Improvisation

  • Da gebe ich Dir vollkommen recht. Unser (auch mein) Fehler war, dass wir das in der bisherigen Diskussion nicht berücksichtigt haben.


    Bei den reinen gottesdienstlichen Improvisationen traue ich mich (aus gutem und oben erwähnten Grund) auch nicht allzu sehr aus der Reserve. Dann kommen eben Sachen dabei raus wie sowas oder sowas (um einfach mal bei der aktuellen "Produktion" zu bleiben)...

    Konzertant wäre das sicher etwas anderes, aber auch da kommen die Leute ja hauptsächlich wegen Bach und Konsorten, weniger wegen Reger, und schon gar nicht wegen mir...

  • Es gibt halt GD-Besucher, die mit Musik an sich nicht viel am Hut haben, aber in der Kirche mit den genannten Chorälen u.a. "aufgewachsen" sind. Die Melodien sind so stark verwurzelt, dass man diese Zuhörer mit den einfachen Melodien glücklich machen kann.

  • Ich hab mal in "sowas" oder "sowas" und in weitere Videos von dir reingeschaut.

    Du musst dich nicht verstecken. Das muss mancher erst einmal nachmachen, geschweige denn noch besser machen.

    Hut ab!

    Gestatte mir vielleicht eine kleine Anregung. Bei den beiden Videos " Wie schön leuchtet der Morgenstern" würde ich die anfänglichen Improvisationen etwas kürzer halten. Dann läuft man nicht Gefahr sich öfters mal zu wiederholen. Das gibt notfalls Diskussionsgrund.

    Das ist jetzt keine Kritik.

    Was ist das für eine Orgel und wo steht sie?

    Ich wünsche dir weiterhin viel Freude bei deinen privaten Andachten und dem Spiel in der Kirche

    Gruß Rainer

  • Alle Veränderungen muss man stückweise und sehr behutsam betreiben und die Gemeinde heranführen bis es der Letzte in der Gemeinde annimmt.

    Richtig. Dann ist aber der Lohn für die Sache umso größer. Hier mal eine beispielhafte Konversation aus dem vergangenen Jahr:

    Ältere Dame am Ausgang: "Ihre Vorspiele waren heute wieder sehr gewagt."

    Ich: "Ja, ich hatte mal wieder Lust ein bisschen abwegig zu improvisieren."

    ÄD: "Das klang gut, das können Sie ruhig öfter machen."
    Ich: "Na da bin ich ja froh, dass Ihnen das gefällt."

  • Es gibt halt GD-Besucher, die mit Musik an sich nicht viel am Hut haben, aber in der Kirche mit den genannten Chorälen u.a. "aufgewachsen" sind. Die Melodien sind so stark verwurzelt, dass man diese Zuhörer mit den einfachen Melodien glücklich machen kann.

    genau so ist es. Ein Veränderungsprozess dauert lange, wenn er denn überhaupt vollumfänglich durchführbar ist.

    Für die Jugend ist die Orgel ohnehin nicht mehr das Instrument der Wahl.

    Wird von Schlagzeug und Gitarre etc abgelöst. Dann sind sie aber unter sich. Langsam, ganz langsam gewöhnen sich die Gemeindemitglieder auch an so etwas. In den meisten Fällen sind die älteren gegenüber der Jugend in den allg. Gottesdiensten in der Überzahl. Das muss man auch bedenken.

    Ich habe mal vor einem Gottesdienst die Choräle aus dem Gesangbuch gespielt und war glücklich als in der Gemeinde leise mitgesungen wurde.

    Ist aber eine ganz andere Spielfreude

    Weiter viel Spaß an deinen Projekten

  • Gestatte mir vielleicht eine kleine Anregung. Bei den beiden Videos " Wie schön leuchtet der Morgenstern" würde ich die anfänglichen Improvisationen etwas kürzer halten. Dann läuft man nicht Gefahr sich öfters mal zu wiederholen. Das gibt notfalls Diskussionsgrund.

    Das ist jetzt keine Kritik.

    Was ist das für eine Orgel und wo steht sie?

    Danke für die Anregungen.


    Die Orgel steht in Hannover, St. Heinrich. Sie ist ursprünglich wahrscheinlich aus den 30-er Jahren erbaut von der Fa. Emil Hammer (Nachfolger der berühmten Orgelbaufirma Furtwängler & Hammer). Mehrfach umgebaut und erweitert, zuletzt von Fa. Simon, Borgentreich (liegt zw. Göttingen und Paderborn).

  • Ich glaube, das hat auch etwas mit musikalischer Bildung zu tun. Für die meisten Menschen ist Musik eben Unterhaltung und für anspruchsvolle und außergewöhnliche Stücke fehlt ihnen das Verständnis und Interesse. Was hatte ich schon für Diskussionen mit Supermarktleitern, weil ich mich jedes Mal über diese fürchterlich primitive und zudem noch laute Popmusik aufrege. Alle sagten mir, dass die Leute das hören wollen. Ein EDEKA-Leiter hatte monatelang auf jede Musik verzichtet, was für mich ein Segen war. Bis sich die Leute über die Stille beschwert haben. Die Menschen ertragen eben keine Ruhe mehr. Leute wie ich kaufen deshalb nur noch mit Ohropax ein.


    Ich selbst hatte das Glück, einen wirklich tollen Musiklehrer in der Realschule zu haben, der mein Interesse für klassische Musik geweckt hat. Einstieg war der Feuervogel von Strawinsky. Auch nicht gerade leichte Kost. Aber ich habe dieses Stück so oft gehört, dass ich es selbst dirigieren könnte - könnte ich dirigieren. Barockmusik mochte ich damals noch nicht. Dann kam Rick van der Linden mit seiner Gruppe "Ekseption", der viele Themen von Bach verwendete. Erst als ich den vierteiligen wundervollen Spielfilm aus der DDR über Johann Sebastian Bach sah, wuchs mein Interesse und heute ist Bach für mich das größte Musikgenie überhaupt. Ich habe sein Gesamtwerk auf CD. Leider sind die meisten seiner Stücke schwer zu spielen. Bei mir reicht es gerade für die zweistimmigen Inventionen.


    Übrigens: Ich höre gerade ein Orgelkonzert von Karl Ludwig Kreutz. Der ist Professor für Improvisation an der Musikhochschule Freiburg. Also da soll mir noch mal einer sagen, man bräuchte zum professionellen Improvisieren keine Ausbildung.

  • I

    Übrigens: Ich höre gerade ein Orgelkonzert von Karl Ludwig Kreutz. Der ist Professor für Improvisation an der Musikhochschule Freiburg. Also da soll mir noch mal einer sagen, man brauche zum Improvisieren keine Ausbildung.

    Zumindest schadet sie nicht :)

    Aber im Ernst: die Frage ist ja, auf welchem Niveau will/kann ich improvisieren. Die Wenigsten von uns schaffen das auf dem Level von Seifen, Latry, Pincemaille oder von mir aus auch Kreutz. Keine Frage, dass all diese eine gründliche Ausbildung genossen haben.

    Aber kann nicht auch jemand mit viel Spaß auf seinem Level auch improvisieren? Ich denke schon.

  • Den Film über J. S. Bach hätte ich auch gern gesehen. Bach war ein Genie. Seine Themen tauchen in manchen modernen Stücken der Unterhaltungsmusik auf. Er und Beethoven haben praktisch alles an Harmonien abgedeckt. Neues kann man eigentlich kaum erfinden.

    Dann hättest du eine schöne Anleitung. Der Feuervogel ist eigentlich nicht das Stück was man sich zu Gemüte führt.

    Meine musikalische Ausbildung mit ca 21 Jahren. Davon mehr auf der Hobbyseite

  • Die Bach-Orgelwerke werden allgemein eher als mittelschwer eingestuft. Im Vergleich dazu empfinde ich dann eher die Franzosen wie Guillmant oder Widor als schwer.

    Das kommt wohl auch auf die persönliche Ausrichtung an. Bachsche Toccaten oder Fantasien sind für mich ja noch ganz ok, aber mit den Fugen kannst Du mich echt jagen. Also, so generell kannst Du mich mit Fugen, also, ARGH, hör ich mir gerne an aber schmeiß ich ganz schnell wieder vom Notenständer. Mein Kopf und meine Hände kommen einfach nicht damit klar, dass da 3 oder 4 Stimmen relativ unabhängiges Zeugs machen. Dann lieber schön akkordisch aufgebaute Orgelstücke über deren Takte man am Besten noch die Akkordsymbole schreiben kann, dann ist das für mein Gehirn schon wesentlich entspannter. Gerne auch mit Kreuzen und so abstrusen Dingen wie verminderten Nonen und Undezimen. Findet sich im Jazz ja eh überall, solches Zeugs.

  • Hier muss ich doch widersprechen; nach vielen Jahren des Übens und Probens sehe ich ich mich nicht als "Dienstleiter", der nur bedienen soll; im Gegenteil, ich provoziere auch ganz gerne und will die Leute mal hinter dem Ofen hervorlocken. Ich glaube übrigens nicht, dass man immer nach dem Wunsch der Gemeinde gehen sollte; damit wird leider allzuoft die ehemals reaktionäre Musik verkannt.

    Beispiel: Wenn ich irgendetwas von Mozart oder Beethoven spiele, rufen die Leute "die schöne Musik von damals". Nur wollte Beethoven oder Mozart bestimmt nicht "schöne" Musik schreiben, sondern im damaligen Sinne modern, aufwühlend und neu/anders. Das hat auch den Zeitgenossen nicht immer gefallen. Genau deswegen braucht es immer wieder auch neue Anstöße, und auch die Moderne braucht ihre zeitgemäßen Ausdrucksformen. Dass das nicht jedem gefällt, ist mir schon klar, aber Musik soll auch aufwühlen und zum Nachdenken bringen.

    Richtig. Dann ist aber der Lohn für die Sache umso größer. Hier mal eine beispielhafte Konversation aus dem vergangenen Jahr:

    Ältere Dame am Ausgang: "Ihre Vorspiele waren heute wieder sehr gewagt."

    Ich: "Ja, ich hatte mal wieder Lust ein bisschen abwegig zu improvisieren."

    ÄD: "Das klang gut, das können Sie ruhig öfter machen."
    Ich: "Na da bin ich ja froh, dass Ihnen das gefällt."

    Diese Erfahrungen habe ich auch schon sehr oft gemacht und hatte sogar schonmal in einer Gemeinde vor vielen Jahren ein paar Mal gespielt und als der Pfarrer mitbekam, dass alles improvisiert war, hat er jedes Mal in den Abkündigungen die Gemeinde aufgefordert, sitzen zu bleiben, weil man Improvisationen kaum mehr hören würde. Ich würde also sagen, dass das meistens gut ankommt.

    Natürlich kommt es immer auf die Gemeinde darauf an und wie man mit ihr umgeht.

    Dazu gehört eben auch, dass der Kirchenchor mal ein modernes Stück aufführt, dass man auf der Orgel mal moderne Komponisten spielt, dass man altbekanntes neu einkleidet...

    Den Film über J. S. Bach hätte ich auch gern gesehen. Bach war ein Genie. Seine Themen tauchen in manchen modernen Stücken der Unterhaltungsmusik auf. Er und Beethoven haben praktisch alles an Harmonien abgedeckt. Neues kann man eigentlich kaum erfinden.

    Dann hättest du eine schöne Anleitung. Der Feuervogel ist eigentlich nicht das Stück was man sich zu Gemüte führt.

    Meine musikalische Ausbildung mit ca 21 Jahren. Davon mehr auf der Hobbyseite

    Auch da muss ich widersprechen, zum Glück ist Kunst innovativ und Bach war bei weitem nicht das einzige Genie. Wie er damals die Pfarrer und Kirchenmitglieder empört hat, spricht auch nicht für ein Unterordnen unter die Gemeindewünsche. Sonst wär's das wohl gewesen mit dem Genie.

  • Den Film über J. S. Bach hätte ich auch gern gesehen. Bach war ein Genie. Seine Themen tauchen in manchen modernen Stücken der Unterhaltungsmusik auf. Er und Beethoven haben praktisch alles an Harmonien abgedeckt. Neues kann man eigentlich kaum erfinden.

    Dann hättest du eine schöne Anleitung. Der Feuervogel ist eigentlich nicht das Stück was man sich zu Gemüte führt.

    Meine musikalische Ausbildung mit ca 21 Jahren. Davon mehr auf der Hobbyseite

    Ich habe den Bach-Film auf DVD. Leider ist er gerade vergriffen:

    https://www.amazon.de/Johann-S…ilm&qid=1609338698&sr=8-2

    Im Internet habe ich heute zufällig interessante Aufzeichnungen des Bonner Bäckermeisters Gottfried Fischer gefunden, in dessen Haus die Familie van Beethoven gelebt hat. Wen es interessiert:

    https://www.beethoven.de/file/…86kCY/Fischer_Fischer.pdf

  • Danke für die Anregungen.


    Die Orgel steht in Hannover, St. Heinrich. Sie ist ursprünglich wahrscheinlich aus den 30-er Jahren erbaut von der Fa. Emil Hammer (Nachfolger der berühmten Orgelbaufirma Furtwängler & Hammer). Mehrfach umgebaut und erweitert, zuletzt von Fa. Simon, Borgentreich (liegt zw. Göttingen und Paderborn).

    Danke für die Info. Wir haben in unserer Kirche Berlin-Charlottenburg eine Kombinationsorgel (eins meiner eingestellten Fotos) mit 15 Register und ca 30 Computerstimmen. Sie ist 1980 von Hammer / Hannover in sehr guter Qualität erbaut. Das Hauptwerk ganz oben aufzustellen hat sich bewährt. Die Stimmung ist relativ konstant. Schaut man sich im Werk um, sieht man nur einen hochwertigen Aufbau. Einzig, die zu dieser Zeit gebräuchlichen Holzschrauben halten nicht besonders. Ich hab sie an Teilen des Magazinbalges und Klappen etc. gegen heute übliche Spaxschrauben getauscht

    Die Orgel in der Auenkirche ist seinerzeit von Furtwängler Hammer erbaut

  • Die Orgel in der Auenkirche ist seinerzeit von Furtwängler Hammer erbaut

    Du hattest schon so viel Werbung für die Auenkirche gemacht, dass ich zu Weihnachten ein Spiel auf der Orgel von meiner Frau geschenkt bekommen habe. Wenn ich das dann einlöse, soll ich dir Bescheid sagen, dann könnten wir uns vielleicht sogar dort treffen und mal kennenlernen..

  • Das ist ja toll. Ich muss mal auf die Website der Aue gehen.

    Wenn man dort Spielstunden buchen kann bin ich sicher auch mit dabei.

    Vielleicht klappt es. Ich würde mich freuen. Wenn du dann noch Zeit und Lust hast kannst du gerne auch die Kombinationsorgel kennenlernen. Wenn ich wiedermal an die Domorgel herankomme würde ich dich mindestens informieren. Die ist pneumatisch. Beim Spiel auf dem vierten Manual strömt die Luft durch ca 15 m lange Kondukten, was zu merkbaren Verzögerungen führt. Daran muss man sich gewöhnen und konsequent im Takt bleiben.

    Die Orgel in der Aue ist m.W. elektropneumatisch gesteuert. Offensichtlich als pneumatische Orgel konzipiert und nach der Erweiterung die Spielrelais am Eingang der Pneumatik angebracht. Die Verzögerung ist aber gering. Ob man den neueren Umbau so weit getrieben hat, die Pneumatik ausgebaut und die Spielrelais direkt an den Kanzellen platziert hat, weiß ich nicht

  • Marode ist sie nicht so sehr, dass man sie nicht spielen könnte. Einige Erweiterungen stehen an und sind schon vorbereitet. Verschleiß

    ( Schwell- Jalousien müssen abgedichtet werden etc )

    Hab mich gerade auf der Website umgeguckt.