Midifizierung eines pneumatischen Orgelspieltisches

  • Hi Bernd,


    doch, also ich finde das sehr interessant!

    Entschuldigung dafür, dass ich oft nur mitlese und kein Feedback gebe.


    Habe mir gerade deinen alten Spieltisch angesehen und kann verstehen, dass du die schönen alten Wippen nicht durch neue Kurzhubtaster o.ä. ersetzen möchtest. Vielleicht ist es keine so schlechte Idee von dir, mittels 3D-Drucker diese Wippen zu vervielfältigen. Mach dann gleich 100 davon, das sollte dann wohl für die meisten Samplesets reichen. Müssen nartürlich auch irgendwie Platz haben unterhalb des Notenpults oder seitlich.

    Aber mir wäre es wichtig, dass die Schalterwippen sehr zuverlässig sind. Kann man nicht auf moderne Schalterwippen, wie z.B. von Reichelt beziehbar, dann Wippenblenden aus dem 3D-Drucker draufkleben? Vielleicht mal ausprobieren, welche Schalterwippen vom Schaltergefühl deinen alten am nächsten kommen.

    Ich hatte - leider völlig uncool - Kurzhubtaster von Marquardt verwendet mit eingebauter LED, sodass der Schaltzustand sichtbar ist. Aber wenn ich deinen schönen alten Spieltisch sehe, würde ich wohl auch an deiner Stelle kämpfen, das Look-and-Feel so weit es geht, zu erhalten.


    Gruß Olaf

  • Hallo Bernd,

    leider ist die Reichweite unseres hübschen Forums (noch) sehr beschränkt, daher vielleicht die wenigen Kommentare oder Likes, aber es sind Stories wie die deine, die uns vielleicht mehr Aufmerksamkeit bescheren, also Danke und weiter so!

    Fachlich kann ich ja so gar nichts beitragen :(

    Oliver

  • Vielen Dank für die Rückkopplung. Das motiviert mich weiter zu berichten. Meine Berichterstattung hängt etwas den Bauarbeiten nach. Ich versuche trotzdem halbwegs chronologisch vorzugehen, da auch das Lernen aus meinen eigenen Fehlern bzw Tips (wie zum Beispiel die wertvollen Kommentare von Dulzian zu den Magneten und Reed-Relais) mit einfließen können.

    Die nächste Baustelle war nun die Midifizierung der Register. HIer mal ein Bild was mir im Original zur Verfügung steht:

  • Wie oben schon erwähnt komme ich mit dieser Anzahl an Registriermöglichkeiten nicht aus. Meine Überlegungen gehen dahin, eine Dupliziermöglichkeit für die Registerwippen zu finden. Die kleinen Manubrien , die für die Ad Libitum Registrierung gedacht waren sollten als erstes Midifiziert werden. In der endgültigen Version können diese dann für die Koppeln und Effekte, Tremulanzien etc benutzt werden. Die Register plane ich auf 4 x 16 auszubauen. Dazu muss ich erstmal die Registerwippen herstellen und eine zweite Reihe über die ursprüngliche Reihe setzen. Das wird wohl ein Höhersetzen der oberen Abdeckung mit erfordern. Auf den Abdeckrollladen werde ich dabei verzichten müssen.


    Für die Manubrien habe ich zunächst eine Streifenplatine mit einer Diodenmatrix und Reed-Kontakten hergestellt. Die Magnet wurden mit Ringmagneten an den Manubrienzügen festgeschraubt.

  • Das hatte ich gemacht bevor Dulzian seine durchaus richtigen Anmerkungen zu den Reed-Kontakten und den Magneten geschrieben hatte.

    Leider musste ich feststellen dass die Reed-Kontakte außerordentlich empfindlich sind und gerne kaputt gehen. Des Weiteren sind die Entfernungen ,bei denen sie auf die Magnete reagieren sehr unterschiedlich. Diese Platinen habe ich gefühlte dreißig mal ein und ausgebaut um die Kontakte zu ersetzen oder nachzujustieren bis endlich alle korrekt angesprochen haben. Habe jetzt erstmal 18 Schaltmöglichkeiten und werde weiter dran arbeiten.

    Habe mir für die weiteren Ausbauten inzwischen Flachmagnete und Hallsensoren bestellt auf Empfehlung von Olaf.

    Gruß

    Bernd

  • Die oben beschriebenen Arbeiten liefen teilweise parallel, Ich versuche die einzelnen Schritte aber jeweils zusammenzufassen, sodass das Thema vollständig beschrieben wird.


    In der Zwischenzeit hatte ich mich mit dem Thema des PC befasst. Meine ersten Versuche habe ich mit einem älteren Laptop welches mit SSD ausgestattet war und auf 4GB Speicher aufgerüstet war durchgeführt. Damit kommt man schnell an die Grenzen insbesondere was den RAM- Speicher angeht.

    Mein PC sollte in die Orgel (Platz ist ja genug da) integriert werden. Da ich noch einzelne Komponenten im Fundus hatte besorgte ich mir ein Asus-Board mit I5-Prozessor und 16GB Arbeitspeicher. (Aufrüstbar auf 32,GB, was ich auch in Kürze machen werde). Für die Audio-Ausgabe eine Audio 2496. Netzteil und SSD-Platte hatte ich noch im Fundus. Die SSD-Platte hat 120 GB. Bei der Speicherberechnung dachte ich zunächst dass das gut ausreichen könnte. Dabei habe ich die für jede Orgel angelegte Cache -Datei leider nicht mit kalkuliert. Hier muss ich eine größere Platte, dann auch mit 6GB Transferrate zum schnelleren Laden noch einbauen.

    Das ganze habe ich, da keine extra Gehäuse notwendig ist auf ein Brett montiert welches auf eine eingezogenes Brett platziert werden kann. Darauf findet auch mein guter alter Verstärker Platz, sodass die Elektronik komplett in der Orgel verschwinden kann.

  • Den Computer werde ich jetzt aufrüsten auf 32 GB und eine interne M2 SSD. Bin mal gespannt wie die Ladezeiten sich dann verhalten.

    Leider kann GO ja nicht über den Energiesparmodus wieder schnell gestartet werden da es die MIDI-Eingänge vor dem Starten von GO initialisert haben muss.

    Das wäre eine sehr wünschenswerte Funktion von GO, vielleicht liest ja einer der Programierer mit.

    Ein schönes Wochenende wünscht

    Bernd

  • Das ist vielleicht nicht ganz lege artis. aber ich habe das Startproblem ganz einfach gelöst: ich fahrt den Rechner nicht herunter, sondern drehe nur den Strom ab. Beim erneuten Start von Windows 10 läuft dann bereits GO mit allen aktivierten MIDI-Eingängen.

    Wie gesagt, das ist nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen, funktioniert aber bei mir bestens. Klar, dass sich einem PC-Freak dabei die Nackenhaare aufstellen :)

  • Also bei mir klappt eine schneller Neustart aus dem Energiesparmodus und GO ist sofort aktiv, erkennt aber die Midi-Signale nicht und ich muss es schließen und komplett neu starten. Dann funktioniert alles

    Gruß

    Bernd

  • Das ist vielleicht nicht ganz lege artis. aber ich habe das Startproblem ganz einfach gelöst: ich fahrt den Rechner nicht herunter, sondern drehe nur den Strom ab. Beim erneuten Start von Windows 10 läuft dann bereits GO mit allen aktivierten MIDI-Eingängen.

    Wie gesagt, das ist nicht unbedingt zur Nachahmung empfohlen, funktioniert aber bei mir bestens. Klar, dass sich einem PC-Freak dabei die Nackenhaare aufstellen :)

    Das ist auch der Weg, den ich mit den GOLive Prototypen gewählt habe.


    Die Ladezeit (sobald mal der Cache angelegt wurde) ist die Transferzeit der Daten von der Platte.

    Beim Neustart von GO hast du die Garantie, das alle Daten im Speicher sind - beim Ruhezustand weisst du nicht, ob Windows wieder alles in der Speicher zurückbefördert hat oder Daten noch ausgelagert sind.

  • Habe den PC jetzt aufgerüstet mit 32 GB Speicher und einer internen 500 GB SSD M2. Die Geschwindigkeit entäuscht mich aber doch noch. Vielleicht habe ich ja auch irgendwas nicht richtig konfiguriert......

    Die SSD hat eine Lesegeschwindigkeit von über 1600 MB/s. hört sich ja gut an. Trotzdem braucht die Friesach-Orgel zum Starten im 24Bit Modus gut 90 Sekunden. Ist das normal? Rechnerisch müsste der Cache von ca 12 Gb ja in knappen 8-10 Sekunden laden.

    Habt ihr irgendwelche Ideen dazu?

    Gruß

    Bernd

  • Also bei Hauptwerk ist beim Laden mitunter auch noch die CPU involviert, was die Datenübertragung dann spürbar ausbremst. Mir scheint, unkomprimierte Samples werden dort auch schneller geladen als komprimierte.

    Ich nehme aber an, dass Du GrandOrgue benutzt? Da sollte eigentlich alles direkt mit max. Geschwindigkeit geladen werden. Hast Du mal mit einem Diagnoseprogramm die tatsächliche Geschwindigkeit der SSD in Deinem System gemessen? 90s für 12 GB scheint mir auch viel zu lang.

  • Ich habe es jetzt auch mal mit dem Energiespar- oder Ruhemodus bei Win10 probiert. Hier geht es auch problemlos. Nach dem Hochfahren des Rechners läuft GO mit allen aktivierten Treibern und MIDI-Kanälen. Allerdings haben immer die Manuale und auch das Pedal schon vor dem Starten des Rechners "Saft". Vielleicht liegt es auch daran? Ich kann jedenfalls sofort losspielen...

  • Habe den PC jetzt aufgerüstet mit 32 GB Speicher und einer internen 500 GB SSD M2. Die Geschwindigkeit entäuscht mich aber doch noch. Vielleicht habe ich ja auch irgendwas nicht richtig konfiguriert......

    Die SSD hat eine Lesegeschwindigkeit von über 1600 MB/s. hört sich ja gut an. Trotzdem braucht die Friesach-Orgel zum Starten im 24Bit Modus gut 90 Sekunden. Ist das normal?

    Ich denke schon. Vor ein paar Monate habe Ich ein Samsung EVOplus SSD installiert, deren Lesegeschwindigkeit ca. 3200MB/s sein soll.

    Das Laden von Friesach in 24 Bit mit verlustfreier Komprimierung nimmt bei mir noch immer ca. 45 Sekunden. (Das ist ohne Verwendung des Caches)


    Gruß

    Bas


    (Intel NUC 8i5 BEH • 16GB RAM Kingston HyperX • SSD1(System):120GB Intel 510 • SSD2(Samplesets) : 500GB Samsung 970 EVOPlus (Spez. Lesegeschwindigkeit: 3200 MB/s) )

  • Bei meiner Platte (NVMe Samsung, 1 TB RAID) mit den (mittels winstat ermittelten) Zugriffswerten von 2771.70 MB/s dauert das Laden der Friesach (24 Bit verlustfreie Komprimierung) ca. 20 sec.

    Kann ich bestätigen. Habe eine M.2 NVMe Samsung evo 970 Plus verbaut. Der Friesach Cache in Hauptwerk 24 Bit ohne Komprimierung ist etwa 13 GB groß. Ladezeit 22s.

    Windows 7 unterstützt NVMe eigentlich ohne zusätzliche Tools nicht. Das war für mich auch der Grund gezwungenermaßen doch auf Win10 umzusteigen. Es hat sich auch gelohnt, den aktuellen Treiber von Samsung zu installieren. Vorher ist mir das System laufend abgeschmiert.