Nancy vs. Caen

  • Hallo in die Runde,


    mir fehlt noch ein Sample Set für das französisch-sinfonische Repertoire. Ich schwanke mittlerweile dabei zwischen Caen und Nancy. :/

    Mir ist bewusst, dass dabei vieles eine Frage des individuellen Geschmacks ist, dennoch würden mich eure Meinungen dazu sehr interessieren.

    Beides sind ja eher teuere Orgeln, daher bin ich etwas vorsichtig mit dem Kauf.

    Oder gibt es Alternativen, abseits der CC Instrumente? z.B. die Goch scheint ja auch dafür disponiert...

  • Die Caen ist schon wunderschön, mich stört es jedoch inzwischen, wenn Sets keine einstellbaren Perspektiven haben und ich mich bei jedem Üben zwangsläufig im überdimensionalen Hallraum befinde. Die Dry-Version der Caen ist - wie hier schon des Öfteren bemängelt wurde - nicht empfehlenswert. (Das Samplen DIREKT an den Pfeifen war ein damaliger Versuch, ergibt aber keine abgestimmte Orgel. Inzwischen samplen alle Hersteller anscheinend wieder außerhalb der Laden, die für die Klangentstehung auch entscheidend wichtig sind)


    Ich würde somit heute bei der Frage zwischen diesen beiden Sets die Nancy ausführlich testen, die diese Perspektiven bietet.


    (Bei allen neueren Sets ist Sonus Paradisi einen anderen Weg gegangen als damals bei der Caen und Rotterdam. Es sind somit klar ältere Sets aus deren Erfahrungen man gelernt hat)

  • Ich stand vor einem Jahr vor der selben Entscheidung und habe mich dann für Nancy entschieden. Der Kaufgrund war dann auch die modernere Aufnahmetechnik und wie Georgy oben schon beschrieben hat die größere Auswahlmöglichkeit der Klangeinstellungen. Ich habe es nicht bereut und würde wieder Nancy kaufen. Ich muss aber eingestehen, dass ich Caen nicht kenne. Das Problem größerer Sets liegt meiner Meinung nach in der Registrierung. Je mehr Register man verwendet, desto komplizierter wird es mit dem Klang.
    Aus diesem Grund sind meiner Meinung nach Goch und Schuke keine Alternative zu Nancy. Lieber etwas mehr Geld ausgeben als ein tolles Set (laut Disposition) zu kaufen, dass man dann nur sehr selten verwendet.

  • Ich habe damals zu Beginn meiner „Hauptwerkkarriere“ die Caen gekauft, auch der Originalität wegen (CC), bereue es aber heute ein wenig, die Dry ist wohl nicht zu gebrauchen, die Raum-Perspektiven sind zu unpräzise im Spiel - allerdings kenne ich die Nancy nicht aus eigener Erfahrung.

  • Ich habe es nicht bereut und würde wieder Nancy kaufen. Ich muss aber eingestehen, dass ich Caen nicht kenne. Das Problem größerer Sets liegt meiner Meinung nach in der Registrierung. Je mehr Register man verwendet, desto komplizierter wird es mit dem Klang.
    Aus diesem Grund sind meiner Meinung nach Goch und Schuke keine Alternative zu Nancy. Lieber etwas mehr Geld ausgeben als ein tolles Set (laut Disposition) zu kaufen, dass man dann nur sehr selten verwendet.

    Bei der Goch würde ich das nur vom Hören her auch so einschätzen. Roglu: Hat die Schuke das gleiche Problem? Die gefällt mir zumindest von ihrem neobarocken Klang her recht gut.

  • Bei der Goch würde ich das nur vom Hören her auch so einschätzen. Roglu: Hat die Schuke das gleiche Problem? Die gefällt mir zumindest von ihrem neobarocken Klang her recht gut.

    Probier mal die Demos der beiden aus. Sie klingen irgendwie alle gleich. Ich habe auch auf diese beiden Sets gewartet und ausprobiert und bin schlussendlich wieder bei der Alessandria gelandet, die ich mir heute gekauft habe. Um wieder zum ursprünglichen Thema zurückzukommen: Alles was ich über die Alessandria gesagt habe gilt auch für Nancy.

  • Ich selber spiele gerne und viele Franzosen (aller Epochen).


    ( vorne weg: spiele über Kopfhörer und bin mit dem Klang der Instrument mehr als glücklich, darum hier nur zu den musikalischen Aspekten)


    Nancy ist mehr eine neobarocke Orgel, 1/3 ist Barock, 1/3 CC und 1965 hat Litaize noch einmal 1/3 umdisponiert. Romantisch ist eigentlich nur noch das Pedal und das Schwellwerk (bis auf eine Flute Harmonique original CC). Mich hat hat vor allem der lange Nachhall (mangels Hall bei meiner analogen Orgel), die vielen Zungen (1/3 des Werks) und die Kraft des Plenums gereizt. Die neuen Aliquoten tun dem Instrument in der voluminösen Akkustik gut. Man muß hier anders registrieren als bei den klassischen französischen Vorgaben der Romantik und entsprechend anders artikulieren. Leider hat das Instrument an Farben in den Grundstimmen eingebüßt. Außer einer Flute Harmonique und einer Gambe sind alle anderen Gedeckte Flöten und Prinzipale. Toll sind die drei Cornette und die neuen Aliquoten trotzdem, eben anders. EIne gute Idee ist auch die Erweiterung um einen Schweller auf dem Positiv und die Suboktavkoppel (Eine Walze gibts dazu). Auf der Nancy spiele ich gerne Barock, v.a. französischen, moderne und neoklassische Literatur. Französische Romantik lässt sich auch gut darstellen, klingt aber anders.


    Caen ist Ideal für die französische Romantik. Zu 95% kann man blind die Registrierungsangaben der frz. Romantiker übernehmen ohne nachzudenken. Zwei Perspektiven mit Front und Rear hats auch. Das einzige, das mir fehlt ist eine Superoktavkoppel für das Recit auf das Hauptwerk, so wie es Metz hat. Man kann hier zwar mit dem Hauptwerkkoppel tricksen, aber das Instrument ist halt nicht entsprechend intoniert, daher nur eingeschränkt möglich. Ein weiteres Argument für Caen ist die spätere Option auf Rouen zu erweitern. (Ich kenne aber nur Aristide, nicht das neue Komposite Set).


    Absolut empfehlen kann ich auch Oloron. Ist eigentlich mein "Arbeitspferd" für französische Romantik. Das Istrument ist Ideal für die zahlreichen Orgel/Harmonium Werke der frz. Romantik (Heures Mystiques, Vade mecum, Au Pied de l'Autel, Cent Pieces Breves, L'Organiste etc.). Man muß augrund der Größe aber Abstriche machen, dennoch geht hier auch recht viel.


    Metz hab ich mir für Aristide zugelegt. Ist leider alt, schwach (seltsam) in den Zungen, hat aber einen akzeptablen Plenumsklang.


    Die anderen CC / Mutin Orgeln (Omer, Begard, Aix, Mainz) kenne ich aber nicht. Caen und Oloron sind v.a. unverändert.


    Könnte man aus technischen Gründen in Hauptwerk pro Rechner nur ein Orgelset nutzen und ich müsste mich für eines entscheiden, würde ich Caen wählen.

  • Ich verfolge die Diskussion mit großem Interesse. Bin auch Kopfhörer-Spieler und habe schon seit mehr als 10 Jahren ein Faible für französische Literatur, v.a. Franck und Widor. Im Geiste schleiche ich daher auch um die Caen drumherum und warte auf den Black Friday bei Sonus Paradisi.

  • Ich verfolge die Diskussion mit großem Interesse. Bin auch Kopfhörer-Spieler und habe schon seit mehr als 10 Jahren ein Faible für französische Literatur, v.a. Franck und Widor. Im Geiste schleiche ich daher auch um die Caen drumherum und warte auf den Black Friday bei Sonus Paradisi.

    Dieser Threat war nicht gut für den Geldbeutel, ich bin jetzt auch an der Cean dran :/. Gibt es bei SP denn dieses Jahr auch noch eine Rabattaktion? Ich habe das nicht mehr auf dem Schirm.

  • Wer Fan von französischer Romantik ist, wird um Caen (wet!) nicht herum kommen. Das Set klingt dafür einzigartig gut. Die Nancy Demo hatte ich mal probiert, hat mich dafür aber nicht so recht überzeugt.

    Sehe ich auch so.

    Ich glaube, es gibt keine einzelne "wet"-Version. Diese ist in der "surround" enthalten. Ist aber schon ein stolzer Preis: 533€ ohne (!) Märchensteuer.

    Aber (mir) isses das wert...