rr01`s Multimediaspieltisch

  • habe die Gunst der Stunde mit dem Pfingstwetter genutzt und mich intensiv mit der Orgel beschäftigt.



    Es gibt jetzt tatsächlich hörbare Unterschiede zwischen XLR und optischer Ausgang bei der Soundkarte. Ob dies in irgendeinerweise vom Eingang am Vorverstärker abhängig ist kann ich natürlich nicht beurteilen.
    Man hört dies in Nuancen bei leisen und tiefen Registern. Die ganze Sache wirkt nuancierter. Man hat den Eindruck von Heiserkeit und Verstimmtheit. Man müsste wahrscheinlich jetzt zum Vergleich in die Kirche um festzustellen, was am Sampleset liegt und was an der Tonwiedergabe.


    Reinhard

  • Quote

    Original geschrieben von rr01


    Es gibt jetzt tatsächlich hörbare Unterschiede zwischen XLR und optischer Ausgang bei der Soundkarte.


    Beim XLR Ausgang wird der DA-Wandler der Soundkarte verwendet. Am optischen Ausgang wird das Signal hingegen nur digital weitergereicht und der nachfolgende Verstärker muss die DA-Wandlung übernehmen.
    Die Klangqualität hängt entscheidend von der Qualität des DA-Wandlers und dessen analoger Beschaltung ab. Falls Du extra eine teure Soundkarte eingebaut hast um möglichst guten Klang zu haben, so wird diese im Falle vom optischen Ausgang gar nicht genutzt.
    Die Samples haben aktuell meistens eine Auflösung von 24 Bit. Die meisten Audio-Verstärker arbeiten vermutlich nach wie vor nur mit 16-Bit-DA-Wandlern, was ja für die "bescheidene" CD-Qualität auch ausreicht.

  • Hallo Mike,
    wieder was gelernt. Nach den Unterlagen arbeitet mein Rotel 1570 mit 24Bit/192 kHz.
    Nun eine Frage, über die ich mich vielleicht als kompletter Hauptwerkidiot oute. Muss ich nach der Standard Hauptwerkinstallation und dem Laden der Rotterdamer Orgel in den Feineinstellung irgendetwas tun um mein hochwertiges Soundequipement besser ausnutzen zu können.
    Bis jetzt stand das reine Orgelspielen im Vordergrund und mit diesen anderen "Hauptwerkspielerreien" wollte ich mich nicht auseinandersetzen.


    danke Reinhard

  • In den Hauptwerk-Einstellungen solltest Du vor allem darauf achten, dass als Auflösung für die Samples 24 Bit eingestellt ist und bei der Samplerate 48 kHz für die heute üblichen Samplesets.


    Es sollte eingestellt sein, dass alle Loops und alle Releases geladen werden sollen.


    Die Kompression sollte abgeschaltet werden, sofern genügend Hauptspeicher für das Set vorhanden ist.


    Der Wert für die Polyphonie sollte unbedingt deutlich erhöht werden, da ansonsten bei vollgriffigem Spiel mit mehreren gezogenen Registern, bzw. bei Tutti, rasch Hallfahnen beschnitten werden, was die Klangqualität dann spürbar vermindert. Wie hoch der Wert gestellt werden kann, hängt von der verfügbaren Computer-Leistung und dem jeweiligen Sampleset ab. Das muss man durch Versuche ermitteln.


    Auch darauf achten, die Einstellungen immer für alle Register und Pfeifen gemeinsam zu ändern und nicht nur für einzelne.

  • Wenn ich Mike richtig verstanden habe, dann kann man die Umsetzung digital in analog über Soundkarte machen oder nach der Soundkarte hinter dem optischen Ausgang.
    Es gibt dazu, soweit ich dies verstanden habe, ja sehr hochwertige DA Controller. Wäre es dann für uns Orgelspieler nicht eine audiophile Möglichkeit im PC die digitalen Daten auszuleiten zu einem hochwertigen DAC und von da aus dann in die analoge Welt? Dann könnte man ja die in einem StandardPC eingebaute Soundkarte nutzen, wenn man darüber irgendwie den digitalen Eingang dort durchschleifen könnte?


    Reinhard

  • Die quasi einzige für Hauptwerk oder GrandOrgue relevante Komponente der Soundkarte ist ja gerade der DAC. Bei heutigen Mainboards ist der DAC des onboard Sound inzwischen schon ausgezeichnet und für die meisten Ohren auch absolut ausreichend.
    Wer allerdings so feine Ohren hat, dass er Klangunterschiede verschiedener DAC heraushören kann und beurteilen kann welcher linearer arbeitet, der kann ja auf eine teurere Soundkarte oder ein externes Soundmodul zurückgreifen.


    Externe Soundmodule werden grundsätzlich mit Audio-Signalen in digitaler Form versorgt. Ganz egal ob optisch oder per USB oder FireWire angeschlossen. Das macht keinen Unterschied im Klang. Die analoge Verstärkerschaltung nach dem DAC kann noch einen kleinen Einfluss auf den Klang machen. Hier liegen möglicherweise teurere Komponenten etwas im Vorteil.

  • Habe jetzt ein Cembalosampleset installiert und habe dabei vielleicht das normale Problem, wie spiele oder registriere ich das Cembalo, wenn man nur Erfahrungen aus dem Klavierbereich hat. Hier ist das Wohltemperierte Klavier eine sehr schöne Herausforderung. Da ich ja bei meinem Spieltisch über Kopfhörer oder externe Lautsprecher einerseits Orgel spielen kann und andererseits über das Internet oder den NAS-Filer allgemein verfügbare Musik abspielen kann ist es jetzt sehr hilfreich, dass in Bluesound z.B. Quboz voll integriert ist. Ich kann mir so eine Wiedergabeliste erzeugen, in der frei konfigurierbar beliebige Musikquellen abspielbar, natürlich auch von mir über Hauptwerk aufgenommene, sind. In meinem Fall zahlt sich dann die Entscheidung für Qobuz aus, da dort ja der Schwerpunkt in der klassischen Musik liegt.
    Ein eher Luxusproblem dabei ist, dass das Musikangebot dann so groß ist, dass man ohne irgendwelche Hilfen etwas ratlos ist, welche konkrete Aufnahme man dann auswählt.


    Reinhard

  • Konnte nichts Neues berichten, da mein Spieltischprojekt aufgrund nicht vorhandener handwerklicher Fähigkeiten nicht weiterkam. Wie oben dargestellt, baue ich ja den Spieltisch nach dem atlbewährten Litfaßsäulenmodell :/ .
    Also viele Rundungen, die einerseits irgendwie gebaut werden müssen, Holzplatten sind ja nicht rund, und dann zu furnieren sind. Mit den üblichen Preßtechniken geht dies bei größeren Flächen für den Heimwerker eigentlich nicht.
    Über eine andere von meinen vielen handwerklichen Baustellen, das Laminieren unregelmäßiger Oberflächen mit Carbon, kam ich auf die gleiche Problematik. Beides kann ich jetzt verbinden mit einer Vakuumpresse. Klingt auf den ersten Blick sehr kompliziert, ist es aber in der Praxis dann doch nicht und zudem eigentlich im Hinblick auf das Endergebnis gar nicht so teuer. Erinnern wir uns an den Physikunterricht. Es ist ja nicht so, dass Luft Nichts ist. Sie wiegt gar nicht so wenig, so 9t auf einen Quadratmeter. Nimmt man nun ein Furnier und legt es auf eine Oberfläche, so ist uns nur das Gewicht des Furniers bewusst, nicht aber dass die 9t auf die ganze Oberfläche einwirken, und sich dies dann im Endergebnis aufhebt. Nimmt man jetzt die Luft zwischen Furnier und Oberlfäche weg, indem man ein Vakuum erzeugt, dann wird das Furnier über das Luftgewicht auf die Oberfläche gepresst. Und so funktioniert die Vakuumfurnierpresse. Habe dann auch einen Lieferanten für Formenbau gefunden, der berät und auch auf Youtube Anleitungen zur Verfügung stellt. Damit kann ich über Sandwichtechnik, Glasfaser, Epoxidharz usw. auch die entsprechenen Unterteile relativ einfach fertigen.


    Etwas ganz anderes ist vielleicht hier für das Forum oder manche Mitglieder interessant. Ich bin auf Pinterest gestoßen. Dies ist ein soziales Netzwerk, welches über Bilder, den Pins, die an einer Pinwand hängen, funktioniert. Sucht man in Pinterest über reinhardriedel, dann kommt man auf meine Pinwände, hier konkret den Orgelspieltisch. Ich könnte mir vorstellen, dass dies für viele Bereiche des Forums die Möglichkeit bietet, Ideen usw. zu bündeln.


    Reinhard


    P.S. Was ich auf alle Fälle haben will, das ist der Körperschallwandler. Unseren beiden Protagonisten und Pionieren noch mal ein herzliches Kompliment. Allerdings mit dem Hintergedanken, dass ich dann tatkräftige HIlfe brauche, den Elektronik und ich sind natürliche Feinde

  • Hallo Reinhard
    Habe mich gleich registriert bei Pinterest :D
    Leider finde ich nichts unter reinhardriedel. Hast du die Pins vielleicht nicht freigegeben?


    Danke und lieber Gruss
    Erik

  • Wie oben ja schon dargelegt besteht der zukünftige Tisch aus vielen Rundungen. Als Schwierigstes muss das halbrunde Notenpult furniert werden, was für den auch noch so ambitionierten Laien eine fast unlösbare Herausforderung darstellt. Mit der Vakuumpresse geht dies aber relativ einfach. Am Beispiel

    sieht man das Grundprinzip.
    Beim Furnieren kann man einzelne Furnierblätter jetzt zusammenleimen oder fertige laminierte Bahnen verwenden.
    http://www.sg-veneers.com/produkte/easiwood.html ist dazu eine Möglichkeit.


    Die nächste konkrete Frage stellt sich jetzt ob ich das Furnier direkt auf das magnetische Edelstahl kleben kann oder zunächst ein Blindfurnier nehmen sollte. Wenn ich allerdings dann zwei Furnierschichten habe, dann bräuchte ich stärkere Magnete, was eigentlich auch kein Problem darstellt.


    Mal sehen.

  • Quote

    Original geschrieben von rr01
    Hat jemand von euch das Ein- und Ausschalten z.B. der Pultleuchte über Manubrien gelöst oder kennt jemand dazu eine Bauanleitung?


    Habe die Frage jetzt erst gelesen.
    Auf jeden Fall sollte Niederspannung im Spiel sein beim Schalten über Manubrien.
    Ich habe zwar keine schönen Holzmanubrien, sondern Plastikkurzhubtaster und - schalter, würde aber wahrscheinlich Reedkontakte und Magnete verwenden, die mit einer Niederspannung (z.B. aus einem kleinen Steckernetzteil) ein Solid-State-Relais ansteuern.
    Also in der Form, dass ein kleiner Magnet an der Manubrie befestigt ist und ein kleiner Reedkontakt am Gehäuse, sodass der Kontakt geschlossen und das Solid State Relais angesteuert wird, wenn die Manubrie gezogen ist.


    In meinem Fall habe ich eine Kaskade von 2 Solid-State-Relais in der folgenden Form gemacht:
    a) Einschalten: ein Schalter (könnte auch eine Manubrie sein mit Reedkontakt) schaltet ein Solid-State-Relais an, welches alle für die Orgel nötigen Versorger außer PC (Pultleuchte, Pedalleuchte, einige weitere Verbraucher) und außer Aktivlautsprecher anschaltet (genauer gesagt, es wird immer die Phase geschaltet).
    Aus eigener leidvoller Erfahrung kann ich nur weitergeben, dass es so viel besser ist, als z.B. einfach nur eine Netzsteckerleiste mit Ein/Ausschalter zu verwenden. Diese Ein/Ausschalter gehen früher oder später kaputt bei den u.U. recht hohen und vor allem z.T. induktiven Lasten (Ein/Ausschaltfunken!).
    b) Ein weiterer Kurzhubtaster fungiert als PC-Ein/Ausschalttaster. Wenn der PC einschaltet, wird gleichzeitig ein Microcontroller mit einer programmierten Einschaltverzögerung mit eingeschaltet (bei mir 20 sec), welcher ein 2. Solid-State-Relais ansteuert, um damit die Aktivlautsprecher und Körperschallwandler-Verstärker erst einzuschalten, wenn Windows gebootet hat und Hauptwerk geladen ist und zuletzt verwendeteSampleset hochlädt (Grund: Verhinderung eines Einschaltknackens, welches leider ansonsten auch z.B. die hochgepriesene Hammerfall-PCI-Soundkarte liefert).


    Beim nochmaligen Drücken des PC-Tasters im laufenden Betrieb fährt Windows runter, gleichzeitig werden sofort die Aktivlautsprecher und Körperschallwandler-PC stromlos gemacht (ansonsten gäbe es auch bei Hammerfall/Genelec sehr schlimme Knackeräusche!).


    Man könnte auch alternativ mit einer Manubrie auskommen, die gleichzeitig das PC-Boot- und Shutdown-Signal liefert und alle anderen Versorger bedient, wenn man möchte.


    Achtung: Die Verdrahtung von Solid-State-Relais und damit die Arbeit an Netzspannung sollten nur Fachleute machen! :!:
    Man sollte Solid-State-Relais nehmen, die im Nulldurchgang schalten.


    LG Olaf

  • Guten Morgen Olaf,
    wenn ich elektronisch so erfahren wäre wie schreinerisch, dann könnte ich deine professionellen Ideen sicherlich würdigen :-)
    So stellt sich wie immer die Gretchenfrage: Wie komme ich als Laie (Literatur?) zu dem notwendigen KnowHow oder wo kann ich dies nach meinen individuellen Bedürfnissen kaufen?


    Trotzdem Danke
    Reinhard

  • Hallo Reinhard,


    du könntest es so machen, dass du die Bauteile besorgst und ein Elektriker verdrahtet es.


    Solid State Relais (Beispiel)


    Reedschalter (Beispiel)


    Dazu noch einen kleinen Stabmagneten, an die Manubrie angebracht, sowie ein modernes Öko-Steckernetzteil, z.B. 9V DC, mit geringer Leerlauf-Verlustleistung.
    Der Elektriker sollte das dann zusammenschalten können - deine vorbereitende Aufgabe wäre dann nur, den Reedschalter so am Gehäuse anzubringen, dass die Manubrie mit Magnet dieses Relais durchschaltet (das kannst du mit einem Digitalvoltmeter prüfen, Widerstandsmessung oder Durchgangsprüfung). Vorsicht beim Biegen der Drähtchen am Reedkontakt, damit das Glasgehäuse keine Luft zieht.


    Gruß
    Olaf

  • Hallo Reinhard,


    wenn Dir mehr das Mechanische liegt, wie wäre es denn mit einem Mikroschalter mit Rollenhebel. Den kannst Du knapp neben die Manubrie schrauben und die Rolle mechanisch von einem angeschrägten Nocken überfahren lassen.


    z, B. dieser hier: https://www.conrad.de/de/mikro…BR6Ax0DJ:20170328164102:s


    Für die Pultlampe nehme ich eine LED-Leiste mit Niederspannung und passendem Trafo. Geschaltet über den Mikroschalter wird dann nur diese Niederspannung. Das ist ungefährlich. Der Trafo wird dann über den Spieltisch mit 230 V versorgt und geschaltet.


    Beim Edelstahl muss Du beachten, dass viele Sorten, z. B. der beliebte V2A-Stahl, nicht magnetisch sind.


    Gruß Michael

  • Guten Morgen Mike,
    das wäre sicherlich eine gute Möglichkeit.
    Da ich wohl ohne Elektronik meine Bauwerk sinnvoll nicht vollenden kann mach ich mich mal auf die Suche nach einem Schaltschrank. Hier müsste es doch fertige Elemente geben, die auf der Basis von Niedervoltspannung dann einen normalen 220 V Schalter ansteuern.
    Beim magnetischen Edelstahl hast du natürlich recht. Aber hier habe ich ja bei meinem augenblicklichen Tisch schon das halbrunde Pult, Foto habe ich eingestellt, das ich jetzt "nur" noch furniern muss, und deshalb die Vacuumpresse
    Reinhard

  • Quote

    Original geschrieben von mikeFür die Pultlampe nehme ich eine LED-Leiste mit Niederspannung und passendem Trafo. Geschaltet über den Mikroschalter wird dann nur diese Niederspannung. Das ist ungefährlich. Der Trafo wird dann über den Spieltisch mit 230 V versorgt und geschaltet.


    Zumindest mir wäre es viel zu unbequem, einzelne Verbraucher getrennt ein/auszuschalten, da ich sie zum Orgelspiel eh fast alle immer brauche.
    Ich habe daher einen zentralen Einschalter, wie schon beschrieben, welcher neben den LED-Leuchten für das Notenpult und die Pedalbeleuchtung auch alle weitere Verbraucher mit einschaltet (diverse Steckernetzteile z.B. für externe Versorgung eines Metronoms, Netzteil für MIDI-Elektronik usw), als auch die Kaskade für PC-Ein/Austaster mit angeschlossener Versorgung der Aktivlautsprecher/Subwoofer/Körperschallwandler-Verstärker) bedient.


    Zwar könnte ich die einzelnen Verbraucher, wie z.B. LED-Pultlampe auch getrennt ausschalten, aber zumindest für mich ist es bequemer, einfach alles komplett an - und auszuschalten über einen zentralen Schalter - stattdessen können auch Kurzhubtaster oder eine Manubrie wie beschrieben, genommen werden.


    Der Vorschlag von Martin mit schaltbarer Schukosteckdose über Niederspannung wäre eine gute Option, ohne Elektriker auszukommen.


    Gruß
    Olaf