Father Willis, Hereford Cathedral

  • Die Hereford gehört seit Freitag fest zu meinem Sample-Set-Bestand.


    Ich fass mich kurz:
    Ein Set mit dem man neben der englischen/amerikanischen Orgelmusik auch gut die Orgelsymphonien von Vierne (teilweise WIdor) und auch Dupre überzeugend spielen kann.
    Der Klang wird weicher. Die Orgel klingt im Tutti mit einem kleinen Stückchen Fantasie wie die Metz (NotreDame) von MilanDigitalAudio.


    Aufnahmen kommen in Kürze und werden dann hier verfügbar sein:
    http://orgelklaenge.de/index.p…sapi&view=setshows&set=15



    Dauert noch ein wenig - Aufnahmeprüfungen und Abitur haben etwas Vorrang...:D

  • Die Hereford habe ich auch schon ne Weile. Ein schönes Set. Tolle Klang-Kombinationen möglich. Ein kleiner Schatten legt sich seit heute auf dieses Set. Ich teste ja meine X-4000 noch intensiv mit meinen Sets.

    Heute ist mir aufgefallen, dass die Töne 47-50 im Choir, Lieblich Gedacht 8 (wirklich ohne 'k') kein Stakkato-Release haben. Klingt staubtrocken.

    Desweiteren sind meiner Meinung nach die Stakkato-Releases nicht sauber. Sie klingen in der Anfangsphase etwas unnatürlich überhöht. Klingt dann blechern. Sehr unschön. Dann der Härtetest mit Faltungshall. Releases auf short dry gestellt und neu in den Cache geladen. Und siehe da, das Stakkato klingt völlig normal!!! Momentan habe ich noch das Gefühl, das Stakkato-Akkorde einen Tick leiser sind. Ist das ein Hauptwerk-Problem, oder ist das technisch begründbar? Das muss ich nach einer Hörpause mehrfach testen.


    Das Set klingt mit Faltungshall natürlicher. Schöner. Ich schäme mich fast, sowas schreiben zu müssen. Das Set ist sonst eigentlich echt super und ich hätte nie was drauf kommen lassen...


    Schreibt man den Hersteller wegen sowas an?

  • Mit Faltungshall klingt das auch nicht perfekt, weil in den Samples ja ein gewisser Hallanteil enthalten ist, durch den bei einigen Registern/Tönen ein Echo-artiges Artefakt hörbar wird. Ansonsten würde ich die Hereford nur noch Dry mit Faltungshall spielen. Ich habe David Butcher angeschrieben (ich erhoffe mir allerdings nichts; er sollte aber wissen, dass es mindestens einen kritischen Hörer/Spieler in D gibt ;-) ).

  • Quote

    Mit Faltungshall klingt das auch nicht perfekt, weil in den Samples ja ein gewisser Hallanteil enthalten ist, durch den bei einigen Registern/Tönen ein Echo-artiges Artefakt hörbar wird. Ansonsten würde ich die Hereford nur noch Dry mit Faltungshall spielen.

    Hallo VPO-Organist,


    gibst Du uns noch ein paar Infos. Ich würde dies auch gerne einmal ausprobieren.


    Auf welche Länge hast Du die Samples gekürzt?

    Lädst Du alle oder nur ein Release Sample?

    Welche IR-Datei hast Du verwendet?


    Im Voraus schon ganz herzlichen Dank!

    Chris

  • Hallo Chris, ich teste noch (gerade läuft TV und da kann ich leider nicht spielen; der Kopfhörer läuft nicht mehr, keine Ahnung warum, Treiberproblem...). Im ersten Schritt habe ich das kürzeste Release genommen, also das Dry.


    Da das nicht bei allen Tönen perfekt läuft, habe ich die Anregung von classicconcept im anderen Thread (700 ms) aufgenommen und lade gerade Dry mit 750ms.

    IR: Church-02-ORTF 4.0s. Den verwende ich für (semi-) trockene Sets wie PAB und Haverhill. Im Floating window stelle ich die Wetness zwischen 40 und 75 ein. Je nach Hörlaune ;-)


    Zu IR's kann ich nur berichten, das sehr viele freie IR's richtig mies klingen, weil manchmal der reinste Klangmatsch rauskommt. Die IR's von Hauptwerk empfinde ich dagegen als Hilight! Deshalb bin ich vom Faltungshall auch so begeistert. Momentan habe ich den Eindruck, man muss nur ein hochwertiges IR verwenden, dann ist alles Bestens!

  • In einer TV-Sendepause konnte ich eben mit 750 ms keine negativen Artefakte festellen <große Freude>. Die Wetness habe ich erstmal sehr verhalten auf 30-35 eingestellt. Das klingt momentan vielversprechend! Das werde ich hoffentlich heute noch etwas intensiver testen (Stakkato, Portato, verschiedene Lautstärken und Registrierungen).


    Der Qualitätsanspruch an größere Akustik hat meinerseits seit HW5 mit Faltungshall deutlich zugenommen (man stellt fest, es geht noch besser!). Kleinere Sets mit weniger Akustik haben dieses Akustik-Problem allerdings nicht. Bspw. Zöblitz und Wernigerode klingen einwandfrei.

  • Ah, ok. Na dann. Ich empfehle das Upgrade ;-)


    Mit dem 750ms-Release und einer Wetness von 50 klingt das Set einwandfrei.


    ABER - ich stelle ein Manko fest: Die Register klingen jetzt z.B. wie die PAB mit Wetness 70. Sprich: Mit einer anderen Verhallung klingt das "in Ordnung", aber ich entreisse der Orgel ihre Seele (ihre Akustik)! Der Klangkörper der Kathedrale ist futsch, so als würde man die Hereford-Orgel im Palast of Arts (PAB-Standort) spielen. Das klingt ehrlich gesagt nüchtern, etwas langweilig, wenn ich gerade die PAB mit gleicher Akustik gespielt habe. Nicht schlechter, aber eher so, als würden die Hereford-Register zur PAB gehören. Ein gleichförmiger Klang, oder eher die gleiche Akustik, die der Orgel die Einzigartigkeit beraubt. Im Moment wirkt das ein wenig befremdlich. Mal sehen, wie sich das entwickelt.


    Am liebsten wäre es mir, wenn man das Stakkato-Release überarbeitet... Wie an anderer Stelle erwähnt, gibt es schlechte IR's, die in der Release-Phase genauso klingen, wie das Stakkato-Release dieser Orgel - zu Beginn etwas überhöht.


    Das Problem kann man leicht nachvollziehen: Man spiele schnellstmöglich hintereinander c-d-e-f-g-f-e-d-c und sofort loslassen. Dieser Nachklang klingt einfach schrecklich. Da stellt sich der Leser vielleicht die Frage, wann spielt man sowas. Mir ist es beim flotten Spiel (und testen meiner neuen Boxen) aufgefallen, dass da was nicht stimmig ist.

  • Desweiteren sind meiner Meinung nach die Stakkato-Releases nicht sauber. Sie klingen in der Anfangsphase etwas unnatürlich überhöht. Klingt dann blechern. Sehr unschön. Dann der Härtetest mit Faltungshall. Releases auf short dry gestellt und neu in den Cache geladen. Und siehe da, das Stakkato klingt völlig normal!!!

    Ich muss meine Aussage korrigieren. Das Stakkato klingt sauber. Aber nicht mit meinem On-Board-Sound. Damit klang es definitiv verwischt. Sonst hätte ich den Hersteller nicht angeschrieben (von dem ich bisher keine Antwort bekommen habe). Mit dem Digiface klingt das einwandfrei (Kopfhörer und Boxen). Verrückt :huh:. Jetzt spiele ich wieder mit Original-Akustik.

  • Es gibt übrigens zwei Glockenregister (forte und piano) auf zwei verschiedenen Manualen. Der Tonumfang der Chimes geht etwas über zwei Oktaven. Das Set habe ich noch nicht bis auf den Grund erforscht. Die 67XL hat es aber in sich. Im Solo-Manual lassen sich schöne Stimmen als Solo nutzen. Ich glaube, ich muss das Set mal wieder unter die Lupe nehmen, um gedanklich von der Dudelange wegzukommen, die mir langsam den Kopf verdreht...

  • Die Hereford ist mir auch eines der liebsten Sets als Zuhörer (mag daran liegen, dass Agnus_Dei und andere auf Contrebombarde.com da so schöne englische Literatur drauf spielt...). Ich nenne nur die kleine Demo mein eigen, aber selbst mit diesen 10 Registern kann man eine Menge anfangen. Diese englischen Prinzipale und Trompeten haben schon was!


    Falls es dieses Jahr mit dem England-Urlaub doch noch klappt, werde ich die Hereford live hören, wenn schon nicht im Konzert, dann doch wenigstens im Rahmen eines Evensong. Mal schauen ;-)

  • Bei Tripadvisor sagt ein Besucher:

    "Sehr zum empfehlen die Messe zu besuchen (auch wenn man nicht religös ist), den der Gesang in dieser wunderbaren Kathedrale mit der ausgezeichneten Akustik ist ein Erlebnis!".


    Von der Kathedrale sind viele Besucher sehr angetan. Ein England-Urlaub steht bei mir auch noch auf der Liste...

  • Größere Kathedralen hatte für ich dieses Jahr auch auf der Liste. Die letzten beiden Jahre hab ich eher Züge angeschaut, dieses Jahr wollte ich auch mal ein paar Orgeln einplanen...


    Wobei das vor zwei Jahren in Inverness ganz spontan funktionierte :-D


    Die Orgel ist digital, den Orgelbauer habe ich nicht herausfinden können. Aber die Prospektpfeifen sind erhalten und im Orgelgehäuse findet sich jetzt ein Arbeits- und Besprechungszimmer.


    P.S.: Oder hätte ich das Video im "Improvisation"-Thread verlinken sollen? :-)

  • Der Singlescreen von der Hereford ist sehr komplex aufgebaut, was einem die Einarbeitung ungemein erschwert. Man kann die Disposition mit den ganzen Spielhilfen kaum erfassen. Das hat mich heute veranlasst, dort auch mal Hand anzulegen :D

    Mein MidiPanel habe ich jetzt derart erweitert, dass die Disposition in einer Text-Datei definiert werden kann. Ich muss die Registerreihenfolge noch optimieren, aber im Prinzip ist das Hereford-Panel einsatzfähig. Ein paar Buttons fehlen, weil ich deren Sinn noch nicht verstanden habe, aber das Layout sieht sehr übersichtlich und beherrschbar aus. Eine der Vereinfachungen ist, das die ganzen Koppeln nicht mehr in einem Block oder einer Leiste angeordnet sind, sondern beim jeweiligen Manual positioniert wurden. Zum zweiten habe ich den Text der Koppeln auf das Nötigste reduziert, so dass die Buttons nur die halbe Breite eines Registers benötigen.


    hereford-panel.jpg


    Hier ein kleiner Ausschnitt aus dem IV. Manual ("T" definiert einen Tremulanten, "H" definiert einen Helper zwecks Farbgebung) der Definitionsdatei:

    Div IV, Rows 3, IV. Manual, Solo

    Orchestral, Oboe 8 or 16

    Clarinet, 8 or 16

    Tromba, 8 or 16

    Cor Anglais 8

    Viola, da Gamba 8

    Voix Celestes 8

    Harmonic, Flute 8

    Tuba 8

    Concert, Flute 4

    Glockenspiel 4

    Hohl Flute 2

    T, Tremulant

    H, Unison Off


    Die Testdatei wird beim Start eingelesen und daraus die Oberfläche aufgebaut. Der größe Aufwand ist die Midianbindung. In die eine Richtung hilft einem das Auto-detect aber der Weg von HW/GO zum Panel muß manuell angepasst werden.