Ulrichs Spieltisch

  • Michael, die von dir eingangs zitierte Frage war eindeutig an Ulrich (rizos) gerichtet, nicht an dich und sie bezog sich auf seine vorher gemachten Ausführungen bzgl. (Ent-)Magnetisierung an seinem Spieltisch.


    Das ich zu deinen Ausführungen bzgl. Magnetisierung und Druckpunkt in diesem Faden nichts mehr schreiben werde, bedeutet keinesfalls, dass ich ihnen zustimme, ganz im Gegenteil. Es bedeutet nur, dass ich den Faden nicht weiter zumüllen möchte mit Dingen, die nicht mehr oder weniger direkt was mit Ulrichs Spieltischrealisierung zu tun haben.


    Auch wenn du hier Forumbetreiber bist und auch wenn du meine Bitte nicht erhörst, für generelle Beiträge zur Entmagnetisierung, Druckpunkt usw., die weit losgelöst sind von der Spieltischrealisierung von Ulrich, diese in anderen separaten Fäden zu schreiben, dann respektiere doch wenigstens der Bitte des Moderators:


    Quote

    Original geschrieben von Offenbass 32'
    Ich bitte euch eigene Fäden aufzumachen zu "Druckpunkt", Koppeln, etc...

  • Aber Hallo - wo sind wir denn ?!


    Hier ist noch keinem das Wort verboten worden. Schon gar nicht lasse ich mir hier das Wort verbieten !


    Es steht immer noch JEDEM frei auf JEDEN Beitrag zu antworten - "sogar" dem Admin.


    Wer andere Ansichten zu einer bestimmten Meinung hat, kann das kundtun und ggf. sachlich begründen.


    Wenn ihr HIER schon in Details schwelgt, dabei aber grundsätzliche Dinge nicht beachtet habt, dann müssen HIER eben grundsätzliche Dinge diskutiert werden und nicht in neuen Fäden.


    Sollte ich oder jemand anders dann grundsätzlich mit seiner Meinung falsch liegen, dann kommt das durch Diskussion ans Licht und wird nicht mit dem Holzhammer abgewürgt. Ich habe noch nie behauptet, dass ich unfehlbar wäre und meine Meinung die einzig wahre sein muss. Aber es passt nicht zusammen, im einen Thread meine Ideen als Patent anmelden zu wollen und im anderen Thread hier meine Gedankengänge als Müll zu bezeichnen.


    Deshalb ist HIER jetzt erst mal Ende eures Dialogs.

  • Der Faden ist ab sofort wieder auf unter folgender Prämisse:


    1. Jeder hat hier das gleiche Recht seine Meinung zu äußern, der Faden ist nicht privat !


    2. Es dürfen natürlich auch grundsätzliche Dinge hier mit einfließen, die auch in weiterem Sinne noch zum Thema passen. Druckpunkt- und Magnetismus-Diskussionen gehören sogar zum engeren Thema, da hier u.a. die Erweiterung eines Klaviaturblocks mit Druckpunkt durch Magnete ein zentrales Thema darstellt.


    3. Eine komprimierte Zusammenfassung des Fadens ohne unnötige Grundlagendiskussionen darf später gerne als Artikel auf der MPS Orgelseite veröffentlicht werden.
    siehe Artikel einsenden


    4. Man muss nicht jede Meinung dementieren. Man kann auch gerne mal eine andere Meinung so stehen lassen und nur die eigene auf den Tisch bringen. Die meisten Leser können lesen und sich ihr Urteil dann selbst bilden. Wenn gegen eine bestimmte Auffassung argumentiert wird, dann bitte sachlich und erst nachdem alle vorangegangenen Beiträge aufmerksam gelesen wurden. Sonst driftet es schnell in Wortverdreherei ab.


    5. Sollte die Diskussion wieder entgleisen, dann taucht sie postwendend nur noch in der Brummelecke auf.


    6. Der Admin hat immer Recht :-holy:


    7. Der Beweis von 6. steht noch aus :-teacher:


    Allen die jetzt trotzdem noch hier weiter diskutieren wollen - viel Spaß :-wow:


    Gruß Michael

  • Ich finde es gut, dass der Faden wieder offen ist. Noch besser hätte ich zwar gefunden, wenn wir die Grundsatzthemen bzgl. Druckpunkt und (Ent-)Magnetisierung in separate Fäden aufgeteilt hätten, weil erstens der Faden jetzt schon lang ist, ohne dass Ulrich mit seinem Spieltisch so richtig losgelegt hat, und weil zweitens o.g. Grundsatzthemen locker eigene Fäden füllen könnten.
    Aber nun ja, im Zweifelsfall gilt wohl §6 vom vorherigen Beitrag... ;)


    Zwar durfte ich hier lesen, Magnete willkürlich auf Eisenteile zu pappen, ohne mir Gedanken um Magnetisierung, Entmagnetisierung usw. zu machen - umso froher bin ich da, dass meine Spieltischrealisierung incl. Druckpunkt usw. funktioniert und sich betriebsbewährt. Kann ja dann nur Zufall oder Glück gewesen sein. :/


    Nun ja, Schwamm drüber.


    Also zum Thema Entmagnetisierung am Spieltisch:


    Quote

    Original geschrieben von Mikelectric
    Grundsätzlich entmagnetisieren sich Permanentmagnete nach und nach, wenn sie stärkeren gegensätzlichen Magnetfeldern ausgesetzt werden. Darum sollte man diese immer so lagern, dass sie sich gegenseitig anziehen und nicht abstoßen. Also immer schön Südpol auf Nordpol auf Südpol auf Nordpol usw. dann passiert praktisch nichts. Ebenso ein einzelner Magnet der weit genug von anderen Magneten entfernt ist, wird sich praktisch nicht in der Stärke verändern.


    Deswegen sehe ich eine besondere Problematik bei der Anwendung in den Klaviaturen, wo die Abstände zu benachbarten Tasten vergleichsweise gering sind. Wichtig ist, dass dann die magnetische Feldstärke im Vergleich zum Abstand relativ gering sein sollte. Das bedeutet nur möglichst kleine Magnete für die Hallsensoren zu verwenden.


    Bei den stärkeren Magneten für eine Druckpunktsimulation sehe ich durchaus die Problematik des Entmagnetisierens und deswegen auch ständigen Nachjustierens an den Stellschrauben
    ...
    Ein Magnet auf einem Eisenblech / Winkel o.ä. magnetisiert dieses Eisen. Dadurch wird praktisch auch seine Reichweite verlängert. Somit entmagnetisieren sich benachbarte Permanentmagnete evtl. noch umso schneller


    Quote

    Original geschrieben von Mikelectric
    Aber wie gesagt hängt die Entmagnetisierung ja auch maßgeblich vom Abstand zweier Magnete und deren magnetischer Feldstärke ab. Das ist die Sache der Entwickler, das bei den gegebenen Tastenabständen zu berücksichtigen.
    Die Entmagnetisierung oder gar Umpolung von Permanentmagneten unter starken Fremdmagnetfeldern ist aber ein allgemeines Phänomen. Mag sein, dass bei Neodym höhere Feldstärken nötig sind als bei Ferrit.


    Erstmal zur Lagerung: man hat gar keine Chance, Neodymmagnete falsch zu lagern. Die hängen schon so aneinander, wie sie es für richtig halten. Für alles andere bräuchte man rohe Gewalt.


    Neodymmagnete haben die Feinde
    a) hohe Temperaturen >80Grad (es gibt auch hitzebeständigere)
    b) hohe mechanische Beanspruchung (z.B. mit Hammer draufhauen)
    c) extrem starke Erschütterungen
    d) extrem hohes gegensätzliches Magnetfeld.


    Neodymmagnete entmagnetisieren sich nicht schon dadurch, dass sie in gegenseitiges Magnetfeld geraten, die Feldstärke ist nicht hoch genug. Sonst würden Anwendungen mit u.U. engen Dauermagnetabständen wie bei Gleichstrommotoren usw. nicht auf Dauer funktionieren. Es ist ja gerade der Vorteil von Neodymmagneten, dass sie extremes gegensätzliches Magnetfeld brauchen zum Entmagnetisieren bzw. Umpolen, gegenüber anderen Magneten.
    Und auch wenn Neodymmagnete Eisen magnetisieren, verringert dies nicht die Magnetkraft der Magnete.


    Am Spieltisch treten keine der Fälle a)-d) auf, es sei denn, der Blitz schlägt ein.


    Von daher, aus Sicht der Entmagnetisierung braucht man sich keine Gedanken zu machen bei der Spieltischrealisierung, auch nicht bei den stärkeren Magneten für eine Druckpunksimulation. Eher, dass sich die Felder gegenseitig beinflussen bzgl. Kräfte, die auf die Tasten wirken. Das hat aber nix mit Entmagnetisierung zu tun.
    Davon abgesehen, nutzt z.B. gemäß Gebrauchsmusterschrift die Tastatur von Dr. Syré Magneten, die einiges stärker sind als jene, die ich nahm und Ulrich auch anpeilt (nämlich 8mm Durchmesser x 4mm statt 6mm Durchmesser x 3mm). Da wird sich trotzdem nichts entmagnetisieren, nur die Beeinflussung benachbarter Magnetfelder auf die Taste nimmt zu (meines Erachtens aber immer noch im grünen Bereich, habe ja eine Versuchsreihe gemacht an einer Testtaste). Und UHT nutzt das Prinzip sich abstoßender Magneten, wo die Tasten die im Ruhezustand schon mehr oder weniger nahe am Abstoßungsmaximum liegen. Dadurch verringert sich nicht die Magnetkraft, nicht in hundert Jahren.


    Soweit erstmal wie ich es sehe bzgl. Thema "Entmagnetisierung".


    Gruß
    Olaf

  • Es steht ja jedem frei einen eigenen Faden über Grundsatzthemen anzulegen, wenn er schon vor hat mehr darüber zu schreiben. Vieles entwickelt sich aber erst im laufenden Faden und bläht sich dann eben etwas auf. Aber zur Beruhigung: Es ist bisher noch kein einziger Faden übergelaufen und auf dem Server ist noch reichlich Platz ;)
    [hr]
    zurück zum Thema:


    Danke für die aufhellenden Hinweise , Olaf. So sollte der Leser also schon mal darauf achten auch Neodymmagnete zu verwenden und nicht etwa Ferritmagnete. Ging das hier schon mal irgendwo hervor?


    Und wie verhält sich das nun mit zusätzlichem Eisen, bzw. der Stahlleiste auf die Ulrich seine Magnete "pappen" will? Eisen wird doch magnetisiert, auch wenn der Magnet deswegen nicht schwächer wird. Aber das Magnetfeld verändert sich doch dadurch. Meinst Du nicht auch, dass sich dadurch die Wirkrichtung des magnetischen Feldes ändern wird und unter Umständen sich dadurch die Druckpunkt-Kraft verändert? In dem Fall müsste man ja im Voraus Magnete mit anderer Stärke verwenden. Wäre dann gut es zuvor berechnen zu können.

  • Ja, bzgl. Verstärkung der Magnetkraft durch die Magnetisierung des Eisens - das ist ein Effekt, den man wohl schwer berechnen kann, jedenfalls ich wüßte nicht wie - oder hat da jemand eine Idee?


    Und würde auch gerne wissen, wie lange dieser Magnetisierungsvorgang dauert. :/


    In der Gebrauchsmusterschrift von Dr. Syre ist übrigens von einer Messingleiste die Rede, wo die Magnete drauf sind... :-wow:


    Tendenziell bemerke ich an meinem Spieltisch nur eine Richtung der Magnetkräfte bzgl. Druckpunkt, nämlich das es nach oben geht. Bis jetzt schob ich es auf den Aufdruckfilz, aber vielleicht ist es auch die Eisenmagnetisierung, z.B. die der Gegenschraube, oder anderer Eisenteile? Im Prinzip sind alle Eisenteile des Spieltischs mehr oder weniger magnetisch geworden.
    Hatte vor einigen Monaten alle Druckpunkte nachgestellt, nachdem sie ziemlich drastisch höher geworden waren, vielleicht 30g mehr Druckpunkt. Habe jetzt schon wieder den Verdacht, dass es wieder 10g mehr geworden sein könnten. Das sind aber schon Werte, die im Rahmen der Messtoleranzen liegen.
    Das Gute ist, dass diese Veränderungen sehr gleichmäßig über die Tastatur vonstatten gingen, über alle Tastaturen hinweg, wodurch das Spielgefühl nicht so schnell gestört wird.

  • Hallo,


    schön, daß es hier weiter geht. Falls ich ich irgendwie zum Streit beigetragen haben sollte, möchte ich mich hiermit entschuldigen... (wusste auch nicht, daß es eine Option auf spätere Komprimierung eines Fadens gibt, sorry...)


    Ich hab mal ein wenig rumgestöbert, alles scheint mir darauf hinzudeuten, daß die Magnetisierung von Eisen und Stahl recht fix ins Gleichgewicht mit dem umgebenden Magnetfeld kommt (Trafos mit Eisenkern, Computerfestplatten, usw..). Eher eine Frage von Sekundenbruchteilen als von Wochen oder Monaten...
    Vermutlich gibt eher Dein Filz noch etwas nach, Olaf. Ist doch prima, wie bei Herkules mit seinem Kalb, oder was das war. Du übst und übst und irgendwann macht dir auch die schwergängigste Orgel nichts mehr aus :-)


    Wenn sich die Magnete gegenseitig (auch über eine gemeinsame Eisenschiene..) beeinflussen, führt das zumindest dazu, daß man die Kräfte nicht unabhängig pro Taste einstellen kann, sondern in ein paar Wiederholungen sein gewünschtes Ergebnis finden muß. Etwas mühsam, aber dann erstmal recht stabil, vielleicht bis auf das Eindrücken der Filze... Ging mir schon so bei der Justage der Magnete fürs Pedal....


    Die Federchen von Laukhuff sind zierlich, aber bärenstark. selbst auf halbem hinteren Tastenende machen die noch einen Haltekraftbeitrag von ca 80g. Hab schon mal versucht, eine Feder gezielt und reproduzierber zu überdehnen. So wird sie etwas schwächer. Das wird vielleicht eine Lösung....
    Mal sehen, was noch geht.
    Auch habe ich sehr wenig Platz zwischen den Manualen, außer zwischen 1 und 2, da ist alles entspannter...


    Jetzt hab ich alle Materialien beisammen und muß erstmal ein paar Wochen fort, die Vorfreude auf weiteres Basteln bleibt.
    Freue mich auf weitere phantasievolle, geduldige und respektvolle Diskussionen.
    Konkrete Bastelergebnisse von mir erst wieder gegen Ende März... :-wave:


    LG, Ulrich

  • Danke für das Herumstöbern bzgl. Magnetisierungsgeschwindigkeit beim Eisen!


    Aber je mehr ich über deine Lösung mit der Eisenschiene nachdenke, umso mehr Bedenken kommen mir.
    Was passiert denn, wenn du mehrere Tasten gleichzeitig drückst? Dann hast du doch sofort größeres Magnetfeld auf der Eisenschiene. Dies bedeutet aber, dass nicht nur bei der Justage Probleme der Beeinflussung da ist, sondern später auch beim Spielen!


    Ich glaube, die konsequente Lösung in deinem Fall ist, die Magnete eben gleich auf die Eisenschiene zu legen (von alleine rutschen die ja nicht weg), alle gleichgepolt.
    Und dann an den Tasten nur deine Eisen/Stahlschraube. Dann hast du keine Beeinflussung mehr, weder bei der Justage noch beim Spielen! Diese Art der Kombination ist beim Gebrauchsmuster Dr. Syré gewählt worden (dort Magnete auf Messingschiene, aber das ist vielleicht in dem Fall egal, ändert höchstens was an dem Abstand bei der Justage). In dem Fall dann lieber etwas dickere Eisenschraube, Durchmesser 6mm.


    Weiterer Vorteil: du brauchst dein Filz nur soweit auszustanzen, dass der Magnet reinpasst, als Filzloch 6mm oder nur 5 mm Durchmesser. Denn bei 4mm Filzdicke ist der Filz rundrum nur 1mm über dem Magneten, Damit hast du auch gleichzeitig sichergestellt, dass niemals der Magnet direkt auf Eisen klackt beim Spiel! Und du hast nicht soviel an der Filzfläche weggenommen.


    Hätte noch einen Tip zu bieten, wie man es schafft, die Bohrlöcher für die Schrauben in den Tasten exakt gegenüber dem Magneten hinzubekommen:
    Es gibt im Baumarkt für Durchmesser 6mm und 8mm kleine Metallstücke mit einer Spitze zum Ankörnen. Die sind normalerweise dafür gedacht, z.B. Holzdübel genau passend in Möbel reinzusetzen.
    Das wunderbare daran ist, dass diese Metallstücke magnetisch sind. Man kann die wunderbar auf einen Magneten setzen, dann die Taste einsetzen und draufdrücken. Damit hast du exakt die Stelle gefunden, um mit Holzbohrer zu bohren!


    Gruß
    Olaf

  • Quote

    So z.B. meine Idee einer Koppeleinrichtung die Olaf schon umgesetzt hat und nun zum Patent anmelden will.


    Alles, was hier schon öffentlich gepostet wurde, ist es "prior art" und nicht mehr für ein Patent tauglich.

  • Hallo Dulzian,


    die Anmeldung nützt dir dann aber nichts, wenn andere vor der Offenlegung öffentlich davon erfahren haben und die Nutzung begonnen haben. Die dürfen dann deine Erfindung lizenzfrei nutzen. Nur denen, die erst nach der Offenlegung deine Idee nutzen, kannst du die Nutzung verbieten oder Lizenz dafür verlangen.


    Einziger Weg aus der Klemme ist, wenn man sich vertraglich vor Herausgabe der Informationen zusichern lässt, dass man, wenn man diese Dinge schützen lassen will, die herausgegebene Information als vertraulich und unter dem Vorbehalt der Patentanmeldung weiter gegeben hat.


    Nach meiner Erfahrung ist es meistens nicht hilfreich, etwas zum Patent anzumelden, worüber man schon mit Fremden/Anderen gesprochen hat.


    Michael

  • Quote

    Original geschrieben von Niederrheiner


    die Anmeldung nützt dir dann aber nichts, wenn andere vor der Offenlegung öffentlich davon erfahren haben und die Nutzung begonnen haben. Die dürfen dann deine Erfindung lizenzfrei nutzen. Nur denen, die erst nach der Offenlegung deine Idee nutzen, kannst du die Nutzung verbieten oder Lizenz dafür verlangen.


    Hallo Michael,


    erstens ist nichts über das Prinzip veröffentlicht, Koppeleinrichtungen gibt es für Orgeln seit ein paar hundert Jahre in unzähligen Variationen. Details werde ich logischerweise vor Offenlegung nicht nennen, werde es aber zu gegebener Zeit gerne tun und würde es begrüßen, wenn hier bis dahin nicht wild darüber spekuliert würde.
    Zweitens, selbst wenn ich nach Einreichung und Sicherung des Prioritätsdatums (was schon lange vor der Fadenerstellung hier geschah) selber das Patent offenlegen würde (wovon ich erstmal nicht ausgehe), wäre die lizenzfreie Nutzung bzw. lizenzfreie Fertigung schon beendet, wenn das Patent offiziell offengelegt ist.
    Eine viel spannendere Frage ist, für welche Länder man den Patentschutz erzielen möchte, aber das führt hier viel zu weit.


    Soweit meinerseits die OT-Ausflüge in das Patentrecht. ;)


    Gruß
    Olaf

  • Also das Thema Vornutzung ist hier http://de.wikipedia.org/wiki/Vorbenutzung gut erklärt.


    Wenn jemand deine Idee nutzt, bevor du diese offen gelegt hast, darf er weiter nutzen, aber wirklich nur er selber.
    Wenn seine Nutzung bekannt war (also Stand der Technik) und das jemand weiß oder merkt, ist dein ganzes Patent dann hinfällig. Wenn nicht kannst du allen verbieten, deine Erfindung zu nutzen, nur dem nicht, der er vorher schon genutzt hat.


    Das kann manchmal super attraktiv für jemanden sein. Man selber macht irgendetwas, von dem niemand etwas weiß. Ein anderer meldet das zum Patent an. Jetzt kann er allen meinen Wettbewerbern die Nutzung verbieten oder Lizenzen verlangen nur von mir nicht. Und ich musste noch nicht einmal ein Patent anmelden, ggf. Prozesse führen, Anwälte beschäftigen etc.. Manchmal killt man dann ein solches Patent mit Absicht nicht, da es den Wettbewerbern schadet und einem selber nicht, obwohl man ggf. den entscheidenen Hinweis hat, mit dem man das Patent "töten" könnte, da irgendwo doch der Stand der Technik öffentlich war, auch wenn es keiner beim Patentamt gemerkt hat.


    Genau so einen Fall kenne ich. Ein Unternehmen machte etwas seit Jahren, jemand anderes meldete das zum Patent an. Alle Wettbewerber zahlten schön Lizenzgebühren, nur dieses Unternehmen hat den Erfinder kurz darauf hingewiesen, dass man das vorher kannten und sofort war Ruhe. Der Erfinder war übrigens ein sehr großes Unternehmen mit sehr großer Patentabteilung, der hätte bestimmt nicht nachgegeben, wenn er einen Ausweg gewusst hätte.


    Das Risiko der Vornutzung scheint mir in deinem Fall relativ gering, wenn du faktisch niemandem wirklich erzählt hast, was Kern deiner Erfindung ist. Da müsste dann wirklich parallel zu dir jemand die gleiche Idee gehabt haben, was aber auch schon vorgekommen ist, manchmal liegt eine Idee irgendwie in der Luft. Sonst hast du alles richtig gemacht, wobei trotzdem die Frage bleibt, ob man auf dem Markt eine Verwertungsperspektive hat.


    In einem so kleinen und vielfältigen Markt wie dem Sakralorgenbau halte ich die Möglichkeiten der Überprüfbarkeit und der Durchsetzbarkeit von Ansprüchen für sehr aufwändig im Vergleich zu erzielbaren Lizenzeinnahmen. Die Stückzahlen und Umsätze, an denen sich Lizenzeinnahmen messen sind auch nicht hoch.


    Aber ein Patent ist ja ggf. auch einfach etwas, worauf man stolz ist und was man durchaus auch zu Marketingzwecken einsetzen kann.


    Michael

  • Noch drei Punkte:


    1. Über den Inhalt deines Patentes spekuliere ich nicht, das ist irgendwie ein unseriöses Spiel, jemanden zu unbedachten Äußerungen zu verlocken.


    2. 18 Monate nach Anmeldung wird deine Idee normalerweise automatisch vom Patentamt offengelegt. Ich weiß nicht genau welche, aber es soll da ein paar schmutzige Tricks geben, das etwas zu unterlaufen, ist aber schwierig und geht nicht wirklich für einen längeren Zeitraum.


    3. Die Länderfrage ist immer komplex. Die Frage ist, wo z.B. Klaviaturen hergestellt werden und wo man meint vor den jeweiligen Gerichten des Landes etwas durchzusetzen und wohin das ganze geliefert wird. China-Anmeldung würde ich mir als Privatperson sparen, ich glaube kaum, dass es sich rechnet zu versuchen in China da nennenswerte Erfolge mit vertretbarem Aufwand vor Gericht zu haben. Gleiches gilt für Amerika, wenn es nicht um extrem hohe Lizenzgebühren geht, so dass sich teuerste Anwälte lohnen.


    In Europa scheinen mir die Hauptländer für Orgelbau Deutschland, Spanien, Italien, Niederlande, Frankreich, Österreich, Schweiz und ggf noch ein paar Osteuropäer zu sein. Kenne mich da nicht so aus.


    Wenn du ein deutsches Patent hast, kannst du aber auch jedes Unternehmen aus einem anderen Land in Deutschland verklagen, wenn es dorthin ein dein Patent verletzendes Produkt verkauft. Von daher reicht ggf. Deutschland und ggf. noch Italien (Fatar) und irgendwie finde ich, dass es in den Niederlanden auch recht viel Aktivitäten gibt.



    Viele Grüße


    Michael

  • Danke Michael, für die weiterführenden Informationen!
    Z.B. hatte ich befürchtet, dass, wenn man ein Patent nur in Deutschland angemeldet hat (wie ich es tat), es dann ein Hersteller nicht nur in anderen Ländern ohne Lizenzgebühren nachbauen könnte, sondern das Produkt auch wieder in Deutschland einfach so verkaufen dürfte. Dem ist dann wohl nicht so. Ich habe in ein paar Wochen ein Gespräch bei einem Patentanwalt. Die IHKs bieten so eine Erstberatung kostenlos an, das will ich in Anspruch nehmen. Wäre vielleicht klüger gewesen, dies vor der Anmeldung zu tun, aber egal. Das wäre eine der Fragen gewesen, aber es bleiben sowieso noch andere offen.


    Ich hoffe trotzdem, wir kommen wieder zurück zu Ulrichs Spieltischrealisierung...


    Ulrich, hattest du überhaupt schonmal recherchiert, aus welcher Kirche deine Tastaturen stammen? Ich finde sowas immer sehr spannend. Mein Spieltisch hat nicht nur aus Bayern nach Westfalen gewechselt, sondern auch die Konfession ... Ich habe sogar mit einem Kantor korrespondiert, der auf diesem Spieltisch noch vor 45 Jahre gespielt hatte!
    Vielleicht bekommst du auch die Geschichte deines Spieltisches heraus?


    Gruß
    Olaf

  • Hallo an alle!


    Was ich bisher über meine Spieltischteile von meinem freundlichen Orgelbauer weis:


    Das Material kommt aus dem Osnabrücker Dom, wurde dort in den 60ern installiert und vor ca 10 Jahren dort samt der ganzen Orgel abgebaut... Falls jemand mehr Details herrausbekommt, fände ich das auch interessant :-)


    @Olaf: in meinem Kopf rumort es noch weiter, was die Details der Manualmechanik angeht. Gegenseitige Beeinflussung der Tasten beim Spielen ist ein Thema. Habe schon mal fünf Tasten nebeneinander ausgestattet und noch nichts davon gemerkt. Bleibt aber unter Beobachtung...


    Inzwischen peile ich folgende Eigenschaften an:
    - Leerweg ca 1mm
    - dann einsetzende Federkraft + Druckpunkt
    - Druckpunkt von den tiefen zu den hohen Tönen abnehmend


    Für die fünf ausgestatteten Tasten fühlt sich das schon super an, ist aber noch eine ziemliche Bastellösung, für eine Serienproduktion so nur bedingt geeignet...
    Ob sich das lohnt, darauf ein Patent anzumelden? Da mag ich mich eher ungern drauf einlassen... Vielleicht mag das wer anders tun (Olaf?) und falls da je Geld fließen sollte, mich beteiligen ;-) ?


    LG, Ulrich

  • Hallo Ulrich,


    nee, danke, mach mal alleine die Geschichte mit deinem Patent...
    Ich glaube auch, dass in diesem Bereich sowieso alles mehr oder weniger Liebhaberei ist. Vielleicht kriegt man ja das Geld rein für die Anmeldung und Prüfung, im besten Fall. Und dann die Entscheidung ab dem 3. Jahr, wo es jedes Jahr steigende Patentgebühren kostet, ob es das wert ist. Auf der anderen Seite macht es auch Spaß, sowas anzumelden, ist jedenfalls spannend...


    Bin aber vor allem sehr gespannt, wie es bei deinem Spieltisch weitergeht, Leergang usw.


    Bzgl. Messung des Tastendruckpunkts:
    Orgelbauer benutzen wohl eine sogenannte Tastenwaage zum Messen des Druckpunkts, wenn man bei Laukhuff oder Weiblen danach sucht (auch Stichwort "Kontaktor"), wird man fündig. Kostet um die 150€. Ich habe eine Adresse eines Orgelbauers gefunden, wo es das zwar unbenutzt, aber jahr(zehnte)-lang gelagert gibt, für 45€ + Versand. Ist heute bei mir eingetrudelt. Hier ein Foto:


    Das Ergebnis ist aber ernüchternd. Es hat zwar einen Schleppzeiger, so dass es beim Tastendruckpunktgewicht stehenbleibt. Und das Gewicht stimmt mit dem einer Küchenwaage sehr gut überein. Man muß aber aufpassen, danach nicht stärker draufzudrücken, das Ergebnis ist schnell verfälscht. Man braucht also Fingerspitzengefühl. Es war für mich einfach ein Test, wollte das mal ausprobieren. Wenn es jemand nutzen möchte, ohne es unter o.a. Adresse zu kaufen, der kann es von mir leihweise zugeschickt bekommen.
    Ich denke aber, man kommt präziser und schneller zum Ergebnis, wenn man vorher abgewogene Schrauben mit Muttern drauf, von der Tastenmitte nach vorne schiebt, und dann einstellt, dass die Taste genau runterfällt, wenn die Spitze erreicht ist.


    Gruß
    Olaf


    Moderator-Edit: Bilder-Links von Dropbox auf anderen Server geändert

  • Liebe Leute,


    hier gehts nun fleißig weiter :-)


    Inzwischen ist Manual III fast einsatzbereit. Gestern und heute war Hallschienentag.
    Zum Glück ist das mein Hobby, sonst würde ich sagen: kauft die lieber fertig von Pausch oder:
    midi-hardware plant für die zweite Jahreshälfte Hallschienen anzubieten, mit integriertem Scanner, sehr interessant.
    Meine Materialkosten waren ungefähr 50 Euro aber dann ~ 10h Arbeitsaufwand (für eine Schiene... dafür finde ich sie recht gelungen, mit Scanner an Bord :-wow: ) und ohne Olafs Hinweise und Erläuterungen hätte es noch deutlich länger gedauert, hier nochmal vielen Dank :-up:


    Nach einigen kleinen Rückschlägen spielt die Schiene nun schon mit Testmagnet alle Töne.
    Hinweis für Mitbastler: midihardware hat bei seinem Scanner BBS-1K wohl irgendwann die Stecker-Anordnung geändert, also erst genau prüfen und nicht, wie ich, die Belegung von der website als Vorlage nehmen und dann später im mitgelieferten Manual feststellen, daß die aktuelle Version anders angeordnet ist :-pipe:


    Hier ein paar Fotos:



    Statt Langlöcher habe ich 6mm gebohrt für M4-Schrauben, sollte zur Justage reichen...
    Aluschiene und Platine hab ich mit UHU-Schnellfest 2-Komponentenkleber verbunden. War sehr knapp :-) ist nur 5min verarbeitbar...
    Die Sensoren an der Oberkante mit Sekundenkleber stabilisiert...


    Soweit von hier, LG an alle,


    Ulrich