sehr vereinfachen.

    [Rank019]
    Name=Subbass
    HarmonicNumber=4
    FirstMidiNoteNumber=36
    NumberOfLogicalPipes=30
    AmplitudeLevel=100
    NumberOfWindchestGroups=2
    WindchestGroup1=003
    WindchestGroup2=005
    AcceptsRetuning=N
    Percussive=N
    Gain=1
    etc......

    Leider scheint der Eintrag NumberOfWindchestGroups=2 im Rank Abschnitt nicht möglich zu sein, zumindest wird das als Fehler beim Laden des Sets gemeldet.

    Gibt es eine andere elegante Lösung um sich die Schritte 2 und 3 s.o. zu sparen oder ist die Syntax des Eintrages einfach nur falsch? Falls jemand eine bessere Lösung weiß würde ich mich über eine Antwort freuen.

    Das Ergebnis sieht dann in den Orgeleinstellungen so aus (erst mal nur das Testbeispiel mit Pedal Front und Pedal Rear und dem Subbass)

    grafik.png

  • die Samples für Front und Rear sind erst mal die gleichen binauralen Samples.

    Die 3 aus dem Hauptwerk (Manual1) verwendeten Pedalregister habe ich schon früher dupliziert, um die Lautstärkeverhältnisse für die 3 Pedal und Manual1 Stimmen getrennt einstellen zu können.

  • Jetzt hast du die echt echte Orgel in Störeo und willst Rückkanäle einführen?

    Bist du da nicht im falschen Forum, liebe Sylvia?

    Lieber Michael,

    das Sampleset der Orgel gibt es nur für GO und ist auch nur in "Kunstkopfstereofonie" also als binaurale Aufnahme verfügbar.

    Das ist natürlich bei Wiedergabe über Lautsprecher nicht ganz unproblematisch, da das für Kopfhörer getrennte linke und rechte Tonsignal über Lautsprecher jeweils mit beiden Ohren gehört wird, also ein Übersprechen der linken und rechten Signale stattfindet bei dem die 3D Information der binauralen Aufnahme verloren geht.

    Ich kann mich eben mit Kopfhörern nicht anfreunden, da damit das hören unnatürlich wird (keine Klangänderung bei Kopfdrehung) und die Dinger einfach auf den Ohren drücken egal welche Ausführung der Kopfhörer.

    Soweit so gut. Zur Zeit lasse ich daher die binauralen Stereo Samples der Pfeifen sowohl über die Lautsprecher vorne als auch für die Lautsprecher hinten wiedergeben.

    Ich würde aber gerne die Ausgabe über die hinteren Lautsprecher etwas modifizieren. Mit GO könnte man z.B. ein kleines Delay für hinten hinzufügen. Eine Möglichkeit wäre natürlich auch die Rückkanäle über eine Effekt DSP laufen zu lassen, habe ich aber derzeit nicht verfügbar. Also versuche ich das mit den GO Bordmitteln. Und dazu muss ich die ODF etwas erweitern damit ich die Rückkanäle als Objekte in den Orgeleinstellungen modifizieren (intonieren) kann.

    Das ist das gleiche was man auch in vielen einfachen GO Sample Sets vorfindet. Man kann aus wenigen gesampelten Orgelpfeifen oft sogar mit nur einer Oktave, beliebig viele Stimmen zaubern indem man das gleiche Sample mehreren Ranks zuordnet und über diverse Attribute so anpasst dass eine Orgel mit unterschiedlich klingenden Registern daraus wird, klingt zwar irgendwann langweilig aber besser als gar nichts.

    Bei der Kassel-Niederzwehren PO wurde das sogar schon bei der realen Orgel so gemacht, indem 3 Pedalregister vom Manual1 einfach abgekoppelt wurden und als Pedal Registerzüge verfügbar sind.

    Im Sample habe ich den Pedalumfang der 3 Manual Register ohnehin schon dupliziert und dem Windchest Pedal separat zugeordnet, um die Lautstärken zwischen Pedal und Manual für die Lautsprecher Wiedergabe separat einstellen zu können.

    Die Frage ist auch nicht ob die Erweiterung eines binauralen Samples auf zwei zusätzliche Rückkanäle sinnvoll ist oder nicht, es geht für die Erweiterung nur um eine Frage zur Syntax der GO ODF.

    In welchem Forum sonst als dem mps-orgelseite-Forum findet man u.a. auch die geballte Expertise zu Fragen rund um die Spezifikation der GO ODF.

    Um also die Frage zum richtigen Forum zu beantworten, ja ich bin dafür sehr wohl im richtigen und besten Forum.

    Falls also jemand eine Antwort zur ODF Deklaration Anzahl WindchestGroups pro Rank hat (siehe Beitrag #1), würde ich mich auf eine Antwort freuen.

    Gruß Sylvia

  • Hallo Sylvia,

    Die hinteren Kanäle nur etwas leiser und mit einem Delay versehen auszustrahlen entspricht ja nicht ganz einer originalen Wiedergabe.

    Das muss auch für jedes Set programmiert werden.

    Gernstell ich dir meine Differenzschaltung zur Verfügung. Bin jetzt privat wieder frei und kann sie in Kürze aufbauen.

    Rückwärtigen Lautsprecher und einen Verstärkerbenötigst du ohnehin. Die Schaltung gibt auch den Raumanteil der Kirche/ des Kinzertsaales etc wieder und klingt dadurch viel echter.

    Gruß Rainer

  • Die hinteren Kanäle nur etwas leiser und mit einem Delay versehen auszustrahlen entspricht ja nicht ganz einer originalen Wiedergabe.

    Hallo Rainer,

    das ist sicherlich richtig. Die Pegel und die Klangbeeinflussung der hinteren Lautsprecher ist aufgrund des DSP der Aktivboxen kein Problem. In GO wäre lediglich das Delay einzustellen was ja sehr einfach geht.

    Die rückwärtigen Lautsprecher über eine Differenzschaltung zu betreiben ist eine interessante Idee und würde ich gerne ausprobieren. Das würde auch für alle anderen nur Stereo Sets sicherlich was bringen.

    Die weiteren Details zur Differenzschaltung können wir ja per PN klären.

    Gruß Sylvia

  • Zur Frage der ODF Erweiterung um eine zusätzliche Perspektive #1 habe ich jetzt folgendes Ergebnis.

    1. Pro Rank ist jeweils nur eine Windchestgroup definierbar
    2. Die Nummerierung der Ranks muss durchgehend lückenlos erfolgen. Wenn nicht werden beim Laden der ODF irreführende Fehler wegen des fehlenden Eintrags "FirstMidiNoteNumber" eines nicht vorhandenen Ranks ausgegeben.

    Da muss man erst mal darauf kommen, dass es an einer fehlenden Rank Nummer z.B. 30 liegt die zwischen den z.B. vorhandenen Ranks 29 und 31 vergessen wurde zu definieren.

    Nachdem ich die Änderungen 1,2,3 wie in #1 beschrieben durchgeführt habe und auch eine komplette durchgehende Nummerierung aller Ranks erfolgt ist, habe ich jetzt für die Noeske Orgel von Kassel-Niederzwehren eine ODF mit den Perspektiven Front und Rear sowohl für die Manuale als auch für das Pedalwerk und kann diese getrennt auf die Ausgangskanäle des Audiointerfaces geben.

    Was bringt das Experiment, da ja die Samples beider Perspektiven die gleichen sind?

    Nach ein wenig Probieren habe ich für die Rückkanäle ein Delay von 60ms eingestellt und die Stimmung um 1 cent verändert und über die DSP der Aktivboxen die Basswiedergabe auf ein Minimum reduziert.

    Der Effekt gegenüber der Stereowiedergabe über nur zwei Lautsprecher ist gigantisch.

    Sobald die Rücklautsprecher aktiv sind öffnet sich der Raum, der Orgelklang wird raumfüllend luftig und mit dem verzögerten Einsetzen und Nachhall der Töne über die hinteren Lautsprecher kommt es der Klangentwicklung in einem realen Kirchenraum viel näher als nur mit Stereo.

    Wie bei einer echten Mehrkanalaufnahme erklingen die Perspektiven zeitversetzt mit einem der Raumlänge entsprechenden Delay.

    Die zusätzlichen Perspektiven in der ODF führen allerdings dazu dass die Samples für jede Perspektive, also doppelt, in den Cache geladen werden, was deutlich mehr RAM Speicher beansprucht.