Schutz vor Blitzschlag und Überspannung

  • Hallo liebe Orgelfreunde,


    im vergangenen Frühjahr gab es hier unheimlich viele Gewitter, was möglicherweise auf den Klimawandel zurückgeführt werden kann. Insofern könnte das auch jetzt bald wieder aktuell werden.


    Um meine Orgel(n) zu schützen, in die ich doch einiges im Laufe der Zeit investiert habe, ziehe ich inzwischen praktisch nach jedem Spiel den Netzstecker und ggf. auch Netzwerkstecker usw. um eine absolute galvanische Trennung zu gewährleisten. Manchmal vergesse ich das aber auch.


    Den Scherereien mit Versicherungen, die ggf. nicht zahlen wollen, gehe ich von vornherein lieber aus dem Weg, bzw. ist manches auch schwer ersetzbar.


    Wie handhabt ihr das?


    Gruß Michael

  • Zuerst Thema Netzwerk: Der Vorschlag (optische Verbindung, also Glasfaser von martin ist absolut richtig. Und ist nicht wirklich teuer. WLAN geht natürlich auch. Im Prinzip alles, das nicht mit einem metallischen Leiter verbunden wird. Aber nur nebenbei und aus Interesse: Warum ist Dein Hauptwerk-Computer dauerhaft an ein Netzwerk angeschlossen?


    Thema "Strom". Direkte Blitzeinschläge mit den sehr hohen Strömen (Ampere) innerhalb eines Gebäudes sind bei den modernen Häusern sehr selten. Allenfalls auf dem Dachboden. Im Prinzip können hohe Ströme allerdings auch von außen über das Stromnetz in das Gebäude kommen. War früher so bei den Freileitungen. Heute auch sehr selten. Es gibt aber Blitzstromableiter, die in den Sicherungskasten eingebaut werden. Muss der Elektriker machen. Kostet ein paar 100 Euro.


    In der Praxis tritt aber viel häufiger ein anderes Problem auf: Die sogenannten Überspannungen, die durch das elektrische Feld beim Blitzeinschlag oder durch bestimmte Schaltvorgänge beim Stromversorger entstehen. Und die mag die Elektronik jedweder Art nun auch nicht. Da helfen durchaus die Überspannungsschutz-Steckdosen. Aber bitte bitte keinen Schrott aus dem Baumarkt oder die billigsten Dinger bei Amazon. 50 Euro pro Stück sollte man da schon ausgeben. Gute Blitzschutzsachen bietet z.B. die Fa. Phoenix Contact (nein, ich bin da nicht beschäftigt und verkaufe auch nichts dergleichen)


    Sowas setze ich selbst auch ein für den Spieltisch mit der Midi-Elektronik und für den Hauptwerkrechner. Und der ist nur über WLAN mit dem übrigen Netzwerk verbunden, weil ich dort alle Noten im PDF-Format auf dem Server habe. Geschwindigkeit reicht völlig aus.

  • Hallo!


    Überspannungen zu vermeiden, da gibt es, wie erwähnt nur zwei sicherere Varianten:


    saubere Schirmung und Masse

    Optotechnik.


    Ansonsten: Varistoren und eine ordentlich Stufung von 230V (Verteiler) bis hinter das Netzteil.


    Für induktive Einkopplungen (Felder), da geht nur Schirmung, und da muß man achtpassen, daß man keine "Schleifen" produziert, sonst ergibt sich ein Stromfluß, der wiederum Spannungsfall hervorruft und demnach auch Schäden.

    In der Praxis werden Schirmungen daher nur einseitig geerdet. Sackgasse, sozusagen. Die Erdung muß natürlich selbst sauber sein. Was immer hilft: Kupfer- oder Alublechkasten um empfindliche Platinen.

  • Schirmungen einbauen ist nicht schwierig.

    Jede bekommt ihre eigene Masseleitung. Diese darf nicht an die zu schirmende Baugruppe geführt sein.

    Alle Masseleitungen werden an einem zentralen Punkt möglichst in der Nähe des Schutzkontaktleiters zusammengeführt.