Ulrichs Spieltisch

  • Eure Überlegungen, Mike und Bertram, finde ich nachvollziehbar und voll berechtigt.


    In meinem Fall (immerhin "mein" Faden :D ) bin ich, orgelmusikalisch, unsterblich in Bach verliebt, und das seit bestimmt 40 Jahren. Und wenn ich mal an so einer alten Orgel spielen dürfte, wäre das für mich das Größte!


    Und, da ich auch schon fast alles Material beisammen habe, wird mich meiine Bastelleidenschaft und eine gewisse Trägheit der Masse weiter auf den Druckpunkt zurollen lassen. Immerhin ist er leicht wieder zu deaktivieren oder zu regulieren, falls ich den doch eines Tages loswerden möchte.
    Ich möchte vielleicht sicherhaltshaber nochmal in Mikes Kerbe hauen und bestätigen: das alles ist sehr zeitaufwändig und wenn jemand viel lieber Orgel spielt als bastelt, dann ist das für so jemanden nix aber auch garnix. Warnung Ende


    Kleiner Tech-Report:


    Filzlöcher machen war für mich bis vor kurzem eine Plage, vor allem in 5mm-Filz.
    Nun hab ich meine Stanzeisen vom Baumarkt (lieblos geschliffen) mit Hilfe einer 5-stufigen Bearbeitung mit micromesh Feilen auf annähernd Skalpellschärfe gebracht und kann nun Löcher nur mit Handdruck (und bissl hin- und herdrehen) fabrizieren... gutes Werkzeug lohnt sich :-teacher:


    Reed oder Hall?
    habe mit den kleinen Reedschaltern (10x2mm) ein wenig experimentiert und:
    - zuerst dachte ich, die sind kaput, so leise sind sie (in einem stillen Raum direkt am Ohr leiser als eine sehr leise tickende Quartzuhr in 3m Abstand)
    - dann habe ich festgestellt, daß ich mich nicht um die möglichen Schaltorientierungen im Magnetfeld gekümmert hatte und somit sind die Magnete, die ich hier schon habe nicht besonders geeignet. Dafür wären möglichst kleine Scheiben am hinteren Tastenende in der Dulcian-Anordnung (Abb 24 für Details zB: Meder pdf ) oder Magnete, in Nord-Südausrichtung entlang der Tastenachse (Abb. 27) angebracht, besser geeignet...
    Noch dazu sind die Kleinen sehr empfindlich. Für die letzte Anordnung schalten sie schon bei 2cm Abstand mit meinen schwächsten Testmagneten. Aaaaalso:


    Lieber Hall^^ schon bestellt :K
    midi-hardware ist auch unterwegs :A


    Bin weiter mit Freude dabei, soweit von hier


    LG, Ulrich

  • Lieber Ulrich,


    schön, dass Du Dich trotz "gekapertem" Faden nicht von Deinem Ziel abbringen lässt. :D


    Dein Thema hat immerhin den Anstoß zu interessanten Grundsatzdiskussionen gegeben. Wie gesagt schade, dass die Forensoftware nicht die Aufspaltung eines Fadens zulässt.


    Was die Tastenkontaktierung angeht, würde ich selbst an der Stelle auch eher die Lösung mit Hallsensoren gegenüber Reedkontakten bevorzugen.


    Ich bin aber auch immer wieder erstaunt, wie relativ problemlos und langlebig doch auch eine simple Lösung mit traditionellen Kontaktfedern ist. Ich habe bisher bereits zwei Sakralorgeln mit solchen Kontaktfedern midifiziert für HW/GO und damit noch nie Probleme gehabt. Meine Walcker Hausorgel hat ebenfalls elektrische Trakturen und funktioniert damit schon seit rund 80 Jahren. Bei dieser sind die Klaviaturen auch zweiarmig ausgeführt, identisch einer mechanischen Orgel, und über kurze Abstrakten ist dann eine "Kontaktmaschine" angehängt, in der sich für jeden Tastenkontakt gleich mehrere Kontakfedern befinden, der Anzahl der Register entsprechend pro Werk etwa 10. Die Lösung geht also in die Richtung wie bei Bertram. Mit Bleigewicht und Federkraft. Aber ohne Druckpunkt :-)


    So könnte das gerade für einen Selbermacher auch eine einfache und kostengünstige Lösung sein, über die heute kaum noch jemand spricht. Die möglichen Nachteile sind offenbar nicht so eklatant wie oft allgemein behauptet wird. Druckpunkt kannst Du natürlich unabhängig davon dazu bauen. So kannst Du auch Deine Klaviaturen in 300 Jahren noch reparieren, wenn es den passenden Typ Hallsensor schon nicht mehr gibt :-grandpa:

  • Wunderbar, da kann es jetzt ja weitergehen mit der konkreten Midifizierung.


    Wenn du die Midifizierung anpeilst, müssten dann ja auch Magnete bestellt werden.
    Hattest du schon mitgeteilt, ob du das Pedal auch noch midifizieren musst oder willst?


    Erstmal muss die Frage geklärt werden, ob die Hallsensoren an oder aus sein sollen im Ruhezustand. Ist wahrscheinlich egal, ich habe sie im Ruhezustand ausgeschaltet. In diesem Fall musst du dafür sorgen, dass die Sensoren die ganze Wegstrecke anbleiben bis zum unteren Tastenpunkt, und das noch mit Reserve. Weiterhin sollten die Magnete seitlich schmal sein, damit sich gegenseitige Tasten nicht beeinflussen. Auch die Hallsensoren brauchen nur wenig Magnetfeldstärke zum Schalten. Daher halte ich Quadermagnete besser geeignet als runde für diesen Zweck
    Ich bin mit meinen 10mm langen, 4mm breiten, 1mm dicken Quader-Neodymmagneten da zufrieden - sind betriebsbewährt in Verbindung mit dem Hallsensor. Z.B. bei http://www.supermagnete.de der Typ Q-10-04-01-G


    Für Pedalmidifizierung ist der Tastenweg länger und zumindest bei mir der Abstand zu den Sensoren größer. Habe daher 20mm lange, 4mm breite und 2mm dicke Quader genommen, Typ Q-20-04-02-N


    Eigentlich ist es effizienter, bei Magnetbestellung auch die Magnete für die Druckpunktsimulation gleich mit zu bestellen (traue ich ja kaum noch das böse Wort "Druckpunktsimulation" zu schreiben :-X ). Und da bin ich nach meinen Erfahrungen unentschlossen: 6mm Durchmesser 3mm Dicke reichen locker aus von der Kraft her, du hast aber einen Abstand von vielleicht 1.5mm zwischen Magnet und Eisenschiene, wenn die Anordnung am Ende des Tastenhebels ist und die Einstellung ist empfindlich. Der Lohn ist ein sehr definierter Druckpunkt, weil die Feldstärke schneller schwindet mit wachsendem Abstand.
    Ich würde aber eher zu 6mm Durchmesser und 4mm Dicke raten. Der Abstand ist größer, damit keine Gefahr mehr, dass z.B. bei etwas verkanteter Schraube/Magnet und schnellem Tastenrückschnellen nicht doch mal der Magnet auf das Eisen klackt (und in deinem Fall dort hängen bleibt!). Bei 4mm dicken Magneten hast du komfortableren Abstand zu deiner Stahlschiene, der Druckpunkt sollte immer noch knackig genug sein. In der Anordnung der käuflich zu erwerbenden Tastaturen von Syré nimmt er für seine Tastaturen gemäß seiner Gebrauchsmusterschrift übrigens 8mm runde 4mm dicke Magneten, also noch viel stärkere, aber das halte ich für übertrieben.

  • danke Olaf für Deine Hinweise!


    ab jetzt würde ich bitten, falls jemand Details dieses Fadens grundsätzlich ausdiskutieren möchte, dies in neuen Fäden zu tun :-) ich fang gleich mal an: lieber auf Kraft und Ausdauer üben mit schwergängigen Tastaturen? -> "übetechnik"


    So, zurück zum Bastelteil:


    Ich peile an, das so wie bei Dir, Olaf, umzusetzten:

    Quote

    Ich bin mit meinen 10mm langen, 4mm breiten, 1mm dicken Quader-Neodymmagneten da zufrieden - sind betriebsbewährt in Verbindung mit dem Hallsensor. Z.B. bei http://www.supermagnete.de der Typ Q-10-04-01-G


    Also auch "Aus" im Ruhezustand
    die Magnete habe ich auch schon alle (auch für Druckpunktsimulation die 6mm Scheibchen, 3mm dick -> Sinn und Unsinn von Druckpunktsimulationen ), meine Quelle: MTS-Magnete, die waren, glaub ich, etwas preiswerter. Lieferung erfolgte zügig.


    Gemessen komme ich da, wie irgendwo erwähnt, auf 53g bei 2,3mm Abstand, mehr als bei Deiner Anordnung, Olaf, wohl, weil ich als "Gegenpol" eine durchgängige Stahl- (Eisen) Schiene habe und die Magnete auch noch an Stahlstiften hängen, Elemente die den magnetischen Fluß bündeln (falls das jemand vertiefen möchte, bitte eigener Faden :-)).
    Damit sollte ich komfortabel justieren können, obwohl sich bei meiner Anordnung die Magnete schon ordentlich gegenseitig beeinflussen. Da ist die Dulzian-Anordnung mit individuellen Magnet-Schraube-Systemen unproblematischer, denke ich.


    Für die Pedalmidifizierung bekomme ich das Komplettpaket von midi-hardware (ist unterwegs)


    Soweit von hier, Euch allen einen wunderbaren Tag und


    LG, Ulrich

  • Eine Frage noch - wie stellst du sicher, dass deine Stahlschrauben (mit metrischem Gewinde, und Gewinde in das Tastenholz geschnitten?) sich nicht verdrehen durch die ständigen Bewegungen? Sitzen sie so straff im Tastenholz, oder willst du eine Kontermutter oben anbringen, welche nach Justage angezogen wird? Mal Tests gemacht?


    Dein größerer Abstand kommt wohl auch daher, dass deine Anordnung ziemlich am Ende des Tastenhebels ist und nicht wie bei mir 5 cm entfernt vom Hebelende.


    Noch eine Anmerkung: Prüfe lieber auch mal (falls nicht schon getan), dass der Druckpunktmagnet (und vielleicht noch kritischer, die magnetisierte Stahlschiene!?) nicht die Hallsensoren beeinflusst - die Entfernung ist ja nicht weit, falls du die Sensormimik an die Stirnseite der Tastenenden setzt.


    Gruß
    Olaf

  • moin an alle und einen schönen Sonntag


    zunächst die Frage:


    - wie würdet Ihr die Taster belegen, bzw, wie waren die vermutlich mal belegt?
    Danke für Eure Antworten (grundsätzliches gerne wieder in einem Extrafaden :-) )
    evt würde ich einen Taster für die edit-Funktion der midi-hardware verwenden, welchen??
    Sonst nehm ich dafür vielleicht lieber einen Neuen, den ich iwo an der Seite oder hinten anbringe...?



    Pedal ist nun fertig eingerichtet mit midi und funktioniert prima.
    Mit midi-hardware echt klasse: zusammenstecken, einschalten, geht :-up:
    Ein super extra feature: sowohl die mini-pedalscan-platine, als auch die mini-Hauptplatine haben kleine LEDs an Bord, welche midi-Aktivität anzeigen, auch ohne Computer. Das hat die Justierung enorm erleichtert...


    die Magnete hatte ich schon und die beieinflussen sich leider gegenseitig etwas, aber es geht...
    Beim nächsten Mal würde ich lieber Kleinere nehmen und unter die Tasten packen. Die Nord-Südachsen müssen aber parallel zu den Tastenachsen sein für die Reeds...
    Auch ist es für nächstes mal angesagt, nicht-magnetisierbare Winkel für die Befestigung zu wählen ;-)


    Beim Pedal mußte ich hinten die Blattfederschrauben bearbeiten, um eine gleichmäßige Niederdruckkraft zu bekommen...


    kleiner Testaufbau. Netzteil hatte ich noch ein altes, 5,5V, 2,2A das sollte auch für alles reichen später...:



    vielleicht schaffe ich noch, die Taster-Elektrik fertig zu bekommen, danach bin ich für ca 4 Wochen anderweitig beschäftigt, bzw auf Reisen :-) danach gehts voller Elan weiter...


    LG, Ulrich


    PS: Dulzian: die M5-Schrauben schneiden sich ihr eigenes Gewinde, bei 4mm Vorbohrung, und sitzen schön fest, aber nicht zu fest ... aber ich bin noch an was anderem dran: steigender Druckpunkt von den tiefen zu den hohen Tasten mit 1-2 mm Leergang, mal sehen :-) (wird dann Überraschung...)
    Den Test für die Hallsensoren für das Tastensetup ist bestanden, keine Beeinflussung, danke für den Hinweis :-up:

  • Danke Martin,


    verzeiht meine Unwissenheit:
    - was ist den eine Kombination, was man für einen Setzer nicht programmieren kann (oder sollte?)?
    - Plenum entspricht tutti (alle Register?)?


    Da ich ja keine Registerschalter haben werde, sondern das auf dem Rechner vorbereiten würde, kann ich ja das S für die Edit-Funktion verwenden... oder spricht da was dagegen?


    LG, Ulrich

  • S müsste der "Setter Button" von HW bzw. "Set" Button von GO entsprechen.
    Alles Ab = General Cancel (G.C)


    Ein Tutti muss nicht alle Register einer Orgel umfassen. Ich habe schon gesehen, das es Tutti A und Tutti B bei einer größerem Orgel gab - wenn alle allen Registern aktiv wären, würden 2 Versionen einfach keinen Sinn machen.


    Sowohl HW als GO können nicht 4 Ebenen a 8 Kombinationen - sie haben nur einen 1000 stelligen Setzer. Wenn du dich an 1000 stelligen Setzer anpassen willst, brauchst du 0 - 9 (+ Set + vor/zurück) als Buttons.


    Bei GO könnte man 1 - 8 den Banked Generals zuweisen und 2 von A - B den "Bank +/-" Funktionen. Das wäre noch die beste Annäherung.


    Offenbass: Die 2 Kombinationen waren einmal für freie Kombinationen [mit den 2 Mini-Zusatzschaltern per Register]?

  • Ja martin, das sind die kleinen Schalterchen die über jeder Registerwippe waren. Feste Kombinationen gab es bei Großorgeln früher zwar auch, aber die freien Kombinationen waren später sinnhaltiger. Ich zöge 2 frei Kombinationen einem Setzer vor...in allen Fällen.


    Pleni könnten alles bedeuten.
    Prinzipalplenum ist aber hier meist gemeint, wo die Prinzipale/Octaven 16' - 2' oder gar 1' + zugehöriger Mixtur auf den einen Knopf ansprangen.

  • Geht ja wunderbar vorwärts! :-up:


    Ulrich, aus deinem Bild der Pedalmidifizierung werde ich nicht ganz schlau - gemäß Text hast du Reedschalter genommen - wo liegen die? Unter den Pedaltasten sind Bohrlöcher, haben die was damit zu tun, oder kommt da eine Aluleiste mit den Sensoren noch dran? Bitte erläutere das doch näher.


    Weiterhin, mir geht deine Lösung mit den gestanzten Löchern in den Auflagefilz für den Tastendruckpunkt nicht aus dem Sinn. Die Magnete bewirken zusammen mit den Blei- bzw. Federgewichten einen permanenten Druck auf den Filz. Du hast bei 8mm Löchern im Filz schon einen signifikanten Teil der Auflagefläche geklaut. Diese Auflagefläche ist wichtig für die Konstanz des Tastendruckpunkts. Bei mir musste ich nach ein paar Monaten nachstellen (ohne dass ich die Auflagefläche reduziert hatte!), was ich auf das Einpressen in den Filz zurückführe. Vielleicht wäre es eine sicherere Lösung, wenn du nicht die Auflagefläche der Tasten verwendest, sondern eine Leiste davor machst für die Druckpunktsimulation. Vielleicht ist bei dir der Filz härter, und du hast nicht das Problem. Aber bedenke, dass bereits ein paar Zentelmillimeter stärkeres Eindrücken in den Filz deinen Druckpunkt leicht um 20g oder mehr erhöhen könnte!

  • Mit vergrößertem Foto habe ich deine Pedalmimik erahnen können (für Editieren meines Beitrags war es zu spät) - offenbar Reedkontakte auf der Platine? Wenn du mit voller Wucht auf das Pedal trittst, ist da noch Sicherheit, dass der Magnet nicht auf das Reed-Glasgehäuse hauen kann? Also, wenn der Moosgummipuffer völlig zusammengedrückt ist? Weil, mal festeres Treten kann schonmal passieren, wenn man sich in Ekstase spielt ob des so gelungenen Selbstbaus! ;)


    Gruß
    Olaf

  • danke für Eure Erklärungen!
    Wertvolle Hinweise von Olaf, wie immer! Danke


    Ja die Reedschalter sind direkt auf der Platine angebracht, Ich muß nochmal testen, wie weit die Pedaltasten runter gehen bei voller Belastung... Im Zweifel setz ich die Magnete höher. Im Moment gibts den Ton bei ca. 2mm Tastenweg.. (weniger geht nicht, wegen der Hysterese der Reeds und ich hätte Dauertöne...) 3, oder 4mm fände ich auch nicht schlimm.
    wäre ja schade um die zierlichen midi-hardware-Platinen...


    Das mit der verringerten Auflagefläche der Manualtasten werde ich erstmal bei einem Manual ausprobieren.
    Falls da was nervt ist nicht viel Verloren :-) Im schlimmsten Fall haben die Tasten ein paar Löcher mehr und ich mach einen neuen Druckstoff drauf...


    War Dein Druckstoff (hintere Auflage der Tasten...) neu, oder der alte von vor Urzeiten?
    Bei mir war der mal 6mm stark, ist aber auf 4mm zusammengepresst, im Laufe der Zeit...


    In jedem Fall werde ich bis mitte März erstmal nicht weiter kommen, zu viel anderes zu tun.
    Ab Freitag bin ich auch zwei Wochen weg und wohl auch kaum hier im Forum :-(


    Aber dann... :A


    LG, Ulrich

  • Quote

    Original geschrieben von rizos Im Zweifel setz ich die Magnete höher. Im Moment gibts den Ton bei ca. 2mm Tastenweg.. (weniger geht nicht, wegen der Hysterese der Reeds und ich hätte Dauertöne...) 3, oder 4mm fände ich auch nicht schlimm.


    Oder vielleicht Langlöcher in die Befestigung der Platinen, um die in der Höhe zu justieren? 4mm fände ich auch nicht schlimm als Totgang bei den Pedaltasten, habe aber noch nie nachgemessen bei Pfeifenorgeln. Aber gefühlt hätte ich bei manchen Orgeln sogar auf noch mehr getiopt.Die BDO-Norm macht keine Angaben, nur dass der Pedaltastenweg 15-18mm lang sein soll. Steht auch nicht, wo gemessen wurde (vermutlich Vorderkante Obertasten?).



    Quote

    Original geschrieben von rizos War Dein Druckstoff (hintere Auflage der Tasten...) neu, oder der alte von vor Urzeiten?
    Bei mir war der mal 6mm stark, ist aber auf 4mm zusammengepresst, im Laufe der Zeit...


    Ich habe den ursprünglichen Filz belassen, der hat also so 60 Jahre auf dem Buckel. Aber es ist eben mehr Dauerlast dazugekommen (Zusatzgewicht, Druckpunkt). Frage mich, ob für unsere Zwecke nicht härterer und dünnerer Filz besser ist, damit der "Quetschfaktor" nicht so zum Tragen kommen kann?


    Du hattest noch einen Aspekt angeführt, den ich bisher nicht beachtete, nämlich die Magnetisierung aller Eisenteile durch die vielen Dauermagnete. Bei mir sind zwar die Eisenschrauben in Holz gedreht, aber dieses Holz ist in massive Eisenwinkel gefasst, und dieser Eisenwinkel ist auch schon ziemlich magnetisch geworden. Du kennst dich da vermutlich besser aus - ist es so, dass diese Magnetisierung ein Prozess über längere Zeit ist, und dadurch die Einstellungen peut a peut verändert, oder ist es mehr oder weniger abgeschlossen, sobald alle Tastenmagnete montiert sind?


    Gruß
    Olaf

  • Grundsätzlich entmagnetisieren sich Permanentmagnete nach und nach, wenn sie stärkeren gegensätzlichen Magnetfeldern ausgesetzt werden. Darum sollte man diese immer so lagern, dass sie sich gegenseitig anziehen und nicht abstoßen. Also immer schön Südpol auf Nordpol auf Südpol auf Nordpol usw. dann passiert praktisch nichts. Ebenso ein einzelner Magnet der weit genug von anderen Magneten entfernt ist, wird sich praktisch nicht in der Stärke verändern.


    Deswegen sehe ich eine besondere Problematik bei der Anwendung in den Klaviaturen, wo die Abstände zu benachbarten Tasten vergleichsweise gering sind. Wichtig ist, dass dann die magnetische Feldstärke im Vergleich zum Abstand relativ gering sein sollte. Das bedeutet nur möglichst kleine Magnete für die Hallsensoren zu verwenden.


    Bei den stärkeren Magneten für eine Druckpunktsimulation sehe ich durchaus die Problematik des Entmagnetisierens und deswegen auch ständigen Nachjustierens an den Stellschrauben. Das ist vermutlich nicht nur der Filz der sich zusammendrückt. Der Filz sollte ja außerdem nur für eine Dämpfung beim Aufprall sorgen und nicht eine Dauerlast tragen müssen. Ein alter gequetschter Filz kann seiner Aufgabe kaum noch gerecht werden. Bei Orgelrenovierungen wird deswegen ja auch i.d.R. komplett neu ausgefilzt.
    Wo permanent solche Lasten in Position gehalten werden müssen wären vielleicht andere Lösungen sinnvoller als Filz. Evtl. eher dauerelastische Materialien oder vielleicht auch Federn.


    Ein Magnet auf einem Eisenblech / Winkel o.ä. magnetisiert dieses Eisen. Dadurch wird praktisch auch seine Reichweite verlängert. Somit entmagnetisieren sich benachbarte Permanentmagnete evtl. noch umso schneller.


    Ich denke es hat seinen Grund, warum die professionellen Klaviaturhersteller nach Lösungen gesucht haben und z.B. dabei auf Gummihütchen gestoßen sind ;)


    Gruß Michael

  • 1) Naja, was professionelle Klaviaturhersteller angeht:
    die hochpreisigsten, wie UHT, Syre, Heuss verwenden alle Systeme mit Permanentmagneten.
    Fatar mit den Gummihütchen ist vergleichsweise eine Billiglösung, natürlich professionell (wenn du damit hohe Verkaufszahlen meinst, und ich finde sie auch gar nicht mal schlecht vom Preis/Leistungsverhältnis), und von den o.a. Systemen langfristig wohl die wartungsaufwändigste. Weil alle paar Jahre die Gummihütchen ausgetauscht werden müssen (zumindest wenn man sie täglich benutzt), siehst du ja an den Dingern, die ich dir zugeschickt habe. Und dafür muss die komplette Klaviatur zerlegt warden, bei jeder Taste muss die Feder ausgehebelt werden, bis man an den Ersatz der Gummimatten gehen kann


    2) Entmagnetisierung:
    Was ich gelesen habe, ist der größte Feind von Neodymmagneten hohe Temperatur, nicht jedoch, ob sie stärkeren gegensätzlichen Magnetfeldern ausgesetzt sind. Bin aber auch kein Magnetexperte und kann mich irren.
    Aber ich habe bei meinem Spieltisch das entgegengesetzte Phänomen beobachtet. Die Druckpunktkräfte kannten nur eine Richtung: sie gingen nach oben. Ob es sich jetzt stabilisiert hat, kann ich eigentlich erst nach einem weiteren Jahr Gebrauch sehen.


    Dauerelastisches Material statt Filz hört sich gut an, aber es darf natürlich auch nicht laut klackern. Vielleicht eine Kombination aus dauerelastischem Material und ganz dünnem Filz statt 4-6mm dickem Filz?


    Gruß
    Olaf

  • moin,


    danke für die Platinenverstellidee, war ich grad nicht selber drauf gekommen, geht auch fixer als die Magnete alle neu zu setzten :-up: Pedal ist nun richtig fertig (bis auf Platinenschutzkasten, oder sowas...)


    Zum Thema magnetisieren-entmagnetisieren kann ich leider nix beitragen, könnte mir aber Vorstellen das verschiedene Magnettypen sich auch verschieden verhalten beim Entmagnetisieren.... Dazu vielleicht einen eigenen Faden?


    Der hintere Anschlagfilz macht den Tastenrückweg schön leise, der sollte vermutlich wirklich am Besten schän fluffig bleiben.... Morgen kommt meine Laukhuff-Lieferung (hoffentlich...)
    Bin gespannt, wie es weiter geht...



    LG, Ulrich

  • Professionell bedeutet zunächst mal nur, dass etwas zum Broterwerb ausgeführt wird. Deswegen muss aber längst keine besonders hohe technische Qualität vorliegen. Die Qualität der Profis liegt häufig darin, technisch Unzulängliches werbewirksam zu verkaufen, um möglichst viele Brötchen mit möglichst wenig Aufwand zu erhalten.
    Ist überall so - auch bei vielen "Fußball-Profis" durchaus zu beobachten :-D
    Viele setzen irrtümlich das Wort "professionell" mit qualitativ hochwertig gleich.


    Was die Gummihütchen betrifft, kann z.B. Fatar mit wenig Geld Druckpunkte simulieren und hat damit ein Verkaufsargument. Das Konzept scheint auch aufzugehen wenn man die Stückzahlen anschaut. Damit gehen sie auch gekonnt den Problemen mit dem Magnetismus aus dem Weg. Professionell halt ;)
    Wer es etwas kritischer betrachtet, merkt natürlich, dass diese Druckpunktsimulation ziemlich unrealistisch ist. Der großen Masse Anwender scheint das aber völlig gleichgültig zu sein. Ich werde diese Gummihütchen wohl eher einfach ganz ausbauen und weglassen.


    Ob die Druckpunktsimulationen der anderen Hersteller mit Magneten alle unbedingt bis ins Detail durchdacht sind ist ja auch äußerst fraglich. Wenn sich viele Anwender schon an Gummihütchen erfreuen, merken ebenso viele bestimmt auch nicht, wenn die Druckpunkt-Magneten sich schleichend verändern.


    Aber wie gesagt hängt die Entmagnetisierung ja auch maßgeblich vom Abstand zweier Magnete und deren magnetischer Feldstärke ab. Das ist die Sache der Entwickler, das bei den gegebenen Tastenabständen zu berücksichtigen.
    Die Entmagnetisierung oder gar Umpolung von Permanentmagneten unter starken Fremdmagnetfeldern ist aber ein allgemeines Phänomen. Mag sein, dass bei Neodym höhere Feldstärken nötig sind als bei Ferrit. Mit zunehmender Temperatur verschwindet aber grundsätzlich auch die Magnetisierung völlig. Bei Ferritmagneten ist bei etwa 250 °C und bei Neodymmagneten schon bei ca. 80 °C die Rede davon.


    Also ist man gut beraten nicht so heiß zu spielen :-D

  • Michael, ich teile weder deine Ausführungen bzgl. Druckpunktaversionen noch zu den Entmagnetisierungstheorien, aber ich möchte gerne die Bemühungen von Ulrich respektieren, dass es in diesem Faden "mein Spieltisch" um seinen Spieltisch geht. Gebe zu, dass es mir auch manchmal schwer fällt, aber ich versuche es wenigstens. ;)


    Wäre es nicht besser, diese Dinge in separaten Fäden weiter zu diskutieren, falls du wirklich an einer Diskussion interessiert bist? Dann fällt es leichter, hier die Entwicklung des Spieltischs weiter zu verfolgen. Und konkreten Tipps bzgl. Midifizierung und Druckpunktsimulation ist Ulrich nicht abgeneigt, hilft ja auch vielleicht, noch anderen Anregungen zu geben, so ein (wie ich finde, sehr lohnendes) Projekt anzugehen (Warnung bzgl. Zeitbedarf dazu natürlich auch von meiner Seite) und selber was dazuzulernen.


    Gruß
    Olaf

  • Olaf, Du hast hier eine Frage gestellt und ich habe nur darauf geantwortet.


    Zur Erinnerung:


    Quote

    Original geschrieben von Dulzian


    Du hattest noch einen Aspekt angeführt, den ich bisher nicht beachtete, nämlich die Magnetisierung aller Eisenteile durch die vielen Dauermagnete. Bei mir sind zwar die Eisenschrauben in Holz gedreht, aber dieses Holz ist in massive Eisenwinkel gefasst, und dieser Eisenwinkel ist auch schon ziemlich magnetisch geworden. Du kennst dich da vermutlich besser aus - ist es so, dass diese Magnetisierung ein Prozess über längere Zeit ist, und dadurch die Einstellungen peut a peut verändert, oder ist es mehr oder weniger abgeschlossen, sobald alle Tastenmagnete montiert sind?


    Gruß
    Olaf


    Mir scheint, es ist bisher eben so Einiges nicht beachtet worden. Da werden Magnete willkürlich auf Eisenteile gepappt ohne sich Gedanken um Effekte wie Magnetisierung, Entmagnetisierung, Aufnahme und Verteilung von statischen und dynamischen Kräften usw. zu machen.
    Gleichzeitig wird ein hochwissenschaftliches Gesicht aufgesetzt und mit Patenten hantiert.
    Nun versuche ich etwas konstruktiven Inhalt in euren Dialog einzustreuen und schon werde ich als Spaßbremse des Fadens verwiesen :-down:


    Private Threads gibt es hier schon mal gar nicht. Wenn jemand ein Thema öffentlich zur Diskussion stellt, dann muss er auch Beiträge von mehr als einem Mitdiskutanten erwarten. Eventuell kann auch jemand wie ich dabei sein, der grundsätzliche Dinge in Frage stellt. Es ist auch durchaus damit zu rechnen, dass sogar weitläufig vom eigentlichen Thema abgeschweift wird. Wer keine fruchtbringenden anderen Ansichten hören will, der kann sich besser per PN im Dialog oder Monolog betätigen oder schreibe ein Buch.


    Tut mir Leid, wenn ich mich hier zu Wort gemeldet habe, aber ich sehe durchaus immer noch die Gefahr, dass bei völlig einseitiger Berichterstattung es Leute gibt, die sich ins Unglück stürzen wenn sie das alles so 1:1 nachbauen.
    Sicher sind hier gute Ideen eingeflossen die es Wert sein könnten weiter verfolgt zu werden. So z.B. meine Idee einer Koppeleinrichtung die Olaf schon umgesetzt hat und nun zum Patent anmelden will. Habe ich mich auch grundsätzlich damit einverstanden erklärt und verzichte auf weitere Rechte. Die Idee den Druckpunkt mit Magneten zu simulieren ist allerdings nicht neu sondern von anderen Herstellern abgespickt, die die Sache teilweise aber auch nicht richtig zu Ende gedacht haben.


    Es ist nicht so, dass ich grundsätzlich gegen Druckpunkte wäre. Aber dann müssten sie wie gesagt schon sehr realistisch und vor allem langzeitstabil funktionieren, noch dazu preiswert und leicht sein. Gummihütchen geht da schon mal gar nicht und die Magnetlösungen sind alle noch nicht ganz ausgereift. Also warte ich noch, bis ihr oder sonst jemand den goldenen Wurf gemacht hat und spiele solange ohne Druckpunkt. :-wow:


    Einsteiger sollten meines Erachtens dringend erst mal mit Fatar o.ä. Klaviaturen anfangen und damit spielen üben. Weitere "Forschungsprojekte" können dann später noch nebenher laufen.


    Gruß Michael