Welches Sample Set leistet ihr euch an Weihnachten?

  • ... ich bin da noch unentschieden. :/ Eigentlich besitze ich ja schon alles an Set´s, was ich für mein rumklimpern zu Hause benötige.


    Reizen würde mich natürlich die Trans-Sept der Rotterdam Laurenskerk .... :)


    Was kauft ihr euch, oder meint ihr, ein,- zwei Sets sind in Ordnung und man braucht dann nicht mehr? :??:
    Ich dachte am Anfang auch, es geht mit einem Set ... zumal ich kein "Profi-Orgler" bin.

  • Wenn ich nochmal wählen müsste so würde die Entscheidung zwischen Caen, Doesburg oder der Marcussen zu treffen sein. Diese Entscheidung wär für mich sicher nicht einfach, so ist es mir ganz recht daß ich sie nicht zu treffen brauche.

  • Ach Sets kann man doch eigentlich nie genug haben :D


    Für mich macht das ja gerade den Reiz einer virtuellen Orgel aus, dass ich jede Menge unterschiedliche Orgeln aus ganz verschiedenen Landschaften und Epochen in Ruhe zu Hause genießen kann. Dafür müsste ich sonst weit reisen um diese Vielfalt kennenzulernen. Ganz abgesehen davon, dass es sehr fraglich wäre ob ich denn überhaupt an die jeweiligen Originale ran dürfte.


    Wenn ich bedenke was so eine Orgelreise kostet um ein paar wenige Orgeln live kennenzulernen, dann kann ich da auch mal ins eine oder andere Set stattdessen investieren, wovon ich dann ja auch langfristig was habe. Ein Set ist doch eine unheimlich intensive Art sich mit einer spezifischen Orgel auseinanderzusetzen. Auch mit der Orgelmusik die für die Zeit und die Region typisch ist beschäftige ich mich dadurch intensiver. Das alles finde ich äußerst spannend.


    Und darüberhinaus kann ich die virtuelle Orgel ja noch genauso zum Üben benutzen wie eine PO oder DO. So gesehen relativiert sich dann auch der Preis für den Spieltisch wieder.


    Ich vermute mal, dass ich mir evtl. zu Weihnachten die Rotterdam Transept Orgel gönnen werde. Und zwar als Stereo-Set. Ein unverschlüsseltes Set bringt mir einfach auch den meisten Nutzen und darüberhinaus ist der Klang dieser Version wie ich finde deutlich besser als bei der Surround-Variante, die noch dazu verschlüsselt ist.


    Oberlinger Bonn-Beuel scheidet bei mir alleine schon wegen der technischen Mängel aus und Voxus kommt für mich wegen der fehlenden Testmöglichkeit und dem hohen Preis nicht in Frage.


    Es sei denn es käme noch die Holzhey Weißenau von Prospectum heraus - aber das ist wohl blanke Illusion. Vergangene Woche war ich bei der Holzhey in Obermarchtal gewesen. Einfach auch ein fabelhaftes Instrument - aber leider (noch?) kein Sampleset davon :-(



    Gruß Michael

  • Wahrscheinlich bin ich der einzige Depp hier, dem die beiden erworbenen Sets (Trost und Zöblitz) vollkommen ausreichen für die Übeorgel zu Hause, für alle Literatur zeitlich <= Mendelssohn/Schumann.


    Falls ich bei Bach, anderen Barock-Kandidaten und Mendelssohn alles abgegrast habe, was ich mir vorgenommen habe (was noch mehrere Jahre dauern wird), und mich für Reger o.ä. interessiere, mit der Notwendigkeit des Spiels mit Schweller u/o. Walze, dann käme noch ein romantisches Set in Frage. Aber das war es auch schon.


    Auf meinem Weihnachtstisch liegen eher Noten und CDs.


    Gruß
    Olaf

  • Nee, es gibt noch mehr solche Deppen. Ich hab letztes Jahr die Holy Spirit Budapest gekauft und weiss ehrlich gesagt nicht, wozu ich mehr Sets bräuchte.
    Ständig wechselnde Orgeln, bei denen man sich immer wieder an andere Dispositionen gewöhnen muss, hab ich schon das ganze Wochenende über. Da bin ich doch nur froh, auf dem Übeinstrument spielen und üben zu können und nicht ständig neu eingewöhnen zu müssen.


    Also von daher: Noten statt Samplesets.

  • Ich werde mir auch kein neues Set gönnen.


    Wenn ich erhlich bin, nutze ich eigentlich von den vielen Sets nur Trost, Anloo und Zöblitz.


    Im Gegensatz zu Michael habe ich viele Originale, deren Sets ich besitze spielen dürfen (alle Silbermänner und die Trost).


    Da ich sehr barocklastig bin, fehlt mir auch kein romantisches Set.


    Gruß Wolfram


  • Wolfram, da du alle Silbermänner hast und auch in Petri vor Ort warst, warum ziehst du Zöblitz vor gegenüber dem größeren Petri-Silbermann? Ich frage, weil ich lange überlegt hatte, mir Petri zuzulegen, und es sein ließ, weil mir die Demos nicht so transparent, eher etwas dumpf vorkamen, im Vergleich zu Zöblitz (oder auch schon Großhartmansdorf). Aber das kann ja täuschen?

  • Hallo Dulzian,


    da habe ich mich etwas unscharf ausgedrückt mit: alle Silbermänner. Ich meinte: alle Silbermänner die ich besitze.


    Petri besitze ich nicht und die Andreasse auch nicht, obwohl letztere schon irgendwann für mich eine Option sein können.


    Von Petri war ich auch vor Ort nicht so angetan, das hängt natürlich auch mit dem Klangerleben am Spieltisch ab.


    Ich habe sie aber auch schon öfters im Kirchenschiff hören können und war auch da nicht sonderlich beeindruckt. Vielleicht ist man da schon zu verwöhnt oder es liegt auch an dieser schrecklichen Glaswand!!

  • Quote

    Original geschrieben von chilissimo


    Es gibt sogar Deppen, die kaufen sich gar keine Sets, sondern benutzen nur freie. :-D


    Bei umfangreicheren Instrumenten wird da aber die Luft recht schnell dünn, wenn man sich nicht etwas ganz eigenes zusammenstöpseln möchte. Oder?

  • Die Leidenschaft viele verschiedene Samplesets zu haben kam bei mir auch erst nach etlichen Jahren. Mit Hauptwerk 1 war ich noch mit der St. Anne und einigen kleinen Gratissets zufrieden. Es war für mich auch einfach eine gute, preiswerte Übemöglichkeit gewesen. Das 1. Kaufset war damals schon von Prospectum die St. Michael Neckargartach. Dann später irgendwann mit Hauptwerk 2 die Haverhill Extended von Lavender Audio. Das war das erste Set für mich mit einer bahnbrechenden Qualität. Damit kam ich dann mehrere Jahre gut aus. Ich spiele sie auch heute noch oft und halte sie immer noch für ausgezeichnet.


    Irgendwann kam dann einfach der Wunsch auch ganz andere Orgeln und deren typische Musik virtuell kennenzulernen. Wahrscheinlich ging dies auch einher mit übrigem Geld, das nun nicht mehr für andere Dinge wichtiger ausgegeben werden musste ;)
    Ich beschloss einfach soviel in Samplesets zu investieren, wie ich mir etwa an Geld eingespart hatte dadurch dass ich mir keine fertige Digitalorgel gekauft hatte sondern den für mich preiswerteren Weg der virtuellen Orgel gegangen war. Für mich deshalb preiswert, weil ich eben technisch nicht unbegabt bin und auch Freude am Bauen habe. Das war dann ein Jahr wo ich sicher gut 3.000,- Euro auf den Putz gehauen habe durch den Kauf von diversen Samplesets.
    Da waren dann auch viele kleinere Sets dabei und auch ein paar große.
    Diese Entscheidung habe ich bisher nie bereut. So kann ich mich auch mal mit französischem Barock oder mit "echten virtuellen" Spanischen Trompeten beschäftigen. Mir macht es Freude! Notwendig ist das natürlich nicht.


    Es ist aber auch gerade das Schöne bei virtuellen Orgeln, dass sich jeder nach seinen individuellen Bedürfnissen alles zusammenstellen kann und jederzeit auch erweitern kann.



    Gruß Michael

  • Ich habe mir ja gerade erst Menesterol und Zöblitz angeschafft, die lerne ich erstmal kennen. Jede Orgel hat ja wie im wirklichen Leben ihre eigene Persönlichkeit, mit Stärken und Schwächen.
    Interessieren würde mich, welche GO-Samplesets geeignet sind für franz. Barock (da hab ich einige Literatur) und spanischen Barock (Cabanilles, C. de Arauxo usw.) incl. der typischen Trompeten. Zöblitz ist schon sehr vielseitig aufgrund der charaktervollen Einzelregister, aber hat eben keine Zungen außer im Bass.
    Ist Anloo da universell genug?


    Gerd :-organ:

  • Eben habe ich im Kerzenschein einige Adventslieder auf der Zöblitz gespielt - es ist einfach jedes mal ein gewisser Gänsehautfaktor mit dabei, so schön klingt das im Wohnzimmer. :-organ:
    Bei Anloo und Menesterol ähnlich.


    Für spanischen und französischen Barock sieht es für GO im Prinzip aktuell nicht besonders toll aus. Ich habe dafür die Palma und die St. Maximin von Sonus Paradisi, die im Prinzip beide dafür gut geeignet sind. Allerdings gibt es eben noch keine GO-ODF bisher dafür. Ich will grundsätzlich gerne welche davon anfertigen, aber es ist eben doch ein nicht unbeträchtlicher Zeitaufwand. Da ich auch Hauptwerk habe und die Nachfrage aus GO-Kreisen bisher nach den ODFs für so teure Sets noch nicht allzu üppig war, habe ich mir das bisher noch erspart. Klar, für viele die mit GO arbeiten sind Kaufsets in diesen Preislagen nicht so attraktiv bzw. einfach auch nicht leistbar.


    Sollten konkretere Anfragen kommen bringe ich gerne solche ODFs auf den Weg. Für Palma gab es jemanden der sich dafür interessierte. Da weiß ich aber nicht wie aktuell und konkret das wirklich noch ist. Ich meine er hatte dann ein kleines freies Set für spanischen Barock gefunden. Allerdings nur mit mäßiger Größe und auch recht mäßiger Klangqualität. Palma kann ich schon sehr empfehlen. Diese Trompetterias sind schon eine Wucht.
    Da habe ich auch lange überlegt und dazu vorher verschiedene Kreise befragt. In einem Notenantiquariat hatte ich dann das Glück einen großen Stapel Noten der spanischen Komponisten auf einen Schlag für kleines Geld zu erwerben.


    Für den französischen Barock günstiger als St. Maximin zu erwerben wäre noch St. Michel en Thiérache, das soll wohl auch sehr gut sein. Mir persönlich hat allerdings der Klang der Demo nicht so zugesagt.

  • Hallo,


    ich bin immer noch an spanischen Sets für GO interessiert. Es ist allerdings auch so, dass ich da wenig beitragen kann. Vielleicht ein paar Hilfsarbeiten? Es gibt ja sicher auch so mechanische Fleißarbeit zu erledigen. Ich wäre auch an Santanyi (Jordi Bosch) interessiert, weil ich jemanden kenne, dessen Frau von da stammt und der deswegen den kennt, der im Sommer immer dort orgelt. Es besteht für mich also Hoffnung, die Orgel einmal spielen zu können.


    Was allerdings Cabanilles und de Arauxo angeht, so hatten beide mit ziemlicher Sicherheit an ihren Orgeln keine (Horizontal-)Trompeteria zur Verfügung. Man ist ohne Zungen (aber mit Cornett) näher an dem Klang, den die beiden hatten. In Valencia wurden die ersten Zungenstimmen erst nach Cabanilles Tod (1712) gebaut, de Arauxo starb bereits 1654 in Segovia, die Horizontaltrompeten und Clarinen de Batalla kamen aber generell erst nach 1700 auf, z.B. hier an der Orgel in El Vendrell, die ich einmal für eine knappe Stunde spielen konnte. Die Orgel ist von der Konzeption her aber eher französisch (2manualig, keine geteilten Schleifen, Register), so wie die meisten Orgeln in Katalonien. Aber auch wenn Cabanilles keine Horizontaltrompeten zur Verfügung hatte, kann man vieles seiner Musik gut mit solchen spielen. Die Orgel in Palma (gebaut 1703) bekam ihre Horizontaltrompten erst 1755 von Jordi Bosch, der 1762 die heutige Orgel von Santanyi baute.


    Übrigens gab es in den letzten Jahren jeweils Anfang August an der barocken Orgel in Briones Orgelkurse für spanische Orgelmusik, ich habe aber noch nicht herausbekommen, ob der Kurs auch in 2015 stattfindet. Die Orgel ist das, was man als typisch spanisch (kastilisch) ansieht, 1manualig mit geteilten Schleifen c/cis. Sie ist sehr beeindruckend, ich konnte aber nur 10 Minuten vor einer Messe darauf spielen.


    Beste Grüße von der Waterkant
    Christoph P.

  • Kaum trompetet es spanisch - schon ist er da - unser Christoph :-)
    Ja das sind schon sehr spannende Geschichten über den Werdegang der spanischen Orgeln. Damit hatte ich mich dann auch schon intensiver beschäftigt und muss heute immer etwas schmunzeln, wie oft doch alles mit den Horizontaltrompeten gespielt wird was klassisch nie dafür gedacht war, kaum dass irgend ein spanischer Komponist auf dem Notenpult eines deutschen Organisten liegt und der eine "spanische Trompete" mit in der Disposition sein Eigen nennen kann. Aber ich glaube die richtig guten Trompetterias findet man wirklich nur in Spanien. Das meiste nachgemachte Zeug ist eher den Namen kaum wert. Es gibt aber sicher in Deutschland ein paar wenige Ausnahmen.


    Das Santanyi Set habe ich halt nicht. Man hatte mir auch eher zur Palma geraten, da der Klang des Sets deutlich besser sei. Insofern kommt von mir höchstens eine Palma ODF. Es sei denn jemand will mir eine kleine Freude unter den Weihnachtsbaum legen :-D

  • Danke für die Infos! Dass die Trompeten erst später kamen, hatte ich kürzlich auch schon mal irgendwo erfahren. Aber für die typischen batallas hielt ich die bisher immer für obligat. Selber hatte ich mal das glück in Salamanca an der Kathedralenorgel spielen zu dürfen,....aber schon >30 J. her.
    Gar nicht mal so schlecht ist übrigens mMn die Trompete von Oude Pekela.


    lg Gerd

  • Hallo,


    nachdem ich mir Anfang November Zöblitz und Mesterol gekauft habe, hatte ich kein Weihnachsbedürfnis. Ich nutze ansonsten derzeit fast ausschließlich die Grenzing-Orgel der ESMUC (Barcelona), die Kaminski-Orgel in St. Anne (Długa Kościelna) und die Walcker-Orgel der Melcer Chambeur Musik Hall in Warschau von Piotr-Grabowski (dem sollte ich noch mal etwas für die Mühe spenden). Spanisches spiele ich derzeit mit Zöblitz und Menesterol. Zumindest ein Lleno bekommt man damit gut hin. Je nach Literatur würde ich auch die Walker-Orgel Wildervank, die Orgel von Pibrac und auch Veendam nutzen, die derzeit eher im Hintergrund stehen. Damit bin ich ganz glücklich und dann gibt es ja auch noch San Jeroni, St. Augustine, St Stephens, Romansviller, ...


    Beste Grüße von der Waterkant
    Christoph P.

  • Ich bin seit meinem letzten Sample-Set-Kauf im Mai 2014 davon abgekommen, alle Sample-Sets haben zu wollen.
    Aktuell habe ich:
    Cavaille-Coll, Caen
    Mocnik, Velesovo
    Walcker, Doesburg
    Silbermann, Arlesheim
    Schnitger, Stade
    Sauer, Dortmund
    Silbermann, Großhartmannsdorf


    Damit kann man eigentlich bis auf die englische Romantik (geht teilweise mit Doesburg und Dortmund) überzeugend abdecken. Was mich noch reizen würde wäre Waltershausen aufgrund des terzhaltigen Klanges.
    Mittlerweile bin ich auch zu einer Entscheidung gekommen, was die ideale Bach-Orgel betrifft:
    Es gibt sie nicht.
    Anders als bei Vierne/Dupre/Widor/Franck/weitere Franzosen dieser Zeit wo man eindeutig auf Cavaille-Coll/Mutin/Merklin verweisen muss, gibt es bei Bach keine Grenzen...
    Am überzeugendsten klingen meine Bäche allerdings mit Arlesheim, Velesovo und Dortmund. Großhartmannsdorf benutze ich seit längerer Zeit nicht, weil mir irgendwie ein wenig das klangliche Fundament fehlt..


    Die obengenannten Sets sind schon echt genial.
    So ein schöner klarer Klang wie ich ihn mit Arlesheim habe, ist schon echt ein Traum.
    Die scharfe MItteltönigkeit von Stade mit den einzigartigen Zungenklängen sind auch echt interessant und vielseitig einsetzbar.
    Die schönen Fonds der Caen sind zum dahin schmelzen.
    Die große Dynamik von Doesburg ist für Reger/Liszt unerlässlich.
    Velesovo überzeugt mit seinen Einzelstimmen (selten eine schöne barocke!! Viole de Gamba gehört!).
    Dortmund ist unheimlich schön - in allen Registrierungen. Brahms und Mendelssohn, sowie Reger und Liszt klingen echt super und ich empfehle dieses Set allen, deren Doesburg zu hallig ist.